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Die durch die Hölle gehen [engl. The Deer Hunter] (Robert De Niro)

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    Es gibt 22 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Data.

      Die durch die Hölle gehen [engl. The Deer Hunter] (Robert De Niro)

      Bewertung für "Die durch die Hölle gehen" 9
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      THE DEER HUNTER





      So werden sie nie wieder feiern: Nick und Michael tanzen auf der Hochzeit ihres Freundes Steven. Tage später kämpfen sie in Vietnam. Es gelingt ihnen - allen Wirren zum Trotz - zusammenzubleiben. Als Vietcong-Truppen sie gefangen nehmen, landen die drei im gleichen Lager. Nur knapp überleben sie die Folter im Wasserkäfig, der ihnen kaum Raum zum Atmen lässt. Die sadistischen Spässe der Feinde überstehen Nick und Steven dank Michael: Vietcong-Soldaten zwingen sie, russisches Roulette zu spielen und schliessen Wetten auf ihr Überleben ab. Michael nutzt die Waffe zur Flucht...

      ______________

      Auch noch nicht hier eingetragen. Also so langsam... :freaky: :freaky: :freaky:

      Die erste Stunde ist ja bekanntlich "Schlaf-fördernd" aber alles danach ist nur noch genial, spannungsgeladen, und mit absoluter Schauspielkunst gespickt.

      Christopher Walken spielt, im wahrsten Sinne des Wortes
      UNGLAUBLICH...so was hat man echt selten gesehen. Verdienter Oscar!

      von mir gibts 9/10 Kopfschüssen
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „BloodBang“ ()

      Um ehrlich zu sein, hat mir der Film garnicht gefallen, bis auf die Szenen, in denen Christopher Walken russisches Roulette spielt...aber wie es dazu kam, wirkt irgendwie reichlich unglaubhaft, hab ich jedenfalls so in Erinnerung!
      "The Deer Hunter" ist ein guter Kriegsfilm, Robert De Niro und Christopher Walken spielen sehr gut, doch irgendwie gefiel mir der Film nicht so sehr. Er hatte einige Laengen, die Roulette-Szene ist gut gemacht. Aber im gegensatz zu anderen Vietnam-Kriegsfilmen wie "Apocalypse Now", "Platoon" ist er eher schwach. Aber ich vergebe 7/10.
      ich habe den film einmal vor recht langer zeit gesehen und denke heute wahnsinnig positiv über ihn, aber große sehnsucht, ihn noch mal zu sehen, hab ich auch nicht.
      kriegsfilm ist nicht gerade mein genre und eine gewisse "langeweile" in der ersten hälfte ist ja gerade, was die macher (unter anderem) darstellen wollten: diesen krassen, brutalen gegensatz zwischen dem alltag und krieg, das vorher und nachher. das find ich schon recht gelungen (das gesamte behäbige erzähltempo würde ich zum großen teil auf das alter des films schieben. wir sind heutzutage einfach anderes gewöhnt).
      zuckerl: der film hat meine meinung über christopher walken grundlegend geändert. vorher fand ich ihn nie sonderlich sympathisch, aber nach diesem film hatte ich gar keine wahl mehr, ihn sympathisch oder unsympathisch zu finden, er war einfach zu gut.
      Ich weiß noch, als ich den Film das erste Mal geschaut habe, hab ich nach 30min. ausgestellt. Das war mir sowas von langweilig. Sehr sehr lange Zeit später hatte ich einen zweiten Anlauf gewagt, da war es ganz anders. Lag allerdings auch daran, dass ich mich mehr auf andere Dinge konzentriert habe. Er mag vielleicht über gewisse Länge für viele nicht hinauskommen, aber jede einzelne Szene ist absolut wichtig. Hierbei würd ich auch soweit gehen zu sagen, es kommt mehr darauf an die Veränderung der Personen vor und nach dem Krieg zu zeigen, als ein Tempo oder krasse Kürzungen wert zu legen nur um einen, wie man es heute so gern hat, ultra hohen Unterhaltungspegel zu bekommen. Sofern man sich ohnehin auch auf das sehr sehr hervorragende handwerkliche Arbeit des Regisseurs und Kameraregisseurs achtet, wird man zusätzlich am Ende noch mit einer, wenn vielleicht nicht sogar dem, brilliantesten und packendsten psychologischen Showdown belohnt. Und dies konnte man nur durch die, wie kane auch schon schrieb, in der heutigen Zeit etwas behäbige Erzählweise erreichen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „-=Zodiac=-“ ()

