Frankenstein (Guillermo del Toro)
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Es gibt 130 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Gambit.
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Kiddo schrieb:
Letztlich hat sich mir eine Frage hier zum x-ten Mal gestellt, dafür kann aber der Film nicht: warum muss das Monster von Frankenstein aus mehreren Leichen zusammengebastelt werden? Es wäre soviel einfacher, einen frisch verstorbenen Menschen im ganzen wiederzubeleben. Das hat für mich noch nie einen Sinn ergeben...
Dann bin natürlich ausgerechnet ich es, der hier neunmalklug daherkommt.
Also: Es geht in der Story bzw. ihrer Bedeutung darum, neues Leben zu erschaffen. Eine Wiederbelebung einer bereits toten Person 1:1 wäre genau das: Nur eine Wiederbelebung. Ein "Untoter" aber nichts "Neues". Das wäre, als würde man einen Text einfach nur kopieren - doch Frankenstein will selber Leben schaffen, einen neuen Text schaffen bzw. schreiben. Kernpunkt ist also tatsächlich, eine Form von Kreation darzustellen, anstatt einfach nur "hol den toten Olli noch mal aus der Leichenschau". Dahinter steckt natürlich die Annahme, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Und natürlich kann man nun über die Definition von "Leben" streiten aber das ist der Sinn dahinter.
"You're fighting a war you've already lost."
"Well, I'm known for that."
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GregMcKenna schrieb:
Kiddo schrieb:
Letztlich hat sich mir eine Frage hier zum x-ten Mal gestellt, dafür kann aber der Film nicht: warum muss das Monster von Frankenstein aus mehreren Leichen zusammengebastelt werden? Es wäre soviel einfacher, einen frisch verstorbenen Menschen im ganzen wiederzubeleben. Das hat für mich noch nie einen Sinn ergeben...
Also: Es geht in der Story bzw. ihrer Bedeutung darum, neues Leben zu erschaffen. Eine Wiederbelebung einer bereits toten Person 1:1 wäre genau das: Nur eine Wiederbelebung. Ein "Untoter" aber nichts "Neues". Das wäre, als würde man einen Text einfach nur kopieren - doch Frankenstein will selber Leben schaffen, einen neuen Text schaffen bzw. schreiben. Kernpunkt ist also tatsächlich, eine Form von Kreation darzustellen, anstatt einfach nur "hol den toten Olli noch mal aus der Leichenschau".
Nein, darum geht es Viktor Frankenstein nicht. Er will kein neues Leben erschaffen: Er will den Tod besiegen – rückgängig machen – umkehren. Das war zumindest seine ursprüngliche Motivation. Was er – wie @Kiddo schon schrieb – auch schaffen könnte, indem er einen toten Körper – ohne ihn aus mehreren Einzelteilen neu zusammenzusetzen – als Ganzen wiederbelebt. Aber Viktor Frankenstein – in seiner Arroganz - will einen Übermenschen kreieren, welcher besser, stärker, klüger, mächtiger, fähiger ist als das, was Gott geschaffen hat. Es ist per se aber kein von Grund auf neu geschaffenes Leben – nur Recyceltes -, weswegen der von dir aufgezeigte Symbolismus imho etwas hakt.
Und was auch ohnehin, wie ich in meinem vorherigen Beitrag schon schrieb, nie Teil der Beschreibung Mary Shelleys war, sondern mehr eine Erfindung von James Whale, vermutlich in erster Linie, um die Kreatur furchteinflößender und morbider zu machen. Und nachfolgende Filmemacher haben sich von dieser Idee dann halt einfach nicht mehr loslösen können oder wollen."I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase -
Data schrieb:
Nein, darum geht es Viktor Frankenstein nicht. Er will kein neues Leben erschaffen: Er will den Tod besiegen – rückgängig machen – umkehren. Das war zumindest seine ursprüngliche Motivation. Was er – wie @Kiddo schon schrieb – auch schaffen könnte, indem er einen toten Körper – ohne ihn aus mehreren Einzelteilen neu zusammenzusetzen – als Ganzen wiederbelebt.
Ich hab das Buch ewig nicht mehr gelesen - aber im Buch ging es ihm schon darum neues Leben zu schaffen, das dem Menschen überlegen ist, wenn ich mich recht erinnere...
