ANZEIGE

Zuletzt gelesenes Buch

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Es gibt 522 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Dein Vater.

      Sofies Welt



      eins meiner absoluten lieblingsbücher.
      eine wunderbare erweiterung des bewustseins - und ideal um dabei selber zu philosophieren. wer philosophie mag wird sich einfach nur zuhause fühlen - wer zudem an den grundfesten der realität zweifeln will, der wird auch bedient.

      :stern:


      Nur ein weiterer Freak ... im Freak Königreich
      ANZEIGE
      John Fante _ Die Bandini Trilogie

      Vor einiger Zeit hat mir ein Freund ganz begeistert ein Buch in die Hand gedrückt und meinte ganz überschwänglich, dass er seit Jahren nicht mehr so ein gutes Buch gelesen hätte. Das Buch war John Fantes "1933 war ein schlimmes Jahr" und hat die Geschichte eines jungen Italo-Amerikaners in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts erzählt der während der großen Depression davon träumt Baseball-Star zu werden.
      Es war tatsächlich ein überragendes Buch. John Fantes Schreibstil las sich wie ein junger Charles Bukowski. Absolut am unteren Rand der Gesellschaft, aber voller Optimismus, voller überheblichem Stolz und zynischem Humor. Völlig an mir vorbei wurden vom selben Verlag in der Zwischenzeit weitere Bücher Fantes aus der Vergessenheit geholt und veröffentlicht. Also hab ich mich mal darüber her gemacht.

      Die Bandini Trilogie besteht aus insgesamt drei Romanen Fantes in einem Band. Der erste dieser drei Romane: "Warte bis zum Frühling, Bandini" liest sich wie eine abgewandelte Fassung von "1933 ...". Humorvoll, voller Energie und melancholisch. Jedes Mitglied der Einwandererfamilie kämpft seinen eigenen Kampf um in der amerikanischen Gesellschaft anzukommen. Dabei stehen sie sich in der Regel selbst im Weg. Falscher Stolz und Missverständnisse führen zu jeder Menge schrägen, tragischen und unheimlich witzigen Situationen. War ein großer Spaß das Buch bis dahin zu lesen, aber die eigentliche Offenbarung, war der zweite enthaltene Roman: "Frag den Staub". Ich würde fast so weit gehen zu behaupten, dass es eines der besten Bücher war, die ich als Erwachsener je gelesen hab. Erzählt wird die Geschichte des jungen Arturo Bandini der versucht als Autor, der lange Zeit nichts als eine Kurzgeschichte in einem Magazin veröffentlicht hat, in Los Angeles Fuß zu fassen und sich mühsam durch allerlei Gelegenheitsjobs schlägt. Das Buch ist so wortgewaltig und poetisch, humorvoll und ehrlich, dass es fast schon tragisch ist, dass es nicht zu Fantes Lebzeiten gefeiert wurde. Die teilweise rüde Ehrlichkeit, war wahrscheinlich zu früh für seine Zeit. Mit Bukowskis Popularität, der Fantes Bücher später auch in den höchsten Tönen gelobt hat, änderte sich der Massengeschmack dahingehend wahrscheinlich zu spät für Fante. Jedenfalls ist dieser Roman in meinen Augen ein wahres Juwel. Ich hätte am liebsten direkt wieder von vorn angefangen. Der dritte Roman im Band fehlte aber noch. "Warten auf Wunder" erzählt eine ganz ähnliche Geschichte. Bandini versucht sich wieder als Autor, findet als ruheloser Geist unbefriedigende Arbeit im Verlagswesen und steht sich mit seinem Stolz und der Vorstellung ein verkanntes Genie zu sein, die meiste Zeit selbst im Weg. Die Tragik der Hauptfigur ist wieder voller Zynismus, ihr Humor herrlich direkt. John Fante war für mich ein echter Glücksgriff. Eine herrlich mühsame Perspektive auf das Leben. Für mich eine absolut geniale Sammlung. Lang nicht mehr etwas so gutes gelesen.