James Bond - Casino Royale (21)

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    Es gibt 1.093 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von ElMariachi90.

      Es ist schon eine Art Neubeginn, da der ja in der aktuellen Zeit spielt. Aber gleichzeitig ist das auch die Vorgeschichte zu Bond, wie er halt Agent wurde, seine ersten Aufträge etc..
      Der Film basiert ja auf dem ersten Roman von Ian Fleming, der ja der erste Bond ist..



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      Original von Blade
      Es ist schon eine Art Neubeginn, da der ja in der aktuellen Zeit spielt. Aber gleichzeitig ist das auch die Vorgeschichte zu Bond, wie er halt Agent wurde, seine ersten Aufträge etc..
      Der Film basiert ja auf dem ersten Roman von Ian Fleming, der ja der erste Bond ist..


      ja genau also haben die zwar einen reboot gemacht, aber dann wirklich von ganz vorn....kk dann kann ich ihn jetzt besser einordnen, denn als prequel waren einfach zu viele ungereimtheiten drin, wie halt das spielen in der aktuellen zeit!

      danke an euch beide ;)


      A Survivor is born!
      Ob es Menschen auf dieser Welt gibt, die diesen Film bisher noch nicht gesehen haben? Wenn ich schon sehe, dass der letzte Beitrag in diesem Thread aus dem Jahr 2008 ist, sagt es eindeutig aus, dass dieser Film schon satt gesehen wurde von nahezu jedem hier, oder nicht?

      Tja, ich muss gestehen, ich sah ihn erstmals heute. Muss dazu aber sagen, dass ich nie ein Bond Fan war. Man verfolgte die alten Filme über all die Jahre zwar immer halbwegs im TV (wobei ich vielleicht gerade mal 2-3 Filme komplett gesehen hatte), jedoch hab ich nie sonderlich Gefallen daran finden können. Dass ich daher auch kein all zu großes Interesse an der neuen Bond Reihe zeigte, erklärt sich dann wohl von selbst. Bin jedoch vor kurzem zufällig auf den SKYFALL Trailer gestoßen, der mir überraschenderweise ziemlich gefallen hatte (Stil, Schnitt, Farben und natürlich vom Unterhaltungsgrad her).... als mich User BallisticSpinal über Facebook daraufhin auch noch nervte, dass Daniel Craig der beste Bond sei und ich meine Bond Antipathie mit Casino Royale und Craigs Bond-Start wohl am besten überwinden kann, hab ich mir einfach mal blind die BluRay gekauft (die einem ja mittlerweile für weniges Geld fast hinterher geschmissen wird - was erneut beweist wie weit verbreitet der Film ist und auch von jedem gesehen wurde^^).

      Zum Film:
      Ich bin echt überrascht wie gut er mir gefallen hat. Daniel Craig präsentiert sich unheimlich stilvoll, elegant und strahlt dabei auch noch so viel Coolness aus, dass man ihm seine harte Rolle einfach abnehmen muss. Der Typ ist klasse. Ein heimlicher Fan war ich schon immer von Eva Green, ich hatte schon lange vergessen, dass sie hier das Bond Girl verkörperte und war bei Sichtung ihres Namens im Vorspann gleich noch interessierter... hervorragende Schauspielerin mit einer immer wieder faszinierenden Ausstrahlung (an dieser Stelle mal auf ihr Schauspiel in Franklyn verweisen).

      Ich möchte eigentlich gar nicht viel dazu schreiben, da alles schon tausendfach hier im Thread nachgelesen werden kann ... der Film bietet satte Action, schöne Bilder, teilweise überraschende aber auch vorhersehbare Twists und einen Daniel Craig in Hochform. Etwas störend empfand ich nur die Hochglanzoptik, die stellenweise so dick aufgetragen ist und mit so viel Markenprodukten versehen wurde, dass man oft das Gefühl hatte man schaut sich einen teuren Werbe-Spot an.

      Ich vergebe sehr gute 7,5 Punkte und freue mich einfach mal auf die zwei weiteren Filme. Es ist nur schade zu lesen, dass Daniel Craigs zweite Mission nach Casino Royale viel eher ein Griff ins Klo ist und weniger überzeugen kann. Aber vielleicht hilft es voreingenommen zu sein um vielleicht doch noch etwas davon abzugewinnen ... i will see.

