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Johnny zieht in den Krieg

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    Es gibt 7 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von The Fiend.

      Johnny zieht in den Krieg

      Bewertung für "Johnny zieht in den Krieg" 0
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      Als die USA in den Ersten Weltkrieg eintreten, meldet sich der 17-jährige Joe (Timothy Bottoms) freiwillig zur Armee, um seinem Vaterland zu dienen. An der Front wird Joe von einer Granate getroffen und schwer verwundet. Durch die Explosion hat er Arme, Beine und seine Sinnesorgane verloren, wird aber von den Ärzten aus Neugier am Leben erhalten. Diese glauben nämlich, dass das Gehirn des jungen Mannes geschädigt ist und er nicht registriert was in seiner Umwelt passiert. In einen Abstellraum des Lazaretts abgeschoben und unfähig sich mitzuteilen, wird Joe sich langsam klar über seine Situation und flüchtet sich in Erinnerungen und Träume. Dank einer führsorglichen und mitfühlenden Krankenschwester findet Joe dann schließlich einen Weg, um mit der Außenwelt zu kommunizieren. Mittels der Bewegung seines Kopfes ahmt er Morsesignale nach und versucht so mit den Ärzten in Kontakt zu treten...

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      Krasser Film, der mich vollkommen überrollt hat.
      Super traurige und verstörende Geschichte.
      Der Film wurde übrigens erst wieder bekannt, als Metallica
      ihn für ihr Video und Lied "One" verwendet hat.

      Wärmstens empfohlen;

      9/10 depressing endings



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      Kam nun auch in den Genuss des Streifens, schade das solche Filme so wenig Aufmerksamkeit bekommen, als ich ihn gesehen habe war mir am Anfang gar nicht bewusst das ich einzelne Szenen schon vorher aus dem Video Clip von Metallica "One" gesehen habe. Erst später im Laufe der Handlung erinnerte ich mich wieder daran. Aber ok zum Film selbst:

      Der Film ist wirklich genial. Auch wenn die Inszenierung und Ausstattung heutzutage einem ziemlich "altbacken" vorkommt hatte ich nie das Gefühl das mir etwas "fehlt". Dalton Trumbo adaptierte hier seinen eigenen Roman aus dem Jahre 1939 für die Leinwand, wie genau er sich daran hielt kann ich leider nicht beurteilen, kenne die Vorlage nicht, werde ich aber bei Gelegenheit mal nachholen. Er behandelt in seinem Anti-Kriegsstreifen überwiegend die Opfer des Krieges und der Nachkriegsgesellschaft und stellt somit auch ein Thema in den Vordergrund der erst Jahre später nur noch von Oliver Stone bei "Geboren am 4. Juli" vorkam: Der Krieg findet nicht nur am Schlachtfeld statt und fordert dort seine Opfer, sondern auch danach, in dem Fall unter den Invaliden.

      Der junge Schütze Joe verliert im Schützengraben während des 1.WK alle Gliedmassen und alle seine Sinne, dennoch wird er aus Neugier am Leben erhalten da man davon ausgeht das sein Hirn nicht funktioniert. Doch dieses ist intakt, gefangen in seinem eigenen Körper fängt er an zu halluzieniern und verliert oft die Verbindung zwischen Traum und Realität, dabei flüchtet er sich sowohl in seine Vergangenheit als auch in Wunschgedanken und trifft auf verbissene Situationen und Personen.

      Der ganze Film ist vollgespickt mit Metaphern die sich um die Sinnlosigkeit des Krieges handeln und auch viele Dialoge machen nachdenklich und spiegeln sehr wohl das verkehrte Gedankengut der damaligen Zeit ein und dieses zeigt sogar erstaunliche Parallelen zur Gegenwart. Folgenden Dialog finde ich z.B. zeitlos als Joe seinen Vater in Kindheitstagen frägt: "What is democracy" und dieser antwortet: "It has something to do with young men killing each other!", er daraufhin: "You want me to go when my time will come?", daraufhin er: "For democracy every father would give his only god-given son". Nur als Beispiel das man den Vater durchaus mit jedem anderen der "Kinder" in den Krieg schickt, ersetzen kann.

      Ich würde den Film ungefähr fast auf eine Stufe wie David Lynchs "Der Elefantenmensch" stellen, zumindest sehe ich darin viele Parallelen wenn es um den Kampf eines Missverstandenen Individuums geht, auch die Machart erinnert stark daran. Ein zeitloses Werk das def. mehr Aufmerksamkeit verdient. Aber wer weiss, vielleicht entscheidet irgendwann für ein zeitgemäßes Remake, wovon ich zwar nicht begeistert wäre, aber die Thematik alleine hätte es schon mehr verdient wie der übliche Horrormüll der immer und immer wieder die Leinwand "besetzt". Ansehen!



      Ich hab das Metallica Video oft gesehen und mich immer gefragt aus welchem Film die Aufnahmen stammen. Hab mir den Film dann auch zugelegt und muss sagen das die Geschichte doch echt heftig ist. Wenn man sich in den Film reinversetzt dann nimmt einen das ziemlich mit. Vor allem das Ende ist sehr krass und wir haben lange darüber diskutiert.

      Der Liedtext des Metallica Liedes "One" handelt direkt von dem Film und die Situation in der sich der junge Soldat befindet.

      Ein sehr unterschätzter wirklich guter Film der traurig und nachdenklich macht. Besonders weil es auch die Perversität des Krieges im Leiden des Hauptdarstellers wiederspiegelt.

      10/10 Punkten

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „HanSolo“ ()

      3sat sei dank konnte ich nun auch diese Lücke füllen (oder zumindest fast, die ersten 20 min habe ich verpasst *shame on me*)

      Kann mich eigentlich nur den Vorrednern anschliessen. Für mich ist dieser Film schon allein wegen seiner unkonventionellen und mutigen Herangehensweise ein gelungener Anti-Kriegsfilm. Man nehme Oliver Stones Born On The Fourth Of July und breche diesen auf radikalste herunter (wortwörtlich genommen wenn mans auf den Protagonisten bezieht) und man bekommt eine wage Vorstellung von Johny Got His Gun. Dabei "gefiel" mir aber dieser wesentlich besser als Stones Streifen. Markerschütternd, grotesk, bizarr und alles zusammen hoch zehn nach dem letzten Fade Out.

      9/10
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „goodspeed“ ()