      Ich fand den Film jetzt nicht so überragend. Er hat zwar seine guten Szenen, auch schauspielerisch können die Darsteller überzeugen. Aber im Großen und Ganzen habe ich mich gelangweilt.
      John Woo hat quasi eine eigene Version von "Deer Hunter" gedreht nämlich Bullet in the Head. Für mich in allen Belangen besser als die US-Version.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Hainz“ ()

      Original von Hainz
      John Woo hat quasi eine eigene Version von "Deer Hunter" gedreht nämlich Bullet in the Head. Für mich in allen Belangen besser als die US-Version.


      John Woo hat ja quasi nur das Grundgerüst "Männerfreundschaft" und "Vietnamkrieg" so übernommen die Hochzeit am Anfang war ja auch ne Hommage an "The Deer Hunter", ich fand aber ebenfalls Woos Film in allen Belangen bedeutend besser, vor allem dramaturgisch (von der Action mal ganz zu schweigen). Damit will ich "The Deer Hunter" aber auch nicht schlecht reden, ist auch ein Klasse Streifen. Der ist ja seinerzeit leider ziemlich untergegangen und wurde sogar von der damaligen Sowjetunion richtig als "antivietnamesisch" verpönnt.



      Gerade der Anfang von Deer Hunter ist doch ziemlich genial: Die Charaktere werden wirklich sehr, sehr gut eingeführt und portraitiert - DeNiro, der Perfektionist, Walken, der Lebemann, Savage, der frisch Vermählte. Besonders hervorzuheben ist das Gespräch der zukünfigen Soldaten mit dem Veteranen auf der Hochzeit.

      Die Vietnam-Phase ist etwas kurz, die Gefangennahme geht mir schon ein wenig schnell, da hätte man sicher mehr zeigen können. Trotzdem, man bekommt auf jeden Fall ein beklemmendes Gefühl, wenn man sieht, was da mit den Soldaten gemacht wird. Das "Spiel" zeigt die makabere Seite des Krieges: Inmitten von Grauen und Tod findet der Mensch immer noch etwas, womit er sich amüsieren kann. "Bread & Circus" funktioniert im Krieg am Besten....

      Und die Rückkehr in die Staaten ist eine Bestandsaufnahme der Unverständnis, mit denen man den Veteranen in der Heimat begegnete. Selbst an DeNiro ist die Zeit nicht spurlos vorbeigegangen - auch er hat sich verändert und keinerlei Interesse daran, ein Held zu sein. Das Beeindruckenste ist, wie sich die Menschen verändert haben - die, die ihre Seele im Krieg verloren haben und die, die zu Hause bleiben.

      Für mich ist Deer Hunter, da er das vorher, während und das nachher so trefflich wiedergibt, einer der beeindruckensten Anti-Kriegsfilme aller Zeiten :goodwork:

      Ein kluger, reflektierender Film ... für's Krach-Bumm-Peng gibt's ja dann noch die zweiten Teile von Rambo und Missing in Action. Und die Flut der billigen Vietnam-Schinken der 80er wie z.B. Warbus oder Cobra Force....

      Edit:

      Fällt mir noch ein: Der (original) Titel ist ja auch Programm (Deer Hunter = (Wild)Jäger):

      Spoiler anzeigen

      Vor dem Krieg ist das Jagen für DeNIro ein Sport. Für alles die richtige Ausrüstung - in God's country leben ja die glücklichsten Menschen, da die Idylle ihre Unschuld bewahrt. Als er zurückkommt, schafft er es nicht, das Tier zu töten. Er kann es nicht mehr. Der Sport-Jäger hat im Krieg seine Unschuld verloren.


      Besser können Anti-Kriesfilme nicht sein...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Hulk“ ()

      Einer der besten Anti-Kriegsfilme die ich je gesehen habe.


