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Zuletzt gelesenes Buch

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    Es gibt 529 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Emily.

      Die Klavierspielerin von Elfriede Jelinek

      Habe es diese Woche endlich geschafft, es zu Ende zu lesen. Das Buch hat mir sehr gut gefallen, bin überaus begeistert.
      Anfangs war ich irgendwie rechts skeptisch (habe es sicherlich 3-4 mal angefangen zu lesen), denn das Buch ist meines Erachtens nicht leicht verständlich und zum Teil recht wirr geschrieben. Doch mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und wirklich gefallen daran gefunden.
      Vor allem die präzise Charakterzeichnung, drastische Darstellung der Ereignissen und die stets tolle Sprache wissen zu überzeugen. Werde das Buch bei Gelegenheit sicherlich wieder lesen (wollen).
      Die Klavierspielerin ist meiner Meinung nach ein sehr bedrückendes, gewagtes, betrübendes, sehr interessantes und überaus lohnen- sowie lesenswertes Buch rund um Sexualität, Selbstzerstörung, Mutter/Tochter-"Liebe" und (klassischer) Musik.
      verdiente:
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2:

      P.S. kann es kaum erwarten die Verfilmung dieses Buches von Micheal Haneke zu sehen.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „blAckstorm“ ()

      Habe mit jetzt noch mal "Die Kälte des Feuers" von Dean Koontz durchgelesen!

      Inhalt
      Jim Ironheart führt ein zurückgezogenes Leben und ist wegen eines Haupttreffers in der Lotterie auch finanziell unabhängig. Doch von Zeit zu Zeit bekommt er von einer Art höheren Macht den Auftrag, sich an einen bestimmten Ort zu begeben und dort einen oder mehrere Menschen vor einem gewaltsamen Tod zu erretten.
      Bei einer solchen Gelegenheit trifft er auf die Journalistin Holly Thorne und sie ist sowohl von seiner Tat als auch von seiner Person fasziniert. Sie forscht seine Adresse aus und während eines Urlaubs reist sie in seinen Heimatort und beginnt über ihn nachzuforschen. Als er sich wieder per Flugzeug auf eine Rettungsmission begibt, haftet sie sich heimlich an seine Fersen. Er bemerkt sie und offenbart ihr, daß das Flugzeug einen Unfall haben wird und er an Bord ist um ein kleines Mädchen und seine Mutter zu retten. Nun versucht er auf ihr Drängen, den Unfall zu verhindern aber es gelingt ihm nur, die Zahl der Toten geringer als von ihm selbst vorausgesehen zu halten. Nach diesem Ereignis verschwindet er wieder, doch Holly bleibt hartnäckig und sucht ihn bei ihm zu Hause auf.
      Schon seit einiger Zeit wurden beide von schlimmen Alpträumen heimgesucht, in denen ein unheimliches Wesen versucht in die Welt zu gelangen. Jetzt bekommt Jim von der mysteriösen Macht den Auftrag, den Ort seiner Kindheit aufzusuchen und sie machen sich gemeinsam auf den Weg. Doch in Jim Ironheart schlummert noch mehr, als Holly erwartet hat.

      Kritik
      "Die Kälte des Feuers" ist ein spannender Roman von Dean Koontz, in dem er beweißt, dass er spannende Romane schreiben kann, die voller Raffinesse sind, packend und schnell geschrieben, aber dennoch die Charaktere gut zur Geltung kommen. In diesem bereits 1994 erschienenem Roman kommt Dean Koontz schnell zur Sache, und er schafft es, die Spannung bis zum Schluss fortzuführen.
      Äußerst gelungener Spannungsroman mit mystischen Aspekten! Sehr gut und Spannend geschrieben, auch noch beim zweiten Mal lesen!

      :stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::halbstern::stern2: 8,5/10


      Dean Koontz - Frankenstein (Das Gesicht)

      Ein verrückter Serienmörder geht um in New Orleans. Dieser tötet Menschen und nimmt sich etwas von ihnen. Einen Arm, ein Bein etc. Detective Carson O’Connor steht vor einem harten Fall, der sich schon bald als blanker Horror entpuppt. Ein narbengesichtiger Mann behauptet, sein Schöpfer wäre verantwortlich für die Morde.
      In der Zwischenzeit macht der Mörder jagt auf sein neues Opfer!

