State of Play - Stand der Dinge

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    Es gibt 46 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Steff81.

      Also irgendwie - und das hab ich mir schon gedacht, als ich das erste Mal den englischen Trailer gesehen hab - ist die Rollenverteilung hier falsch. Ich würde Crowe viel eher den Abgeordneten, und Affleck viel eher den Reporter abkaufen... Weiß auch nicht wieso...
      counter: 337
      "Hello again | friend of a friend | I knew you when | our common goal | was waiting for | the world to end." The Clash at Demonhead
      Nach langer Zeit habe ich mich nun "getraut" den Trailer anzusehen.
      Und ich sollte mich jetzt wohl als Hellseher beim Supertalent bewerben, denn meine schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden! 8o

      Na schön, na schön, na schön, ich war ja bereits von Beginn an nicht gut auf den Film zu sprechen, denn wenn Hollywood anfängt einen erstklassischen (BRITISCHEN!!!) BBC-Streifen zu kopieren, der zudem auch noch von meinem potterianischen Regieliebling David Yates stammt, dann kann theoretisch nichts Gescheites dabei heraus kommen.

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      1. Die Besetzung!
      Eigentlich bin ich ja Atheist, aber hie entfuhr mir dennoch ein lautes "Oh Gott!", denn wusste da echt nicht, ob ich weinen oder lachen sollte.
      Als Kenner und Fan des Originals wusste ich ja um den alten Cast und der war einfach wundervoll! Bill Nighty als grantiger Chefredakteur (mit gern politisch unkorrektem Humor) wird im Remake - und jetzt aufgepasst! - WEIBLICH, grantig, aber irgendwie auch politisch korrekt!
      Mein ehemaliger Liebscharakter in Form des Reporters Cal (im Original John Slimm) wird nun von Russle Crowe gespielt! Urgs! Das ist ja wohl nicht nur optisch ein Unterschied wie Tag und Nacht!
      Der nächste in der Reihe ist da Stephen Collins (vormals von David Morrissey gespielt), der jetzt von Milchbubi Ben Affleck dargestellt wird. Ich halte Affleck ja für alles, aber gewiss nicht für einen grandiosen Schauspieler und Collins Figur ist alles andere als "simpel".
      Und James McAvroys Rolle als schwuler Korrespodent und Sohn des Chefredakteurs scheint vollends aus dem Film gefallen zu sein. Kann man ja schließlich den prüden Amerikanern auch nicht zumuten!

      2. Handlung & Orte
      Wenn Hollywood einen britischen Polit-Thriller remaked dann wäre es natürlich fatal ihn in London spielen zu lassen! Also Set gepackt und nach Washington DC verschoben! Soweit so gut!
      Und da es dort bekanntlich keine Metro gibt wird die Sekräterin eben irgendwo im toten Winkel einer Kamera erschossen anstatt fachgerecht auf die Gleise der U-Bahn geschubst.
      Okay, wollen wir nicht so sein. Tot ist schließlich tot.
      Was mich im Trailer viel mehr gestört hat war die Tatsache, dass man Yates düsteren Politthriller an allen Ecken und Enden in die hollywoodsche "Pimp up my Remake"-Werkstatt gekarrt zu haben scheint und fachgerecht sämtliche Kanten der Figuren abgeschliffen hat. Damit auch ja alles korrekt und vor allem edel aussieht.
      Die nötige Düsternis erzeugt man dann mit Len-Wisemanischem Blaufilter! Tja, also Yates schafft das allein durch intensive Bildkonstruke, ganz ohne Blaufilter. Kameratechnisch offenbarte sich hier aber bloß hollywoddsches Mittelmaß - technisch perfekt, aber ohne Substanz.
      Das Original lebte vorrangig von seiner realitischen Atmosphäre, den Bilder und den tollen Charakteren, die jedoch erst durch Ecken und Kanten so toll wurden - aber in Hollywood kann man sowas natürlich nicht bringen. Und wenn einer der Profiler dann auch noch schwul ist (und eine der Hauptrollen in einem Mainstream-Politthriller spielt) dann muss er erst Recht rausgeschnitten werden!
      Denn die Story des Films war zwar spannend, aber dennoch stellenweise vorrausschaubar. Die Charaktere - sprich der BRITISCHE Cast - und Yates' tolle Regie haben Abotts Drehbuch erst den richtigen Pepp gegeben. Aber selbst Abott durfte jetzt nur noch produzieren.