      Statt den üblichen Krieg in all seiner Härte zu zeigen, geht man hier einen komplett anderen Weg und setzt auf Charakterentwicklung. Und dabei fällt die lange Phase, bevor es überhaupt die ersten Kriegsbilder zu sehen gibt, überhaupt nicht negativ auf. Fand es im Gegenteil sehr schön die einzelnen Personen zu sehen wie für sie die Welt noch in Ordnung war. Man hat gefeiert, gelacht, sich amüsiert. Doch das wird, wie es der Covertext so schön sagt, nie mehr so möglich sein.

      Auch diese dreckige Umgebung in welcher die Hauptpersonen leben, zeigt ein allgemein eher trauriges Bild. Einige träumen von einem besseren Leben, manche haben sich mit dem was sie haben längst abgefunden und andere sehnen den Krieg sogar entgegen da sie sonst nicht viel haben wofür es sich zu leben lohnt.


      Die wenigen Bilder aus dem Krieg sind dann auch umso schockierender wenn sie plötzlich unverhofft eintreten. Doch danach geht der Film noch ein sehr langes Stück weiter und zeigt was aus den einzelnen Freunden geworden ist. Das Schicksal meinte es bei einzelnen besser als bei anderen. Doch im Grunde sind sie alle nur Verlierer und Opfer des Krieges.


      Beeindruckende Darstellung der Hauptdarsteller und auch die Musik überzeugt auf ganzer Linie.


      Meisterwerk

      10/10

      RE: Die durch die Hölle gehen (THE DEER HUNTER)

      „Deniro ganz ehrlich mit den Jahrhundertwechsel konntest du deine Karriere beenden, aber naja das Geld hält dich davon ab, nicht ohne Grund hast du zur Absicherung ein Sushi Laden eröffnet der dir gehört. By the Way wenn ich das nächste Mal in der Nähe bin komm ich auf jeden Fall vorbei. Ich liebe Sushi genauso wie deine ersten 50 Filme“.

      The Deer Hunter wird oft schlecht geredet, besonders wegen den ersten 40-60 Minuten. Genau so dachte ich auch zu Beginn, doch wenn man den Film weiter schaut brauch man diese Vorkenntnisse über diese Charaktere die einem vorgestellt werden. Ich meine es ist so wie, wenn man eine fremde Person kennenlernt mit der man dann die restlichen drei Stunden zusammen verbringt und man will so viel wissen wie nötig. Dabei spielt De niro seine Rolle Klasse und auch Christopher Walken spielt Nick großartig. Wenn man die Filmografie von Michael Cimino als Regisseur ansieht sticht dieser Film auch deutlich heraus. Zu recht auch allein schon diese Entwicklung der Darsteller ist einfach mitreisend.

      Warum ich finde das Deniro sowie Chris so gut gespielt haben?
      Einen verzweifelten von Hasszerfressene Person zu spielen ist nicht gerade einfach und ich
      finde einfach das beide eine große Leistung vollbracht haben.

      Der Film kam im Jahr 1978 und damit auch ein Jahr vor Francis Ford Coppolas „Apocalypse Now“. Also kann man sagen, dass diese beiden Filme der Grundstein von allen Vietnam- und Antikriegsfilmen ist. Soviel dazu.Grob verglichen zeigen meiner Meinung nach diese beiden Filme am besten wie die Situation nach dem Krieg ist. Wie die beteiligten sich fühlen. Deer Hunter zeigt dies sogar mehr als „Apocalypse Now“. Wobei AP die Perspektive während des Krieges verdeutlicht.
      Beides sind unglaublich Filme! Beide Reflektieren den Krieg grandios! Beide Filme sind großes Kino!
      Ich würde AP vor DH stellen aber beides sind wie schon gesagt "Klasse Filme".

