Lincoln (Steven Spielberg)

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    Es gibt 118 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von OmegaRed.

      88% nach 30 Kritiken? 8o Der letzte Spielberg, dem so was bei Metacritic gelang, war "Der Soldat James Ryan" und der wurde vor über zehn Jahren gestartet. Ich habe die ein oder andere Review gelesen. Hört sich im grossen und ganzen wirklich toll an. Ich bin aber ohnehin der Meinung, dass es Spielberg immer noch kann. Von "War Horse" war ich begeistert und "Lincoln" steht so was von auf meiner Must-See Liste!
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „carmine“ ()

      Auch wenn viele Spielberg ja nicht mehr für den Über-Regisseur halten, ist er für mich nach wie vor einer der besten Geschichtenerzähler der Traumfabrik. Das beweist er auch wieder mit diesem Streifen, was v.a. mit dem grandiosen Cast zusammenhängt, welchen er hier um sich versammelt hat. Allen voran natürlich mit den wie immer vorzüglichen Daniel Day-Lewis und Tommy Lee Jones an der Spitze bis hin zu den kleineren Nebenrollen wovon mir am meisten James Spader gefallen hat. Der Film ist, natürlich bedingt durch sein Thema, sehr dialoglastig, aber das stellte für mich keinerlei Problem dar, denn diese sind entweder packend, bissig oder teilweise auch sehr humorvoll. Alles in allem bescherte mir Mr. Spielberg wieder einmal einen sehr unterhaltsam und runden Kinoabend.

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: - 8/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Scholleck“ ()

      Irgendwie scheint der Film ja nicht sonderlich erfolgreich zu sein. In Osnabrück läuft der nur noch in einem Kino und das nur um 14:30. Hatte eigentlich mit dem Gedanken gespielt mir den vielleicht noch anzuschauen vor den Oscars, das kann ich aber wohl knicken.




      Laufende Serien: The Last Ship (2.), Lethal Weapon (1.), The Walking Dead (8.), The Muppets (1.)
      Serienstaffeln 2017: -30-
      Filme 2017:
      -57-
      Ist auch nur auf Platz 7 eingestiegen. ~70.000 Besucher in der ersten Woche, ein Hit wird das mit Sicherheit nicht ;)

      Wundert mich aber auch nicht. Das Thema interessiert hier generell nicht so viele, dazu ist de Film sehr dialoglastig, also nichts für einen entspannten Abend im Kino. Ich wollte eigentlich auch rein, aber der Trailer war schon wieder so voll mit Pathos, da verging mir die Lust. Naja, gucke ihn morgen im Flugzeug. Sehen möchte den nämlich schon :D

      Bei uns war der Kinosaal ausverkauft, allerdings war das auch ein eher kleiner Saal. Dennoch hat es mich gefreut. In Krefeld läuft der im ArtMaxx, daher Alterdurchschnitt auch 50 plus...so eine Höflichkeit und Stille hab ich selten zu vor erlebt :)

      Zum Film:

      Soo viele Jahre habe ich auf den Film gewartet und am Ende das bekommen, was ich mir erhofft hatte:

      Einen ehrlichen und respektvollen Film über die letzten Monate von Lincoln. Auch wenn man weiß, wie alles endet, so ist es dennoch packend und spannend. Die Besetzung ist der Wahnsinn und DDL spielt wieder alle gegen die Wand. Wundervolle Mono- und Dialoge. Ich hätte Lincoln stundenlang weiter zuhören können. Mal ernst, mal selbstironisch. Auch wenn der Trailer auf einige zu pathetisch gewirkt haben sollte, der Film ist es nicht. Im Endeffekt bleibt es dem Zuschauer auch selbst zu beurteilen, welche Motive Lincoln wirklich zur Abschaffung der Sklaverei bewegt haben. Brillianter Film, der seine Oscarnominierungen meiner Meinung nach absolut verdient.

      9/10 Punkten
      Original von Winnfield
      Original von Chewbacca
      Einen ehrlichen und respektvollen Film über die letzten Monate von Lincoln.


      Lincoln ist alles nur nicht ehrlich, sondern tendenziös und spekulativ. Wobei ich das nicht unbedingt abwertend meine.


      Ich meinte auch ehrlich im Sinne von, wie man mit der Thematik Sklaverei umgegangen ist. Natürlich lässt sich über Lincolns wahre Absichten nur spekulieren, allerdings finde ich auch, dass man ihn nicht als reinen Samariter dargestellt hat.
      Puh, schwierig...
      also eigentlich ein guter Film, aber schon auch zäh.
      DDL spielt wiedermal fantastisch und ist mein absoluter Oscar-Favorit.
      Auch ansonsten top gespielt, besetzt, ausgestattet und kostümiert.
      Aber leider wenig spannend, da man ja doch weiß wie alles ausgeht.
      Interessant trifft es da schon eher, wobei wahrscheinlich die Amis auch das alles schon im Kindergarten erzählt bekommen.
      Schade, wurde ein wenig enttäuscht.