Aber ich kann auch falsch liegen, weil es a) lange her ist und b) nicht zu den wirklich starken klassischen Gruselbüchern gehört (ich hatte mal ne Phase, wo ich Dracula, Frankenstein, H.G.Wells, etc. gelesen hab, weil ich die Klassiker alle gelesen haben wollte).
Im Buch erschafft er ja auch Leben - nur wird weder erklärt wie, noch waren zwingend Leichen oder Gewitter notwendig...Ich darf leider nicht zu sehr ins Detail gehen....
Aber das ist meine Signatur....
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joerch schrieb:
Data schrieb:
Nein, darum geht es Viktor Frankenstein nicht. Er will kein neues Leben erschaffen: Er will den Tod besiegen – rückgängig machen – umkehren. Das war zumindest seine ursprüngliche Motivation. Was er – wie @Kiddo schon schrieb – auch schaffen könnte, indem er einen toten Körper – ohne ihn aus mehreren Einzelteilen neu zusammenzusetzen – als Ganzen wiederbelebt.
Ich hab das Buch ewig nicht mehr gelesen - aber im Buch ging es ihm schon darum neues Leben zu schaffen, das dem Menschen überlegen ist, wenn ich mich recht erinnere...
Aber ich kann auch falsch liegen, weil es a) lange her ist und b) nicht zu den wirklich starken klassischen Gruselbüchern gehört (ich hatte mal ne Phase, wo ich Dracula, Frankenstein, H.G.Wells, etc. gelesen hab, weil ich die Klassiker alle gelesen haben wollte).
Im Buch erschafft er ja auch Leben - nur wird weder erklärt wie, noch waren zwingend Leichen oder Gewitter notwendig...
In del Toros Film zumindest ist die Motivation für mich klar:
Spoiler anzeigen Der junge Viktor hat eine starke Bindung zu seiner Mutter, die dann während der Geburt seines Bruders stirbt. Für mich war klar, dass der Film zumindest hier die Motivation für den Charakter findet, den Tod umkehren zu wollen.
Kann man nun sicherlich auch argumentieren, dass dies neues Leben ist - kein Wiederbelebtes -, aber ich kann nicht annehmen, dass dies die Motivation war, anhand der Informationen, die mir der Film gegeben hat. Das Buch selbst müsste ich dazu wahrscheinlich aber auch nochmals in die Hand nehmen."I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David ChaseDieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Data“ ()
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Data schrieb:
In del Toros Film zumindest ist die Motivation für mich klar:
Das der Film das Ziel hat ist ja offensichtlich
Mir ging es da eher um das Buch - da trifft dann die Beschreibung von Greg über weite Strecken zu (auch wenn halt das Argument diverse Leichenteile dann wieder nicht zutrifft).
Bei del Toro ist für mich die Motivation recht klar eher den Tod besiegen. Die Motivation warum diverse Leichenteile ist in meinen Augen, "dann sieht der Humunculus einfach cineastischer und cooler aus", denn er hätte ja auch den Ansatz nehmen können, den auch schon andere Verfilmungen hatten, Leiche A (kräftige Person) Kopf auf, Gehirn Leiche B (schlaue Person) einfügen, Strom drauf, fertig.
Im Buch ist Victor ja eher eine gebrochene, fehlgeleitete Person, im Film finde ich ist er generell einfach ein Unsympath. Da ist die Motivation in meinen Augen einfach "Guck mal wie böse Menschen sind" und das arme Monster muss leiden, was so weit geht, dass Victors Love-Interest nicht vom Monster getötet wird. Auf der einen Seite durchaus mal erfrischend, aber in meinen Augen etwas zu plump umgesetzt. Ich fand den Film halt ganz ordentlich - aber viel mehr auch nicht...Ich darf leider nicht zu sehr ins Detail gehen....
Aber das ist meine Signatur....
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Data schrieb:
Kann man nun sicherlich auch argumentieren, dass dies neues Leben ist - kein Wiederbelebtes -, aber ich kann nicht annehmen, dass dies die Motivation war, anhand der Informationen, die mir der Film gegeben hat. Das Buch selbst müsste ich dazu wahrscheinlich aber auch nochmals in die Hand nehmen.