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2: :stern2:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „TLCsick“ ()

      Original von TLCsick Es ist nur schade zu lesen, dass Daniel Craigs zweite Mission nach Casino Royale viel eher ein Griff ins Klo ist und weniger überzeugen kann.


      Der zweite Film für sich alleine genommen ist tatsächlich ziemlich schwach, wenn man ihn aber zusammen mit CR betrachtet, dann funktioniert er schon besser, knüpft er bei der Handlung unmittelbar (minütlich) an CR an. Am Besten wäre es tatschlich wenn man sich QT direkt nach CR ansieht.

      Craig äußerte sich dazu einmal und meinte, dass aufgrund des damaligen Drehbuchautorenstreiks man nur ein mittelmäßiges, unfertiges Drehbuch bekommen hatte und unter Zeitdruck habe QT drehen müssen, da sich dieser Streik unbefristet in die Länge zog.

      Gruss
      Pulpman
      Erfahrung ist eine sehr nützliche Sache. Bedauerlicherweise macht man sie immer erst, kurz nachdem man sie gebraucht hätte....
      Original von Pulpman
      Original von TLCsick Es ist nur schade zu lesen, dass Daniel Craigs zweite Mission nach Casino Royale viel eher ein Griff ins Klo ist und weniger überzeugen kann.


      Der zweite Film für sich alleine genommen ist tatsächlich ziemlich schwach, wenn man ihn aber zusammen mit CR betrachtet, dann funktioniert er schon besser, knüpft er bei der Handlung unmittelbar (minütlich) an CR an. Am Besten wäre es tatschlich wenn man sich QT direkt nach CR ansieht.


      Interessant, das war mir nicht bewusst, also stehen die Filme weitaus mehr in Verbindung miteinander als die alten Bond Teile.
      Das gefällt mir schon einmal, danke für deine Antwort. Dann passt es vermutlich schon, dass ich die Filme erst jetzt sehe.
      Original von TLCsick

      Interessant, das war mir nicht bewusst, also stehen die Filme weitaus mehr in Verbindung miteinander als die alten Bond Teile.


      Wenn Du Dich erinnerst wie CR endete, dann denk Dir einfach, dass es in der Handlung bei QT direkt danach weitergeht. Ich würde jetzt zu sehr spoilern wenn ich mehr dazu schreibe. Aber ich rate Dir QT so bald wie möglich zu kucken, da Du sonst auch Gefahr laufen könntest in die "schwache-Handlung-Falle" zu laufen. ;)

      Ob Skyfall handlungstechnisch jetzt auch in direkter Verbindung mit CR und QT stehen wird kann man natürlich noch nicht sagen, würde mir aber gefallen.

      Man muss aber auch bedenken, dass CR die Meßlatte sehr hoch gelegt hat und einen draufzupacken ist immer schwer. Ich habe CR übrigens mit 9/10 bewertet. :)
      Erfahrung ist eine sehr nützliche Sache. Bedauerlicherweise macht man sie immer erst, kurz nachdem man sie gebraucht hätte....

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Pulpman“ ()

      Original von SamTrautman
      Das war ja das neue an Bond das hier zum ersten mal der zweite am ersten aufbaut. Bei den alten konntest ja ohne Vorwissen wild durcheinander schauen und du weißt trotzdem bescheid.


      Aber wie an sieht ist der Versuch ja in die Hose gegangen bzw. wurde ein zu schlechtes Skript produziert.
      Daher hoffe ich das Skyfall wieder ein bisschen eigenständiger ist. Er kann ruhig auf die zwei Vorgänger mit Craig Bezug nehmen, trotzdem sollte er von der Story her auch für sich alleine stehen können.
      Hey @GregMcKenna ich setze mal unsere Diskussion hier fort, passt thematisch besser als der "Skyfall - Boring continues …Part 2" (Jep, ich meine "Spectre").

      Grundthese von @GregMcKenna war:

      "Bond als absolute Figur zu präsentieren. Bond war immer Bond. Dieser Superagent. Er machte in keinem der Filme eine wirkliche Entwicklung durch - ähnlich wie der Joker in "The Dark Knight". Bond war einfach da, er hatte keine Vorgeschichte. Er war schon immer 007."

      und

      "Und was passiert danach? Er kehrt wieder zum Ausgangspunkt zurück. Und wenn man am Ende ist wo man am Anfang war - dann gibts keine Entwicklung. Insofern rennt Bond in "Casino Royale" nur im Kreis. (…) Womit Bond wieder zum Status Quo zurückkehrt. Es gibt Veränderung aber keine Entwicklung.

