Verblendung (David Fincher)

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    Es gibt 403 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von ElMariachi90.



      Fincher ist in den letzten Jahren in meine Top 5 aufgestiegen. Ich schätze die chirurgische Genauigkeit und Ästhetik als enorm hoch und unverkennbar ein. Zusammen mit Kirk Baxter und Angus Wall am butterfeinen Schnitt wie Trent Reznor und Atticus Ross an den Synthesizern steht jedes einzelne Mal ein Gesamtwerk an Detailarbeit an.

      Verblendung ist eines der Bücher, die es nicht wert sind verfilmt zu werden. Das fängt bei den nulldimensionalen Figuren an, zieht sich über banale Who done it?-Story und endet in trivialer Gesellschafts- und Wirtschaftskritik. Allerdings ist es ganz schön blöd, das Schwedens Winterlandschaft immer gut für Krimis ist, und Krimis in Winterlandschaften meist düster und schwer sind. Zwei völlig gegensätzliche "Ermittler" wecken erst recht die Neugier und der Stempel von Fincher macht es auch nicht besser.

      Umso mehr ist es erstaunlich, das Steven Zaillian ein solch knackiges und fast perfekt gestauchtes Script bietet, welches alle Negativfaktoren ausblendet und sich auf die wahren Stärken besinnt. Das gewohnt hohe Erzähltempo schafft es alle Höhepunkte zusammen zu fassen und sogar Änderungen vor zu nehmen, die stimmiger wirken als es das Buch vermitteln konnte. Rooney Mara darf mit Lob und Tadel überschüttet werden, tolle intensive Performance. Grundlegend ist jede Position sicher und hochkarätig besetzt.

      Und das dieses hochgelobte Intro! Ja, es ist toll. Visuell ansprechend, musikalisch perfekt untermalt. Der tieferen Sinn erschloss sich allerdings erst nach Hintergrundrecherche. Sieht man trotzdem nicht alle Tage.

      Schlussendlich bin ich überzeugt - der Schnitt, die perfekt platzierten Bilder, der unruhige Soundtrack - sie ergeben ein stimmiges und atmosphärisches Ganzes, was nicht einen der besten Thriller bedeutet, aber einen der bestaussehenden.

      8,6 / 10
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      Nun auch (endlich!) den letzten mir unbekannten David Fincher-Film gesehen. Und was soll ich sagen? The Girl with the Dragon Tattoo schließt sich qualitativ nahtlos an den Großteil von Finchers-Filmographie an und kann mit unaufgeregter, aber dennoch spannender Erzählweise punkten. Hinzu kommen die ruhigen Szenen, die ungemein viel Atmosphäre und Anspannung versprühen, inszeniert im typischen Fincher-Stil. Grandios auch wieder der Spannungsaufaub, der meist sehr subtil war und dennoch oder gerade deshalb seine volle Wirkung entfalten konnte. Daniel Craig spielte gewohnt gut, aber vor allem Rooney Mara hat mir klasse gefallen, die ihre Rolle der Lisbeth Salander mit sehr viel Hingabe spielte.

      Schade, dass es hier nie zur Fortsetzung kam und Fincher auch die beiden anderen Romane hätte verfilmen können. Wie nah der Film an der Vorlage ist, kann ich leider nicht sagen, da es schon zu lange her ist, dass ich die Bücher gelesen habe. Aber ich werde mich jetzt wohl auch mal an den schwedischen Filmen versuchen.


      8,5/10
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      Nach meiner Kritik an Craig als Bond in Casino Royale folgt nun das Lob für seine Darstellung des Reporters in der Stieg Larsson-Verfilmung. Daniel Craig macht eine tolle Figur und harmoniert mit seiner Darbietung großartig mit Rooney Maras starker Performance. Generell ist David Fincher mit seinem Thriller ein beklemmendes und mitreißendes Werk geglückt, das optisch, atmosphärisch, darstellerisch und dramaturgisch zu überzeugen weiß. Bereits mit der überragenden Titelsequenz holt der Regisseur den Zuschauer ab und bringt ihn in die richtige Stimmung. Einzig die Auflösung empfand ich als wenig überraschend. Doch das wirkt sich auf das Gesamtbild nur wenig aus, vor allem, da der Film dann wieder mit einem traurigen aber starken Ende überzeugt. Bei der gelungenen Adaption und der tollen Chemie der beiden Hauptdarsteller, hätte ich mich über eine Fortsetzung sehr gefreut.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „ElMariachi90“ ()