      Ich habe noch nie so lange für ein Dean Koontz Roman gebraucht wie für diesen. Meiner Meinung nach hat sich das Buch ein wenig gezogen, weil die Story nicht voran gekommen ist. Horror kommt keiner rüber, spannend ist er an den meisten Stellen auch nicht. Der erste Roman der Reihe bietet sehr viel Humor durch seine überaus gut gestalteten Charaktere, die allesamt sehr gut gestrickt sind. Das Buch ist interessant zu lesen, alleine wegen seiner interessanten Geschichte, allerdings strickt Dean Koontz eine normale Kriminalgeschichte, so scheint es zumindest, und versucht dann, den Horror einzubauen, das klappt, aber bei mir blieb ein bitterer Nachgeschmack, weil ich das alles dann ein wenig abstrus fand.
      Packend geschrieben hat es Dean Koontz geschafft, mich mit den Charakteren und der Komik zu unterhalten, allerdings fehlt es sehr an Spannung, denn diese kommt für mich leider nur am Schluss auf. Allerdings ist dies erst der erste Teil, und als Auftakt ganz gut! Ich hoffe aber trotzdem, dass der zweite Teil besser sein wird.

      :stern::stern::stern::stern::stern::stern::halbstern::stern2::stern2::stern2: 6,5/10 Punkten


      Sarah Kuttner- Das oblatendünne Eis des halben Zweidrittelwissens


      Soho.. nun hab ichs fast ausgelesen. Zumindest die SZ Kolumen, mit den Musikexpress Kolumnen werde ich mich später befassen, ich editiere dann diesen Beitrag.

      Inhalt: Sarah Kuttner, vielen bekannt durch die gleichnamige Show auf MTV, hat einer Zusammenfassung über das Jahr 2005 geschrieben. Dabei bleiben auch Dinge wie Klingeltöne, die Möbelmesse und Fastfood nicht verschont.

      Kritik:
      In typischer Kuttner Manier werden hier viele wichtige Ereignisse des Jahres kommentiert. Kuttner beschreibt ihre favorisierte "Keinen- Bock- auf- Mucken" Attitüde des ehemaligen Verteidigungsministers Peter Struck, ihre "aufziehende Demenz" und auch, warum man die ersten zwanzig Minuten von "Krieg der Welten" mit denen von "Twister" und "the day after tomorrow" zusammen schneiden sollte. Diejenigen, die mit Frau Kuttners Humor etwas anfangen können, wird das Buch gefallen. Die anderen sollten eher die Finger von dem Schriftstück lassen. Die Menschen, die sich zu der ersten Gruppe zählen, können sich auf eine humorvolle, wenn auch eher kurze Zeit freuen, in der Kuttner sie über das Grillen, Robbie Williams, Pornographie auf dem Ipod usw. aufklärt. Am besten in Häppchen lesen, dann hat man länger was davon. :)

      Ich muss gestehen, dass ich das Vergeben der Punkt nur ungern praktiziere. Weswegen ich es auch hier nicht tun werde :) Wie aber schon etwas weiter oben geschrieben: Diejenigen, die mit Kuttners Humor etwas anfangen können, werden auch mit diesem Buch etwas anfangen können. Der Rest sollte sich ggf. erstmal einlesen und dann entscheiden.
      Star Wars Episode I - Die dunkle Bedrohung von Terry Brooks

      Es ist der erste Teil der Star-Wars-Saga und es geht um den kleinen Sklaven Anakin, der von dem Jedirittern Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi aufgelesen wird und unbedingt zu einem Jedi ausgebildet werden will. Zeitgleich ist auch die Republik in Gefahr, da die bösen Sith wieder aufgetaucht sind und vor haben ein großes Imperium zu erschaffen.

      Kritik:
      Ich fand das Buch richtig toll zu lesen. Terry Brooks hat die ganze Geschichte (nach Drehbuch) super geschrieben und nicht nur die bekannten Szenen aus dem Film sind dabei, sondern er hat noch neue dazugebracht (zb fängt das buch mit Anakin bei einem seiner Rennen an). Die Beziehung zwischen Anakin und Padmè wird viel stärker dargestellt, was im Film nicht sehr gut rüberkommt. Es wird auch viel stärker gezeigt, dass Obi-Wan dagegen ist, dass Qui-Gon Anakin als Schüler nehmen will.
      In dem ganzen Buch kommt die Story viel stärker rüber als se im Film ist dargestellt wird... das Buch ist ein echtes Muss für Star Wars-Fans :)

      10/10 Punkten
      (mir is nichts aufgefallen, was ich schlecht daran finden könnt.. so ein gutes Buch hab ich schon lange nicht mehr gelesen :) )
      John Grisham - Die Kammer

      Am Anfang fand ich das Buch eher etwas langweilig, aber es wurde immer spannender und es fiel mit sehr schwer das Buch wegzulegen. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch, auch wenn ich den Schluss (also die letzte Zeile im Buch) nicht so ganz kapier.

