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Nosferatu - Phantom der Nacht

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    Es gibt 26 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von kinski.

      Original von kinski
      Original von Black
      Max Schreck Version ist kongenial, Herzogs Version ist gut, doch warum ist der Film ab 16?


      Warum sollte er nicht ab 16 sein ? :headscratch:
      Außerdem würde mich interessieren, durch was genau sich bei Deiner persönlichen Bewertung die beiden Filme qualitativ unterscheiden. ;)


      Nach zig Jahren antworte ich mal.
      Ich bin ein Fan von Stummfilmen und Schrecks "stumme" Performance...da sieht man keinen Schauspieler, da sieht man wirklich den Vampir, die düstere Höllengestalt. Kinski spielt den Grafen anders, eine Max Schreck Kopie wäre auch nicht die richitge Richtung gewesen, er spielt ihn mehr als eine tragische Figur auf der die Last der Jahrhunderte liegt. Herzog setzt nicht auf Schockeffekte, er setzt auf die Figuren, was besonders im Bezug auf Kinski wichtig ist.
      Wenn man bei Herzogs Film auch noch erwähnen sollte, ist Bruno Ganz, ein genialer Schauspieler.

      Also heute sage ich: glattes Unentschieden, beide Filme interpretieren den Stoff auf ihre Weise und haben geniale Hauptdarsteller.
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      Original von Black
      Kinski spielt den Grafen anders, eine Max Schreck Kopie wäre auch nicht die richitge Richtung gewesen, er spielt ihn mehr als eine tragische Figur auf der die Last der Jahrhunderte liegt.


      Was aber gerade auch durch die Dialoge erst möglich ist. Etwas, das Max Schreck im Stummfilm logischerweise nicht leisten konnte.
      Original von kinski
      Original von Black
      Kinski spielt den Grafen anders, eine Max Schreck Kopie wäre auch nicht die richitge Richtung gewesen, er spielt ihn mehr als eine tragische Figur auf der die Last der Jahrhunderte liegt.


      Was aber gerade auch durch die Dialoge erst möglich ist. Etwas, das Max Schreck im Stummfilm logischerweise nicht leisten konnte.


      Klar, stimme ich dir vollkommen zu, da ist der Tonfilm mal von Vorteil.
      Puh.

      Gestern Abend im kommunalen Kino gesehen. Sozusagen als vorgezogenes Halloween Special. Ich habe bei dieser Produktion eine sehr geteilte Meinung. Herzog bringt wunderschöne, düstere und fazinierende Aufnahmen in Nosferatu zum Vorschein.

      Z.B. die Mumien am Anfang, der unglaubliche Sonnenuntergang auf dem Bergpass sind nur einige davon. Natürlich sucht die Darstellung von Klaus Kinski seines gleichen. Einfach die perfekte Besetzung für solch ein tragisches Wesen. Und Bruno Ganz zu dem braucht man auch nichts mehr sagen, nach den ganzen Jahren. TOP

      Die andere Seite ist einfach nur dem Film hätte ein kleiner Funken mehr Tempo gut getan. Und nach den ganzen Jahren wirkt er extrem muffig und angestaubt. Ich musste, die ganze Zeit mit dem einschlafen kämpfen.

      Fazit:
      Man muss einfach für Nosferatu - Das Phantom der Nacht in Stimmung sein. Kinski, Ganz und Herzog liefern ein großartiges Kammernspiel ab.

      7/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Tomtec“ ()

      Es ist immer eine schwierige Herausforderung, wenn sich jemand zum Ziel gesetzt hat eine Neuauflage von einem Film zu drehen und besonders, wenn es sich bei dem Original dann auch noch um einen Kultfilm oder aber ein Werk von höchster historischer Bedeutung handelt. Die Gefahr des Scheiterns ist sehr hoch und nach dem betrachten von Herzogs Remake muss ich sagen, dass es ihm nicht gelungen ist dem Klassiker von 1922 irgendwelche neuen Facetten hinzuzufügen was eine Neuverfilmung hätte rechtfertigen können.

