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Die Fliege (1986)

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    Es gibt 78 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Tomtec.

      Sehr gelungene Cover. Das Cover A fand ich schon immer großartig, aber angetan hat es mir ja Cover B. Passt fast gar nicht zum Film. Großartig :tlol:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „ElMariachi90“ ()

      Die Journalistin Veronica Quaife (Geena Davis) lernt den brillanten, aber auch exzentrischen Wissenschaftler Seth Brundle (Jeff Goldblum) kennen. Dieser arbeitet an einem Gerät zur Teleportation, um Gegenstände oder auch Lebewesen von einem Ort zum anderen zu versetzen. Nachdem ein Versuch mit einem Pavian glückt, testet Brundle das Gerät an sich selbst. Da sich aber mit ihm eine Stubenfliege in der Teleportationskammer befindet, kommt es zu einem Unfall, bei welchem der Computer Brundles DNS mit der des Insekts verschmelzt. Nach und nach verliert der Wissenschaftler seine Menschlichkeit und verwandelt sich in ein neuartiges und abstoßendes Wesen.

      Immer wieder stolpere ich über Klassiker, die ich bisher noch nicht gesehen habe – und dazu gehört auch Cronenbergs kultiger Horror-Streifen "Die Fliege". Schon länger habe ich mit dem Gedanken gespielt, mich mit dem Film auseinanderzusetzen, doch erst heute habe ich die Blu-ray eingelegt. Das Ergebnis: "Die Fliege" hat mich derart beeindruckt, dass ich umgehend meine Gedanken dazu aufschreiben möchte.

      Der Film stammt aus dem Jahr 1986 und unterscheidet sich in seiner Machart sehr von heutigen Werken. Auffallend ist beispielsweise der recht unvermittelt wirkende Anfang des Films. Der Zuschauer wird quasi in der ersten Einstellung mit den beiden Hauptfiguren, die sich auf einer Art Party treffen, konfrontiert. Da habe ich mir die Frage gestellt, ob sich das nicht negativ auf meinen emotionalen Bezug zu den Charakteren auswirken könnte. Glücklicherweise tat es das nicht, was hauptsächlich an der sehr sympathischen Art von Jeff Goldblum liegt. Er überzeugt als intelligenter, aber auch eigenwilliger Wissenschaftler und wächst einem in der Rolle recht schnell ans Herz. Der Film liefert außerdem das nötige Hintergrundwissen zu seiner Figur. Beispielsweise erfährt man, dass Brundle das Reisen mit herkömmlichen Verkehrsmitteln nicht bekommt – ein banaler, aber einfach netter Grund, einen Teleporter zu erfinden. Auch Geena Davis, deren Charakter sich bald in den Wissenschaftler verliebt, liefert eine zumindest ausreichende Performance ab. Recht früh im Film fiel mir außerdem eine andere Sache auf, die ich der Entstehung in den 80er Jahren zuschreibe: Zu keinem Zeitpunkt macht sich eine der Figuren die Mühe, den Vorgang des Teleportierens ausführlich zu erklären. Stattdessen muss man als Zuschauer die Technik einfach hinnehmen – jedoch kann man sich umso schneller auf die eigentliche Handlung konzentrieren. Das empfand ich gerade im Blick auf heutige Filme, die sich gerne mal zu Tode erklären, als äußerst erfrischend und charmant.