Meine Antwort bezog sich rein auf das Buch von Shelley, nicht auf den Film von Del Toro. Da hätte ich eventuell präzisieren sollen. Dass meine Aussage im Film eventuell keine Gültigkeit hat, kann sehr gut sein.
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"Well, I'm known for that."
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Warum redet man vom Buch wenn es hier um den Film geht ? @Data seine Erklärung sehe ich genauso. Sehr gut getroffen
Filme nicht nur sehen sondern lesen
Mein Film Blog -
SamTrautman schrieb:
Warum redet man vom Buch wenn es hier um den Film geht ? @Data seine Erklärung sehe ich genauso. Sehr gut getroffen
Es ist ja nicht grundsätzlich falsch über das Buch zu sprechen, bei einer BUCHverfilmung
Man sollte nur sagen, welches von beiden man meint
Und da ist ja wirklich die größte Abweichung zum Buch - ohne das bewerten zu wollen - weils sogar ganz gut ist in diesem Falle finde ich, weil es ja eh schon echt viele Verfilmungen gibt, da mal was anders zu machen... Was aber beide gemeinsam haben (neben der offensichtlichen Story
) - Beiden geht es (auch) um die Frage, wie wird Mensch(lichkeit) definiert. Ich darf leider nicht zu sehr ins Detail gehen....
Aber das ist meine Signatur....
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Das ist alles immerhin halbwegs plausibel aber ich glaube ich sollte das Buch auch einmal lesen zum Vergleich.
Ganz platt gesagt, wenn die Motivation ist, den Tod zu besiegen (so hatte ich das im Film auch verstanden), ist ein Sammelsurium an Körperteilen nicht nötig sondern eine komplette Leiche sollte ausreichen (wie in der grausigen und grausamen Szene in Hörsaal schon angedeutet).
Wenn aber die Motivation die Erschaffung von neuem Leben war, hätte man, wie Joerch schon geschrieben hat, optimalerweise einen "perfekten" Körper mit einem "perfekten" Gehirn koppeln können. Mehr braucht es sich hier nicht.
Am Ende bleibt nur die Optik des Monsters als Grund, was ich zwar nachvollziehen kann, aber doch Recht enttäuschend ist als Erklärung. Zumal del toros Monster für meinen Geschmack zu "ästhetisch" ist... Es wirkt nicht einmal besonders gruselig auf mich, sondern eher wie eine andere Spezies. Die Nähte als solche kann man nicht erkennen, das war bei den vorherigen Versionen besser gelöst.Every life comes with a death sentence.
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GregMcKenna schrieb:
Data schrieb:
Kann man nun sicherlich auch argumentieren, dass dies neues Leben ist - kein Wiederbelebtes -, aber ich kann nicht annehmen, dass dies die Motivation war, anhand der Informationen, die mir der Film gegeben hat. Das Buch selbst müsste ich dazu wahrscheinlich aber auch nochmals in die Hand nehmen.
Meine Antwort bezog sich rein auf das Buch von Shelley, nicht auf den Film von Del Toro. Da hätte ich eventuell präzisieren sollen. Dass meine Aussage im Film eventuell keine Gültigkeit hat, kann sehr gut sein.
Aber dann verstehe ich deine Interpretation ehrlich gesagt noch ein bisschen weniger, denn wie gesagt, war dieses Zusammenschneidern aus verschiedenen Körperteilen ja nie wirklich Teil der Beschreibung Shelleys für Frankensteins Prozess, sondern mehr eine Interpretation von Whales (und vielen nachfolgenden Filmemachern). Oder was habe ich falsch verstanden an deinem Post?"I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase -
Data schrieb:
Aber dann verstehe ich deine Interpretation ehrlich gesagt noch ein bisschen weniger, denn wie gesagt, war dieses Zusammenschneidern aus verschiedenen Körperteilen ja nie wirklich Teil der Beschreibung Shelleys für Frankensteins Prozess, sondern mehr eine Interpretation von Whales (und vielen nachfolgenden Filmemachern). Oder was habe ich falsch verstanden an deinem Post?
(...) Ich besaß die Fähigkeit, Leben zu schenken, doch einen Rahmen für den Empfang mit all seinen Feinheiten von Fasern, Muskeln und Adern vorzubereiten, blieb immer noch eine Arbeit von unvorstellbarer Schwierigkeit und Mühe. (...)