      9/10 Kapuzenträgern
      "Rappen kann tödlich sein - Autofahren auch"


      "Give a boy a gun" by Morton Rhue
      Englisch Lektüre


      Wieder mal der beste Beweis für die "Titel-Änderung", der nicht nur bei Filmen stört:

      Bsp: Finding Neverland -> Wenn Träume fliegen lernen

      Bsp. # 2 : Give a boy a gun -> Ich knall euch ab :D:D:D OMG!
      New movies Seen 2006: Saw II, Underworld 2, V for Vendetta, The Inside Man, Kaltes Land, Ice Age 2, Scary Movie 4, Feed, Cassanova, Brokeback Mountain, 16 Blocks, Walk the line, Hostel, The Weather Man, Der Rosarote Panther, Aeon Flux, Jarhead, Lord of War, Das Omen, Ab durch die Hecke, Eine zauberhafte Nanny, Capote...
      Original von Yellow.Cook!e`
      "Give a boy a gun" by Morton Rhue
      Englisch Lektüre



      War das nicht ein Buch, bei dem der Ablauf der Geschichte immer
      Spoiler anzeigen
      durch Erzählungen der beteiligten Personen
      erklärt/weitergeführt wurde? :gruebel:


      Letztes Buch:

      Jane Austen- Stolz und Vorurteil


      Inhalt:
      Elisabeth Bennet führt ein relativ einfaches Leben. Ihre Mutter hat nur das eine Ziel, Lizzie und ihre Schwestern mit möglichst reichen Männern zu verheiraten, damit ihre gesellschaftlichen Stellungen gesichert sind. Dieses Vorhaben gestaltet sich jedoch als sehr schwierig..

      Kritik:
      Stolz und Vorurteil ist ein Klassiker, den man mal gelesen haben sollte. Eines der berühmtestes Werke von Jane Austen (oder eher: das Berühmteste).
      Jane Austen beschreibt mit Humor das frühere Leben, ohne es lächerlich wirken zu lassen. Ebenso die kritische Stellungnahme von Austen bzgl. der Gesellschaft und dessen Leben kommen gut zur Geltung. Die Charaktere sind gut und ausführlich ausgearbeitet, dies gilt natürlich besonders für die Hauptperson Lizzie.
      Für alle, die sich von der etwas komplizierteren Ausdrucksweise nicht abschrecken lassen und eine Geschichte über die Liebe, die Gesellschaft und das Leben des frühen 19.Jahrhunderts lesen wollen.
      Caroline Carver - Dead Heat

      Kurzbeschreibung:
      Georgia Parish hat es niemals bereut, das Kaff Nulgarra im tropischen Norden Australiens verlassen zu haben. Doch nun sitzt sie nach einer Bruchlandung ihres Flugzeugs im Dschungel genau dort fest. Langsam dämmert es ihr, dass es Sabotage gewesen sein muss. Und dass sie das Opfer einer Verwechslung ist. Ehe sie den Irrtum aufklären kann, wird sie in eine gnadenlose Jagd auf Leben und Tod verwickelt.

      Kritik:
      Dead Heat hat mich fast vollkommen überzeugt. Die Charaktere sind gut geschildert, die Story ist klasse, in der Umsetzung hätten zwar ein paar mehr spannende Elemente vorhanden sein können, aber das Ende holt alles wieder raus. Der Roman hat die richtige Länge, der Schreibstil ist einfach, aber gut!

      9/10
      :stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern2:


      Wir Deutschen. Warum die anderen uns gern haben können

      von Matthias Matussek


      In diesem Buch, das zu schreiben es wirklich höchste Zeit wurde, stellt sich Matthias Matussek, der an diesem Buch schrieb "seit sich die beiden Deutschlands in die Arme gefallen und an die Gurgel gegangen waren", einige Fragen zum Thema Deutschland: Was ist eigentlich deutsch, wer sind wir Deutschen überhaupt, werden wir unserem Ruf in der Welt gerecht?