      Aber du übersiehst zwei wichtige Dinge in meiner Aussage oben:
      I. "wirkliche Entwicklung" (ergo: kleine Spielräume gibt es, siehe Craig-Bond und auch bei Roger Moore gabs da was)
      II. Die Figur ist absolut. Das ist die Kernaussage.

      Es gibt Romane, die Bonds Familiengeschichte und seine Jugend betrachten - es gibt auch einen Roman zu seinem Tod. Aber in den Filmen werden die Dinge indifferent gehalten. Er ist da, er hat keine konkrete Vorgeschichte. Bond ist eine Konstante. Sogar die Kontinuität war in den Bond-Filmen sehr nebulös."

      Darauf aufbauend, möchte ich nochmal widerlegen, warum in "Casino Royal" sehr wohl eine Entwicklung durch macht. (Jap, die Figur ist absolut, das ist klar und logisch.)

      Spoiler anzeigen

      1. "Er kehrt wieder zum Ausgangspunkt zurück. Und wenn man am Ende ist wo man am Anfang war - dann gibts keine Entwicklung. Insofern rennt Bond in "Casino Royale" nur im Kreis."

      Doch er macht eine Entwicklung durch. Er wird vom harten Raufbold zum Ende der Geschichte zum rächenden, gefallen Krieger, der alles verloren hat. Damit meine ich nicht nur Vesper, sondern auch die Aufsicht auf ein friedliches, sicheres Leben.

      Deine Argumentation wirkt mir etwas zu binär. In beiden Szenarien schlägt er Gegner er ein, aber ab Ende von "Casino Royal" (fortan CR) ist er kälter und erbarmungslos. Im Nachfolgebond wird klar als Bond aus dem Nichts indirekt Vesper erwähnt: "Ich weine nicht der Vergangenheit hinterher, sollten Sie auch nicht tun." Solche Kälte hätte der Bond zu Beginn von ausgestrahlt. Er ist natürlich kein anderer Mensch (z.B. vom Prügelknabe zum Psychiater), sondern ist Bond.

      Ich will das ganze abstrahieren und mit einem anderen Beispiel versehen.

      Stell Dir vor folgendes vor: Ein Mann heiratet eine Frau, davor ist er mit seinem Freunden immer durch die Bars gezogen. Seine Frau stirbt und nach einiger Zeit zieht er wieder durch die Bars. Er zieht die gleichen Flirtroutinen ab. Alles läuft 1:1 ab. Hat er eine Entwicklung durchgemacht? Ja, vielleicht ist die Aktion die gleiche, aber die Gefühlswelt reagiert anders. Spästens dann wenn es etwas ernster wird. Er weiß eine Beziehung anders schätzen als zuvor als er noch durch die Bars gezogen ist und keine Ehefrau hatte.

      Natürlich ist so ein großes Franchise keine realistische Abbildung des echten Lebens, aber CR macht es schon deutlich.

      2. Was auf dem ersten Blick wieder wie Souveränität und Kontrolle am Ende von CR wirkt, ist das starke Rachgefühl und die emotionale Entscheidungsfindung und fehlende Rationalität. Zu sehen auch an der letzte Szene von "Quantum Trost".

      3. “The idea is to put a bit of the dash back in Bond. By the end of the movie, the character will have been forged into the wiser, harder Bond we know.” (“Bond To The Beginning”) - Martin Campbell

      “He really doesn’t become Bond until the end of the movie.” - Martin Campbell, Audiokommentar CR

      4. Am Anfang von CR ist er noch nicht bereit den 007 Status zu erhalten, erst durch Vesper bekommt er die Kälte, die für den Beruf zuständig sind. Ebenfalls in "Quantum" in der letzten Szene im kleine Dialogfetzen mit M.

      5. Lass mich nochmal eine metapherlastige Analogie stricken:

      Für mich ist Vesper, die komplette Geschichte von CR, wie ein wichtiges Puzzleteil, was beim Puzzle noch fehlt, um das Gesamtbild fertig zu stellen.