(…) Ich begann mit der Erschaffung eines Menschenwesens. Da die Winzigkeit der Teile meine Geschwindigkeit stark behinderte, beschloss ich entgegen meiner ersten Absicht, das Wesen von gigantischer Statur zu machen, das heißt etwa acht Fuß hoch und entsprechend groß. Nachdem ich diese Entscheidung getroffen und einige Monate damit verbracht hatte, meine Materialien erfolgreich zu sammeln und anzuordnen, begann ich. (...)
(...) Der Seziersaal und der Schlachthof lieferten viele meiner Materialien (...)
Das sind die Zitate aus dem Buch. Aus denen leite ich erstmal ab, dass das Monster aus versch. Teilen zusammengesetzt ist. Jetzt können wir natürlich eine großartige Diskussion starten, welche "Bauteilgröße" wir annehmen: Bein an Torso? Finger an Hand? Oder kleinteiliger, wie etwa einzelne Muskelfasern, Bindegewebe, etc.? Oder interpretierst du die Textstellen anders?
"You're fighting a war you've already lost."
"Well, I'm known for that."
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Kiddo schrieb:
Das ist alles immerhin halbwegs plausibel aber ich glaube ich sollte das Buch auch einmal lesen zum Vergleich.
Ich glaub ich hatte das schon geschrieben hier, aber von den Klassikern, war es das, dass mich am wenigsten gefesselt hat.
Aber ich muss auch sagen - dass es eine ganz ganz kurze Passage im Buch gab - so 2 Absätze lang - in der das Monster Viktor durch ein Fenster beobachtet, die so gut geschrieben waren, dass da in meinem Kopfkino richtig was abging und wenn ich den Film machen würde (was wohl weniger passieren wird), würde die den Ton angeben - weil da auch Irrsinn in den Augen des Monsters usw. so beschrieben werden, dass das Filmisch bestimmt grandios wäre - hat nur irgendwie nie jemand so gemacht, wie meine Vorstellung beim Lesen des Buches dann war...
GregMcKenna schrieb:
Das sind die Zitate aus dem Buch. Aus denen leite ich erstmal ab, dass das Monster aus versch. Teilen zusammengesetzt ist. Jetzt können wir natürlich eine großartige Diskussion starten, welche "Bauteilgröße" wir annehmen: Bein an Torso? Finger an Hand? Oder kleinteiliger, wie etwa einzelne Muskelfasern, Bindegewebe, etc.? Oder interpretierst du die Textstellen anders?
Hast du das ganze Buch gelesen oder "Nur" (kein Vorwurf) Zitate aus dem Netz gesammelt?
Denn aus der Erinnerung (ist aber lange her) ist alles drumherum durchaus so geschrieben, dass es so eine Art vorweggenommene, mit den technischen Gedanken der Zeit natürlich, gentechnische Arbeit sein könnte (wie gesagt - aus der Erinnerung). Das wäre dann durchaus auch ähnlich zur Insel des Dr. Mureau - da gibt es im Schaffensprozess auch enormen Gedankenspielraum.Ich darf leider nicht zu sehr ins Detail gehen....
Aber das ist meine Signatur....
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GregMcKenna schrieb:
Data schrieb:
Aber dann verstehe ich deine Interpretation ehrlich gesagt noch ein bisschen weniger, denn wie gesagt, war dieses Zusammenschneidern aus verschiedenen Körperteilen ja nie wirklich Teil der Beschreibung Shelleys für Frankensteins Prozess, sondern mehr eine Interpretation von Whales (und vielen nachfolgenden Filmemachern). Oder was habe ich falsch verstanden an deinem Post?
(...) Ich besaß die Fähigkeit, Leben zu schenken, doch einen Rahmen für den Empfang mit all seinen Feinheiten von Fasern, Muskeln und Adern vorzubereiten, blieb immer noch eine Arbeit von unvorstellbarer Schwierigkeit und Mühe. (...)