      Die Durch die Hölle gehen hat übrigens 5 Oscars abgestaubt für: Bester Film, bester Nebendarsteller (Christopher Walken), beste Regie, bester Schnitt und bester Ton.
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      - The Deer Hunter

      Michael Ciminos The Deer Hunter - typischerweise bezeichnet als einer der besten Filme über den Vietnamkrieg, die je gemacht wurden - ist ein Dreistunden-Epos, das sich tatsächlich gar nicht so sehr auf den Krieg konzentriert, sondern eher darauf, was ein Krieg mit den Menschen macht, die darin kämpfen. Es ist Ciminos zweite Regiearbeit und das Werk, das ihm gleich zwei Oscars einbrachte - den, für die beste Regie und den, für den besten Film. Seine Karriere hat anschließend mehr gelitten, als dass er auf diesem Höhenflug weiterreiten konnte. Aber wenn die gesamte Karriere eines Filmemachers auf einen einzelnen Film heruntergebrochen werden kann, der das Genre maßgeblicher beeinflusste, als die meisten anderen Vertreter, dann ist The Deer Hunter sicherlich nicht das schlechteste Vermächtnis, das man sich setzen kann.

      Es ist ein interessant konstruierter Film, denn tatsächlich geht es Cimino und seinem Drehbuchautoren Deric Washburn gar nicht so sehr um das Kriegsgeschehen. Der Vietnamkrieg wird gar mehr als McGuffin angewandt, denn theoretisch hätte der Film in jedem anderen Krieg spielen können. Er ist im Kern ein Familienfilm und ein Film des Aufwachsens, wie jene Familie durch schreckliche Umstände auseinandergerissen wird und wie sie anfängt, sich selbst zu heilen. Erzählt wird dies durch die Augen einer Gruppe alter Kindheitsfreunde - und im Kern aus denen von Mike, Nick und Steven -, die in einer Stahlfabrik in Pennsylvania arbeiten. Die Hochzeit von Steven steht an und gleichzeitig sind die Drei abberufen worden, um in Vietnam zu dienen, wo sie als Kriegsgefangene vom VietCong schrecklicher Folter unterzogen werden, bevor sie entkommen. Zwei von ihnen kehren nach Hause zurück. Doch Nick - gequält von den Schrecken des Krieges und seiner Zeit in der Gefangenschaft -, entscheidet sich, zurückzubleiben.

      The Deer Hunter ist klar aufgeteilt in drei Akte: Das Leben unserer Freunde direkt vor dem Krieg, während des Krieges und die anschließende Aufarbeitung und sprichtwörtliche Rettungsaktion. Dabei ist bezeichnend, dass der Film nicht mal ein Drittel seiner Laufzeit auf das Kriegsgeschehen aufwendet - es sind gerade mal um die 40 von 184 Minuten, bevor Michael Vronsky als dekorierter Soldat nach Hause zurückkehrt. Und von diesen 40 Minuten sehen wir unsere Protagonisten nur wenige Minuten im tatsächlichen Gefecht. Das gibt dem Film genug Zeit, um seine Charaktere einzuführen und ihre Beziehungen zueinander zu untersuchen. Manche von ihnen stehen sich näher - Mike und Nicky beispielsweise, die sich das Versprechen geben, dass sie sich nicht dort drüben zurücklassen - und andere haben ein eher giftiges, strapaziertes Verhältnis. Das Drehbuch geht dabei nicht über lange Expositionen auf Details ein, was die Hintergründe dieser Beziehungen ausmacht, sondern verlässt sich darauf, dass der Zuschauer zwischen den Zeilen lesen kann. Die Freundschaft wirkt dadurch glaubwürdig und realistisch. Sie wirkt alt und prägt die ersten 70 Minuten von The Deer Hunter, denn plottechnisch passiert hier wenig. Aber man kann während dieser Zeit so viel bestaunen - von der tollen Chemie zwischen den Darstellern bis hin zu den visuell überwältigenden Aufnahmen, die Cimino und sein Kameramann Vilmos Zsigmond eingefangen haben -, dass man durch den plötzlichen Schnitt, der einen inmitten des Kriegsgeschehens wirft, wie aus einem Traum aus dem Schlaf gerissen wird.