      Natürlich ist die Entwicklung subtil, aber sie ist da. Deswegen stimme ich mit der Grundthese "CR hat keine Entwicklung" nicht zu.
      Mein Letterboxd Profil: letterboxd.com/patrick_suite/
      Ich pack einfach mal alles in Spoiler:

      Spoiler anzeigen

      DerPat schrieb:

      Er wird vom harten Raufbold zum Ende der Geschichte zum rächenden, gefallen Krieger, der alles verloren hat. Damit meine ich nicht nur Vesper, sondern auch die Aufsicht auf ein friedliches, sicheres Leben.

      Das ist in vielerlei Hinsicht falsch. Einerseits schließen sich die die Beschreibungen "harter Raufbold" und "rächender, gefallener Krieger" keineswegs aus. Das sehen wir in Skyfall, als M erwähnt, dass Waisen schon immer die besten Rekruten für den Geheimdienst waren. Das liegt an der Losgelöstheit jeglicher sozialer Bindungen. Logisch: Wer keine Freunde hat, ist auch nicht erpressbar (was Vesper bei Bond ändern sollte). Du versuchst nun, Bond eine Entwicklung zuzusprechen, die er längst abgeschlossen hat. Wieder Skyfall: "The night I told him his parents had died, he hid in here for two days. When he did come out, he wasn't a boy anymore." Der Verlust eines geliebten Menschen ist ein einschneidender Moment im Leben und Bond hat ihn früh mitbekommen. Bei Vesper wiederholt er sich nur.

      Indes: Untersuchen wir mal weiter. Der Punkt auf den du abhebst, ist Vespers Verrat. Denn Vesper selbst ändert nichts an ihm, was Bond auch sagt: "I have no armour left. You've stripped it from me. Whatever is left of me - whatever is left of me - whatever I am - I'm yours." - Bond macht einen ganz klaren Unterschied zwischen dem, was er der Welt von sich zeigt (und auch den Zuschauern) und dem, was er ist. Wir bekommen also einen Blick auf den, der Bond hinter der Fassade aus billigen Drinks und schnellen Frauengeschichten ist. Bond war das und wird es auch weiter bleiben - aber diese Fassade bleibt erhalten. Wir bekommen in "Casino Royale" lediglich einen Blick dahinter. Das ist aber keine Entwicklung, nur ein besonderer Aspekt eines Charakters. Ein Aspekt, der bei einem Job wie dem eines Spions notwendig ist und auch von Vesper angesprochen wird: "You can forget all that easily, can't you?"

      Was Campbell übrigens über seine Absichten beim Ausdruck sagt, ist vollkommen irrelevant. Einerseits muss es ihm nicht gelungen sein, andererseits gibts den üblichen Marketingsprech und drittens kann er auch einfach lügen. Halten wir uns einfach an den Stoff. Kleiner Nachweis gefällig? Campbell auf die Frage, ob die Produzenten jetzt wieder zu S.P.E.C.T.R.E. zurückkehren würden mit Bond:
      "Campbell: I don’t think they’ll go as fantastical in that direction, if you know what I mean. You won’t get the huge room with 27 people sitting at the table and the man stroking a cat, and then #27 disappears into the shark tank. (laughs) or get electrocuted. [...] I don’t think you’ll see that, but you may see a more realistic interpretation of that."

      ... und dann sitzen im Spectre-Trailer doch wieder ein Haufen Leute um einen Tisch herum. Hm.

      Wie also schafft der Film die Illusion einer Entwicklung? Eigentlich recht einfach: Über Kostüme. Wir sehen Bond nie im Anzug, bevor er Vesper trifft. Nie. Aber sobald er mit ihr im Zug nach Montenegro sitzt - Puff - sind da Krawatte und Jackett vorhanden. Zwar kriegt er sein Dinner Jacket erst mit Verspätung aber vor der Zugszene (übrigens die Schlüsselszene des Films) sind Bonds Kostüme eher zurückhaltend (allerdings schimmert sein Stilbewusstsein schon durch). Warum gerade Kostüme? Weil Bond durch sein ewiges Anzugtragen eine unglaublich hypersexualisierte Form von Männlichkeit darstellt. Darum kommst du auch vom "Raufbold" (aka Halbstarken) zum "gefallenen Krieger". Dazwischen liegt eine Form von Adoleszenz - das Erwachsenwerden. Bonds Rüstung ist sein Anzug. Der sorgt für Distanz und Potenz. Es ist kein Zufall, dass Bond in der Gartenszene in der Schweiz mit Vesper sagt: "I have no armour left." - in der Tat trägt er in der Folge in seiner Freizeit mit Vesper seinen Anzug nicht mehr. Das ist aber keine Entwicklung sondern eben genau das: Freizeit. Wir sehen Bond in seiner Freizeit. Das ist ein neuer Aspekt, aber keine Entwicklung. Genausowenig ist seine Rückkehr zu diesem Stil in "Skyfall" eine Entwicklung sondern ein Zwischenspiel, nach dem er zur Arbeit bzw. zum Anzug zurückkehrt.