      Insofern: Ich fürchte sie haben David Yates getötet!


      Vielleicht lasse ich da aber auch bloß den 1:1-Fanatiker raushängen, weil ich das Original so toll fand. Alles im Rahmen des Möglichen. :D

      Im Kino kommt mir der Film nicht in die Tüte. Auf DVD vielleicht, wenn ich mal in eine sadomasoschistische Phase geraten sollte. :P

      Ach ja, zum Original gehts hier: imdb.com/video/screenplay/vi1032519961/


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      Bei "State Of Play" handelt es sich um eine Verfilmung einer gleichnamigen, aus sechs Folgen bestehenden Mini-Serie aus Großbritannien. Zwar wurde einiges aus der Serie abgeändert, das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Die Besetzung des intelligenten Thrillers kann sich wirklich sehen lassen: Da wären zum Beispiel Oscar-Preisträger Russell Crowe ("Gladiator", "A Beautiful Mind"), Oscar-Preisträgerin Helen Mirren ("The Queen") oder Ben Affleck - nur um die bekanntesten Namen zu nennen. Die Geschichte wird spannend und in einem guten Tempo erzählt. Aber dennoch hat der Film gewissen Längen und zieht sich an mancher Stelle. Das ist übrigens auch der einzige Nachteil des Films. Gelegentlich wird ein cooler oder witziger Spruch fallengelassen, um die ernste Stimmung etwas aufzulockern. Allen voran Jason Bateman als bisexueller Dominic Foy sorgt - direkt oder indirekt - für den ein oder anderen Lacher. Darüber hinaus ist es sehr empfehlenswert, den ganzen Film über wachsam zu sein, damit man am Ende auch ja nicht die Wendung verpasst und diese vor allem versteht. Bei einigen Kinobesuchern könnte sich sonst ein kleines Fragezeichen über dem Kopf bemerkbar machen.

      "State Of Play" ist ein super besetzter Thriller, bei dem man wirklich keine Minute unkonzentriert sein darf, um den Faden nicht zu verlieren. Trotzdem hat auch dieser Thriller seine Schwäche: Er zieht sich!

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2:
      8/10 Druckausgaben
      Original von -=Zodiac=-
      Original von patri-x
      ...Da wären zum Beispiel Oscar-Preisträger Russell Crowe ("Gladiator", "A Beautiful Mind"), Oscar-Preisträgerin Helen Mirren ("The Queen") oder Ben Affleck -...


      Ebenfalls Oscar-Preisträger... wollt's nur mal so ergänzen...

      genau genommen aber für seine leistung am schreibpult und nicht vor der kamera.
      Original von kane
      Original von -=Zodiac=-
      Original von patri-x
      ...Da wären zum Beispiel Oscar-Preisträger Russell Crowe ("Gladiator", "A Beautiful Mind"), Oscar-Preisträgerin Helen Mirren ("The Queen") oder Ben Affleck -...


      Ebenfalls Oscar-Preisträger... wollt's nur mal so ergänzen...

      genau genommen aber für seine leistung am schreibpult und nicht vor der kamera.


      Danke :goodwork:
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      Original von kane
      Original von -=Zodiac=-
      Original von patri-x
      ...Da wären zum Beispiel Oscar-Preisträger Russell Crowe ("Gladiator", "A Beautiful Mind"), Oscar-Preisträgerin Helen Mirren ("The Queen") oder Ben Affleck -...


      Ebenfalls Oscar-Preisträger... wollt's nur mal so ergänzen...

      genau genommen aber für seine leistung am schreibpult und nicht vor der kamera.


      Oscar ist Oscar... :P
      Für mich eine der positiven Überraschungen des bisherigen Jahres. Intelligent, anspruchsvoll und für mich (im Gegensatz zu manch anderen auch im Kino) keine Sekunde ziehend. Verglichen mit anderen Filmen dieser Art (Die Unbestechlichen, Michael Clayton) gefiel mir besonders, dass man der Handlung jederzeit auch als Laie leicht folgen konnte, so aber dennoch kein bisschen Niveau hergeschenkt wurde.
      Schauspielerisch natürlich sehr gut. Russel Crowe spielt sich jetzt nicht die Seele aus dem Leib, aber er überzeugt, genauso wie McAdams. Ganz besonders hervorheben muss man (wie schon erwähnt wurde) Jason Bateman. Unfassbar geiler Auftritt :goodwork:
      Schön auch das flotte Tempo mit vielen Schnitten, die eine dichte Atmosphäre entstehen lassen und der spannende Score, der gerade, wenn das Tempo mal anzieht hervorsticht.

