The Equalizer 3

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Einleitung


    The Equalizer stellt bis heute den einzigen Film in Denzel Washingtons Karriere dar, zu dem er eine Fortsetzung gedreht hat. Fünf Jahre nach dem zweiten Teil kehrt der Charismat einmal mehr als Robert McCall zurück, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Nachdem 2021 auch der Versuch unternommen wurde, der gleichnamigen Original-Serienvorlage aus den 80ern in Form einer Serie mit Queen Latifah in der Hauptrolle neues Leben einzuhauchen, darf Washington nun ein drittes Mal seine Qualitäten als Rächer der ungerecht Behandelten zeigen.

    Dieses Mal zieht es McCall nach Italien, wo er nach einem einer Auseinandersetzung Zuflucht in einem ruhigen Dorf bekommt. Doch schon bald stellt er fest, dass die Menschen dort von der italienischen Mafia unter Druck gesetzt werden. Und McCall beschließt einzugreifen.

    Unter der Regie von Antoine Fuqua (Olympus Has Fallen) ist Denzel Washington erneut in der Hauptrolle zu sehen. An seiner Seite agieren unter anderem Dakota Fanning (Krieg der Welten) und David Denman (Brightburn).

    © 2023 Sony Pictures

    Kritik


    Zog der ebenfalls 2014 erschienene John Wick seine hohe Qualität besonders aus den erstklassigen Actionszenen und dem faszinierenden Worldbuilding, profitierte der erste Teil von The Equalizer in ganz großen Zügen vom beeindruckenden Charisma seines Hauptdarstellers Denzel Washington. Zwar waren auch hier die Actionszenen visuell stark inszeniert sowie angenehm handgemacht, doch waren ihre Schauwerte durch den eher geradlinigen Stil weniger spektakulär. Was allerdings wiederum besser zur von Washington verkörperten Figur Robert McCall passte, die ihr Dasein zurückgezogen und geordnet pflegt. Besonders schön war es dabei stets, dass Washington bei seiner Figur eine Gewisse Tiefe mitschwingen lies. Und genau auf dieses emotionale Fundament setzt sich Teil 3 nun deutlich intensiver. Das heißt allerdings nicht, dass man mehr über McCalls Vergangenheit erfährt, sondern viel mehr, dass Washington seine Figur verstärkt mit einer unausgesprochenen Sehnsucht und Melancholie füllt. Dabei tut es fast schon weh, dem fast 70-jährigen Schauspieler mit solch einer Verlorenheit zu sehen. Aber gerade diese, besonders in der ersten Hälfte über alles liegende Melancholie versprüht eine besondere Atmosphäre, sodass der Actionfilm ungewohnt zu berühren weiß.
    Konterkariert wird diese fast schon bedächtige Stimmung gleich zu Beginn mit einer ungemein kompromisslosen Actionszene, in der Washington so brutal wie noch nie in dieser Filmreihe seine Widersacher zerlegt. Inszenatorisch ist diese Sequenz darüber hinaus phantastisch umgesetzt, sodass dabei einige visuelle Highlights geboten werden. Aber auch die Dialoge, die der Auseinandersetzung vorausgehen, machen in vertrauter Art und Weise wieder sehr viel Spaß. Danach schlägt The Equalizer 3 dann eine deutlich ruhigere Gangart ein und lässt seine Hauptfigur in dem malerischen Ort Alamonte ankommen. Man versteht es so sehr gut, was McCall an dem Ort und besonders an den Menschen findet und warum eher endlich anzukommen scheint.

