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Endstation Sehnsucht - Special Edition

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    Es gibt 2 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von daria.

      Endstation Sehnsucht - Special Edition



      Algemeine Information

      Veröffentlichung: 12.05.2006
      Anbieter: Warner Home Video
      Bild: 4:3 Vollbild (1.33:1)
      Ton: Deutsch: DD 1.0 Mono, Englisch: DD 1.0 Mono, Spanisch: DD 1.0 Mono
      Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Spanisch, Portugiesisch, Polnisch, Griechisch, Tschechisch, Ungarisch
      Freigabe: FSK 6
      DVDs: 2 x DVD-9
      Verpackung: Doppel Amaray Case

      Bonusmaterial

      Audiokommentar von Karl Malden / Rudy Behlmer / Jeff Young, Dokumentation: Elia Kazan: Die Reise eines Regisseurs, Dokumentationen: "A Streetcar on Broadway" / "A Streetcar in Hollywood" / Zensur vs. Sehnsucht / North und die Musik des Südens, Featurette: Ein Schauspieler namens Brando und Marlon Brando-Probeaufnahmen, Trailershow, verpatzte Szenen und verpatzte Tonaufnahmen

      Inhalt

      Die labile Blanche (Vivien Leigh) will bei ihrer jüngeren Schwester Stella unterkommen. Deren grober Ehemann Stanley (Marlon Brando) wird immer zudringlicher, bis die Situation eskaliert...
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      RE: Endstation Sehnsucht - Special Edition

      Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass der Film Schwarz / Weiss ist.

      Ein gewaltiger Film, trotz, dass es kaum Außenaufnahmen gibt und die Handlung hauptsächlich in der Wohnung von Stanley spielt. Dass Brando ab diesem Film zum Superstar wurde, liegt auf der Hand, denn sein Stanley ist so "echt" und hart, dass man als Zuschauer bei seinen Wutausbrüchen unwillkürlich zusammenzuckt. Interessanterweise würde man Stanley nicht als Bad Guy bezeichnen (zumindest nicht von Anfang an). Cholerisch, ja, aber "böse" wohl erst am Ende.

      Ebenso würde man heute Blanche nicht mehr so lange in ihrer Fantasiewelt leben lassen. Heute würde man eher erkennen: die Frau hat psychische Probleme. Man muss aber auch die Zeit berücksichtigen, in er Tennessee Williams das Stück geschrieben hat und worum es ihm hauptsächlich ging. Der Geldadel verarmte, die 50er Jahre waren so etwas wie ein Übergang einer eher aristokratisch orientierten Kultur hin zur Arbeiterschaft der Industrienation. Blanche bleibt in dieser Traumwelt, in der Kultiviertheit und vornehmes Getue alles sind - und man Armut und Einfacheit verachtet. Stanley ist ein einfacher Arbeiter, jemand der leicht aufbraust, der (nicht nur) auf den Tisch schlägt und die Dinge beim Namen nennt.

      Hier kommt es IMHO aus heutiger Sicht zu einem Problem:

      Spoiler anzeigen

      Am Ende vergewaltigt Stanley seine Schwägerin, aber er wrde vorher schon als "böse" gebranntmarkt. IMHO wurde er erst mit dieser Tat zum Bad-Guy, sein rauhes Wesen und seine Ausflipper bis dahin kann man durch die Umstände erklären. Zwar würde man das auch heute nicht entschuldigen und kleinreden, aber man würde die Umstände näher untersuchen. Und da hätte man folgendes: Blanche hat wärend der ganzen Zeit gegen Stanley bei seiner Frau intergiert und ihn schlecht gemacht. Ja, er ist ein einfacher, ungehobelter Kerl, aber er bekommt von seiner Schwägerin, die er trotz kleiner Wohnung und trotz finanzellem Zusatzaufwand bei ihm aufnahm, keinen Respekt. Im Gegenteil, sie hält ihm wo sie nur kann seine fehlende Bildung und seine polnischen Wurzeln vor. Sie torpediert die Ehe ihrer Schwester und manipuliert sie. Und sie hat Stanley und seine Frau von Anfang an belogen, was die Gründe für ihr Kommen betrifft.


      Ist natürlich keine Entschuldigung und Brandos Stanley bleibt ein sturer Hund, aber es gibt zu bedenken. Im Grunde kann man bei Endstation Sehnsucht nicht mit "gut" und "böse" argumentieren. Und damit ist Williams bis heute noch so aktuell wie damals gebleiben, wenn man sich das Amerika dieser Tage so ansieht. Die harten Typen, die mit Gewalt ihren Willen durchsetzen und sich im Recht sehen (das Militär, die Machos, die Waffenlobby). Die Realitätsfremden, denen Schein wichtiger ist als das Sein (eigentlich alle, die sich Castingshows ansehen oder Kunden bei McDonald's, die vom unterbezahlten Burgerverkäufer unterwürfige Höchflichkeit verlangen). Oder solche wie Stelle, die hin- undhergerissen sind zwischen diesen beiden Extremen und sich selbst dabei verlieren...

      Die DVD ist jetzt sehr günstig zu bekommen und ich würde jedem, der auf Filmklassiker und Symbolismus steht, den Film empfehlen.
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      paninicomics.de/forum/index.php?page=Board&boardID=17

      Vorschläge und Suchlisten bitte per PN
      Ein Klassiker. Den Theater-Ursprung merkt man dem Film an, die Handlung spielt sich fast nur in einer Wohnung ab und auch das Personal ist leicht überschaubar. Manches wirkt aufgrund des Alters des Films etwas altmodisch, doch die Handlung ist immer noch aktuell. Mit Blanche und Stanley prallen zwei grundverschiedene Menschen aufeinander, die aber beide auf ihre Art sehr stolz sind. Dadurch, sowie durch die räumliche Enge und Stanleys impulsive Art sind Spannungen vorprogrammiert. Marlon Brando wirkt in dieser Rolle sehr authentisch. Er ist sehr präsent und vermittelt alleine durch sein Auftreten eine ständige unterschwellige Aggressivität, die jederzeit ausbrechen kann. Dabei wirkt er in seiner Impulsivität manchmal fast wie ein Kind, das noch nicht gelernt hat, sein Verhalten zu kontrollieren, ohne dass er dadurch weniger gefährlich rüberkommt. Zu Recht war Brando für diese Darstellung für den Oscar nominert. Die anderen Schauspieler stehen zwar in Brandos Schatten, können jedoch auch überzeugen. Ihre Charaktere sind nicht unbedingt sympathisch, aber sie wirken lebendig und ihr Verhalten ist nachvollziehbar.

      Auch sonst ist der Film gelungen. Der Look ist realistisch, einfache Locations und schlichte Kostüme, was für die damalige Zeit schon ungewöhnlich war (zB Brando im verschwitzten Unterhemd!). Dazu schafft der Soundtrack sowie die ständigen Anspielungen auf die Hitze eine schwüle, spannungsgeladene Atmosphäre.

      Kurz: Ein zeitloses Drama, auch nach über 60 Jahren sehenswert.