Black Adam

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  • Einleitung


    Dwayne Johnson kämpfte seit über einem Jahrzehnt für die Umsetzung von Black Adam. Und immer wollte das Werk nie so richtig in Fahrt kommen. Nun hat es die Comicverfilmung dann doch endlich geschafft auf die große Leinwand zu kommen - selbstverständlich mit Johnson in der Titelrolle.

    Im Zentrum von Black Adam steht der Titelheld, der vor tausenden Jahren als Sklave in einem wohltätigen Reich lebte. Von Zauberern mit mächtigen Kräften ausgestattet erhob er sich gegen seine Unterdrücker, doch sorgte sein unbändiger Zorn, dass er von den gleichen Zauberern eingesperrt wurde. 3000 Jahre später wird er befreit und denkt gar nicht daran, sich noch einmal zu unterwerfen.

    Unter der Regie von Jaume Collet-Serra (Jungle Cruise) sind neben Johnson (Faster) unter anderem noch Pierce Brosnan (The Foreigner) als Dr. Fate, Aldis Hodge (Hidden Figures) als Hawkman, Noah Centineo (To All The Boys-Trilogie) als Atom Smasher und Quintessa Swindell (Diebische Elstern) als Cyclone zu sehen.

    © 2022 Warner Bros.

    Kritik


    Die ersten bewegten Bilder, die auf die Öffentlichkeit losgelassen wurden, präsentierten Dwayne Johnson als düsteren und vor allem bedrohlichen Helden. Da lag die Hoffnung nahe, dass man nach dem Weggang von Zack Snyder bei Warner Bros., mal wieder großes Blockbusterkino ohne große humoristische Einlagen vorgesetzt bekommt. Auch wenn der Hauptdarsteller sich seit etlichen Jahren von humorlosen Rollen fern hält, was durchaus berechtigte Zweifel an der eventuellen ernsten Tonalität zuließ, so hatte Johnson aber zumindest in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er auch andere Seiten auffahren kann. Ob im vielseitig unterschätzten Faster, in dem geradlinigen Thriller Snitch oder im dramatischen Spiel auf Bewährung - der ehemalige Wrestling-Star überzeugte durchaus auch in Werken ohne Oneliner und augenzwinkernder Stimmung. Und Black Adam ist auch wahrlich in den Augenblicken am stärksten, in denen der Titelheld als finstere und skrupellose Kampfmaschine inszeniert wird. Doch leider muss der Film diese bedrohliche Atmosphäre, die durchaus auch dank des physisch einschüchternden Hauptdarstellers entsteht, immer wieder mit unpassendem und ganz besonders unlustigem Humor untergraben. Ob es der Bruder von Sarah Shahis Figur ist, der ausschließlich in Szenen zu sehen ist, die krampfhaft lustig sein sollen. Oder aber auch Noah Centineo, der als Atom Smasher mit seiner dusseligen Art einem tierisch auf die Nerven geht. Man hat wiederholt versucht Komik zu erzeugen, ohne dabei das richtige Gespür dafür an den Tag zu legen.
    Aber auch über die Figuren hinaus werden von den Drehbuchautoren immer wieder in der Dramaturgie Momente gestreut, die das Gesehene aufheitern sollen. Doch passen diese einfach überhaupt nicht zu der eigentlichen düsteren Stimmung, die von der Figur Black Adam ausgeht. So wirkt das komplette Werk durchgehend wie ein wild durcheinandergemixter Potpourri, wo jeder mal seine Ideen hineingeschmissen hat, ganz egal, ob es zu dem, was davor war, passt oder nicht. Da findet man vom Regisseur mit Popsongs untermalte Actionszenen, die merklich auf pure Unterhaltung aus sind. Diese werden dann von dem epischen Score von Lorne Balfe noch nahezu im gleichen Moment durchbrochen, wodurch wieder versucht wird eine gänzlich andere Stimmung zu erzeugen. Das passiert teilweise so nahtlos, dass weder das eine noch das andere funktioniert.