      Mit Steven Spielberg sitzt ein Mann auf dem Regiestuhl, der zweifelsohne gewaltige Werke geschaffen hat. Schindlers Liste und Saving Private Ryan waren einfühlsame und dennoch großartige Filme. "Lincoln" will sich spürbar mit "War Horse" gemeinsam einreihen. Aber leider versifft - um es boshaft auszudrücken - "Lincoln" in einem Pathos, der nicht mehr schön ist. Es werden Bilder aufgerufen, die schon vor dem Film zum Klischee verkommen waren: Lincoln, gramgebeugt im Gegenlicht. Lincoln sieht den Kindern beim Spielen zu. Lincoln überzeugt Gegner mit großartigen Gleichnissen. Dieser Pathos wird so dermaßen gewaltig über dem Film ausgeschüttet, dass er - und das ist das gute daran - kaum noch merkbar ist in dieser Suppe. Der Film hat aber auch seine guten Momente. Leider viel zu wenige davon. Lincoln als verschmitzt und selbstironisch. Oder die ausladende, fast übertriebene Gestik im Gegenpunkt zu den bedeutungsschweren Blicken. Es ist ironischerweise auch die hohe und im Vorfeld gescholtene Stimme von Lincoln, die einen wohltuenden Gegenpunkt setzt.

      Und damit wären wir bei dem Highlight des Films: Daniel Day-Lincol- äh, Lewis. Hätte der Film ihn nicht, wäre er bestenfalls Durchschnitt. So aber muss man ihm zugestehen, zumindest ein pathetischer aber auch sehr eindringlicher Film zu sein, dieser "Lincoln". Day-Lewis macht aus der Heiligenfigur des Films einen anfassbaren Mann mit seinen Tiefen. In seinen Augen schimmern stets die schweren Gedanken, die Trauer von Lincolns Leben und zugleich der Schalk, den er sich bewahrt. Nachteil: Lediglich Sally Fields kann dieser Urgewalt des Schauspiels ein wenig Paroli bieten. Aber kein anderer, noch so hoch gehandelter Darsteller kommt an Day-Lewis' Präsenz heran. Kein Tommy Lee Jones, kein James Spader und kein Jared Harris. Gordon-Levitt wirkt neben Day-Lewis so blass wie ein Eimer weißer Wandfarbe, an die der alte Hase den jungen Mann spielt. Day-Lewis ist Lincoln. Und zementiert seinen Ruf als einwandfrei weltbester Darsteller unserer Zeit.

      Ansonsten? John Williams' Musik klingt ... nun, eben nach John Williams. Kein bisschen anders und das ist diesmal nicht im positiven Sinne gemeint. Obwohl "Lincoln" mit vergleichsweise wenig Musik auskommt, kommt diese beinahe immer bedeutungsschwanger daher, was bei dieser Lauflänge auf den Magen schlägt. Auch hier stechen wieder die kurzen, humorigen Momente hervor. Der Look des Films ist nett, Kaminski bleibt zumeist auf Augenhöhe seiner Figuren. Eine gute Entscheidung. Es ist und bleibt auch hier die Präsenz von Lincoln selbst, die das Bild füllt. Und das wurde erfüllt.

      Eigentlich also unterm Strich ein grundsolider Film, der allerdings mit seiner Überhöhung von Lincoln sich selbst ein Bein stellt. Es ist ein Ire, der den Film über den Durchschnitt hebt. Daniel Day-Lewis ist Lincoln.

      7 von 10 Perücken

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: :stern2:

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
      Original von Chewbacca Natürlich lässt sich über Lincolns wahre Absichten nur spekulieren, allerdings finde ich auch, dass man ihn nicht als reinen Samariter dargestellt hat.


      Darüber gibt es ziemlich gute und gesicherte Informationen, u.a. auch von Lincoln selbst. Er war kein guter Samariter, er war Politiker und Pragmatiker. Seine oberste Prämisse war der Erhalt der Union, nicht die Abschaffung der Sklaverei. Dieses kam dann erst nach und nach auf als es auf den Schlachtfeldern für die Nordstaatler lange Zeit nicht gut lief und nach langer Zeit des Krieges sich Europa auf die Seite des Südens und der so wichtigen Baumwollproduktion zu stellen drohte. Dann erst mußte die neue Waffe "Sklavenbefreiung" aus dem Köcher geholt werden. Ein genialer Schachzug.

      Lincoln selbst hatte mal gesagt, Wenn er die Union erhalten könne, auch wenn er keinen einzigen Sklaven frei ließe, würde er das tun, und wenn er nur einige frei ließe und andere weiterhin in der Sklaverei beließe, dann würde er auch das tun.

      Lincoln ist, neben Washington, der wichtigste Präsi der Amis, da ist die Gefahr natürlich unendlich groß der Glorifizierung. Ein Film der die schlechten Seiten Lincolns zeigen würde, hätte von vornherein keine Chance.