      Er rechnet schonungslos ab mit denen, die Deutschland immer nur auf die 12 Jahre Tyrranei zwischen 1933 und 1945 reduzieren, den deutschen Deutschlandhassern wie Joschka Fischern und dem Rest der 68er-Generation.
      Er tut es teils ernst, teils sehr humorvoll, nimmt Beispiele aus der Geschichte, was andere Deutsche getan haben lange bevor Hitler an die Macht kam, Dichterfürsten, Abenteurer, Wissenschaftler, und führte auch einige Interviews:
      Gewohnt witzig, bissig und intelligent präsentiert sich Harald Schmidt. Vorzeige-Bildungsbürger Klaus von Dohnanyi gibt ebenfalls seinen Senf dazu. Ein gewisser Schulze, seines Zeichens Historiker, glänzt mit Kompetenz und belegtem Fachwissen, Heidi Klum beweist ihr Gewandheit und ist sozusagen die Verkörperung des deutschen Erfolges in der Welt. Lediglich Sarah Kuttner hört sich an, als würde sie das alles nicht interessieren, sehr schwaches Interview von der MTV-Moderatorin.

      Matussek zitiert oft Heine... ZU oft! Kaum eine Seite ohne Heine. Dabei weiß ich nicht, ob es wahre Bewunderung ist oder ob er nur ein Feigenblatt sein soll (immerhin war Heine Jude, Matussek wollte sicher auch den letzten Rest derer zum schweigen bringen, die das Buch sonst sofort als Volksverhetzung angeprangert hätten.).

      Was völliger Unsinn wäre, das Buch ist nie fremdenfeindlich, geschweige denn antisemitisch.
      Das heisst: Ein Volk hat Matussek auf dem Kieker: Die Engländer, laut ihm das unsympathischste Volk der Welt (er muss es wissen, er war lange Korrespondent in London.) Das Buch könnte auch heissen: Warum uns die Engländer am Abend besuchen können! :tlol:

      Aber keien Angst, am Ende versöhnt er sich auch mit den Leuten von der Insel.
      Das meiner Meinung nach beste Kapitel ist die Geschichtsstunde, in der er Arminius, den Homo Heidelbergensis und das Nibelungenlied in einem neuen Licht zeigt (ich habe mich teilweise schiefgelacht).

      Doch ein wenig fehlt dem ganzen der Biss, zu zögerlich, zu verschanzt, imme mit der Angst, in Verruch zu geraten.

      Fazit: Ein guter, etwas ambivalenter Beginn, ein guter Beitrag zur Identitätsfindung der Deutschen... und noch dazu richtig gut geschrieben!

      Punkte vergebe ich nicht, ich finde das gehört sich nicht bei Büchern! :hammer:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „dr.Gonzo“ ()

      Maigret verliert eine Verehrerin (1942)

      von Georges Simenon

      Verlag : Heyne k101
      Ausgabe von : 1968

      Klappentext : Cécile ist bekannt am Quai des Orfèvres. Stundenlang wartet sie jeden Morgen geduldig auf Kommissar Maigret und berichtet ihm von wunderlichen Dingen, die nachts in der Wohnung ihrer Tante geschehen: Stühle werden gerückt, Tintenfaß und Brieföffner wandern übers Schreibpult ... Man lacht über Cécile. Da wird ihre Tante, eine reiche alte Dame, im Bett erwügt. Ein zweiter Mord am gleichen Tag verwirrt die Situation völlig. Maigret ist entsetzt. Man findet die Leiche ausgerechnet - in einem Besenschrank des Polizeipräsidiums.

      Bewertung : “Cécile est morte” gehört für mich zu den besseren Maigret-Romanen. Mehr denn je ist der Kommissar in sich zurückgezogen und löst den Fall im Alleingang. Von Selbstvorwürfen geplagt hat sich Maigret in diesen Fall regelrecht verbissen und deckt die Hintergründe der Tat einem nach dem anderen auf.
      Dabei gelingt es Simenon mal wieder, ein Bild von der Stadt Paris und seinen Bewohnern zu schaffen wie es eigentlich gar nicht in die Zeit gepasst hat. Während überall in Europa der Krieg Einzug gehalten hat ignoriert Simenon diese Tatsache erneut komplett. Maigret ist halt eine Welt für sich.