      Fazit: Wer wendungsreiche Plots in politischen Thrillern mag oder ganz allgemein Filme über Journalisten als Cops mag, macht hier mit Sicherheit keinen Fehler.

      9/10


      "I demand that a film either expresses the joy of making cinema or the agony of making cinema. I am not accepting anything in between at all" - Francois Truffaut
      Toller Thriller, genauso habe ich mir den Film auch in etwa vorgestellt. Sehr spannend, sehr interessant und überzeugende Darsteller, auch wenn die Rollen nun nicht sooo anspruchsvoll waren, dafür gibt es keinen Oscar, aber gut waren sie wirklich irgendwie alle.
      Ben Affleck habe ich zunächst nur am Kinn erkannt :D.
      Der Score passte auch wunderbar zur Atmosphäre, und gezogen hat sich der Film für mich jedenfalls nicht.
      Kleines Manko ist allerdings, dass ich ihn teils mit Dialogen überladen fand. Die komplexe Geschichte fand ich wirklich gut, da sie auch intelligent war, und die Twists nicht aufgesetzt wirkten, aber bei einem 6-Teiler stelle ich es mir einfacher vor zu folgen. Ich habe nun mal manchmal meine Konzentrationsschwächen, und war eben deswegen manchmal unaufmerksam, was der Film einem nicht ganz so verzeiht.
      Vielleicht muss ich ihn einfach nochmal irgendwann sehen, auf DVD oder so.

      Ansonsten auch für mich eine große, positive Überraschung :goodwork:

      9 Punkte
      Break through the surface and breathe.
      Ein toller Film, der spannend ist von Anfang bis Ende. Nach dem Trailer hatte ich nicht unbedingt das Verlangen, mir den Film im Kino anzusehen. Mein Bruder hat mich dann aber doch überzeugt. Diese Entscheidung habe ich nicht bereut. Die Story und die Darsteller sind hervorragend. Zudem gibt es im Film einige überraschende Wendungen, die ihm dadurch auch mehr Tife und Glaubwürdigkeit geben. Einzig den Schluß habe ich nicht ganz verstanden. Kann mir den jemand erklären?

      9/10
      Obwohl ich ihn eigentlich nicht im Kino ansehen wollte habe ich ihn nun doch gesehen.


      Wenn ich höre das Hollywood einen früheren TV-Film meines britischen Regielieblings David Yates remaked, dann werde ich naturgemäß sehr misstrauisch und erwarte wenig bis nichts.
      Und Regiesseur Kevin McDonald ("Der letzte König von Schottland") hat wahrlich alles für die Bestätigung dieses Misstrauens getan.
      Okay, ich will nicht unfair sein. Das Original von David Yates und James Abott ging stattliche 310 Minuten, weshalb es dort nicht nur mehr Charakterisierung und Hintergrundinformationen gibt, sondern auch schlichtweg mehr Handlung an sich.
      Die Hintergrundgeschichgte wurde für das Kinoremake auf knappe 120 Minuten zusammengekürzt. Das wäre auch absolut kein Problem gewesen, wenn die Inszenierung nicht so furchtbar spannungs- und seelenlos wäre, dass einem diese 2 Stunden wie die doppelte Laufzeit vorkommen. Tatsächlich ist das das erste Mal seit Jahren gewesen, dass ich beinahe im Kino eingeschlafen wäre.
      Zudem wurde stellenweise versucht den Inszenierungsstil von David Yates zu kopieren, ohne jedoch dessen eindringliche Intensität zu erreichen. Ganz im Gegenteil.
      Hinzu kommt, dass die größte Stärke des Originals völlig ignoriert wurde: Die Charaktere! "State of Play" lebte vorrangig von den Beziehungen der zerissenen Hauptfiguren und deren Charme. Wobei hinzuzufügen sei, dass einige Figuren einfach in emanzipierte Frauen umgewandelt wurden, weil ihre männlichen Gegenstücke aus dem Original beim US-Publikum wohl sonst einen Kulturschock ausgelöst hätten.
      Spoiler anzeigen
      So wurde aus dem zynischen Chefredaktuer - einst von Bill Nighty gespielt - eine Frau, die zwar reichlich bissig ist, aber in keiner Weise den Charme ihres männliches Vorgängers hat. Oder Cals schreibende, junge, unerfahrene Mitstreiterin, die im Original noch - in Form von James McAvroy - der schwule Sohn des Editors war.