      Und was für ein Riss: Ich kann mich an wenige Schnitte erinnern, die so abrupt, so hart waren, wie das Ende des Klavierspiels von Chopins Nocturne No 6 und den Helikoptergeräuschen, die einen gnadenlos in die Realität des Krieges ziehen. Was folgt, sind einige der am schwersten auszuhaltenden Kriegsszenen, die ich aus irgendeinem Film über 'Nam kenne. Der Film spielt nicht viel mit den Zuschauern, sondern zeigt knallhart den Horror, der sich dort abspielt, wo Mike, Nick und Steve als Gefangene gehalten werden. Es ist nicht schwer nachzuvollziehen, welch traumatischen Effekt das alles haben muss und warum es Veteranen später oft schwer gefallen ist, darüber zu sprechen, was sie erlebt haben. Die Szenen um das russische Roulette haben seinerzeit viel Kontroverse ausgelöst. Ob es dies nun so gab oder nicht, sei mal dahingestellt. Als Hilfsmittel, um die Geschichte zu erzählen, ist die Anspannung und der Adrenalinschub, was jedem neuen Klick vorausgeht, sicherlich sehr wirkungsvoll und symbolisch.

      The Deer Hunter sieht nach einer der unkomfortabelsten Dreharbeiten aus, die man sich vorstellen kann. Robert De Niro, Christopher Walken und John Savage haben dem Audiokommentar Ciminos nach all ihre - zum Teil lebensgefählichen Stunts - selbst gemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies unter den Vorschriften der Schauspielergilde damals schon legal war. Aber es verleiht dem Film einen Realismus und eine Rauheit, die man anders wohl nicht erreicht hätte. Der Film verlangt seinen Darstellern auch sonst einiges ab und die Leistungen, die Cimino besonders aus De Niro und Walken herausbekommt, sind tief bewegend und nachgehend. Letzterer hat seinen ersten - und bis heute einzigen - Oscar gewonnen für seine Rolle als Nick Chevotarevich. Und es gibt mindestens zwei Momente in The Deer Hunter, die so eindringlich sind, dass man sich kaum einen verdienteren Gewinner aus diesem Jahr vorstellen kann.

      The Deer Hunter markiert den ersten, signifikanten Auftritt von Meryl Streep und dient als finaler Vorhang für den legendären John Cazale, der kurz nach Fertigstellung des Films an Lungenkrebs gestorben ist. Mit diesem Hintergrundwissen sind gewisse Stellen mit seinem Charakter Stanley umso schwerer hinzunehmen. Der Film ist lang und manche Szenen - besonders, wenn minutenlang auf tanzende Hochzeitsgäste gehalten wird -, hätten gerne etwas kürzer gehalten werden können. Aber die Folter, die unsere Charaktere durchgehen, packt einen auch nur deswegen so stark, weil wir sie vorab auf intime Weise kennengelernt haben. Die letzte Szene, in der sich Mike und Nick gegenübersitzen und sie sich das letzte Mal ansehen, ist ein zutiefst bewegender Moment, der schwermütig und schrecklich zugleich ist. Und dieser deswegend so effektiv, weil wir wissen, wie sehr sich die beiden als Brüder lieben.

      Ciminos Versessenheit auf Details gibt dem Film eine Authentizität, die mitreißt, und die schauspielerischen Darbietungen gehören mit zum Besten, was die einzelnen Individuen in ihren Karrieren geleistet haben. Das alles macht The Deer Hunter zu einem überwältigenden Monument, im postiven, wie auch im negativen Sinne. Unter der Masse an Vietnamfilmen, die im Laufe der Jahre produziert wurden, sticht dieser heraus. Er ist sicherlich nicht einfach zu verdauen. Aber das sollte ein Film über einen der unmenschlichsten Kriege, die je geführt wurden, auch nicht sein.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase



      Hab den auch erst letztes Jahr nachgeholt und der hat direkt reingehauen. Unangenehmes, aber auch unglaublich starkes Ding. Hier meine Worte zu dem Film:

