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Nosferatu in Venedig

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    Es gibt 4 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Olly.

      Nosferatu in Venedig

      NOSFERATU IN VENEDIG



      Nosferatu a Venezia (1988 )

      Laufzeit : 89 min
      Land : Italy
      FSK : 18
      Regie : Augusto Caminito, Mario Caiano

      Besetzung :

      Klaus Kinski (Nosferatu)
      Christopher Plummer (Professor Paris Catalano)
      Donald Pleasence (Don Alvise)
      Barbara De Rossi (Helietta Canins)
      Yorgo Voyagis (Dr. Barneval)
      Anne Knecht (Maria Canins)



      Professor Catalano (Christopher Plummer) fühlt sich geehrt, von der jungen, attraktiven Adeligen Helietta (Barbara de Rossi) zum Karneval 1988 in ihren Palazzo in Venedig geladen zu sein. Als Kapazität auf dem Gebiet des Okkultismus brennt er darauf, endlich den Fluch zu bannen, der auf ihrer Familie lastet. Nosferatu der Fürst der Dunkelheit (Klaus Kinski) hat vor Jahrhunderten eine schöne Vorfahrin in sein Schattenreich entführt. Catalano öffnet den schweren Sarkophag im Keller. Damit beginnt eine Serie grauen voller Ereignisse. Der ruhelose Wanderer durch die Zeit, der durch Jahrhunderte vom warmen Blut junger Zigeunerinnen gezehrt hat, kehrt zurück. Er kann nur Frieden finden, wenn ihn eine Jungfrau wirklich liebt. Ihm begegnet Maria, die jungfräuliche Schwester Heliettas. Kann sie dem Todesbiss entgehen, der sie in der schwarzen Gondel voll Blut, zu Flitterwochen in die Ewigkeit entführen soll ?!


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      Der vorletzte Film von Klaus Kinski in seiner langen Karriere. Und gleichzeit das Zusammentreffen dreier Altstars : Kinski, Donald Pleasence und Christopher Plummer. Der Film lebt von seinen Stars und der großartigen Kulisse Venedigs. Ansonsten handelt es sich bei "Nosferatu in Venedig" um ein typisches B-Movie, das aber leider viel zu wenig Beachtung gefunden hat. Wer auf ein wenig schräge Vampir-Action steht, der sollte den Streifen ruhig mal antesten. ;)

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      Original von Samo
      Der Film gehört zu der Sorte Film, die ich mir seit 20 Jahren vornehme mal anzukucken aber irgendwie nie dazu gekommen bin.
      Gibt es ja wohl leider nicht auf DVD, und im TV läuft der wohl auch nie?


      Jep, keine deutsche DVD und auch keine TV-Ausstrahlung. Ich muss auch immer wieder mit der VHS-Version vorlieb nehmen. Da kann ich dann aber zumindest zwischen den deutschen, australischen, britischen und amerikanischen Versionen wählen ! :D
      Ausführliches Review zu "Nosferatu in Venedig" :

      Dieser in Italien entstandene Vampir-Streifen kann zumindest unter den Anhängern des Trashfilms als kleines Highlight bezeichnet werden. Obwohl er in den Kinos so gut wie unbeachtet lief, vereinigt er doch alle Elemente, die den sogenannten `Phantastischen Film` auszeichnen. Jedoch kam der Streifen weder bei der Presse noch bei Kinski selbst gut weg. Kinski hatte unter einem dilettantischen Produzenten zu leiden (nachzulesen in seiner dritten Biografie „Paganini“) und musste sich weitestgehend selbst in Szene setzen, da der eigentliche Regisseur kaum mehr als eine Strohpuppe und Handlanger des Produzenten war. Trotzdem ist dabei ein stimmungsvoller Film herausgekommen, der dem Zuschauer zwar allzu blutige Schockszenen erspart, stattdessen aber von dem Mythos ´Nosferatu´ zehrt, und zudem eine verständlich gemachte und interessante Vorgeschichte liefert.

      "Nosferatu in Venedig" handelt von der Wiederauferstehung des untoten Grafen, gespielt natürlich von Klaus Kinski. Der Blutsauger wird mittels einer spiritistischen Sitzung wieder zu neuem Leben erweckt. Die Nachkommin eines alten Adelsgeschlecht will endlich Klarheit über ihre Vorfahren erlangen, beschwört jedoch durch die Sitzung dummerweise aber vielmehr Schrecken und Chaos in Gestalt des uralten Vampirs herauf.