      Vielleicht finde ich Zeit nächste Woche ins Kino zu gehen. Blöderweise finde ich nur keinen der sich den Film mit ansehen will. Ist halt kein Mainstream und thematisch auch für zu wenige interessant genug.
      Erfahrung ist eine sehr nützliche Sache. Bedauerlicherweise macht man sie immer erst, kurz nachdem man sie gebraucht hätte....
      Ganz klar ein Daniel Day Lewis-Film. Was dieser Mann an Leinwandpräsenz an den Tag legt ist einfach unglaublich. Tommy Lee Jones sehr souverän am Rand, eine undankbare Rolle für Joseph Gordon-Levitt und ein James Spader, der sich gekonnt, wenn ihm Screen-Time gegeben wird, in den Vordergrund spielt. Sally Field schafft einen guten Gegenpol zum übergroßen Day-Lewis. Handwerklich ebenfalls souverän gemeistert, schafft es der Film dennoch nicht komplett zu begeistern. Woran liegt das? Naja, vielleicht weil der Stoff doch etwas zäh ist. Man tut sich anfangs etwas schwer durch die Fülle an Charakteren in den Film reinzukommen, gerade wenn man sich wenig bis kaum mit amerikanischer Geschichte auskennt. Da dürfte man sich etwas verloren fühlen. Vielleicht auch weil Lincoln teilweise zu sehr als das Monument angelegt ist, das er auch ist. Da hätte ich mir vielleicht doch eine etwas tiefere Charakterstudie gewünscht, was den Film jedoch auf der anderen Seite bei der puren Bedeutung des Stoffes auch wieder gesprengt hätte. Dagegen stehen die wunderbaren Szenen im Repräsentantenhaus. Insgesamt ein guter Film, aber kein Meisterwerk.

      7.5/10
      "Lincoln" [Steven Spielberg / USA ´12] - 7,50 / 10

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2: :stern2:

      Nach einer etwas trockenen und blassen Anfangsphase steigert sich "Lincoln" kontinuierlich. Die Stimmung wurde dichter, Day Lewis´ Performance charismatischer und die Dialoge fesselnder. Zwar mit Pathos versehen und von Klischees nicht unverschont, diese Faktoren aber bereits fest von mir im Vorfeld einkalkuliert, so dass dies nicht sonderlich ins Gewicht gefallen ist. Dieses dialoglastige Werk gibt trotz seiner ruhigeren Inszenierung und stolzen Laufzeit Längen kaum eine Chance, bewahrt Spannung und ist gemessen an der Inszenierung zu jeder Zeit stilsicher und detailliert dargestellt. Eine gewisse Portion Humor ist vorhanden, an ergreifender Rhetorik sollte es nicht mangeln und das Herzstück des Films war wie erwartet der Cast. Einerseits grandios besetzt in der Spitze. Eine Rolle, sowie ein Film, geschaffen für Daniel Day-Lewis, eine charismatische Leinwandpräsenz wie eh und je. Vor dieser Leistung muss sich jedoch ein Tommy Lee-Jones nicht verstecken, denn seine raue und kantige Art fügte sich ebenso bestens. Auch in der Breite gibt es kaum Luft nach oben, wobei gerade ein James Spader in Erinnerung bleibt. Was den musikalischen Aspekt angeht: Da gibt es bestimmt nichts zu beanstanden, dennoch zählt dieser Faktor nicht zu den Highlights des Werkes - es wirkte teilweise etwas festgefahren. Daran sollte es aber wahrlich nicht scheitern. Nun, "Lincoln" würde ich zwar nun nicht als Meistwerk betiteln, aber als richtig guten Film definitiv. Day-Lewis erweckte Lincoln zum Leben, die Dialoge waren sehr gelungen und in einigen Momenten bereitete mir der Film Gänsehaut. Sehenswert.. und damit eine klare Empfehlung.
      Einer der bedeutendsten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten gespielt von Daniel Day Lewis, in Szene gesetzt von Steven Spielberg, bis in die kleinste Nebenrolle hochkarätig besetzt, Musik von John Williams. Das Geschichtsepos "Lincoln" fährt große Geschütze auf und versammelt das "Who-is-Who" Hollywoods. Daniel Day Lewis liefert abermals eine beeindruckende Leistung und zeigt erneut, wie wandlungsfähig er ist. Man begleitet Lincoln bei dem Kampf gegen die Sklaverei und deren Verbot. Dabei kämpft er nicht nur gegen Politiker, sondern muss sich auch mit den Problemen in seiner Familie auseinander setzen. Die Inszenierung und schauspielerischen Leistungen in dem Film sind herausragend, doch hat der Film einige Längen. Es wird zwar teilweise versucht, den Kampf um die Wählerstimmen für die Gesetzesänderung etwas aufzulockern, doch ist die Thematik größtenteils sehr trocken und begeistert wohl eher Geschichtspuristen.

      6/10