      Man kann mir nun sicherlich oberfläschlichen 1:1-Fanatismus vorwerfen und wahrscheinlich hätte man Recht, wenn der Inhalt der Vorlage nicht verzerrt worden wäre. Und da kann ich es noch verschmerzen,
      Spoiler anzeigen
      dass es anstelle von bösen Ölkonzernen nun böse Sicherheitsorganisationen gibt, die mit dem Irak-Krieg Geld machen.


      Sieht man den Film als eigenständiges Werk und nicht als Remake wird der Film jedoch trotzdem nicht besser, da er auch ohne den Vergleich zur Vorlage in seiner Inszenierung versagt. Spannung will sich einfach zu keiner Minute wirklich aufbauen. Stattdessen überlässt der Film den Zuschauer streitenden Redaktueren und noch viel streitsüchtigeren Politikern im geschniegelten und gebügelten Anzügen. Und dadurch, dass der Film die Figuren sehr oberflächlich hält verkommen viele der Wortduelle zur Wortklauberei.

      Aber es gibt auch ein paar positive Sachen, wie z.b. den gut aufgelegten Cast - allen vorran Russle Crowe -, der den Film aber auch nicht zu retten vermag.
      Hervorzuheben ist da dann nur noch das Outro, in dem der Weg vom gepinselten Artikel bis zur fertigen Zeitung im Druck gezeigt wird.

      Zurück bleibt ein Politthriller, der sich zieht wie Kaugummi und nie die Klasse seiner Vorlage erreicht. Deshalb empfehle ich jedem das britische Original von 2003!

      3,5/10 Sonderausgaben


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „DarkWizard“ ()

      Mal einen unvoreingenommener Beitrag:

      Mir gefiel State Of Play ausserordentlich. Es lag hauptsächlich an der Figur von Cal McAffrey (Crowe) der mit seiner selbstreflexiven, leicht selbstironischen Art sehr gefiel. Sein persönlicher Bezug zu der Story, seine Gradwanderung zwischen professionellem Journalismus und seiner Verantwortung als Freund, sein Stil als alter journalistischer Hase der einen ambivalente Beziehung zu den neuen Medien pflegt. alles zusammen machten ihn zu einem faszinierenden, lebendigen und einzigartigen Charakter. Eine Seltenheit heutzutage.

      Der Fall an sich war spannend und liess einem angenehm im Dunkeln tappen. Das Ende war für mich nicht vorhersehbar und hinteliess einerseits einen enttäuschenden aber gleichzeitig auch einen äusserst befriedigenden Eindruck (enttäuschend weil ich mich auch mit der offensichtlichen Auflösung zufrieden gegeben hätte)
      Befriedigend weil die Feindbilder und Moralvorstellungen am Ende auf den Kopf gestellt werden und wieder die schöne alte Frage aufgeworfen wird inwiefern der Zweck die Mittel heiligt. Schwarz erscheint umgeben von Grautönen nicht mehr so bedrohlich.
      Aber der Fall war nur ein Aspekt, die Beziehungen der Charaktere waren das spannendste , denn wie gesagt. State Of Play gibt sich nicht damit zufrieden zwischen richtig und falsch zu urteilen, schmerzliche Ironie ist das treffende Schlagwort.

      Die Schlusscredits gefielen auch mir sehr. Erinnerte in ihrer Art dem Intro von Lord Of War, nur nicht ganz so abgrundtief sarkastisch.

      8/10
      Signatur lädt...
      Also ich weiss nicht so recht, bin mir nicht sicher ob er mir jetzt gefallen hat oder nicht. Hab ihn mir heute früh nach dem aufstehen angesehen und obwohl ich ausgeschlafen war wär ich teilweiser gerne wieder eingepennt. State of Play gehört für mich zu den Filmen mit vielen Höhen und Tiefen. Zwischendrin wird er immer wieder spannend aber dann immer wieder echt langatmig obwohl das Thema im Film doch recht interessant ist.