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Dogtooth (Giorgos Lanthimos)

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    Es gibt 6 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Hockenberry.

      Dogtooth (Giorgos Lanthimos)

      Dogtooth


      Gewinner - Un Certain Regard
      Cannes 2010






      >> TRAILER <<
      :aargh:


      Original: Kynodontas
      Alternativ: Canine (Cannes Festival 2010)
      Produktion: Griechenland 2009
      Genre: Drama
      Laufzeit: 94 Minuten
      Freigabe: FSK 16

      Kinostart Griechenland: 11.11.2009
      Kinostart Deutschland: keinen
      VÖ Deutschland: 01. bzw. 15. April 2011 (DVD & Blu-ray)

      Regie: Giorgos Lanthimos
      Drehbuch: Giorgos Lanthimos, Efthymis Filippou
      Studio: Boo Productions, Greek Film Center, Horsefly Productions
      Produzenten: Iraklis Mavroidis, Vicky Micha, Yorgos Tsourgiannis
      Kamera: Thimios Bakatatakis
      Schnitt: Yorgos Mavropsaridis

      Besetzung:
      Christos Stergioglou ... Father
      Michele Valley ... Mother
      Aggeliki Papoulia ... Older Daughter
      Mary Tsoni ... Younger Daughter
      Hristos Passalis ... Son
      Anna Kalaitzidou ... Christina
      Alexander Voulgaris ... Dog trainer


      Story:
      Drei Kinder (Aggeliki Papoulia, Mary Tsoni und Hristos Passalis) werden von ihrem Vater (Christos Stergioglu) und ihrer Mutter (Michelle Valley) auf dem Grundstück der Familie eingesperrt. Zwar dürfen sie sich im Garten frei bewegen, jedoch ist ein Verlassen der Umzäunung streng verboten. Mit geschickten Lügen und eigenen Erziehungsmaßnahmen wird das Lügenkonstrukt aufrecht erhalten. Den Kindern wird dabei versprochen, dass sie das Grundstück verlassen dürfen sobald ihnen ein Eckzahn ausfällt. Doch das geschickt konstruierte Lügensystem beginnt zu bröckeln …


      >> imdb.com <<





      >> rottentomatoes.com <<

      Bilder
      • dogtooth.jpg

        28,22 kB, 535×713, 111 mal angesehen
      • dogtooth_ver2.jpg

        60,23 kB, 440×586, 106 mal angesehen
      "1, 2, 4."
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      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Olly“ ()

      DVD & Blu-ray!

      Verleih (DVD & Blu-ray): 01. April 2011
      Verkauf (DVD & Blu-ray): 15. April 2011

      Extras:
      • keine

      Quelle: cinefacts.de

      Schade, dass es mit dem Oscar nicht hinhaute. :(
      Bilder
      • DVD-Cover.jpg

        94,45 kB, 320×432, 94 mal angesehen
      "1, 2, 4."
      Ich war leider sehr enttäuscht von diesem Film und kann mich den meist positiven Kritiken nicht anschliessen.
      Sehr interessantes Thema, aber die Umsetzung empfand ich als extrem sperrig und langatmig.
      Der Film war auf Dauer ermüdend.
      Der Trailer zeigt auch schon die "Highlights" im Film, die etwas Abwechslung boten.
      Auch eine kleine Erklärung zum Motiv der Eltern hätte ich gerne gehabt.
      Einige Sachen fand ich dann auch sehr unglaubwürdig.

      Gute Schasuspieler, interessante Geschichte aber sehr dröge umgesetzt.

      3 von 10
      Whoop. Whoop. Whoop. Dieser Lanthimos spinnt. Gott sei Dank. Wie viele Impulse, Ideen und Gedanken kann man bitte in einem neunzigminütigen Film unterbringen? Einige, anscheinend..

      Habe erst kürzlich meine erste Begegnung mit dem Griechen gehabt, und zwar in Form von The Lobster. Ich war schlichtweg begeistert. Eines DER Highlights dieses Jahrzehnts meiner Ansicht nach. Daher war ich natürlich massiv interessiert an weiterem Material vom Regisseur. Dogtooth also. Es gibt Filme, die kann man ganz gut, kompakt, in ein oder zwei Sätzen beschreiben. Und es gibt Dogtooth.

      Generell geht hierbei es um Konstruktionen und Illusionen der Gesellschaft und den sich darin bewegenden Individuen. Ob nun im Kontext von beispielsweise Motivationen, Regeln, Feindbildern, Wünschen oder Identitäten. Und noch so, so, SO erdenklich viel mehr. Ein Film, bei dem man Szene für Szene stoppen könnte, um darüber zu diskutieren. Das ist nicht unbedingt immer unterhaltsam - man möchste fast sagen sperrig - aber dann doch höchst (!) interessant. Dogtooth verstört und amüsiert zugleich und wirkt mit seinem ganzen (vermeintlichen) Irrsinn derart on point, dass ich letztendlich wie bei The Lobster von keinem abstrakten Film sprechen will - so anders und bizarr er auch sein mag - sondern von einem Film, der unser Denken, unser Handeln und Unterbewusstes GRANDENLOS an die Oberfläche bringt und dem Zuschauer schonungslos serviert. Für zehn Meter Weg das Auto benutzen? Uns mal eben umbenennen? Ein Lebenwesen angreifen, weil es fremd ist? Unreflektiert an irrwitzgen Regeln festhalten? Sicherlich alles überspitzt, aber doch mit so viel wahrem Kern..

