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The Last Duel (Ridley Scott)

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    Es gibt 93 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Olly.

      GrafSpee schrieb:

      War leider abzusehen, hätte den Film auch eher im Frühjahr gebracht wo er der großen Konkurrenz etwas mehr aus dem Weg geht, weiß ja nicht wie das in den USA ist aber hier läuft er bei einigen Kinos auch überhaupt nicht.

      Man hätte ihn auch in der 2. oder 3. November-Woche bringen können. Einen großen Film wird man immer neben sich haben. Aber ich bezweifle, dass es immer die Konkurrenz ist wegen der ein Film unter dem Radar vieler läuft.

      'You Can’t Kill the Boogeyman!'
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      Auch international floppt der Film


      Am ersten Wochenende spielte der Film international nur knapp 10 Millionen Dollar ein, obwohl er in über 30 Ländern gestartet ist.
      Davon lief er in Frankreich mit knapp 1 Millionen Dollar Umsatz noch am besten.

      In Deutschland kamen knapp 200 000 Dollar zusammen, was in etwa nur knapp 20 000 Besucher entsprechen dürfte.

      KBBSNT schrieb:

      Auch international floppt der Film


      Am ersten Wochenende spielte der Film international nur knapp 10 Millionen Dollar ein, obwohl er in über 30 Ländern gestartet ist.
      Davon lief er in Frankreich mit knapp 1 Millionen Dollar Umsatz noch am besten.

      In Deutschland kamen knapp 200 000 Dollar zusammen, was in etwa nur knapp 20 000 Besucher entsprechen dürfte.


      Gestern im Kino waren keine 20 Leute im Saal. Schade, dass der Film so untergeht an den Kassen. :(
      1. Rascal Does Not Dream of Bunny Girl Senpai 2. Star Wars: Visionen 3.Two Car: Racing Sidecar 4. Yasuke (Netflix) 5. Haganai: I Don't Have Many Friends

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Tomtec“ ()

      Das ist echt schade, der Film hätte ein richtig gutes Einspiel verdient. Für mich einer der besten Scott-Filme seit langer Zeit.
      Mein Filmtagebuch



      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

      Ich werde heute Abend auch noch ein paar Euro beisteuern. Aber ja, selbst wenn mir der Film gar nicht zusagen sollte, ist ein solch schlechtes Ergebnis schade, wenn auch nicht ganz überraschend im Hinblick auf die namensstarke und dominante Konkurrenz.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase



      - The Last Duel

      Ridley Scott hat eine Liebe für Historienfilme, ein Genre, mit dem ich mich persönlich öfter mal schwer tue und daher gerne einen größeren Bogen darum mache, wenn mir sowas über den Weg läuft. Und das ist ein unglücklicher Umstand, wenn man Scott so sehr bewundert, wie ich, was der Grund dafür ist, dass ich mich doch immer wieder darauf einlasse, wenn er mit einem neuen Film in dieser Kategorie aufwartet. Da kommen manchmal unglaubliche Enttäuschungen dabei heraus, wie das träge Kingdom of Heaven oder der freudlose Exodus: Gods and Kings (ich werfe den trotz seiner Fantasyeinlagen jetzt einfach mal in dieselbe Schublade). Und ab und zu zaubert er sowas wie The Last Duel auf die Leinwand, das zwar viel zu lang geraten ist, mit dem Scott aber seine wohl interessanteste Geschichte seit seinem brillanten Martian erzählt.

      Ein Projekt, das sich über ein Jahrzehnt in der Entwicklungshölle aufgehalten hat, hat The Last Duel Regisseure wie Martin Scorsese oder Francis Lawrence beschäftigt, bis 20th Century Studios endlich den britischen Meister anheuern konnte, um auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Basierend auf einem Drehbuch von Nicole Holofcenter, in Kollaboration mit Matt Damon und Ben Affleck (die auch zunächst die Hauptrollen im Film übernehmen sollten), erzählt der im mittelalterlichen Frankreich spielende Film die Geschichte zweier alter Freunde, Jean de Carrouges und Jacques Le Gris, die sich ein Duell auf Leben und Tod liefern, nachdem Jeans Frau Marguerite Letzteren beschuldigte, sie vergewaltigt zu haben.

      Erzählt wird der Film in drei Kapiteln aus drei verschiedenen Sichtweisen (Ehemann – Täter – Opfer), was ein aus meiner Sicht sehr passendes Modell ist für diese Art Geschichte, werden Fälle von Vergewaltigungen im Speziellen (und von Gewalt gegen Frauen im Allgemeinen) eigentlich fast immer aus der Sicht von männlichen Tätern erzählt, die die Narrative kontrollieren und sich damit einen oft nicht wieder aufzuwiegenden Vorteil ergattern. Opfer nehmen dabei oftmals eine zweite oder dritte Position ein, als wären sie nur Beiwerk eines Verbrechens, das an ihnen begangen wurde. Das macht die Platzierung von Marguerites Kapitel am Ende der Geschichte nicht nur symbolträchtig. Es ist auch erzählerisch eine geschickt platzierte Richtigstellung von Beurteilungen außenstehender Dritter, die sich einreden, die Echtheit eines Sexualverbrechens beurteilen zu können, weil man sich eine eigene, künstliche Logik zurechtgelegt hat. The Last Duel erzählt damit eine Geschichte, die über 600 Jahre alt ist und thematisch nicht aktueller sein könnte, ist unsere rechtliche Herangehensweise an solche Verbrechen mittlerweile doch (zum Glück) gewachsen, aber die Art, wie wir Opfer behandeln und sie ansehen, zu oft noch tief in der Vergangenheit stecken geblieben.