      Was ist aber die eigentliche Handlung von "Die Fliege"? Der Film wird in der Regel als Horror-Film bezeichnet. Und es gibt in der Tat einige Szenen, die es diesbezüglich in sich haben. Brundles Mutation wird mit wunderbaren und handgemachten, aber eben sehr expliziten und ekelerregenden Effekten visualisiert. Die dafür verantwortliche Abteilung hat ganze Arbeit geleistet. Allerdings beschränkt sich "Die Fliege" nicht nur auf diesen Horror-Aspekt. Die eigentliche Stärke liegt in der Tragik der Verwandlung. Brundle spürt direkt nach dem Teleportieren zwar eine Veränderung, doch er nimmt sie zunächst positiv wahr. Er fühlt sich lebendiger und physisch gestärkt. Erst nach und nach fallen ihm und seiner Freundin Veronica die Schattenseiten der Mutation auf. Brundle forscht nach und muss erkennen, dass er den Prozess nicht stoppen kann. Er steuert seinem Tod entgegen und verliert nach und nach alles, was ihn körperlich und seelisch als Mensch ausmacht. Dabei verliert er nicht nur das Leben, wie er es gekannt hat, sondern auch Veronica, in die er sich erst kürzlich verliebt hat. Genau diese Tragik ist es, die meiner Meinung nach "Die Fliege" über einen einfachen Horror-Film stellt und den Streifen zu etwas Besonderem macht. Positiv trägt auch die Charakterisierung von Stathis Borans bei. Der Ex-Freund und Boss von Veronica wird als unsympathischer Macho eingeführt, agiert aber gegen Ende des Films völlig abseits des Klischees.

      Fazit: "Die Fliege" kann ich jedem empfehlen, der auf charmanten 80er Jahre Horror steht, einen einigermaßen stabilen Magen hat und einen Gefallen an Tragik findet. Von mir bekommt dieser wunderbare Klassiker ganz starke 9 von 10 Popcornguys!
      Die Fliege

      Es gibt ja Klassiker, die ich erst viel zu spät gesehen habe und die deswegen auch etwas an Wirkung einbüßen mussten. Einfach weil es in ihrem Genre dann auch Vertreter gibt, die ich davor geschaut habe und manche Dinge dann eben dramatischer oder drastischer darstellen. So erging es mir z.B. mit "Halloween" oder auch mit "Rocky". Gerade bei Erstgenanntem habe ich mich überhaupt nicht gegruselt, obwohl mir natürlich bewusst ist, das es ohne ihn viele andere Filme in dieser Form nicht gegeben hätte.
      Aber dann gibt es diese Klassiker, die hauen einen trotz der zahlreichen Genrevertreter dermaßen um, das nicht nur der Status Klassiker absolut gerechtfertigt ist, sondern ich ihm zudem auch noch das Adjektiv zeitlos hinzufügen möchte. Und so einer ist für mich Die Fliege definitiv.

      Habe ihn mir am Sonntag Abend angeschaut, war schon so gegen 22:30 Uhr und ich ging langsam über in den Zustand der Müdigkeit. Aber nachdem der Film geendet hatte, war ich glaub ich noch vier Stunden hellwach und auch noch am nächsten Tag fix und fertig. Wahnsinn, das hätte ich mir nicht träumen lassen, das er eine solche Wirkung auf mich hat.

      Die Fliege macht für mich fast alles richtig, ein paar kleine Nuancen vielleicht, die ich anders gemacht hätte, aber dazu komme ich noch.
      Der Anfang ist schnell gemacht, er verliert nicht wirklich viel Zeit und sofort wird klar gemacht, um was es hier geht. Die zwei Hauptfiguren sind schon in der ersten Szene zusammen und im Laufe der Spieldauer und durch Dialoge bekommt man eine Menge von ihnen mit. Origin und der Hauptplot laufen quasi zeitgleich.
      Der Film dauert etwas über 90 Minuten und ist damit recht kurz, aber dafür von Beginn an interessant und der Spannungsbogen wächst und wächst mit gefühlt jeder Minute. Lag vielleicht daran, das ich die Geschichte kannte, aber trotzdem hat man es meiner Meinung nach gut geschafft, das immer wieder etwas unheimliches mitgeschwungen ist. Er fängt sozusagen unten an und steigert sich permanent, ohne auch nur einmal abzufallen. Das Ende fand ich Weltklasse.

      Die beiden Hauptfiguren fand ich gut geschrieben, waren sympathisch und ich wusste gar nicht, das der Herr Goldblum einmal so durchtrainiert war. Hut ab dafür. Dazu spielte er die männliche Hauptfigur (Seth Brundle) richtig gut und auch seine psychische Wandlung, eigentlich Wandlungen meisterte er bravourös. Einmal war er für mich hart an der Grenze zum Overacting, aber das ging noch in Ordnung.
      Aber Geena Davis war mindestens genauso stark. Ich konnte bei ihr mitfiebern, habe alles in mich aufgenommen, was um sie herum passiert ist und sie wirkte äußerst authentisch.
      Die Figur von John Getz war dazu ebenfalls äußerst interessant und auch wichtig, nur war sein Verhalten womöglich eine Idee zu sprunghaft. Aber ich kam klar damit.

