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Das Urteil von Nürnberg

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    Es gibt 7 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Scholleck.

      Das Urteil von Nürnberg

      Bewertung für "Das Urteil von Nürnberg" 5
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      Das Urteil von Nürnberg



      Originaltitel :Judgment at Nuremberg

      Laufzeit :ca 188 Minuten

      DVD-Erscheinungstermin :14. März 2008

      Herstellungsland :USA

      Produktionsjahr :1961

      Genre :Drama

      FSK :ab 12 Jahren

      Regie :Stanley Kramer

      Darsteller :Spencer Tracy, Burt Lancaster, Richard Widmark, Marlene Dietrich, Maximillian Schell, Judy Garland , Montgomery Clift
      , William Shatner uvm.


      Inhalt :

      Der nicht wiedergewählte amerikanische Richter Dan Haywood trifft in Nürnberg ein, um in einem Prozess gegen vier führende deutsche Juristen den Vorsitz zu übernehmen.


      Auszeichnungen :
      Oscarverleihung 1962

      Als bester Hauptdarsteller wurde Maximilian Schell in der Rolle als „Hans Rolfe“ ausgezeichnet. Außerdem erhielt Abby Mann die Auszeichnung 1961 für das beste Drehbuch nach einer literarischen Vorlage. Weiterhin erhielt der Film neun weitere Nominierungen:
      Bester Hauptdarsteller: Spencer Tracy
      Bester Nebendarsteller: Montgomery Clift
      Beste Nebendarstellerin: Judy Garland
      Bestes Szenenbild (S/W-Film): Rudolph Sternad, George Milo
      Beste Kamera (S/W-Film): Ernest Laszlo
      Bestes Kostümdesign (S/W-Film): Jean Louis
      Beste Regie: Stanley Kramer
      Bester Schnitt: Frederic Knudtson
      Bester Film
      Golden Globe Verleihung 1962 [Bearbeiten]
      Bester Hauptdarsteller (Drama): Maximilian Schell
      Beste Regie: Stanley Kramer

      Weiterhin erhielten Judy Garland und Montgomery Clift eine Nominierung als beste Nebendarsteller. Außerdem wurde der Film in der Kategorie Bestes Drama, sowie als Bester Film zur Internationalen Verständigung nominiert.




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      Fazit :

      Sehr großes Staraufgebot in einem Klasse Film. Besonders hervorzuheben sind dabei Burt Lancaster und Maximilian Schell, der den Oscar verdient erhalten hat. Aber auch Spencer Tracy sollte man erwähnen wie er mit seiner Art den Richter überzeugend darstellt.
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      Ja, wirklich sehr guter Streifen.
      Wenig bis keine Action aber es wird trotzdem keine Sekunde langweillig.
      Wenn ich den Film im TV "erwische" wird er eigendlich immer geschaut.... :D

      9/10 Punkte :hammer:

      Der Zweite Weltkrieg ist seit drei Jahren vorüber. Millionen Menschen haben in den vergangenen Jahren den Tod gefunden und eine ebenso große Anzahl kämpft nun mit den Folgen des nationalistischen Erbe. Nur ganz langsam kehrt allmählich wieder so ein Gefühl wie Normalität in den Alltag der Menschen ein, denn überall lassen sich in den zerbombten Städten die Folgen des Krieges noch deutlich erkennen. Die ranghöchsten NS-Funktionäre - Feiglinge wie Hitler, Goebbels, Göring und andere - haben sich durch Selbstmord längst ihrer Verantwortung entzogen und können für ihre Verbrechen nicht mehr angeklagt werden, doch die Anklage der unzähligen anderen Mittäter wird mit hohem Aufwand seitens der Siegermächte betrieben. Es geht neben der Bestrafung der Täter vor allem darum der internationalen, aber insbesondere der deutschen Bevölkerung aufzuzeigen, dass man sich darum bemüht eine Aufarbeitung der erfolgten Geschehnisse zu betreiben, welche der Gesellschafft es ein wenig erleichtern soll, einen Schlusstrich hinter all dem Grauen ziehen und um mit dem voll Unsicherheit in die Zukunft gerichteten Blick hinsichtlich des Aufbaus beginnen zu können.

      Ein sich bereits im fortgeschrittenen Alter befindlicher Provinzrichter aus den USA wird mit dem Auftrag betreut einen dieser angesprochenen Nachkriegsprozesse leiten, da sich weitaus geignetere Richter nicht gefunden haben, um dieser Bitte nachzukommen. Denn nach den mit viel Aufsehenen geleiteten Nürnberger Prozessen direkt nach Kriegsende in denen die verbliebenden nationalistischen Größen wie Hess, Göring, Keitel und weitere verurteilt worden waren ebbte das Interesse der internationalen Bevölkerung ziemlich schnell ab, da sie versuchte den Lebensalltag so gut wie möglich wieder bestreiten zu können. Der Aufbau und die Sicherung der Existenz stand zunehmend wieder im Mittelpunkt und da hatten Meldungen über Schreckensgespenster aus einer Zeit, die man so schnell wie möglich verdrängen wollte, bald keinen Platz mehr. Der alte Richter Haywood, der von Spencer Tracey dargestellt wird, sieht sich als Richter in diesem Prozess vier seiner Berufskollegen gegenüber gestellt, bei denen, wie bei so vielen Personen die im Staatswesen zwischen 1933 - 1945 hohe Positionen einnahmen - Richter, Ärzte, Finanzbeamte ect. - , die Frage aufkommt, inwieweit sie für die vorgefallenen Taten überhaupt belangt werden können. Waren ihnen die Konsequenzen ihrer Handlungen bewusst? Und wenn ja, warum haben sie sich bezüglich der Anweisung bestimmter Befehle nicht geweigert? Oder haben sie nur der entsprechenden gesetzlichen Staatsordnung Folge geleistet und versucht - ohne zu hinterfragen - das beste für den Staat zu leisten, indem sie, den Paragraphen und gesetzlichen Richtlinien folgend, ihre Tätigkeiten so gut wie es nur geht, versuchten auszuüben? Vor diesem Problem sieht sich Richter Haywood gestellt und schon kurz nach Prozessbeginn beginnt das im Vorfeld durch Medien und Propaganda klar abgegrenzte Bild der schwarz/weißen Einteilung hinsichtlich des besiegten Gegners zu verschwimmen. Die Auseinanderhaltung von Opfern und Tätern wird weitaus schwieriger als gedacht.