      Schlussendlich: Der Knackpunkt ist Vespers Verrat. Deiner Haltung nach müsste Bond - der Entwicklung geschuldet - vorher ein Anderer sein als Nachher. Ist er aber nicht. Er bricht immernoch bei M ein ("Skyfall"), liquidiert kleine Bombenleger ("Quantum of Solace") und schläft mit den Frauen seiner Opfer ("Spectre") - und alles mit genau der gleichen Lässigkeit und Kaltschnäuzigkeit. Vesper ist sicher nicht unwichtig. Aber sie hat nichts geändert - abgesehen von seinem Kleidungsstil, damit wir Zuschauer auf diese Art und Weise glauben, es fände eine Entwicklung statt.

      Sie hat Bond nur in dem bestätigt, was er eh schon wusste: Vertrau niemandem.

      Moneypenny/"Spectre": "Because you can't trust anyone."


      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
      Jup, dann kommt die Antwort an @GregMcKenna von mir auch in Spoiler:

      Spoiler anzeigen


      Hey, bitte keine konreten Handlung mehr zu Spectre. Ich möchte keine Spoiler darüber lesen.

      "Das ist in vielerlei Hinsicht falsch.“

      Floskeln bin ich bei Dir gar nicht gewohnt bei Diskussionen. :P

      "Einerseits schließen sich die die Beschreibungen "harter Raufbold" und "rächender, gefallener Krieger" keineswegs aus."

      Ok, das stimmt. Lass es mich anders formulieren: Vom harten Raufbold, welcher Fehler macht und einfach Dinge durchzieht, weil er nichts zu verlieren hat und ihm eh alles egal ist zum harten Raufbold, welcher emotional noch Dinge zu verarbeiten hat und dadurch emotional handelt und Menschen tötet, weil er sich nach Rache sehnt. Davon handelt doch der ganze Nachfolgefilme „Quantum“.

      Ich finde es schwierig einen Film heran zu nehmen („Skyfall“), der 6 Jahre nach CR rauskam. So weit plant selbst Broccoli nicht vor. Im Audiokommentar zu CR erzählt Martin Campbell, dass der Broccoli Clan 2 Filme im voraus plant (Jetziger und kommender Film). Vorallem hat Sam Mendes verhältnismässig zu Martin Campbell mehr Einfluss auf das Franchise gehabt.

      "Was Campbell übrigens über seine Absichten beim Ausdruck sagt, ist vollkommen irrelevant. Einerseits muss es ihm nicht gelungen sein, andererseits gibts den üblichen Marketingsprech und drittens kann er auch einfach lügen. Halten wir uns einfach an den Stoff. Kleiner Nachweis gefällig? Campbell auf die Frage, ob die Produzenten jetzt wieder zu S.P.E.C.T.R.E. zurückkehren würden mit Bond:

      "Campbell: I don’t think they’ll go as fantastical in that direction, if you know what I mean. You won’t get the huge room with 27 people sitting at the table and the man stroking a cat, and then #27 disappears into the shark tank. (laughs) or get electrocuted. [...] I don’t think you’ll see that, but you may see a more realistic interpretation of that."

      ... und dann sitzen im Spectre-Trailer doch wieder ein Haufen Leute um einen Tisch herum. Hm. "

      Klar, kann Campbell scheitern, lügen oder daherplappern. Allerdings sehe ich die Aussage als richtig an hinsichtlich Bond Entwicklung, deswegen diskutieren wir ja hier.

      Übrigens missdeutest Du seine Aussagen. Seine Kernaussage ist: „Bond soll einen realistischen Anstricht bekommen.“ Das sehe ich im aktuellen Trailermaterial sogar bestätigt, in dem halt keine cartoonhaften Bösewichte Katzen streicheln und im Hintergrund das Haibecken zu sehen ist. Das Meeting bei SPECTRE im Trailermaterial könnte auch glatt eine Versammlung von der Deutschen Bank sein (nur natürlich nicht so dramatisch ausgeleuchtet vom Licht).