      Was den Film für mich aber so besonders machte, war einfach der Verlauf der fortschreitenden "Krankheit" von Brundle. Das war faszinierend und abstoßend zugleich und einerseits wollte ich nicht alles sehen, andererseits hätte ich mich niemals wegreißen können. Dabei funktionierte auch der Spagat perfekt zwischen angewidert sein und Mitleid empfinden. Brundle wird aggressiv, selbstmitleidig, sarkastisch, rücksichtslos. Goldblum liefert so viele Facetten und alle funktionieren sie, auch mit Make-Up, Maske usw.
      Und das Finale. Ich kann mich an keinen anderen Film erinnern, bei dem es mich so oft geschüttelt hat wie hier. Es sah zum Teil einfach so grotesk widerwärtig aus, ich glaube das bekommt man auch nur so mit Modellen, selbstgebauten Figuren etc. hin. Wären diese Szenen am Computer entstanden, ich bin mir sicher, eine solche Wirkung hätten die nicht erzielt.
      Ich kann gar nicht genug erwähnen, wie fix und alle und mitgenommen ich nach dem Film war.

      Wie gesagt, es gab Kleinigkeiten, die fand ich nicht perfekt, fallen jetzt aber auch nicht sooo groß ins Gewicht. Da wäre zum einen die Szene in
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      der Klinik ziemlich am Ende vor der geplanten Abtreibung. Da hätte ich mir gewünscht, das ganze etwas unheimlicher aufzuziehen. Brundle, der durch die Scheibe springt war mir ehrlich gesagt etwas zu wenig.

      Und zum anderen noch Veronica´s (Geena Davis) Reaktionen auf Brundle´s Wandlung. Das schien mir ab und an nicht glaubhaft genug. Eine Szene fand ich sogar unfreiwillig komisch.
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      Sie trifft ihn das erste mal nach vier Wochen und sein Gesicht ist schon ziemlich verunstaltet, er läuft auf Krücken und fällt auch schon auseinander. Dann, direkt vor ihrer Nase fällt ihm ein Ohr ab. Und einen Moment später umarmt sie ihn und drückt ihren Kopf genau auf die offene Stelle, die auch nicht wirklich appetitlich aussah.

      In solchen Momenten hätte ich mir etwas mehr Unbehagen von Veronica gewünscht. Aber auch nicht so tragisch.

      Also wie gesagt, der Film hat mich komplett umgehauen. Funktioniert auch noch dreißig Jahre nach seinem Erscheinen und auch dann, wenn man ihn zum ersten Mal schaut, wie es bei mir der Fall war. Zwar kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinn, aber dennoch ein astreinen Horrorfilm für mein Empfinden, da die komplette Handlung ein einziger Albtraum ist. Ich fand ihn spannender als z.B. die Conjouring Filme und auch brutaler als sämtliche Slasher die ich bisher gesehen habe. Der Bodycount ist zwar nicht wirklich hoch, aber dennoch ist Die Fliege verdammt heftig.
      Grandioser Film und ich wage mal zu behaupten, auch ohne die garantierte Zweitsichtung abzuwarten, das das mein neuer Lieblings Horrorfilm ist. Tendenziell wird er dann auch die Höchstwertung innehaben.

      9,5 von 10 Punkten

      Ebenfalls endlich nachgeholt. Ein durchaus effektiver, herrlich uriger, handgemachter Body-Horror, bei dem sich Horror und Drama geschickt die Hand geben. Zwar kein Stoff, der mich komplett begeistern könnte - womöglich auch, weil ich mit Cronenberg nicht so ganz auf einem Nenner bin - und doch kann ich dieses Werk absolut wertschätzen, würdigen sowie seinen Stellenwert nachvollziehen.






