Facing Down Under

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  • Einleitung


    Australien ist für viele Backpacker das große Traumreiseziel. Wenig verwunderlich ist der Kontinent eines der beliebtesten Ziele für Work and Travel-Suchende. Abiturient Chris Hartung folgte ähnlichem Drang und hielt seine Erfahrungen mit der Kamera fest, woraus der Dokumentarfilm Facing Down Under entstand.
    Mit dieser versuchte er nicht nur denbesonderen Charme der Backpacking-Community einzufangen, sondern auch die Schattenseiten des beliebten Work and Travel-Systems.

    Denn so aufregend ein solcher Trip auch erscheinen mag, ganz ohne Hürden ist dieser in der Regel nicht zu bewältigen.

    © 2022 Busch Media Group

    Kritik


    Was man Regisseur und Hauptakteur Chris Hartung lassen muss, er hat zahlreiche wirklich tolle Bilder von faszinierenden Locations eingefangen. Das wird bereits in der Eröffnungssequenz deutlich. Dort schimmert dann ebenfalls das erste Mal sein Gespür zum Arrangement von Bildern durch. Und auch im folgenden Verlauf bleibt diese Qualität die größte Stärke von Facing Down Under. Die Backpacker-Doku kann in den Momenten am meisten überzeugen, wenn sich Hartung bei seinem Auslandsaufenthalt auf einen Trip begibt und die Natur auf dieser Reise einfängt. Die kahlen Landschaften über die beeindruckenden Klippen der Küste bis zu den Weiten des Ozeans findet der Filmemacher immer wieder schöne Motive, die ein enormes Fernweh beim Zuschauer hervorrufen. In diesen Augenblicken möchte man am liebsten gleich seinen Rucksack packen und ins Flugzeug steigen. Wenn dann die Aufnahmen auch noch von einer gut gewählten Songauswahl untermauert werden, versinkt man vollends im Träumen.

    Dieses Gespür lässt Hartung jedoch bei den Menschen auf seinem Weg häufig missen. Zwar gewährt er einen nicht uninteressanten Einblick in die Backpacker Community, doch so richtig in die Tiefe geht er dabei nicht. Folglich bekommt man auch nie wirklich ein Gefühl für die Personen, die ihn über manche Station begleiten. Ihre Motivationen, Emotionen und Ziele sind selten greifbar, sodass meist gesichtslose Menschen übrig bleiben.
    Darüber hinaus kommt Facing Down Under sehr sprunghaft daher. Die Wandel, das Wachstum und die Formung von Hartungs Charakter über den Verlauf der Reise ist nahezu nicht spürbar, wodurch auch die Zeitspanne seiner Reise nie wirklich zu spüren ist. Letztendlich weiß man am Ende nicht, was dieser Aufenthalt mit Hartung gemacht hat, wie er ihn verändert hat. Es bleibt viel mehr ein Videotagebuch mit Auszügen, die lediglich punktuell Eindrücke vermitteln, aber ein holpriges Gesamtbild formen.
    Wenn sich dann noch Hartungs monotone Erzählerstimme um die Bilder schmiegt, wird einem der emotionale Zugang zur Person fast gänzlich verwehrt.

    Und dennoch bleibt am Ende eine Doku, die einen etwas oberflächlichen aber durchaus einen interessanten ersten Eindruck vom Work and Travel in Australien vermittelt. Ganz besonders, da Hartung auch ein paar Schattenseiten aufzeigt, bei der die billigen ausländischen Hilfskräfte gerne mal ausgenutzt werden. Doch auch hier darf man keine tiefgründigen Auseinandersetzungen mit den Themen erwarten.
    Von den Bildern der Natur und den schönen Songs darf man sich jedoch gerne abholen lassen, auch wenn einem am Ende der Zweck dieses Films ein wenig verborgen bleibt, da er für einen faszinierenden Eindruck des Kontinents zu wenig davon zeigt und für eine spannende Auseinandersetzung mit dem Thema Backpacker zu oberflächlich bleibt.

    © 2022 Busch Media Group


    Fazit


    Facing Down Under weiß mit seinen Naturaufnahmen sowie der gelungenen Songauswahl durchaus Fernweh zu erzeugen. Darüber hinaus bleibt die Backpacker-Doku leider aber etwas oberflächlich und vor allem emotionslos. Die Menschen sind kaum zu greifen - selbst Regisseur und Hauptakteur Chris Hartung nicht, um den es eigentlich geht. Das ist bei solch einer Reise, die einen Menschen stark formen kann, besonders schade. Dank der schönen Dronenflüge kann man den Alltag hier aber dennoch gut loslassen.


    6/10

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    Zweitmeinung



    EmilyChris Hartung versucht in Facing Down Under das Leben als Backpacker näher zu bringen. Das ist grundsätzlich auch interessant für diejenigen, die selbst solch ein Abenteuer planen, aber jede Reise eines Backpackers verläuft naturgemäß anders. Daher ist es fraglich, was Hartung mit seinem Film wirklich bezwecken wollte. Mehr als eine Art persönliches Tagebuch, welches statt im Kino in seinem Freundeskreis besser aufgehoben wäre, kommt dabei leider nicht raus. Und wenn Hartung schon so persönlich unterwegs ist, wäre mehr Einblick in seine Gefühlswelt schön gewesen - wie hat ihn die Reise verändert, wie hat es sein Denken beeinflusst? So ist diese Geschichte nur eine von sehr vielen ohne besondere Akzente oder Erkenntnisse, der mehr Tiefgang sehr gut getan hätte.
    Immerhin gab es aber den ein oder anderen schönen Shot Australiens.

    5,5/10 Punkte
    Infos
    Originaltitel:
    Facing Down Under
    Land:
    Deutschland
    Jahr:
    2020
    Studio/Verleih:
    Busch Media Group
    Regie:
    Chris Hartung
    Drehbuch:
    Chris Hartung
    Kamera:
    Chris Hartung, Tim Kasparek
    Genre:
    Doku
    Darsteller:
    Chris Hartung
    Start (DE):
    11.08.2022
    Laufzeit:
    84 Minuten
    Bilder
    • Facing-Down-Under-04.jpg

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