    Ein weiteres großes Manko sind die Figuren. Nicht nur, dass Black Adam durch sein wechselhaftes Auftreten einfach nicht greifbar wird, seine Backstory fehlt es auch an jeglicher Gravitas, da sie erschreckend stümperhaft in die Handlung hereingestampft wurde, sodass man keinerlei emotionale Bindung aufbaut. Am schlimmsten ist jedoch die Justice Society. Die Mitglieder bekommen keinerlei Hintergründe spendiert, präsentieren sich teilweise (allen voran Hawkman) in affigen Kostümen und lassen in ihrem Verhalten wenig Sympathien entstehen. Lediglich Pierce Brosnan als Dr. Fate kann man auch hier seinen gefühlt angeborenen Charme und sein Charisma nicht absprechen, auch wenn seine Figur mit den gleichen Schwächen zu kämpfen hat wie alle anderen.
    Dazu gesellt sich natürlich auch noch eine rein menschliche Figurenkonstellation, die aber ebenfalls nicht funktionieren möchte. Sarah Shahi stört da noch am wenigsten. Wenn jedoch ihr bereits erwähnter Filmbruder ins Bild tritt oder aber ihr nicht minder anstrengender Filmsohn, der auch noch einen relativ wichtigen Part in der Handlung zugeschrieben bekommt, dann wird man auch hier emotional gänzlich auf der Strecke gelassen.

    © 2022 Warner Bros.


    Dabei hangelt sich die Story auch noch dermaßen vorhersehbar von einem Plotpoint zum nächsten, dass in diesem Film inhaltlich wirklich absolut gar nichts zu überraschen weiß. Lediglich bei der Inszenierung ist man dann doch hin und wieder von der relativ harten Gangart erstaunt.
    Regisseur Jaume Collet-Serra weiß durchaus die Action ordentlich einzufangen, auch wenn dabei wenig Aufregendes geboten wird. Doch sind die Actionszenen zumindest für sich stehend ganz gut gelungen, auch wenn sie von der Tonalität einfach nicht zusammenpassen. Die künstliche Optik ist ja leider bei großen Blockbustern Gang und Gebe geworden, sodass auch die schwankende Qualität der Effekte wenig überrascht.

    Letztendlich hätte aus Black Adam ein wirklich spannendes Werk entstehen können, wenn man sich auf eine düstere Fahrtrichtung konzentriert, die sozialkritischen Grundsteine für sich genutzt und ganz besonders den emotionalen Hintergrund der Titelfigur ausgereizt hätte. Doch so ist die Comicverfilmung nur ein wildes Durcheinander mit ein paar netten Einzelmomenten, die aber niemals im Zusammenhang betrachtet werden sollten.

    © 2022 Warner Bros.

    Fazit


    Black Adam hätte eine angenehm finstere Bereicherung für die zusammenhängende DC-Sparte bei Warner Bros. werden können. Stattdessen präsentiert man ein ungezügeltes Durcheinander an verschiedenen Ansätzen, die einfach nie wirklich auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Unpassende Komik, langweilige Figuren und eine erschreckend platte Dramaturgie untergraben die mögliche Qualität noch ergänzend. Wenigstens die überraschend kompromisslose Action und die solide Inszenierung dieser sorgen für ein paar nette Einzelmomente.


    4/10

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    BurningInhaltlich passt Black Adam auf eine zerrissene Serviette, vor allem was die Einführung von Figuren - allen voran die Justice Society - angeht, ist der Film eine absolute Katastrophe. Es wird nichts vernünftig eingeführt, sondern direkt die künstliche CGI-Action-Keule rausgeholt und aufs Kinopublikum eingedroschen. Der Film sieht erschreckend schlecht aus, reale Sets und Drehorte existieren anscheinend nicht mehr, der Humor wirkt meist deplatziert und musikalisch ist es die generischste Ansammlung an Popsongs seit dem ersten "Suicide Squad". Black Adam weiß zu keiner Zeit, was er eigentlich erzählen will, die Unterhaltung ist irgendwo kurz vorm Abgrund und dann schlägt auch noch eine Laufzeit von nahezu zwei Stunden zu Buche. Einzig Pierce Brosnan, der erkannt hat, was das hier alles ist, scheint an seiner Rolle Spaß zu haben.

    3/10
    Infos
    Originaltitel:
    Black Adam
    Land:
    USA
    Jahr:
    2022
    Studio/Verleih:
    Warner Bros.
    Regie:
    Jaume Collet-Serra
    Drehbuch:
    Rory Haines, Adam Sztykiel, Sohrab Noshirvani
    Kamera:
    Lawrence Sher
    Musik:
    Lorne Balfe
    Genre:
    Action
    Darsteller:
    Dwayne Johnson, Sarah Shahi, Aldis Hodge, Pierce Brosnan, Bodhi Sabongui, Noah Centineo, Quintessa Swindell
    Start (DE):
    20.10.2022
    Start (USA):
    21.10.2022
    Laufzeit:
    124 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Black-Adam-04.jpeg

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