      7 v. 10 Punkten
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      Maigret und das Gespenst (1964)

      von Georges Simenon

      Verlag : Diogenes
      Ausgabe von : 1990

      Klappentext : Beinahe wäre Inspektor Lognon, Kommissar Maigrets griesgrämiger Kollege, Opfer eines Attentats geworden. Zwei Wochen hatte der mit einer zänkischen und wehleidigen Frau geschlagene Inspektor seine Nächte bei einer hübschen jungen Kosmetikerin verbracht. Dann verschwindet Mariette Augier, und Lognon liegt in einer Blutlache mitten auf der Avenue Junot. Ein menschenscheuer Sonderling macht Maigret auf die Nachbarn gegenüber aufmerksam. Der Besuch in der Villa führt den Kommissar in die Welt der Kunsthändler und -fälscher und auf eine interessante Spur.

      Bewertung : Kommissar Maigret ist gezwungen quasi in die Fußstapfen des eigenwilligen Lognon zu treten. Beide sind in gewisser Weise gar nicht mal so verschieden wie man im ersten Moment meinen mag. Ebenso wie Maigret versteht es auch Lognon sich in einen Fall zu verbeißen ... und um zur Lösung zu kommen gehen beide oft unbequeme und manchmal auch recht eigenwillige Schritte. Nur mit dem Unterschied, dass Lognon selten die Früchte seines Erfolges erben kann und wohl immer ein Pechvogel und Verlierer bleiben wird.
      Maigret will auf jeden Fall hinter Lognons Geheimnis kommen, das ist er dem kleinen Inspektor - für den er eine recht große Sympathie empfindet - auf jeden Fall schuldig. Gleichzeitig arbeiten die Eheleute Maigret quasi an ein und demselben Fall. Der Kommissar arbeitet minutiös die vergangenen Tage und Schritte von Lognon auf, während Madame Maigret sich gleichzeitig fast Tag und Nacht um die kränkliche Gattin des Inspektors kümmert.
      Herausgekommen ist dabei eine der vielleicht intensivsten Maigret-Geschichten. Wie immer, wenn Madame Maigret mitmischt, zeigt sich Simenon (und auch Maigret) einfühlsamer als gewohnt. Die Tatsache, dass es hierbei noch um das Ansehen und das Leben eines kleinen Inspektors geht (für den sich Maigret quasi verantwortlich fühlt), tut ihr Übriges.

      7,5 / 10
      Maigret und sein Sonnabend-Besucher (1962)

      von Georges Simenon

      in “Drei berühmte Kriminalromane in einem Band”

      Verlag : Lingen
      Ausgabe von : 1970

      Inhalt : Schon mehrere Wochen erscheint jeden Sonnabend ein Mann am Quai auf und möchte Kommissar Maigret sprechen. Doch bevor Maigret Gelegenheit hat, seinen auffälligen Besucher - durch eine Hasenscharte prägt er sich jedem schnell ein - zu empfangen, ist der schon wieder verschwunden. Eines Abends taucht der Mann - Léonard Planchon - überraschend am Blvd. Richard Lenoir in Maigrets Wohnung auf. Was er dem Kommissar mitzuteilen hat lässt diesen nicht kalt und wird ihn über mehrere Monate beschäftigen : Planchon kündigt den Mord an seiner Frau und deren Geliebtem an !

      Bewertung : Wieder einmal schaut Maigret tief in das Seelen- und Privatleben eines bzw. mehrerer Personen hinein. Was zu Beginn gar kein richtiger Fall ist und von Maigret quasi privat beobachtet wird, wird zunehmend zu einem Katz- und Mausspiel, bei dem der Kommissar nur schwerlich Antworten finden kann, da er noch nicht einmal die Fragen kennt.
      So ist dann auch Simenons Roman nicht immer deutlich und fischt oftmals im Trüben. Der Grundgedanke der Story ist gut, die Ausführung nicht immer ganz zufriedenstellend. Das Ende lässt sowohl Maigret wie auch den Leser mit einem etwas faden Beigeschmack zurück.

      5 / 10
      Die Giftköchin

      von Arto Paasilinna

      Inhalt: Linnea Ravaska, eine clevere alte Dame, lebt in ihrem Häuschen auf dem Land und verbringt dort ihren Lebensabend. Doch die Idylle trügt, denn sie lebt dort in einfachen Verhältnissen, weil sie gezwungen wurde ihre schöne Stadtwohnung aufzugeben. Außerdem wird die Ruhe regelmäßig am Zahltag ihrer Rente rüde gestört, wenn ihr zwielichtiger Neffe mit seinen Freunen auftaucht, um ihr ein Großteil des Geldes gleich wieder abzunehmen. Eines Tages, jedoch ist das Maß voll! Linnea ergreift die Flucht und beschließt, sicht mit Mitteln einer alten Dame gegen die drei jungen Ganoven zu wehren, die ihr mittlerweile nach dem Leben trachten