      Außerdem ist das Interview ist (fast) 9 Jahre alt und da kann der gute Campbell doch nicht für die ganze Zukunft Entscheidungen vom Broccoli Clan hervor sagen.

      „Wie also schafft der Film die Illusion einer Entwicklung? Eigentlich recht einfach: Über Kostüme.“

      Und über Musik, über Locations, über Bewegungen von James, über Tonalität der Stimme und und und.

      Nur weil etwas nicht im Dialog oder in Handlungen (was es wird), heißt doch lange nicht das andere Faktoren des Filmemachens zu übersehen sind. (Allein die Szene am Ende mit Mister White „Bond, James Bond“ zeigt doch deutlich, dass wir jetzt den uns bekannten Bond endlich in abgeschloßener Mindset sehen.)

      „Wir sehen Bond nie im Anzug, bevor er Vesper trifft. Nie. Aber sobald er mit ihr im Zug nach Montenegro sitzt - Puff - sind da Krawatte und Jackett vorhanden. Zwar kriegt er sein Dinner Jacket erst mit Verspätung aber vor der Zugszene (übrigens die Schlüsselszene des Films) sind Bonds Kostüme eher zurückhaltend (allerdings schimmert sein Stilbewusstsein schon durch). Warum gerade Kostüme? Weil Bond durch sein ewiges Anzugtragen eine unglaublich hypersexualisierte Form von Männlichkeit darstellt. Darum kommst du auch vom "Raufbold" (aka Halbstarken) zum "gefallenen Krieger". Dazwischen liegt eine Form von Adoleszenz - das Erwachsenwerden.“

      Das unterstützt doch eher meine These als das es sie widerspricht.

      „ Bonds Rüstung ist sein Anzug. Der sorgt für Distanz und Potenz. Es ist kein Zufall, dass Bond in der Gartenszene in der Schweiz mit Vesper sagt: "I have no armour left." - in der Tat trägt er in der Folge in seiner Freizeit mit Vesper seinen Anzug nicht mehr. Das ist aber keine Entwicklung sondern eben genau das: Freizeit. Wir sehen Bond in seiner Freizeit. Das ist ein neuer Aspekt, aber keine Entwicklung.“

      Bonds Rüstung ist Kälte und Verschloßenheit, nicht sein Anzug. Man könnte den Anzug als Metapher für sein Gefühlszustand nehmen, wo er unnahbar sein will. Dann sind wir einer Meinung.

      In der Filmrealität hat der Freizeit Aspekt jedoch eine andere Wirkung: Wieso haben die Filmemacher uns bisher keinen Bond bei der Freizeit gezeigt? Das einzige waren die Partys und Frauen. Richtig, weil wir als Zuschauer annehmen sollen, dass Bond eine kühle Maschine ist, die nur arbeitet, trinkt, Frauen abschleppt und wieder für die Regierung arbeitet. Alles was wir im Film zeigen, hat eine Funktion. Siehe oben Deine These über die Illusion einer Entwicklung.

      „Schlussendlich: Der Knackpunkt ist Vespers Verrat. Deiner Haltung nach müsste Bond - der Entwicklung geschuldet - vorher ein Anderer sein als Nachher. Ist er aber nicht. Er bricht immernoch bei M ein ("Skyfall"), liquidiert kleine Bombenleger ("Quantum of Solace") (…) - und alles mit genau der gleichen Lässigkeit und Kaltschnäuzigkeit. Vesper ist sicher nicht unwichtig. Aber sie hat nichts geändert - abgesehen von seinem Kleidungsstil, damit wir Zuschauer auf diese Art und Weise glauben, es fände eine Entwicklung statt.„

      Das mit dem Bombenleger aus „Quantum“ untermautert doch seine Emotionalität (Rachebestrebung, Wut und Trauer), warum er durch Vesper sich entwickelt hat. Nur das an der Kelidung zu belegen, ist recht eindimensional.