      Zu allen Szenen hatte ich keinen Zugang, aber das ist okay. Hatte schon genug mit denen zu tun, die sich mir erschlossen haben. Wie The Lobster schafft sich Dogtooth ein alternatives, gesellschaftliches Szenario und entlarvt damit unseren Alltag perfekt. Lanthimos öffnet uns mit einer herrlichen Zero Fucks Given-Attitüde die Augen, wie desillusioniert, entfremdet und beeinflusst wir uns eigentlich verhalten. Der erwähnte The Lobster jedoch schafft es, diesen auch hier gegenwärtigen Intellekt sowie die herausragende Kreativität mit einer hochwertigeren Inszenierung und vor allem höheren Unterhaltung zu verbinden als bei Doogtooth der Fall, weswegen ich diesen auch ein oder zwei Klassen höher einstufe. Dogtooth ist nichtsdestotrotz absolut sehenswert. Keinerlei Zweifel. Speziell die letzte Szene ist (mal wieder) perfekt.

      Freut mich sehr, mal wieder einen extrem begabten Filmemacher komplett neu für mich zu entdecken. Für nächste Woche ist Alpen angedacht. Und Anfang Mai steht dann schon der The Killing of a Sacred Deer-Release an.






      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Bavarian“ ()

      Wow, also Lanthimos weiß ziemlich gut, wie man unangenehme Filme inszeniert. Und dabei noch so unverschämt gut ist. Sehr schöne Gesellschaftskritik, die unser aller liebster Grieche hier liefert, dabei so pervers auf die Spitze getrieben, dass es schon echt unschön wird. Aber gerade das zeichnet Dogtooth aus und macht ihn so herrlich absurd genial. Wenn man sich nur schon alleine die Szenen für das totale Unvermögen der Beziehung der Geschwister untereinander ansieht ... da rollen sich einem nicht nur die Fußnägel auf.

      Grandioses Stück Film, dass Lanthimos hier abliefert. Ich bin - abermals - beeindruckt.



      8/10
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2:
      Mein Filmtagebuch



      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

      Dogtooth

      Nachdem ich vor Jahren des Nachts mal durchgezappt hatte, bin ich tatsächlich (vermutlich auf Arte) bei Dogtooth hängen geblieben und war damals schon fasziniert von der Nummer. Problem war nur, dass dieser zu dem Zeitpunkt schon eine halbe Stunde gelaufen war und ich doch einiges verpasst hatte. Jetzt endlich nachgeholt und das Teil hat auf alle Fälle nichts an der Faszination verloren.

      Schwierig darüber zu schreiben, denn dieses Werk ist mal wieder so was von abseits herkömmlicher Produktionen, dass man mit einem normalen Bewertungssystem beim Versuch vermutlich heulend zusammenbrechen würde.
      Der Film bietet für mich weniger eine Geschichte, sondern viel mehr einen Einblick in den Alltag eines sehr speziellen Haushalts und regt einen ordentlich zum Nachdenken an. Man muss auf alle Fälle gedanklich dabei bleiben, man muss Szenen interpretieren und hinterfragen, sonst hat man hier keine Chance. Lanthimos zeigt hier nicht´s, ohne sich was dabei gedacht zu haben. Für mich ist dieser Film in sich absolut schlüssig, aber natürlich abstrus bis zum Anschlag.
      Seien es die Dialoge bei denen man meinen könnte, es handelte sich hier um Erwachsene Neugeborene, oder bei den Reaktionen und Verhaltensmuster, so als würde man gerade Patienten einer Irrenanstalt beobachten.

      Technisch gesehen bewegt man sich auf minimalster Ebene. Hauptsächlich starre Kamera und wenn sie sich mal bewegt, dann nur äußerst langsam. Kein Kritikpunkt.
      An den Score kann ich mich gerade überhaupt nicht erinnern und es würde mich auch nicht wundern, wenn man womöglich sogar komplett drauf verzichtet hat. Ebenfalls kein Kritikpunkt.
      Schauspieler mochte ich in ihren Rollen, doch kann ich nicht sagen ob das nun besonders gut oder schlecht war. Es hat gepasst und sie gingen in manchen Szenen auf alle Fälle weiter als viele ihrer Kollegen.

      Dogtooth ist für mich ein einziges Gedankenspiel, dass konsequent zu Ende gezeigt wurde und bei der man, trotz unzähligen, aberwitzigen Szenen, doch etliche Rückschlüsse ziehen kann.
      Ich denke, den gesamten Film kann man auf sehr viele unterschiedliche Weisen interpretieren und bin mir sicher, dass man zwar unterschiedlicher Meinung über die Aussage sein kann, aber vermutlich alle irgendwie richtig sind.
      Faszinierendes Teil, bei dem es mir, auch mit ein paar Tagen Abstand, schwer fällt ihn zu bewerten.
      Wobei die nummerische Bewertung hier gar keine so große Rolle spielt. Ich sehe solche Filme gerne, honoriere immer, wenn man sich "traut" so etwas zu zeigen und wenn das, wie hier, auch ordentlich umgesetzt wird, bin ich mehr als zufrieden mit dem Endergebnis.

      Aber trotzdem, vermutlich irgendwo zwischen
      8 und 9 von 10 Punkten