      Wie kannst du den Film nachgeholt haben, wenn du am 17. Mai 2013 schon eine Review geschrieben und 6,5 Punkte vergeben hast? :gruebel: :uglylol: :D
      Mein Filmtagebuch



      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

      Oha. Das war anscheinend eine meiner anderen Persönlichkeiten. ?(

      Haha, ne. War unglücklich ausgedrückt. Bin schon im Bilde, dass ich das Werk schon mal gesehen habe. Doch vor fünf Jahren - so als zwanzijähriger Jungspund - konnte ich so manch Klassiker noch nicht so wertschätzen, wie mittlerweile. Daher hole ich hier und da noch so einige Klassiker erneut nach. Fühlt sich teilweise wie Erstsichtungen an.

      Aber so viel würde sich an der Wertung tatsächlich nicht ändern. Zumindest würd ich aufrunden. ^^

      Kriegst jedenfalls den Award für den aufmerksamsten User 2018. :)






      Jeff Goldblum wäre einem Sequel von "Die Fliege" nicht abgeneigt, wenn auch Regisseur David Cronenberg involviert ist.

      Ich glaube nicht, dass mein Charakter involviert wäre, weil ich natürlich tragischer Weise mit der Fliege und dann mit der Maschine mutiert bin, oh Junge. Aber vielleicht tauche ich als Enkel des ursprünglichen Seth Brundle auf oder Seth Brundle hatte einen Bruder. Einen Bruder, der dann irgendwie auftaucht! Wer weiß, ich weiß es nicht, aber mit David Cronenberg zu arbeiten, war aufregend. Junge, wenn er dabei wäre, würde ich gerne wieder mit ihm arbeiten."

      Link(Quelle): bloody-disgusting.com/intervie…otally-another-fly-movie/


      „Wonder Woman 2“

      14. August 2020


      Ach, Jeff. :D Da hat er wohl Blut geleckt aufgrund seiner momentanen zahlreichen Verpflichtungen in guten bis sehr guten Filmen, worunter auch Sequels sind, in denen er seine einstmals verkörperten Charaktere nochmals darstellen darf/kann. Ich gönne Goldblum diese aktive Phase gerade sehr, da ich ihn unglaublich sympathisch finde, doch von allen möglichen Filmen in denen eine seiner Figuren ein Sequel spendiert bekommen könnte, ist Die Fliege ja wohl einer der unwahrscheinlichsten Kandidaten überhaupt.^^ Die Tatsache das in Cronenbergs fantastischen Horrorfilm sein Charakter
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      ​gestorben ist
      macht eine Fortsetzung eigentlich unmöglich. Natürlich gibt es immer Wege irgendwas rückblickend zu revidieren, wenn man zwingend ein Sequel produzieren möchte, aber hier würde mir nicht eine einzige plausible Möglichkeit einfallen, wie man das vernünftig erklären sollte. Die Geschichte ist erzählt.

      Nein, ich bin der Meinung, dass Goldblum auch genau weiß, dass dafür die Chancen sehr gering sind und er die Aussage auch eher scherzhaft gemeint hat. ^^

      David Cronenberg schrieb vor Jahren ein Drehbuch zu einer Art Neuauflage und gab es bei Fox ab (vermutlich wurde er dazu beauftragt). Diese "Idioten" dort haben es aber dann wohl in den Papier-Shredder gesteckt. Was haben die sich auch erwartet? Den wöchentlichen Gruselfilm? :poke:
      Konsumiere !!!
      Einen Film, der nach der ganzen Zeit immer noch einen sehr verstörenden Eindrück hinterlässt. Morbide und entsetzliche Szenen, die sich wohl bei den meisten Fans in das Gedächtnis eingeprägt haben. Aber die größte Tragik ist die Verwandlung des Charakters von Jeff Goldblum in dieses abscheuliche Wesen und der Verlust seiner Menschlichkeit. Parasiten-Mörder und Rabid waren für mich immer interessante Prototypen um die Fliege auf dieses hohe und interessante Horror Level zu bringen.

      9/10