Godzilla x Kong: The New Empire

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  • Einleitung


    Regisseur Adam Wingard machte 2021 mit Godzilla vs. Kong einen gewaltigen Sprung, was das Budget von seinen Filmen angeht. Bis dahin war er eher für kleinere düstere und häufig auch blutige Filme wie You're Next, The Guest oder Blair Witch bekannt. Seit seinem Ausflug ins hochbudgetierte Blockbusterfach hat er sich von dem Godzilla/Kong-Franchise nicht wieder entfernt und verantwortet auch die Fortsetzung Godzilla x Kong: The New Empire.

    Darin erforscht Kong seinen neuen Lebensraum, die Hohlerde, in der Hoffnung auf eventuelle Überlebende seiner Art. Dabei stößt er jedoch auf eine alter Bedrohung, die nicht nur sein Königreich, sondern auch die Welt von Godzilla in große Gefahr bringt. Nur gemeinsam haben sie die Chance diese Bedrohung aufzuhalten.

    Als Darsteller sind abermals Rebecca Hall, Brian Tyree Henry und die im Vorgänger definitiv zu den Highlights zählende Jungschauspielerin Kaylee Hottle zu sehen. Als Neuzugang stößt Dan Stevens (The Guest) zum Cast.

    © 2024 Warner Bros.

    Kritik


    Die größte Schwäche der Vorgänger Godzilla II: King of the Monsters und Godzilla vs. Kong waren die völlig uninteressanten Handlungsstränge rund um die menschlichen Hauptfiguren. Nicht nur waren diese häufig unnötig kompliziert aufgeblasen, sie boten auch keinerlei Figuren, mit denen man gerne mitfieberte. Und in der Hinsicht bleibt auch Godzilla x Kong: The New Empire der Fahrtroute treu. Alles, was außerhalb der Monsteraction passiert, ist dermaßen langweilig, dass auch bei dem neusten Teil zu keinem Zeitpunkt Spannung aufkommt. Würden die Geschichten rund um die menschlichen Hauptfiguren wenigstens lediglich dazu dienen, ansatzweise plausibel von einer Krawallszene zur nächsten zu gelangen, dann wäre es ja noch zu verkraften, allerdings ergibt das Zwischendurch häufig so wenig Sinn und wird dazu überflüssigerweise maßlos verkompliziert, dass man jedes Mal aus dem Geschehen gerissen wird und irgendwann dann auch gar nicht mehr wirklich hineinfindet. Das Schicksal der Figuren bleibt einem einmal mehr völlig egal. Im schlimmsten Fall fingen sie sogar an zu nerven, denn der Humor, der besonders mit den Figuren von Brian Tyree Henry und Neuzugang Dan Stevens Einzug erhält, funktioniert nahezu gar nicht. Dazu wirkt Stevens Figur mit seiner Vorliebe zu bekannten Pop-Songs wie eine nicht gelungene Kopie von Starlord aus den Guardians oft he Galaxy-Filmen. Dabei war das Fundament, um ein wenig emotionalen Tiefgang bei den Figuren zu schaffen, sogar gegeben, da man dieses Mal mehr Konzentration auf die kleine Jia lenkt, die im direkten Vorgänger die einzige interessante Figur mit funktionierender Gravitas war. Dazu wurde sie herzerwärmend von Kaylee Hottle verkörpert. Leider wussten Regisseur Adam Wingard und seinen Drehbuchautoren mit diesem Potential nichts anzufangen. Lieber verrannte man sich wieder in irgendwelchen sterbenslangweiligen und sinnbefreiten Hohlerde-Theorien, sowie der ebenso uninteressanten Beobachtung Godzillas durch die Organisation Monarch. Ergänzend dazu konnte Hottle dieses Mal mit ihrer Rolle nicht wirklich viel anfangen und wirkte mit dem fast immer gleichen Gesichtsausdruck etwas verloren. Bei der ziellosen dramaturgischen Vorlage kann man ihr aber nur schwer einen Vorwurf machen.