      Was wäre für Dich eine Entwicklung des Charakters? Was hätten wir am Ende von CR sehen sollen?
      Das interessiert mich, schreib ruhig eine kleine FanFiction. :)

      Als Fazit: Wir könnten zustimmen, wenn wir sagen: Jeder Film gibt einen Traum oder Illusion der Realität wieder und deswegen ist die Entwicklung eine Illusion. Eine filmische Illusion allerdings. Immerhin ist das keine Dokumentation oder reales Indiedrama, sondern ein großer Blockbuster. Es ist ein gutes (nicht das beste!) Beispiel wie ein Blockbusterfranchise eine Entwicklung zeigt.
      Mein Letterboxd Profil: letterboxd.com/patrick_suite/
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      Also dann wieder in Spoilern. Wobei übrigens für jede Bemerkung zu "Spectre" gilt, dass ich eigentlich davon ausgehe, dass das bereits bekannt ist. Das gilt auch für die bisherigen Bemerkungen.

      Spoiler anzeigen
      Es wird schwierig, nun auf einzelne Beweisführungen einzugehen anstatt Sachen herauszupicken und aus dem Kontext zu reißen. Ich versuche es dennoch:

      Campbell zu zitieren machst du sicherlich, weil du dir damit ein Autoritätsargument sichern willst. Aber einen Macher zu zitieren, ist immer ein ordentliches Minenfeld. Zum Beispiel, weil auch der Macher sein Werk nicht richtig einschätzen kann, wie durch mein Zitat von Campbell zur Organisation von S.P.E.C.T.R.E. zeigt. Und ich missdeute das auch nicht sondern lege sehr wohl dar, dass sich Mendes' "Skyfall" stark vom realistischen Ton von "Casino Royale" enternt hat. Die Liste der Bond-Logiklöcher und "Unauthentizitäten" ist lang genug, um die Liste der Logiklöcher von "Interstellar" einzuwickeln. Wir sind dort wieder bei Bonds Over-The-Top-Mentalität, die ja zugegebenermaßen zur Regelmäßigkeit der Reihe gehört. Aber es ist zumindest mutig von dir über einen Film zu urteilen, von dem du auch keine Spoiler wissen willst. Insofern hat sich der gute Campbell bei seinem Zitat geirrt und nur weil es lange her ist, heißt das nicht, dass es nicht weniger Wahrheitsgehalt (oder sollte ich sagen "Falschheitsgehalt"?) aufweist. Er trifft eine Vorhersage, deren Gegenteil nun eingetreten ist.

      Kehren wir aber lieber zurück zum Stoff, der ist handfester als sich mit Zitaten zu bewerfen.

      Du machst die Behauptung auf, dass Bond vor Vespers Verrat nicht emotional war und nach ihr emotional war - in Rache verbunden. Aber James Bond war schon immer emotional, was Frauen anging. Es ist schwer zu trennen, welche er liebte und bei welcher er es nur vorspielte. Strawberry Fields Tod in "Quantum of Solace" traf ihn emotional und es lässt sich argumentieren, dass er bei dem Tod von Severine in "Skyfall" mit seinem Spruch über den Whiskey seine Teilnahme ebenso vertuschen und sich von ihr distanzieren wollte wie er es nach dem Tod von Vesper in "Casino Royale" tat: "Die Schlampe ist tot". Die Behauptung, "Bond tötet aus Rache" ist insofern geschickt, als dass sich vor dem Verrat von Vesper keine ähnlichen Dinge finden lassen. Weil da - der Kürze der erzählten Zeit geschuldet - sich nichts finden lässt außer seiner Profession. Nur: Auch unabhängig von Vesper will Bond Rache ("Quantum of Solace" - Rene Mathis) und der Tod einer Gespielin nimmt ihn ebenfalls mit (s.o.). Eine Besonderheit von Vesper ist daher nicht vorhanden.

      Um über die Bedeutung von Bonds Anzug zu sprechen, sollten wir uns eine Bond-Parodie ansehen: "Kingsmen". Darin sagt Gentleman-Spion Harry Hart: "The suit is the modern gentleman’s armour". Es ist schon hier kein Zufall, dass eben genau der Anzug auch die metaphorische Manifestation darstellt. Bevor Bond den Anzug anlegte, hatte er diese Rüstung aber auch schon - was wiederum für die These spricht, dass er keine Entwicklung durchmacht sondern diese nur vorgegaukelt wird. Es findet in Sachen "Rüstung" keine Entwicklung durch Vesper statt - mit der Ausnahme, dass sie in Form des Anzugs manifestiert wird. Daher sagte ich auch, dass es hauptsächlich darüber gemacht wird. Wir können Bond am Ende von "Casino Royale" aus der Froschperspektive zeigen, um sein Wachstum darzustellen - aber der Charakter hat sich trotzdem nicht weiterentwickelt. Gewissermaßen ist Bond noch immer der abwartende Bastard, der seine Opfer in Hinterhalte lockt. Siehe die geradezu gleiche Anfangssequenz von "Casino Royale". Daher rennt er nur im Kreis und landet am Ende dort, wo er schon zu Beginn war.