      Was gleich zu Beginn auffällt ist die unglaubliche Entschleunigung des Geschehens mit der hier vorgegangen wird. Ich habe nichts gegen langsame Bildsprache und wenn ich da z.B. an Filme wie Straight Story oder Stalker denke die ebenfalls über weite Strecken der Laufzeit ein eher langsames Tempo an den Tag legen, gibt es durchaus einige filmische Highlights die diesen Ansatz in eine Stärke umwandeln können, sodass man sich eigentlich den betreffenden Film gar nicht mehr anders vorstellen kann. Doch diese Filme haben viele andere Pluspunkte, welche sich gut in das Erzähltempo einfügen. Bei Herzogs Film sieht aber dazu im Vergleich eher düster aus. Behäbig hangelt sich der Film von Szene zu Szene und man möchte Herzog zurufen, dass er doch wenigstens ein ganz kleines bisschen die Geschwindigkeit mal anziehen möge. Was mir zudem ziemlich seltsam vorkam, war die Entscheidung die Figur von Bruno Ganz extrem farblos in Szene zu setzen. Ich kann nicht wirklich nachvollziehen wie man auf die Idee gekommen ist die Hauptfigur des Films von einem aufgeweckten und einigermaßen realistisch agierenden jungen Mann in das komplette Gegenteil zu verkehren indem man nun eine wahre Schlaftablette präsentiert und Ganz so langsam und langweilig spielen lässt wie nur möglich. Wüsste ich nicht was Bruno Ganz leisten kann ( unter anderem überragende Darstellung in Der Untergang ), so hätte ich nach diesem Film ein eher nicht so positives Bild von ihm, um es mal vorsichtig auszudrücken. ;)

      Doch es gibt auch einige wenige positive Aspekte zu nennen. So ist die Musik eine deutliche Steigerung gegenüber dem Original und, wie sollte es bei einem Herzog Film auch anders sein, Klaus Kinski gibt mal wieder alles. Seine Darstellung passt einfach perfekt, da, sobald er in einer Szene erscheint, sofort alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Beeindruckend wie man bei der Figur jederzeit diese unterdrückte Gefahr spürt ( trifft zwar auch auf Kinski persönlich zu, aber ich rede jetzt von der Filmfigur^^ ) und als dann kurz nach der Ankunft der Hauptfigur im Schloss der Vampir
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      angesichts des Blutes sich erst versucht zurückzuhalten, um dann den Kampf gegen seine Gefühle doch zu verlieren und in einer kurzen aber heftigen Reaktion sein wahres Wesen offenbart, ehe er sich wieder unter Kontrolle bekommt,
      ist das von Kinski grandios gespielt - besser hätte man das nicht machen können. Da bekommt man eine Kostprobe von seinem Talent. Ziemlich bitter das ich bis jetzt noch keinen Film mit ihm in der Hauptrolle gefunden habe, der es wert wäre in die Sammlung aufgenommen zu werden. Hm, vielleicht sollte ich nach einigen Jahren Abstand doch nochmal den Versuch mit Fitzcarraldo wagen ( war der einzige Film von Herzog/Kinski der mich nicht komplett enttäuscht hat und eine Dschungel-Atmosphäre geht ja eh immer ). :gruebel: Aber zurück zum Remake. Es ist möglich das die Ehrfurcht vor dem Klassiker zu groß war, um beim Dreh neue bzw. radikalere Wege zu beschreiten, weil viele Entscheidungen wenig durchdacht wirken und die neuen Segmente im Film, welche es im alten Werk nicht gab, sich komischerweise nicht recht in die Handlung einfügen wollen. Mir erschließt sich der Mehrwert hinter vielen Einstellungen nicht (
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      ​​​​​​​das junge Paar wandert am Strand entlang und unterhält sich noch einige Zeit; ein Zigeunerlager wird in die Handlung integriert usw.
      ). Leider eine vergebene Chance.


      Schlechter als das Original und nicht wirklich empfehlenswert.


      06/10

      Snow schrieb:

      Beeindruckend wie man bei der Figur jederzeit diese unterdrückte Gefahr spürt ( trifft zwar auch auf Kinski persönlich zu, aber ich rede jetzt von der Filmfigur^^ )


      Das war auch das beste am ganzen Film, das Kinski diese unterdrückte latente Bedrohung genial rübergebracht hat....
      Und zum zweiten Teil des Satzes: Volltreffer :uglylol:
      Stiller Beobachter......

      Snow schrieb:

      Es ist möglich das die Ehrfurcht vor dem Klassiker zu groß war, um beim Dreh neue bzw. radikalere Wege zu beschreiten, weil viele Entscheidungen wenig durchdacht wirken und die neuen Segmente im Film, welche es im alten Werk nicht gab, sich komischerweise nicht recht in die Handlung einfügen wollen.


      Für mich ist eher das Gegenteil der Fall: Viele Entscheidungen sind für meinen Geschmack zu viel durchdacht worden, was aber irgendwie ein typisches Merkmal bei Herzog ist. Er ist schon ein ziemlicher Perfektionsfetischist und steht sich damit nicht selten selbst im Weg. In "Nosferatu" wird das wett gemacht durch die Optik und die Darstellungen von Kinski und Bruno Ganz (dessen Schlichtheit für mich einfach ein ganz bewusst gewähltes Stilmittel für seine Rolle ist).