      Kritik: Finnische skurrile humorvolle Geschichte um eine alte Dame die beschließt ein für allemal das Gesindel loszuwerden. Hier schwanken Charaktere auch schon mal von kalkblütig zu unbehagen in ihren Handlungen was vor allem an der alten Dame ein großer Pluspunkt zu sehen ist. Einerseits wirkt sie hilflos ausgeliefert zeigt dann aber wieder eine andere Seite. Dadurch das kaum Wörtliche Rede darin vorkommen ist es für manchen Leser etwas ungewohnt was den Lesespaß aber nicht trüben sollte

      8.5/10
      Filme gesehen: 7971

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Martyy“ ()

      Maigret im Haus des Richters (1940)

      von Georges Simenon

      Verlag : Diogenes 21238
      Ausgabe von : 1984

      Inhalt : Der pensionierte Richter Forlacroix entdeckt eines Morgens vor seinem Haus einen Unbekannten mit eingeschlagenem Schädel, und als ein Verdacht auf ihn fällt, legt er Maigret ein Geständnis ab, das aber mit dem unbekannten Toten überhaupt nichts zu tun hat ...

      Bewertung : Mal abgesehen von der Tatsache, dass der obige Klappentext nicht 100%ig richtig ist (der unbekannte Tote liegt im Haus des Richters, nicht davor)...
      Bei "Maigret im Haus des Richters" handelt es sich um den vielleicht außergewöhnlichsten Roman der Serie. Maigret ist (straf?)versetzt worden in das Kaff Lucon. Man erfährt nicht warum und wieso, er ist einfach da und langweilt sich zu Tode. Ohne seine gewohnte Umgebung, ohne seine Mitstreiter Janvier, Lucas & Co., und irgendwie auch ohne Madame Maigret, denn diese wird nur ganz am Rande der Geschichte kurz erwähnt.
      Auch Simenons Erzählstil weicht ein wenig von seiner üblichen Schreibweise ab. Es geht sehr viel salopper und direkter zur Sache als gewohnt. Maigret selbst erscheint (besonders am Anfang und am Ende der Geschichte) nicht so träge wie üblich.
      Als sich der Fall des Richters so richtig zu entwickeln beginnt ist Maigret in seinem Element. Nach Aiguillon gerufen richtet er sich dort nach und nach gemütlich ein. Er belegt das Gemeindehaus (das ihn mit seinem Bollerofen an sein schmerzlich vermisstes Büro in Paris erinnert) und lässt sich dorthin wie üblich Brote und Bier liefern ... und führt seine berüchtigten Endlosverhöre.
      Doch mit Maigrets Geduld ist es nicht weit her - auch ein Zeichen seiner Unzufriedenheit auf Grund der Versetzung. Besonders sein Mitstreiter - Inspektor Méjat - nervt den Kommissar mit seiner Unbeholfenheit. Das geht sogar soweit, dass Maigret seinen Untergebenen zusammenfaltet wie einen kleinen Jungen : "Und du, Méjat, setz dich hin oder geh spazieren, aber steh hier nicht herum und starr mich nicht so blöde an !"
      "Maigret im Haus des Richters" ist in jeglicher Hinsicht ungewöhnlich. Von der ersten Seite an spürt man den Unterschied zu anderen Maigret-Romanen. Diese Geschichte ragt für mich weit heraus. Die lange Suche nach diesem Buch (immerhin fehlten mir mit "Maigret im Haus des Richters" nur noch 8 der 103 Maigret-Geschichten) hat sich absolut gelohnt !

      10 v. 10 P.
      Matthew Reilly
      Das Tartarus-Orakel




      Kurzbeschreibung:
      Drei verfeindete Gruppen, Amerika, das alte Europa und ein Trupp acht kleinerer Staaten, liefern sich eine brutale Jagd zu den antiken Weltwundern. Dort sind die sieben Steine einer goldenen Pyramidenspitze versteckt. Der Ex-Soldat Jack West, seine Spezialeinheit und das Mädchen Lily riskieren alles, um den zwei großen Mächten zuvorzukommen. Denn nur mit allen sieben Steinen kann am Tag des Tartarus, dem 20.März 2006, die überwältigende Sonnenkraft komprimiert und somit das Ritual der Macht oder des Friedens vollzogen werden. Der Schlüssel zum Ritual ist Lily, das Orakel. Es ist die größte und wichtigste Schatzsuche der Menschheit, ein Rennen gegen die Zeit, ein atemberaubendes Abenteuer.