      Nosferatu ist nicht freiwillig ins Leben zurückgekehrt und so verläßt er eher unwirsch und verdammt mies gelaunt seinen vermeintlich letzten Ruheplatz. Nichts wünscht er sich sehnlicher, als endlich und für immer sterben zu können. Das kann er sich jedoch a) durch die erneute Erweckung erstmal abschminken und b) nur durch die reine Liebe einer Jungfrau schaffen. Und wie es die Geschichte so will, findet der Untote die Dame seines Herzens natürlich auch in den Reihen der Adelsfamilie. Doch die beiden Liebenden werden in der entscheidenden Nacht, als sie sich ihm hingeben und erlösen will, von Nosferatus Verfolgern gestört. Dieses Ereignis trägt nicht unbedingt zu einer Verbesserung von Nosferatus Laune bei.

      Einige erfahrene Darsteller tragen sehr zum Gelingen dieses Films bei und gleichen die durchaus vorhandenen Schwächen der Produktion aus. Als erster muss natürlich Kinski genannt werden. Fast ein Jahrzehnt nach Werner Herzogs „Nosferatu – Phantom der Nacht“ ließ er sich erneut überreden, den Blutsauger zu verkörpern. So sieht man ihn nun mit zwar schütterer, aber dafür ellenlanger Haarpracht und wirrem Blick auf spindeldürren Beinchen durch die dunklen und verlassenen Gassen Venedigs geistern. Neben Klaus Kinski wissen noch die Italienerin Barbara de Rossi („Allein gegen die Mafia“) und Altstar Christopher Plummer zu gefallen. Barbara de Rossi ist die Prinzessin, die ihre Vergangenheit nicht ruhen lassen kann und den Vampir zu neuem Leben erweckt. Christopher Plummer verkörpert Catalano, einen Experten auf dem Gebiet der Vampirbekämpfung, so etwas wie einen modernen Professor Van Helsing. Doch auch er ist der Macht Nosferatus auch nicht gewachsen. Mit der Zeit wird Catalano immer klarer, dass sein Kampf gegen den Feind wohl aussichtslos ist, was diesen zu einer folgenschweren Entscheidung zwingt.

      In einer weiteren Rolle als Priester der Adelsfamilie sieht man Donald Pleasence, einen weiteren Altmeister des Horrorfilms. Seine bekanntesten Filme in diesem Genre dürften Dario Argentos „Phenomena“, Carpenters „Die Fürsten der Dunkelheit“ und die "Halloween"-Reihe sein. Die Rolle des Don Alvise ist jedoch leider eine seiner schwächsten Leistungen. Nicht nur die Person, sondern auch die Darstellung durch Pleasence wirkt mehr als lächerlich, Pleasence wirkt irgendwie völlig fehl am Platz und kann seiner Rolle keinerlei Tiefe verleihen.

      Wenn sich die Handlung auch vom Grundaufbau her kaum von anderen Dracula- und Nosferatu-Filmen unterscheidet und die Thematik somit ziemlich ausgelutscht erscheint, gelingt es durch Kinskis Präsenz, dass der Streifen in nachhaltiger Erinnerung bleibt. Natürlich kann "Nosferatu in Venedig" es nicht mit den Klassikern des Genre aufnehmen, dennoch verdient der Film ein bisschen mehr Aufmerksamkeit als es seinerzeit der Fall war. Schon allein auf Grund der phantastischen Location, die eine Stadt wie Venedig bietet, hat der Film mehr als nur einen Blick verdient. Auf eine zwar recht billige, aber dennoch positive Art und Weise verkörpert diese Schauermär den würdigen Schlusspunkt in Kinskis Horror-Akte.

      9/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kinski“ ()

      Severin Films bringt 2021 die US-Blu-ray heraus!

      Mit einer offenbar interessanten Kinsi-Doku in Spielfilmlänge - Creation is Violent: Anecdotes From Kinski’s Final Years.

      Quelle: bloody-disgusting.com/home-vid…nosferatu-venice-blu-ray/

      Bei uns gibt es besser gesagt gab es schon eine DVD. Aber scheinbar mit einer schlechten Bildqualität. Das wäre genau ein Produkt für das geniale Nischen-Label Wicked-Vision. Der legendäre Luigi Cozzi als Second Unit Director. Herrlich. Der könnte bestimmt wie so oft ein 90-minütiges Interview zum Besten geben.
      "Carpenter!"