Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines

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  • Einleitung


    Nachdem Es an den Kinokassen einschlug, trat dies eine wahre Welle an Buchverfilmungen von Stephen King los. Natürlich nahm man sich in diesem Zug auch eines seiner beliebtesten Horrorromane an: Friedhof der Kuscheltiere. 1989 wurde das Werk bereits relativ gelungen verfilmt und ließ sogar drei Jahre später eine Fortsetzung mit Terminator 2-Star Edward Furlong folgen. Da King selbst nie eine Fortsetzung zu seinem Erfolgsroman schrieb, basierte der Film somit auf keiner direkten Buchvorlage mehr. Ähnlich verhält es sich nun mit Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines. Dieses Werk ist jedoch kein Sequel, sondern fungiert als Prequel zu den Geschehnissen der 2019er Verfilmung von Friedhof der Kuscheltiere. Auch hier liegt dementsprechend kein Roman direkt als Vorlage vor. Im Gegensatz zur kommerziell zwar erfolgreichen, qualitativ aber enttäuschenden Buchverfilmung von Kevin Kölsch und Denis Widmyer erscheint Bloodlines nicht in den Kinos, sondern wurde direkt für den Streamingdienst Paramount+ produziert.

    Im Zentrum von Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines steht der junge Jud Crandall (2019 von John Lithgow und 1989 von Fred Gwynne verkörpert), der zwar davon träumt, seine Heimatstadt zu verlassen, doch bald auf eine Familiengeschichte, die ihn für immer an Ludlow binden wird. Gemeinsam mit seinen Kindheitsfreunden stellt er sich den Geheimnissen, die der ortsangehörige Haustierfriedhof birgt.

    Als junge Version von Jud ist in Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines Jackson White (Ambulance) zu sehen sein. Neben ihm umfasst die Besetzung unter anderem noch David Duchovny (Akte X), Pam Grier (Jackie Brown) und Samantha Mathis (American Psycho).

    Die Regie übernahm Lindsey Anderson Beer, die mit dem Horrorfilm ihr Regiedebüt abliefert und am Drehbuch mitschrieb.

    Kritik


    Regisseurin und Drehbuchautorin Lindsey Anderson Beer nimmt uns in Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines mit in das Jahr 1969 und lässt ein wenig die Traumata des Vietnamkriegs einfließen, womit man dem Geschehen durchaus ein gewisses dramatisches Fundament schenkt. Was zu Beginn auch teils funktioniert, wird im weiteren Verlauf allerdings immer irrelevanter. Diese Entwicklung lässt sich bei dem Prequel allerdings auch auf andere Aspekte spiegeln. So fängt das Werk inszenatorisch zwar nicht sonderlich kreativ an, doch irgendwie effektiv ist es dennoch. Ob die Soundeffekte, die Kamerafahrten, der Schnitt oder die Songauswahl, alles ist schon häufig gesehen, aber seinen Effekt erzielt es dennoch. Allerdings hält diese Wirkung nicht allzu lange an. Immer mehr bekommt man das Gefühl, dass hier lediglich Ansätze präsentiert werden und man viel mehr nur auf den schnellen Grusel aus ist. Was zu Beginn einer Story noch neugierig macht, frustriert nachfolgend nur noch. So verhält es sich dann auch mit der Dramaturgie. Figuren werden interessant eingeführt, aber ihre Entwicklung wird einfach liegengelassen. Ob der im Originalroman erwähnte Timmy, der als wiederauferstandener Vietnam-Veteran Schrecken und emotionales Gewicht gleichermaßen in die Geschichte bringen sollte, allerdings auf ersteres zunehmend erfolglos reduziert wird. Oder aber dessen Vater, der zwar gelungen gebeutelt von David Duchovny verkörpert wird, dem aber die dramatische Komponente nicht zugesprochen wird. Stattdessen wird auch seine Figur auf die von ihm ausgehende Bedrohlichkeit heruntergebrochen.
    Aber im Zentrum der Geschehnisse steht ja sowieso ein junger Jud Crandall. Dessen Ausgangssituation, Ludlow unbedingt verlassen zu wollen aber an diesen Ort ewig gebunden zu sein, ebenfalls spannend daherkommt. Der Grund für seine Verbindung zu dem Ort hat auch seinen Charme, aus all dem wird allerdings wenig gemacht. Vielmehr lässt sich am Ende des Films auch keine wirkliche Kohärenz zu der gealterten Figur aus dem Vorgänger oder gar dem Roman ausmachen.

    Dem titelgebenden Friedhof wird da nur konsequent kaum Beachtung geschenkt. Auch wenn Regisseurin Beer gleich mit der ersten Einstellung den gespenstischen Ort präsentiert und den Horror somit ohne Zeit zu verlieren auf den Weg schickt, nimmt er darauffolgend nur noch sehr wenig Raum ein. Eine Verbindung zwischen dem unheilvollen Friedhof Mi’kmaq und den Figuren Donna und Manny, deren Vorfahren Ureinwohner waren, wird auch angedeutet, aber nicht weiter verfolgt.
    Dass man sich dann zum Showdown hin mehr und mehr dabei erwischt, wie man seine Hand aufgrund von fragwürdigen Entscheidungen der Figuren vor die Stirn hämmert, ist dann nur noch der letzte Tropfen, der ein durchaus spannendes Prequel zum Scheitern verurteilt.

    © 2023 Paramount Pictures


    Zumindest Zuschauer, die für die Halloweenzeit auf einfachsten, anspruchslosen Grusel mit ein wenig Gore aus sind, könnten bei Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines einen Hauch von Unterhaltung finden.

    Fazit


    Friedhof der Kuscheltiere: Bloodlines bietet an allen Ecken durchaus interessante Ansätze, die aber nahezu gar nicht weiterverfolgt werden. Stattdessen setzt man auf den schnellen Gruseleffekt, der aber nur selten wirklich aufgeht. So ist das Prequel leider nur allzu leicht zu vergessende Horrorkost für den schnellen Hunger zwischendurch.


    4/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Pet Sematary: Bloodlines
    Land:
    USA
    Jahr:
    2023
    Studio/Verleih:
    Paramount Pictures
    Regie:
    Lindsey Anderson Beer
    Drehbuch:
    Lindsey Anderson Beer, Jeff Buhler, Stephen King (Vorlage)
    Kamera:
    Benjamin Kirk Nielsen
    Musik:
    Brandon Roberts
    Genre:
    Horror
    Darsteller:
    Jackson White, Jack Mulhern, David Duchovny, Henry Thomas, Samantha Mathis, Natalie Alyn Lind, Pam Grier, Isabella LaBlanc
    Start (DE):
    07.10.2023 (Paramount+)
    Start (USA):
    07.10.2023 (Paramount+)
    Laufzeit:
    87 Minuten
    FSK:
    noch nicht geprüft
    Bilder
    • Friedhof-der-Kuscheltiere-Bloodlines-01.jpg

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