      Kritik:
      Ich bin eigentlich ein Fan von Matthew Reilly's Büchern. Es war hier und da mal eins dabei, was etwas schwächer war, doch noch keins war so schwach wie dieses hier. Ich habe selten bereut, 20€ für ein Buch auszugeben, wie es hier der Fall war. Gekauft habe ich mir den Roman, weil er von der Story her sehr vielversprechend klingt. Tatsächlich gab es aber nur eine Aneinanderreihung von Actionsequenzen. Gut, das war in seinen anderen Romanen auch so, aber dort konnte er noch mit einer kleinen Story, netten Charakteren und mit einer gehörigen Portion Spannung überzeugen. Das alles fehlt hier und das ist schade! Es gibt nur die Hauptstory, die mit unglaubwürdigen Actionpassagen rüberkommen, die so absurd sind, als kämen sie aus einem Videospiel. Keine Spannung, keine gut gestrickten Charaktere und was am schlimmsten ist: Matthew Reilly hat es noch nicht einmal geschafft, mich für die Story zu interessieren!

      2,5/10
      :stern::stern::halbstern::stern2::stern2::stern2::stern2::stern2::stern2::stern2:


      Sigmund Freud – Die ganze Wahrheit

      von Christian Moser



      Verlag : Carlsen
      Ausgabe von : 2006

      Inhalt : Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, Erforscher der dunkelsten menschlichen Abgründe. Seine Theorien über das „Unbewusste“, das „Lustprinzip“ und den „Ödipus-Komplex“ haben die Welt verändert, und die Welt hat ihn dafür nicht immer geliebt. Wer könnte über die Irrungen und Wirrungen in Sigmund Freuds Leben und Werk besser Zeugnis ablegen, als seine lebenslange Weggefährtin und stumme Zeugin seiner Therapiesitzungen : DIE COUCH ! Endlich bricht sie ihr Schweigen und offenbart die ganze Wahrheit über den Übervater der Seelenforschung.

      Bewertung : Anlässlich des diesjährigen 150. Geburtstages von Sigmund Freud erschienen zahlreiche neue Bücher über den Godfather of Penisneid. Unter anderem auch diese augenzwinkernde Biografie von Christian Moser, der das Leben und Werken Freuds von seiner Couch erzählen lässt. Alle relevanten und bekannten Stationen und Mitstreiter Freuds (Adler, Jung, Jones, Fließ etc.) kommen hier zu Ruhm und Ehre … und dann noch ihr Fett weg. Unterstrichen wird alles noch von zahlreichen Zeichnungen (nicht umsonst ist das Buch im Carlsen-Verlag erschienen), die Kennern der Freud-Materie ein ums andere Mal mehr als ein Schmunzeln entlocken können.
      Wem die Person Freud und dessen Werk bis jetzt zu trocken war, der kann sich ruhig mal an „Sigmund Freud – Die ganze Wahrheit“ (Untertitel : „Die Couch packt aus !“) heranwagen. Wer sich nicht sofort entschließen kann und erst sein "Es" mit dem "Über-Ich" kämpfen lässt ... der ist eh reif für die Couch ! :D

      8 v. 10 P.


      Der Mann, der sich in Luft auflöste (1966)

      von Sjöwall & Wahlöö

      Verlag : Bertelsmann
      Ausgabe von : 1973

      Inhalt : Der Mann, der gesucht wird, ist zuletzt in Budapest gesehen worden : Ein Schwede, Journalist von Beruf und mehr trinkfroh als trinkfest, der sich beruflich in Ungarn aufhielt. Die ungarische Polizei hat ihn nicht gefunden, jetzt fahndet Martin Beck von der Stockholmer Kripo nach einem Menschen, der sich offensichtlich spurlos in Luft auflöste.

      Bewertung : Undurchsichtige und langweilige Story, die zudem recht lieblos umgesetzt worden ist. Sjöwall & Wahlöö benutzen einen Erzählstil, der dem Aufsatz eines Siebtklässlers nicht unähnlich ist. Ohne auch nur den Ansatz von Atmosphäre zu schaffen werden die Handlungen des Kommissars Beck hintereinander runtergeleiert. Am Ende findet er den Täter. Punkt. Aus.