      Drei Stunden Laufzeit, drei Akte, drei Freunde – ein Krieg. DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN ist ein Antikriegsfilm, der sich Zeit nimmt. Für seine Figuren – vor, nach und während des Krieges. Selten habe ich so einen harten Übergang zwischen den Akten erlebt wie hier. In einem Moment wird feuchtfröhlich eine Hochzeit begossen und im nächsten Moment erlebt man die ungeschönten Grauen des Krieges. Regisseur Michael Cimino konzentriert sich auf dessen Auswirkungen auf die amerikanische Gesellschaft und überstrapaziert dabei die Darstellung der Vietcong bezüglich deren Gewaltbereitschaft. Doch Krieg ist ein universelles Monster und das sind auch seine Opfer. Und diese lernt man erstmal kennen, bevor man sich mit ihnen durch den Krieg kämpft und dessen Folgen hautnah mitterlebt. Stützen kann sich der Film dabei auf die überragenden Leistungen von Robert De Niro und Christopher Walken. Einfach beeindruckend, was die beiden hier raushauen. Besonders Walken liefert hier wohl eine seiner besten Karriereleistungen ab und brilliert mit einer Wendung vom heißspornigen Lebemann zum traumatisierten Wahnsinnigen.

      In all seinen Phasen fühlt sich DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN ungemein authentisch und nahbar an. Man feiert, fiebert und fühlt mit dem Trio, bei welchem John Savage als Dritter im Bunde darstellerisch nicht ganz auf der Höhe von De Niro und Walken ist, seine Sache aber dennoch richtig gut macht. Das gilt auch für alle Nebendarsteller, die dafür sorgen, dass sich alles so authentisch anfühlt. Die Feier im ersten Akt und der Kampf mit den Folgen im letzten Akt lebt von den natürlichen und dynamischen Beziehungen untereinander und weckt das kleine Arbeiterörtchen Clairton in Pennsylvania regelrecht zum Leben. Ein Highlight ist dort auch die junge Meryl Streep, die einen warmherzigen Konterpart zu den raubeinigen Männern gibt. Zwischen dem Leben vor und nach dem Krieg erlebt man den Krieg und der könnte nicht schonungsloser und brutaler dargestellt werden. Mit seinem legendären und doppelbödigen russischen Roulette nutzt Cimino ein wirkungsvolles Instrument, um die Willkürlichkeit des Krieges zu symbolisieren. Der Lohn sind fünf Oscars und ein Platz unter den bekanntesten und wirkungsvollsten Antikriegsfilmen der Filmgeschichte – hochverdient!

      Lang, aber nicht langweilig. DIE DURCH DIE HÖLLE GEHEN ist ein intensives und eindringliches Antikriegsdrama, dass authentisch gefilmt und brillant gespielt ist. Großes Kino!

      9/10

      Wuchter schrieb:

      Habe den Film erst letzten Monat wieder gesehen. Spätestens alle 2 Jahre kommt der im Player. Mit Apokalypse Now das Beste was es über Vietnam gibt.


      Apocalypse Now ist auch bei mir ganz oben auf der Liste der besten Vietnamfilme. Hab vor zwei Jahren den Final Cut im Kino bewundern können und war völlig hin und weg. Wenn alles klappt, dann schaut ich mir den am Sonntag nochmal an (vermutlich dann die Kinofassung). Hab seit einiger Zeit das Steelbook mit allen drei Schnittfassungen sowie der Doku Hearts of Darkness hier stehen und erst letztes Jahr auch endlich die Buchvorlage von Joseph Conrad gelesen.

      Scholleck schrieb:

      Nebenbei für mich eines der Beispiele dafür wie man den Original-Filmtitel in deutsch verunstalten kann.


      Grundsätzlich ja. Der deutsche Titel hat mit dem Englischen ja mal absolut gar nix mehr zu tun. Aber zumindest ist es einer, der auf den Inhalt passt. Er hat nicht die poetische Schönheit von Deer Hunter. Aber es ist auch kein Cocktail für eine Leiche geworden. Es geht also immer noch etwas schlimmer...

      Hinzu kommt, dass - ähnlich wie bei Spiel mir das Lied vom Tod - der hießige deutsche Titel eine Art Eigenleben angenommen hat und zu einer Art kultigen Phrase geworden ist. Auch bei Once Upon A Time in the West hat man sich wohl ein Bein ausgerissen, so weit weg vom Original wie möglich zu kommen. Aber es ist hierzulande zumindest popkulturtechnisch so etabliert, dass ich es nachträglich nicht mehr ändern würde.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase