Scream VI

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  • Einleitung


    Fast exakt 14 Monate nach dem fünften "Scream"-Film steht nun die Fortsetzung in den Startlöchern und verfrachtet das Geschehen erstmals vom beschaulichen Woodsboro in die wilde Großstadt New York, was für ordentlich Abwechslung sorgen soll – nicht nur in der Szenerie.

    Neue Stadt, neue Regeln: Im neuesten Teil des legendären Horror-Franchise lassen die vier Überlebenden der jüngsten Mordserie des berüchtigten Ghostface-Killers ihre Heimatstadt Woodsboro hinter sich, um in New York ein neues Kapitel aufzuschlagen. Doch zu ihrem Entsetzen gibt es kein Entrinnen vor der Vergangenheit. Ghostface ist fest entschlossen, sich ein besonders blutiges Stück aus dem Big Apple zu schneiden.



    Kritik


    Dass Scream VI bei dem großen Erfolg des fünften Teils nachgeschoben werden musste, liegt natürlich auf der Hand. Doch dass die Verantwortlichen ein solches Tempo an den Tag legen und den nunmehr sechsten Teil im "Scream"-Franchise bereits ein gutes Jahr nach dem Kinorelease des Vorgängers präsentieren, kam dann doch etwas überraschend. Und leider merkt man Scream VI diese Hetze in der Produktion auch ziemlich an, vor allem zu Beginn. Nach dem obligatorischen Einführungskill wagt der Film sich tatsächlich auf neues Territorium und präsentiert eine Idee, die sofort zu gefallen weiß. Allerdings wird diese auch so schnell wieder verworfen, wie sie gekommen ist und es wird zum normalen "Scream"-Tagesgeschäft zurückgekehrt. Regeln, Hauptverdächtige, größer weiter härter, mehr Twists und mehr Verstrickungen der Figuren untereinander. Sind die sehr unterhaltsamen ersten 15-20 Minuten aber erst einmal geschafft, schleicht sich für eine gute Dreiviertelstunde jedoch erstmal eine ordentliche Portion Exposition ein, die gefühlt gar nicht mehr aufhören will. Alle Figuren werden in Position gebracht, um somit später die familiären Bezüge untereinander einordnen zu können.

    Ist dieser Abschnitt dann aber überstanden, kann der Spaß endlich losgehen. Dann packt Scream VI ein paar sehr launige Szenen aus, überrascht mit unerwartet blutig brutalen Kills, die mal mehr und mal weniger kreativ ausfallen. In diesem Sinne schlägt allerdings auch die Plot Armor wieder voll zu, so dass sämtliche wichtigen Hauptfiguren die härtesten Verletzungen wegstecken können, was dann doch etwas zu sehr an der allseits beliebten Suspension of Disbelief nagt. Hier kommt dann auch das neue Setting in New York zum Einsatz, was abseits von der Optik kaum einen Unterschied zu Woodsboro macht. Im Gegensatz, durch die aus hunderten Filmen bekannte Szenerie, verliert sich der Hintergrund schnell im Allerlei und bietet so bekannte Sequenzen wie in der U-Bahn oder in einem alten Kino. All das gab es schon in nahezu sämtlichen Genrefilmen, das heimelige Woodsboro wäre hier weiterhin von Vorteil gewesen.

    So läuft der Film dann eine lange Zeit äußerst unterhaltsam über die Leinwand, kann eine teils sehr gute Gruppendynamik etablieren und hat nun auch für die neuen Figuren aus dem fünften Teil eine bessere Verwendung, während wiederum ein alter Fanliebling zurückkommt – dabei jedoch nicht die beste Figur macht – und natürlich auch wieder neue, verdächtige Charaktere eingeführt werden. Inhaltlich darf man bei einem Slasher natürlich nicht allzu viel erwarten, aber gerade die allseits geliebte Metaebene, welche die Serie seit jeher ausmacht wird auf eine neue Spitze getrieben. Und zwar so sehr, dass es fast schon zu viel wird. Es muss nicht jede Verbindung zu alten Teilen der Reihe gezogen werden, nur weil es im Bereich des Möglichen liegt. Manchmal ist die Etablierung von etwas Neuem besser, als auf Zwang eine neue Verknüpfung der Figuren zu schaffen, um eine möglich emotionale Bindung zu herzustellen. Somit wird das Franchise künstlich klein gehalten und unterdrückt selbst die Erschaffung von etwas Neuem, das von außerhalb kommt und nicht schon von vornherein auf einer persönlichen Ebene innerhalb der Charaktere funktionieren soll. Es handelt sich hier schließlich nicht um die Sternenkriege.