(…) Ich begann mit der Erschaffung eines Menschenwesens. Da die Winzigkeit der Teile meine Geschwindigkeit stark behinderte, beschloss ich entgegen meiner ersten Absicht, das Wesen von gigantischer Statur zu machen, das heißt etwa acht Fuß hoch und entsprechend groß. Nachdem ich diese Entscheidung getroffen und einige Monate damit verbracht hatte, meine Materialien erfolgreich zu sammeln und anzuordnen, begann ich. (...)
(...) Der Seziersaal und der Schlachthof lieferten viele meiner Materialien (...)
Das sind die Zitate aus dem Buch. Aus denen leite ich erstmal ab, dass das Monster aus versch. Teilen zusammengesetzt ist. Jetzt können wir natürlich eine großartige Diskussion starten, welche "Bauteilgröße" wir annehmen: Bein an Torso? Finger an Hand? Oder kleinteiliger, wie etwa einzelne Muskelfasern, Bindegewebe, etc.? Oder interpretierst du die Textstellen anders?
Ich streite nicht ab, dass das eine Interpretationsmöglichkeit ist, sondern eher, dass es das ist, was da explizit steht. Ich bin kein sonderlicher Freund davon, meine eigenen Ideen in die Prosa eines (anderen) Künstlers zu legen. Wobei ich natürlich schon sehe, wo James Whale u.a. ihre Ideen wiederum abgeleitet haben. Wie gesagt, ist ja durchaus reizvoll, kreativ und visuell schick, so eine Kreatur aus den Beinen von jenem, einem Torso von einem anderen und den Kopf von einem Dritten zu basteln. Sind halt nur nicht die exakten Worte von Mary Shelley."I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase -
Data schrieb:
Sind halt nur nicht die exakten Worte von Mary Shelley.
Wenn dir meine Zitate aus der Übersetzung nicht gefallen, dann nehmen wir doch die exakten Worte von Shelley. Ist ja kein Problem: Volltext hier einsehbar - gutenberg.org/files/84/84-h/84-h.htm
(...) Although I possessed the capacity of bestowing animation, yet to prepare a frame for the reception of it, with all its intricacies of fibres, muscles, and veins, still remained a work of inconceivable difficulty and labour. (...)
(...) I resolved, contrary to my first intention, to make the being of a gigantic stature, that is to say, about eight feet in height, and proportionably large. After having formed this determination and having spent some months in successfully collecting and arranging my materials, I began. (...)
(...) The dissecting room and the slaughter-house furnished many of my materials; (...)
Oder wie interpretierst du diese Zeilen von Shelley?
@joerch: Du kannst die o.g. Zitate durchaus auch im Kontext von "gentechnischen Prozessen" lesen. Das wären dann - ganz diametral @Datas sehr strenger Textinterpretation entgegengesetzt - aber natürlich eine sehr phantastische Unterstellung Shelley gegenüber, dass sie von solchen Vorgängen Kenntnis gehabt haben könnte. Den Sezierraum und das Schlachthaus als Ressourcensammlung zu sehen, deutet m.E. doch schon sehr klar dahin, dass keine abstrakten Gene sondern schon sehr deutlich Körperteile genutzt wurden. Und man kann auch so weit gehen zu sagen, dass "Schlachthaus" darauf deutet, dass es nicht nur menschliche Materialien waren.
"You're fighting a war you've already lost."
"Well, I'm known for that."
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Guillermo del Toro verleiht Mary Shelleys Klassiker seine eigene Handschrift: düster und voller Melancholie. Oscar Isaac spielt Victor Frankenstein als besessenen Forscher, während Jacob Elordi der Kreatur eine verletzliche Menschlichkeit gibt. Die Bilder sind trotz des völlig überfrachteten Einsatzes von CGI schaurig schön und atmosphärisch, doch im Kern von Frankenstein geht es weniger um Horror als um die Sehnsucht nach Nähe, Menschlichkeit und wie weit der Schöpfer/Vater zur Verantwortung gezogen werden kann. Ein Film, der den Mythos ernst nimmt und zugleich neu interpretiert – intensiv, traurig und sehr menschlich.
Mein Filmtagebuch
„I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
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loshermanos schrieb:
hatte mich aber mit dem Thema Frankenstein nie wirklich auseinandergesetzt
Du solltest mal "Frankenstein Junior" (1974) von Mel Brooks eine Chance geben, falls du den noch nicht kennst.
VHS - DVD - Blu-ray - UHD
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