      Aber auf welche Filmrealität spielst du an? Bond wurde in früheren Filmen durchaus in seiner Freizeit gezeigt (und war auch nicht weniger Bond, nur weil er einen babyblauen Jumping Suit oder ein Jetpack trug). Genau wie in "Skyfall". In "Quantum of Solace" tötet er einen Bombenleger ebenso wie in "Casino Royale" vor Vespers Verrat. Es ist nach wie vor keine Entwicklung vorhanden. Du ziehst "Filmmittel" als Nachweis dafür heran, dass das, was sie zeigen auch als bare Münze zu nehmen ist. Bond zieht den Anzug an - also ist er jetzt mehr Bond als vorher. Dem ist mitnichten so, denn er handelt vor Vespers Verrat wie auch danach gleich, wie ich oben bereits erwähnte.

      Warum entwickelt sich Bond nicht?

      Das ist übrigens auch eine interessante Frage. Bond ist kein Mensch, er ist eine Metapher. Eine Metapher für Sicherheit, Anstand, Manieren und Überlegenheit. Auch seine Gegner verändern sich nicht. Es sind immer transnationale Unternehmen oder international agierende Individuen mit Sinn für Zerstörung - Sie sind eine Metapher für Veränderung. Und genau das ist Bond nicht. Bond ist eine Kompensation von Machtlosigkeit - geboren aus dem Zerfall des Commonwealth und der Weltherrschaftsfantasien der Briten. Bond entwickelt sich nicht, er kann sich aber verändern. Genau wie seine Filme kann er auf verschiedene Umfelder reagieren und sich anpassen (Blacksploitation > "Live and Let Die", Star Wars-Welle > "Moonraker", das Ende des Kalten Krieges > "GoldenEye") aber Anpassung erfordert einen immergleichen Kern. Genau dieses Paradoxon macht die Figur so spannend: Ihre Fähigkeit, sich zu verwandeln und doch im Kern gleich zu bleiben. Genau wie ihre Filme.

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
      iwie wird der film mit jedem sichten besser

      ​ich weiss noch das erste mal war ich leicht enttäuscht - da ich die Brosnan bonds echt geliebt hab

      ​aber wenn man sich an die neue art gewöhnt - dann sind die neuen filme echt verdammt gut. und jetzt wo man weiss dass alte bond tugenden zurückkommen - da kann man auch die ersten beiden leichter sehen.

      ​vielleicht liegts auch daran dass ich mir die craig bond Collection auf blu ray geholt hab - und mir jetzt erst aufgefallen ist , wie wunderschön dieser film ist. echt tolle bilder. man fühlt sich von jeder Szene und ihren farben erfrischt.

      bin gespannt wie die anderen bond filme auf blu ray auf mich jetzt wirken ? morgen geht's weiter

      ​aber Casino royal - top - einer der besten bonds ever

      ​die Brosnan bonds waren Kinder ihrer zeit - aber die kann man einfach nicht mehr ernst nehmen

      jetzt freu ich mich auch wieder auf den neuen bondfilm

      Den ersten Auftritt von Daniel Craig als James Bond hatte ich besser in Erinnerung. Nach der großartigen Verfolgungsjagd zu Fuß in Afrika baut das Werk nach und nach ab. Daniel Craig wirkt irgendwie gelangweilt und auch die Handlung konnte mich beim jetzigen Schauen nicht wirklich packen beziehungsweise überzeugen. Die Neuausrichtung der Bond-Saga ist für mich ein leicht überdurchschnittlicher Actionfilm, der ab und an seine Momente hat, aber über die volle Laufzeit mich nicht begeistern kann. Letztendlich bleibt für mich Skyfall der einzige gelungene James Bond-Film aus der Craig-Saga.

      ​​​​​​​Allerdings habe ich mittlerweile auch wenig Gefallen an den vorangegangenen Bond-Auftritten.