    Somit gipfelt das bis dorthin größtenteils sehr unterhaltsame Schlachten, Schlitzen und Stechen in einem doch eher ermüdenden Finale, das durch seine erzwungenen Verbindungen zu allen möglichen Vorgängern, etwas zu sehr konstruiert wirkt und des Öfteren für rollende Augen in den Kinosälen sorgen dürfte. Darüber kann auch die betont dramatische musikalische Untermalung nicht hinwegtäuschen, ebenso wenig die inneren Monologe von Melissa Barreras Figur auf der Kinobühne oder auch nicht die vielen, vielen Deux Ex Machina Momente, die der Film immer wieder mal einstreut, um sich einfallslos aus brenzlichen Situationen zu retten und die Figuren doch noch lebend in die nächste Szene hinüberzutragen.



    Fazit


    Insgesamt kann der sechste Eintrag des schreienden Franchises nicht an den äußerst launigen direkten Vorgänger anknüpfen, kann aber dennoch durch seine teils kreativen Kills überzeugen, baut eine gewisse Spannung auf, wenn es um das Rätselraten geht, wer denn nun hinter der Maske steckt und weiß es über den Großteil der etwas zu langen Laufzeit gut zu unterhalten und für viel Spaß im Kino zu sorgen. Somit bleibt nur zu hoffen, dass man sich für einen potenziellen siebten Teil etwas mehr Zeit nimmt, um diesen vernünftig auszufeilen und etwas einfallsreicher daherkommt, ohne wieder neue Verknüpfungen zu den alten Filmen aus dem Hut zu zaubern.


    6,5/10

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    Zweitmeinung


    ElMariachi90Obwohl Scream VI deutlich ernster daherkommt als sein launiger Vorgänger, ist er zu keiner Sekunde weniger unterhaltsam. Dafür haben die Macher New York zur Halloween-Zeit zu gut in Szene gesetzt und vor allem, wenn der Film erst einmal in Fahrt kommt, geht er auch nicht mehr vom Gaspedal. Visuell kann man Scream VI ebenfalls absolut nichts vorwerfen. Die größte Stärke des neusten Films ist allerdings die Dynamik zwischen den vier Überlebenden aus dem Vorgänger. Gerade da die neuen Figuren in Teil 5 noch zu den Schwächen gehörten, ist es umso erfreulicher, dass das Zusammenspiel dieses Mal besonders gut funktioniert, sodass man zu gerne mit ihnen mitfiebert. Lediglich, was die einzelnen Figuren im Verlauf des Films an Verletzungen so wegstecken, ist etwas sehr übertrieben und auch die Auflösung am Ende, wer sich hinter der Maske verbirgt, ist ein wenig ernüchternd (allerdings ist der Showdown an sich wirklich gelungen, in dem Melissa Barreras Figur dann sogar zusätzlich noch einen spannenden Touch bekommt). 7/10
    Infos
    Originaltitel:
    Scream VI
    Land:
    USA
    Jahr:
    2023
    Studio/Verleih:
    Paramount Pictures
    Regie:
    Matt Bettinelli-Olpin, Tyler Gillett
    Produzent(en):
    Courtney Cox, Cathy Konrad, Gary Barber, Chad Villella, Kevin Williamson
    Drehbuch:
    James Vanderbilt, Guy Busick
    Kamera:
    Brett Jutkiewicz
    Musik:
    Sven Faulconer, Brian Tyler
    Genre:
    Horror
    Darsteller:
    Melissa Barrera, Jenna Ortega, Courtney Cox, Jasmin Savoy Brown, Mason Gooding, Hayden Panettiere, Devyn Nekoda, Josh Segarra, Dermot Mulroney, Henry Czerny, Jack Champion, Liana Liberato
    Inhalt:
    Neue Stadt, neue Regeln: Im neuesten Teil des legendären Horror-Franchise lassen die vier Überlebenden der jüngsten Mordserie des berüchtigten Ghostface-Killers ihre Heimatstadt Woodsboro hinter sich, um in New York ein neues Kapitel aufzuschlagen. Doch zu ihrem Entsetzen gibt es kein Entrinnen vor der Vergangenheit. Ghostface ist fest entschlossen, sich ein besonders blutiges Stück aus dem Big Apple zu schneiden.
    Start (DE):
    09. März 2023
    Start (USA):
    10. März 2023
    Laufzeit:
    125 Minuten
    FSK:
    keine Jugendfreigabe
    Links
    Webseite:
    https://paramount.de/scream6
    Bilder
    • Scream VI - Wide.jpg

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