    Bis zur zweiten größeren Auseinandersetzung, ungefähr zur Hälfte des Films, die abermals aufgrund der klaren Aussagen von McCall und der einnehmenden Präsenz seines Darstellers Washington ein Genuss ist, erweist sich der dritte Teil als überraschend feinfühliges Werk. Leider verliert der Film danach zunehmend seinen Charme. Die malerischen Kulissen werden etwas überstrapaziert, der Protagonist verhält sich vereinzelnd figurenfremd und ganz besonders dramaturgisch geht man fragwürdige Pfade. Dem vorausgegangenen angenehm intimen Actiondrama wird ein Bösewicht hingestellt, der gleich wieder der Kopf einer großen Mafiaorganisation ist, die großangelegte, fast schon mit globalen Auswirkungen behaftete Machenschaften verfolgt. Dazu gesellt sich ein CIA-Plot, der einfach keinen Mehrwert für die Geschichte bietet. So schön es zwar ist, fast 20 Jahre nach ihrer gemeinsamen Arbeit an einem der besten Rache-Filme aller Zeiten, in dem sie zweifellos zusammen den emotionalen Kern des Werks bildeten, eine Wiedervereinigung von Denzel Washington und Dakota Fanning zu sehen, so enttäuschend fällt diese aus. Denn als CIA-Agentin erscheint Fanning ebenso wie die Nebenhandlung der Arbeit ihrer Einheit einfach überflüssig. So verkommt die Man on Fire-Reunion zu einer einzigen Enttäuschung.
    Da wäre es deutlich schöner gewesen, wenn man die neu aufgebaute Beziehung zwischen McCall und dem örtlichen Arzt Enzo, der ihn ohne Fragen zu stellen behandelt, mehr ausgebaut hätte. Denn gerade er verkörpert die Gutherzigkeit des Küstenortes wie kaum eine andere Figur. In diesem Zug hätte man die emotionale Bindung der Hauptfigur zu diesem Ort noch deutlich besser ausbauen können. Stattdessen verliert man sich in unnötigen Subplots, die in ihren sozialen wie politischen Auswirkungen unpassend aufgeplustert werden. Wenn dann auch noch der schablonenhafte Antagonist über die Laufzeit facetten- und gesichtslos bleibt, verliert sich das Werk immer mehr in die Belanglosigkeit. Und zunehmend fällt dann The Equalizer 3 die rare Präsenz an Actionszenen auf die Füße. Denn im Grunde bietet der Film in der Hinsicht lediglich drei große Momente. Versprühte die Ruhe in der ersten Hälfte noch ihren Charme, schlägt diese in der zweiten in Langeweile um. Dazu kommt der Showdown dermaßen routiniert und unspektakulär daher, dass man am Ende den Höhepunkt des Films vergeblich in seinen Erinnerungen sucht. Geschmälert wird dieser Eindruck noch zunehmend von einem unfreiwillig komischen Aufeinandertreffen der Dorfbewohner und der Mafia, das den Showdown eigentlich dramaturgisch vorbereiten soll. Selbst Washington kann in diesem Moment nicht glänzen und seine Figur entgleitet ihm.

    Aufgrund der schwachen zweiten Hälfte, in der man die guten Ansätze der ersten nahezu gar nicht mehr verfolgt und sich viel mehr auf die generischen Aspekte konzentriert, wird The Equalizer 3 so leider zu einem unrühmlichen Trilogie-Abschluss.

    Fazit


    Umschließt die erste Hälfte noch eine faszinierende Melancholie, die von einem gewohnt herausragenden Denzel Washington getragen wird, verkommt The Equalizer 3 aufgrund von überflüssigen Nebenhandlungen zunehmend zu einem austauschbaren Actionfilm ohne viel oder gar eindrucksvoller Action. Denn nach der starken Eingangssequenz schienen den Machern auch in diesem Aspekt die Ideen ausgegangen zu sein, sodass der Film mit einem wahrlich erschreckend unspektakulären Showdown seinen Höhepunkt offensichtlich gleich zu Beginn verbrannte.


    5/10

    :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: :stern2: :stern2: :stern2:
    Infos
    Originaltitel:
    The Equalizer 3
    Land:
    USA, Italien
    Jahr:
    2023
    Studio/Verleih:
    Sony Pictures
    Regie:
    Antoine Fuqua
    Drehbuch:
    Robert Wenk
    Kamera:
    Robert Richardson
    Musik:
    Marcelo Zarvos
    Genre:
    Action, Drama
    Darsteller:
    Denzel Washington, Dakota Fanning, Remo Girone, Eugenio Mastrandrea, David Denman
    Start (DE):
    31.08.2023
    Start (USA):
    01.09.2023
    Laufzeit:
    109 Minuten
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Bilder
    • The-Equalizer-3-02.jpg

      443,72 kB, 2.000×1.333, 215 mal angesehen

    3.613 mal gelesen