      Der hochkarätig besetzte Film ist bis in die kleinste Nebenrolle absolut fantastisch gecastet. Ikonen wie Spencer Tracey, Marlene Dietrich und Burt Lancaster treffen auf die ebenso genail agierenden Darsteller in Person von Richard Widmark, Maximilian Schell, Judy Garland und William Shatner. Die Gerichtsszenerie, die bis auf 15 oder 20 Min. den Schwerpunkt des Films einnimmt, ist so voller Intensität und Dramatik inszeniert, dass ich mir sogar wünschte, obschon der Film eh schon eine entsprechende Laufzeit aufweist, dass manche Momente noch länger hätten gehen können. Tracey, der sich hier schon dem Ende seiner beeindruckenden Karriere näherte, zeigt erneut eine makellose Darbietung, doch Burt Lancaster, als
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      zuerst innerlich verschlossener und dann sein Schweigen brechender
      Angeklagter,
      Spoiler anzeigen
      der sich und dem deutschen Volk die größten Vorwürfe macht,
      aber vor allem Maximilian Schell als junger Verteidiger der Anklagebank beherrschen das Geschehen nach Belieben. Der Oscar für den deutschsprachigen Schauspieler, der hier als Verteidiger für die vier angeklagten Richter fungiert ist ohne jede Frage völlig verdient. Auch die Differenzierung der einzelnen Charaktere kann ich nicht hoch genug loben. Wie einfach wäre es angesichts der Zeit in welcher der Film gedreht wurde ( es waren gerade erst 16 Jahre seit dem Ende des Krieges vergangen ) gewesen, die bekannten Feindbilder aus Kriegszeiten eher so zu porträtieren, wie es die Propagandamaschinerie den jeweiligen Bewohnern gelehrt hatte, doch Regisseur Stanley Kramer und Drehbuchautor Abby Mann wussten es besser. Die fantastische Darstellung von Burt Lancaster als
      Spoiler anzeigen
      gebrochener, traumatisierter und um Sühne bittender deutscher Richter, welcher auf der Anklagebank sitzt und sich fragt, wie dies alles hat soweit kommen können, ist ein Paradebeispiel für eine gelungene, frei von Vorurteilen geprägte Charakterisierung, die jenen eine Stimme gibt, die sich tatsächlich erst viel zu spät bewusst geworden sind wohin dies alles führt und dann nicht den Mut besaßen, daraus Konsequenzen zu ziehen.


      Wer sich nicht von der doch recht hohen Laufzeit abschrecken lässt wird mit einem der außergewöhnlichsten filmischen Werke der 60er Jahre - ja, gar der gesamten S/W Ära des klassischen Kinos - belohnt werden. Ich habe keinen einzigen Kritikpunkt vorzubringen, denn, auch wenn die Laufzeit von drei Stunden ziemlich hoch ist, so benötigt der Film diese Zeit um sich vollends entfalten zu können. Ein herausragendes Ereignis, welches von mir, obwohl ich keine negativen Anmerkungen vorbringen kann, "nur" 9,5/10 Punkten erhält, was die höchst mögliche Bewertung bei Erstsichtung entspricht. Das ist dem Umstand geschuldet, dass ich bei einem erstmaligen ansehen nie gleich die Höchstpunktzahl vergebe. Allerdings ist es sehr gut möglich, dass der Film bei nochmaligen Sichtungen den Sprung auf die 10/10 schafft. Verdient hätte er es definitiv.


      9,5/10

      Hab ihn letzte Woche im Urlaub dann auch in Angriff genommen. Die Umstände müssen ja schon passen, sich mal Zeit für einen fast 60 Jahre und über 3 Stunden langen Film zu nehmen. Aber es hat sich defintiv gelohnt. Allein schauspielerisch ist das Werk überragend besetzt und demzufolge auch gespielt. Ganz an der Spitze das grandiose Trio bestehend aus Tracy, Lancaster und Schell. Wobei mich v.a. Letzterer sehr beeindruckt hat. Ich kannte ihn ja hauptsächlich nur aus irgendwelchen Promi-TV-Sendungen mit weißem Schal. Aber hier konnte man wirklich mal sein Können bestaunen. V.a. in den Gerichtsszenen, die ja den Großteil der Handlung ausmachen und defintiv das Herzstück des Films bilden und von mir aus auch noch deutlich größer hätten ausfallen können. Weil sie einfach packend inszeniert waren, v.a. im Anbetracht der Zeit in der sie entsanden sind. Ein wirklich großer und wichtiger Film seiner Zeit, den ich nun auch endlich mal gesehen habe. Alles weitere steht ja schon in @Snow 's klasse Kritik. :goodwork:

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: - 8,0/10