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    Es gibt 523 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Dein Vater.

      Sofies Welt



      eins meiner absoluten lieblingsbücher.
      eine wunderbare erweiterung des bewustseins - und ideal um dabei selber zu philosophieren. wer philosophie mag wird sich einfach nur zuhause fühlen - wer zudem an den grundfesten der realität zweifeln will, der wird auch bedient.

      :stern:


      Nur ein weiterer Freak ... im Freak Königreich
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      John Fante - Arturo Bandini, Die Trilogie

      Vor einiger Zeit hat mir ein Freund ganz begeistert ein Buch in die Hand gedrückt und meinte ganz überschwänglich, dass er seit Jahren nicht mehr so ein gutes Buch gelesen hätte. Das Buch war John Fantes "1933 war ein schlimmes Jahr" und hat die Geschichte eines jungen Italo-Amerikaners in den Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts erzählt der während der großen Depression davon träumt Baseball-Star zu werden.
      Es war tatsächlich ein überragendes Buch. John Fantes Schreibstil las sich wie ein junger Charles Bukowski. Absolut am unteren Rand der Gesellschaft, aber voller Optimismus, voller überheblichem Stolz und zynischem Humor. Völlig an mir vorbei wurden vom selben Verlag in der Zwischenzeit weitere Bücher Fantes aus der Vergessenheit geholt und veröffentlicht. Also hab ich mich mal darüber her gemacht.

      Die Bandini Trilogie besteht aus insgesamt drei Romanen Fantes in einem Band. Der erste dieser drei Romane: "Warte bis zum Frühling, Bandini" liest sich wie eine abgewandelte Fassung von "1933 ...". Humorvoll, voller Energie und melancholisch. Jedes Mitglied der Einwandererfamilie kämpft seinen eigenen Kampf um in der amerikanischen Gesellschaft anzukommen. Dabei stehen sie sich in der Regel selbst im Weg. Falscher Stolz und Missverständnisse führen zu jeder Menge schrägen, tragischen und unheimlich witzigen Situationen. War ein großer Spaß das Buch bis dahin zu lesen, aber die eigentliche Offenbarung, war der zweite enthaltene Roman: "Frag den Staub". Ich würde fast so weit gehen zu behaupten, dass es eines der besten Bücher war, die ich als Erwachsener je gelesen hab. Erzählt wird die Geschichte des jungen Arturo Bandini der versucht als Autor, der lange Zeit nichts als eine Kurzgeschichte in einem Magazin veröffentlicht hat, in Los Angeles Fuß zu fassen und sich mühsam durch allerlei Gelegenheitsjobs schlägt. Das Buch ist so wortgewaltig und poetisch, humorvoll und ehrlich, dass es fast schon tragisch ist, dass es nicht zu Fantes Lebzeiten gefeiert wurde. Die teilweise rüde Ehrlichkeit, war wahrscheinlich zu früh für seine Zeit. Mit Bukowskis Popularität, der Fantes Bücher später auch in den höchsten Tönen gelobt hat, änderte sich der Massengeschmack dahingehend wahrscheinlich zu spät für Fante. Jedenfalls ist dieser Roman in meinen Augen ein wahres Juwel. Ich hätte am liebsten direkt wieder von vorn angefangen. Der dritte Roman im Band fehlte aber noch. "Warten auf Wunder" erzählt eine ganz ähnliche Geschichte. Bandini versucht sich wieder als Autor, findet als ruheloser Geist unbefriedigende Arbeit im Verlagswesen und steht sich mit seinem Stolz und der Vorstellung ein verkanntes Genie zu sein, die meiste Zeit selbst im Weg. Die Tragik der Hauptfigur ist wieder voller Zynismus, ihr Humor herrlich direkt. John Fante war für mich ein echter Glücksgriff. Eine herrlich mühsame Perspektive auf das Leben. Für mich eine absolut geniale Sammlung. Lang nicht mehr etwas so gutes gelesen.