      Matt Damon spielt Jean de Carrouges, der sich als liebenden und führsorglichen Ehemann sieht und keine Wahrnehmung dafür hat, wie kalt und gebieterisch er mit seiner Frau umgeht. Adam Driver, der die Rolle des Jacques Le Gris übernimmt (die ursprünglich von Affleck selbst hätte gespielt werden sollen und der stattdessen eine kleinere Nebenrolle im Film übernommen hat), gibt seinem Part eine fast unschuldige, bubenhafte Sympathie mit, die er durch fein gefilterte Arroganz und seinem jägerischen Blick dahingehend manipuliert, dass man sich als Zuschauer wahrlich an ihm anstößt. Das wirkliche Highlight des Films allerdings ist Jodie Comer: Ich wusste zunächst nicht so recht, was ich mit ihrem passiven Schauspiel anfangen sollte. Nach und nach – und spätestens, wenn wir in ihrem Kapitel ankommen – aber wird klar, dass hinter der etwas steinernen Fassade eine kalkulierende Vorsicht steckt, die über Jahre darauf antrainiert war, ihrem temperamentvollen Ehemann nicht in die Quere zu geraten. Das entlastete Lächeln, die Erleichterung, wenn sie auf ihrem Anwesen getrennt ist von ihrem Gatten, sowie die feinsten Nuancen, die sie von der einen perspektivischen Erzählung zur nächsten darlegt – Comer zeigt einige der klügsten schauspielerischen Entscheidungen, die ich seit Langem gesehen habe und ihre oscarreife Darstellung im letzten Drittel des Films hat die repetitive Erzählung sprichwörtlich vor dem Absaufen gerettet und paukenschlagmäßig meine Aufmerksamkeit zum richtigen Zeitpunkt wieder zurückgeholt.

      Drehbuchtechnisch leidet der Film leider unter fehlender Disziplin und springt gerade im ersten Teil zu sehr in der Gegend herum, ohne sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, wodurch der Film weniger kompakt ist, als er hätte sein sollen. Inszenatorisch ist er solide und routiniert, was aber nicht unbedingt ein Kompliment ist. Der triste grau-blaue Farbfilter, der über den Film gelegt wurde, ist zwischenzeitlich reichlich ausgelutscht. Ebenso wenig originell wirken die zahlreichen und teilweise überflüssigen Schlachtenszenen, die zwar handwerklich ordentlich gemacht sind, die man aber halt doch schon unzählige andere Male irgendwo anders (besser) gesehen hat, zum Teil in Scotts eigenen Filmen. Sir Ridley ist die womöglich fleißigste Arbeiterbiene Hollywoods und kurbelt kompetent eine Großproduktion nach der Anderen herunter, ohne dass ihm die Puste auszugehen scheint. The Last Duel ist kein Meisterwerk – er ist zu lang, wiederholt sich zu oft, ohne vorwärts zu gelangen. Aber er wird getragen von einer starken Besetzung und erzählt eine wichtige Geschichte, bei der die Schläge landen, wenn sie landen müssen. Und somit weiß der Film auch in seinen langatmigsten Momenten zu unterhalten.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase



      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Data“ ()

      Primat schrieb:

      Ich hab das Kino vorzeitig verlassen. Matt Damon hat den an sich ganz guten Film einfach getötet. Meine Theorie ist, dass Matt Damon die Frau des Cutters gebumst hat und dieser aus Rache die technischen Proben von Matt Damon reingeschnitten hat, wo er absolut null spielt.


      'You Can’t Kill the Boogeyman!'

      Primat schrieb:

      Ich hab das Kino vorzeitig verlassen. Matt Damon hat den an sich ganz guten Film einfach getötet. Meine Theorie ist, dass Matt Damon die Frau des Cutters gebumst hat und dieser aus Rache die technischen Proben von Matt Damon reingeschnitten hat, wo er absolut null spielt.


      Du gehörst eigentlich ausgepeitscht für so eine Aktion. ^^ ;)
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      Der siebte Samurai schrieb:

      Wars das jetzt fürs scott?

      Manche erholen sich nie von sowas

      Scott hat schon ganz andere Rohrkrepierer überlebt. Oder erinnert sich hier noch jemand an "The Counselor", "Ein Gutes Jahr", "Tricks" oder "Die Akte Jane"? :P

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
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      Das entschuldigt natürlich nicht seine vergangenen Flops, aber aktuell list es keine Kunst, am Box Office baden zu gehen, wenn man sich die gleichzeitig laufende Konkurrenz ansieht. Zu anderen Zeiten wäre The Last Duel vielleicht kein MCU-vergleichbarer Kassenschlager geworden. Aber ein bisschen ein besseres Einspiel hätte ich ihm absolut zugetraut.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase



      Und nicht zu vergessen seine beste schauspielerische Leistung in Team America.
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      Okay, ein paar Zufallstreffer hat Matt "One-Face" Damon tatsächlich. Stimmt. Aber seit 10 Jahren ist er einfach over. Und wenn man so lustlos durch The Last Duel wandert, dann zieht das einfach meinen Hass auf sich. Übrigens hat er dort einen Franzosen aus dem 14. Jahrhundert gespielt und KEINEN amerikanischen Rapper! Auch wenn es so wirkt.