      1 / 10 P.
      Broken Music (2003)

      von Sting



      Verlag : Fischer
      Ausgabe von : 2005

      Inhalt : Sting - die ganze Welt kennt seine Musik : "Message in a bottle" und "Every breath you take" finden sich in den Musikboxen rund um den Äquator. Von den ungestüm vorantreibenden Riffs der Police bis zu seinen melancholischen Balladen wurde Sting zum Troubadour unserer Zeit - und entdeckte auf der Kehrseite der Musik die Welt : Sting erfand das Gewissen des Pop.

      Sting über "Broken Music" :
      "Fast mein ganzes Leben lang habe ich Lieder geschrieben, aus meinen Ideen und Gefühlen kurze, gereimte Verse gemacht, aber nie hatte ich ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, ein Buch zu schreiben. Erst als ich mit fünfzig anfing über mein Leben nachzudenken, kam allmählich der Wunsch, längere Texte zu schreiben, und bald merkte ich, dass es genauso anregend und spannend war wie alles, was ich bis dahin als Songwriter getan hatte. So nahm "Broken Music" Gestalt an. Es ist ein Buch über meine frühen Jahre, über meine Kindheit und Jugend bis zum Vorabend meines Erfolges mit Police. Es ist eine Geschichte, die nur wenige Menschen kennen.
      Ich wollte keine herkömmliche Autobiografie schreiben, in der lückenlos alles erzählt wird, was ich je erlebt habe. Eher wollte ich bestimmte Augenblicke erkunden, bestimmte Menschen und Beziehungen und Ereignisse, Dinge, die noch immer in meinem Gedächtnis gegenwärtig sind, wenn ich an das Kind denke, das ich einst war, und versuche zu verstehen, wie es zu dem Mann wurde, der ich heute bin."

      Bewertung : Eine der drei besten Biografien, die ich je gelesen habe. Sting ist nicht nur ein exzellenter Sonngschreiber und Sänger, sondern hat auch ein ausgesprochenes Talent und Gespür, (s)eine Geschichte zu erzählen.
      Das Buch besitzt einen ganz besonderen Charme, erzählt nicht nur die Geschichte einer einzelnen Person, sondern gibt auch einen Einblick in die englische Gesellschaft der 60er und 70er Jahre.
      Sting hätte es sich leicht machen können, indem er einfach nur von seiner Erfolgsgeschichte mit The Police oder später als Solo-Künstler berichtet. Doch sein Buch endet da, wo sein Erfolg erst anfing. Diese Art der Selbstbeweihräucherung liegt ihm nicht, auch wenn er nicht verhehlt, dass er von seinem Talent und seinem Können überzeugt ist. Sting zeigt allerdings auch auf, welche Fehler er in seinem Leben gemacht hat (und das waren nicht wenige); er berichtet von seinen Ängste und seinen Träumen und von vergebenen Chancen. Das alles auf eine irgendwie unwiderstehliche Art ... mit einem sehr angenehmen Schreibstil.
      Einziges kleines Manko ist vielleicht die abschließende Überleitung zum Heute, die etwas zu abgehackt erscheint. Aber vielleicht werden einem ja die weiteren Jahre in einer zweiten Biografie geschildert. Das wäre ein Buch, dass ich blind kaufen würde.

      9,5 / 10 P.
      Conan und der Spinnengott

      von Lyon Sprague de Camp



      Verlag : Heyne
      Ausgabe von : 1985

      Inhalt : Nur eine Flucht bei Nacht und Nebel rettet den königlich turanischen Hauptmann Conan vor dem tödlichen Verrat einer schönen Frau. In der sagenumwobenen Felsenstadt Yezud verdingt er sich als Tempelschmied. Eine grausige Entdeckung führt ihn auf die Schliche des schurkischen Hohenpriesters.

      Bewertung : Genau wie bei den Filmen ist Conan auch als Roman für mich eine rühmliche Ausnahme im Fantasy-Bereich, der ansonsten überhauptgar nicht mein Fall ist.
      Glücklicherweise halten sich sowohl die Anzahl der komplizierten Figuren-Namen wie auch die der Fantasie-Städte im erträglichen Rahmen, so dass sie nicht verwirren und von der eigentlichen Story ablenken. "Conan und der Spinnengott" bietet nicht unbedingt das Fantasy-Spektakel schlechthin, aber dennoch solide Kost, die leicht zu lesen ist und zu unterhalten versteht. Mehr braucht ein Buch in der Regel auch nicht. =)

      7 / 10 P.