    Für die meisten dürfte aber die Frage nach der Qualität der Action wohl die ausschlaggebendste sein. Und da haben zumindest die Vorgänger mit Schauwerten wahrlich nicht gespart. Hier allerdings kommen die Auseinandersetzungen wenig kreativ daher. Zugegeben, für wen das der erste Kaiju-Film ist, der dürfte hier seine helle Freude haben. Wer allerdings bereits einiges aus diesem Beriech zu Gesicht bekam, kann hier wenige Highlights entdecken. Dabei sind die Zerstörungsorgien per se nicht schlecht geworden, sie versprühen durchaus für den Moment ein wenig Spaß, sind in den darauffolgenden Minuten jedoch schnell wieder vergessen. Auch wenn man Wingard seine Freude am Zerstören bei der Inszenierung anmerkt, so wirkt dennoch alles etwas belanglos. Besonders, da trotz der gigantischen Ausmaße aller beteiligten Monster, keinerlei echte Bedrohung aufkommt. Zu wenig Konsequenzen werden aus den katastrophalen Zertrümmerungen offenbart. Aber auch der neue Bösewicht, der Skar King, strahlt kaum Angsteinflößendes aus. Dass er wie Kong ebenfalls ein Affe ist, sorgt ergänzend auch nicht gerade für Abwechslung. Zumindest bei Godzilla hat man versucht visuell ein wenig frischen Wind aufzunehmen, was im Endprodukt sogar überraschend gut funktioniert. Allerdings liegt auf der Riesenechse in diesem Teil nicht der ganz große Fokus. Viel mehr konzentriert man sich auf Kong und seine Flucht aus der Einsamkeit. Auch das hätte durchaus Potential geboten, um etwas emotionale Kraft in die Geschichte zu bringen, doch hier wird ebenfalls nahezu alles links liegen gelassen. Dabei hatte Peter Jackson bereits mit seiner King Kong-Verfilmung gezeigt, wie man einem Monster Herz verleiht, das einem auch als Zuschauer nahe geht. Zugegebenermaßen scheint man hier aber auch nie wirklich bestrebt gewesen zu sein, einem ähnlichen Ziel zu folgen. So bleibt aber am Ende ein blutleeres Actionspektakel, das einem in seinen knapp zwei Stunden nie wirklich abholt.
    Die Effekte sind jedoch weitestgehend geglückt, auch wenn die Qualität sichtbar schwankt und gerade die Unschärfen teilweise etwas irritieren. Dennoch ist der Film auf der CGI-Ebene im Gesamtbild durchaus gelungen.

    © 2024 Warner Bros.


    Kann man einem Filmemacher wie Michael Bay, besonders bei seinen älteren Filmen, zumindest nicht seinen Sinn für Ästhetik und wirkende Coolness absprechen, so fehlt es Wingard hier genau davon. Ein paar wenige Aufnahmen funktionieren dahingehend, wobei die meisten leider nur unfreiwillig komisch wirken. Und wenn die Riesenmonster zum gefühlt 85ten Mal ihre Dominanz mit Brüllen versuchen zu unterstreichen, erwischt man sich nur zu leicht beim Augenverdrehen. Wenn man schon nicht dem Bestreben folgt, dem Krawallkino etwas Tiefe zu verleihen, wie es beispielsweise die Japaner zuletzt mit dem viel gefeierten Godzilla Minus One taten, so hätte Godzilla x Kong doch wenigstens ein launiges Tag-Team-Spektakel werden können. Doch dafür fehlte es dem Kreativteam einfach an… Wie soll man sagen? Ah, ja: Kreativität. Und ganz besonders fehlte es aber an dem nötigen Mut für Verrücktheit.

    Fazit


    Letztendlich ist Godzilla x Kong: The New Empire trotz zahlreicher Actionszenen ein langatmiges und ermüdendes Seherlebnis, da es dem Film in allen Belangen an Relevanz fehlt. Einem Publikum mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne, einem Hang mit Blick aufs Handy, dem man in den Dialogszenen nur zu gut nachgeben kann, sowie wenig Kaiju-Erfahrung könnte das Werk zumindest einen Hauch an unterhaltsame Zeit bereiten.


    4/10

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    Infos
    Originaltitel:
    Godzilla x Kong: The New Empire
    Land:
    USA
    Jahr:
    2024
    Studio/Verleih:
    Warner bros.
    Regie:
    Adam Wingard
    Drehbuch:
    Terry Rossio, Simon Barrett, Jeremy Slater, Adam Wingard
    Kamera:
    Ben Seresin
    Musik:
    Antonio Di Iorio, Tom Holkenborg
    Genre:
    Action, Fantasy
    Darsteller:
    Rebecca Hall, Brian Tyree Henry, Dan Stevens, Kaylee Hottle
    Start (DE):
    04.04.2024
    Start (USA):
    29.03.2024
    Laufzeit:
    115 Minuten
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Bilder
    • Godzilla-x-Kong-01.jpeg

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Kommentare 2

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    Thrawn -

    Ui.. 4/10 hätte ich bereits dem Vorgänger gegeben. Da dieser hier aber noch belangloser zu sein scheint, brauche ich wohl keinen Blick drauf werfen.

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      ElMariachi90 -

      Bei dem Vorgänger hatte ich zumindest noch ein bisschen Spaß. Hier habe ich mich leider fast ausschließlich gelangweilt.