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      Simon Beckett - Die ewigen Toten
      David Hunter wird zu einem Leichenfund in ein altes, leerstehendes Krankenhaus gerufen, um einer stark mumifizierten Leiche ein paar Geheimnisse zu entlocken und stößt dabei auf einen geheimen Raum mit weiteren Leichen.

      Buch Nr.6 der David Hunter Reihe, die einst so großartig mit "Die Chemie des Todes" begann, klang zunächst, wie fast jeder Teil der Reihe inhaltlich ziemlich spannend. Damals fand ich das Konstrukt, anhand forensischer Sachverhalte und nicht irgendwelcher irreführender Ermittlungsindizien immer weiter in einen Krimi einzutauchen, wahnsinnig spannend. Das hat das Gefühl vermittelt, sachlich und nüchtern zu einem Finale geführt zu werden und dabei mit spannenden Fakten konfrontiert zu werden, ohne dass das Ganze plakativ mit Gewalttaten spielt. Dazu kommt Becketts Talent ziemlich gut Stimmungen in, meistens sehr gut gewählten Schauplätzen, aufbauen zu können. Leider sind ihm im Verlauf der Reihe diese Qualitäten etwas abhanden gekommen. Stattdessen ist eine seiner größten Schwächen in den Mittelpunkt gerückt, und zwar seine Charakterisierungen. Im Prinzip gibt es in jedem Buch, schablonenhaft die gleichen stereotypen Figuren in verschiedenen Variationen. Den autoritären Polizeivertreter, den unsympathischen Konkurenten in den Ermittlerkreisen oder die gebrochene Geliebte. Dazu kommt, dass Beckett sich ziemlich ungelenk mit unzähligen Adjektiven und mit teils haarsträubender Logik durch deren Innenleben kämpft. Im Fall von "Die ewigen Toten" kamen noch richtig hölzerne und teilweise saudumme Handlungsstränge hinzu.
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      Der Handlungsstrang um Lola und ihren Sohn war ja wohl ein Totalausfall. Angefangen von der zufälligen Begegnung und den darauf folgenden Einkaufstouren David Hunters, der versucht sie mit lecker Hühnchen zu ködern und der es schließlich, nachdem er ihren vermeintlichen Sohn hat abholen lassen, gleich nochmal aus reiner Freundlichkeit mit einem Hühnchen versuchen will.
      So selten dämlich der Handlungsstrang war, so zentral war er leider auch für die Geschichte, was das Buch zu großen Teilen völlig ruiniert. Bedauerlicherweise befindet sich die David Hunter Reihe in meinen Augen im freien Fall. Das war wirklich kein gutes Buch.

      Hunter S. Thompson - The Rum Diary
      Journalist Paul Kemp tritt in Puerto Rico eine Stelle bei der Daily News, einem in den letzten Zügen liegenden Blatt an, wo es von Säufern, Freigeistern und verrückten Kollegen nur so wimmelt.

      Das Buch wirkt irgendwie manisch und schwankt zwischen ständigen Exzessen und ehrlicher Poesie. Zwischen der ganzen Sauferei, dem Zynismus und den menschlichen Abgründen tauchen immer wieder Passagen auf, die in Erinnerungen an ein verlorenes Paradies schwelgen und dabei wahnsinnig tiefgründig und wortgewaltig sind. Trotzdem wirkt der Roman noch ein wenig geerdeter als spätere von Thompson. Als Buch gefällt mir "The Rum Diary" fast mehr als jedes andere seiner Bücher. Den Film fand ich allerdings furchtbar. Weder die Exzesse, noch die Leichtigkeit des Romans haben es in vergleichbarer Form in den Film geschafft. Da bleibt "Fear and Loathing in Las Vegas" das Nonplusultra. Das Buch war jedenfalls mal wieder ein vergnüglicher, sommerlicher Trip in Thompsons verrückte Welt.

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