Her (Spike Jonze)

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    Es gibt 37 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von El Barto.

      Hier wie versprochen die Langfassung für die Hauptseite:

      Unsere offizielle Kritik zu "Her"
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „patri-x“ ()

      „Her“ behandelt die Beziehung zwischen Mensch und Technik, diese Nähe hat mich öfter schaudern lassen. Doch der Film geht weiter und stellt viele essentielle Fragen über Verlust und Motivationen von Beziehungen. Handlungstechnisch passiert nicht viel, doch der Film behandelt die Charakter und philosophischen Fragen so feinsinnig und auch derb humorvoll, dass der Film eine klare Sehempfehlung ist. Unbedingt diese kleine Filmperle anschauen!
      Mein Letterboxd Profil: letterboxd.com/patrick_suite/
      Ein wundervoller und in seinem Fokus auch kleiner aber doch so riesengroßer Film. Warmherzig und langsam erzält, ist "Her" der kleine, introvertierte, melancholische und etwas altbeseelte Bruder des wilden, unbeherrschten und lebenslustigen "500 Days of Summer". Phoenix liefert eine beeindruckende One-Man-Show ab aber auch Johanssons Stimme schafft es erst, den Film zu tragen und Samantha zu einer lebensechten, wahrhaftigen Figur zu machen. Man fühlt sich nach dem Film, als hätte man sie gesehen - obwohl sie doch nur eine Stimme aus einem Computer war. Trotz allen anklingenden Weltschmerzes hat "Her" auch seine kleinen, liebenswerten Momente. Da ist mal ein Witz oder eine aus dem Leben gegriffene Absurdität, die Jonze entwirft (und für das Drehbuch auch verdient seinen Oscar bekommen hat). Obwohl der Film ein wenig arg instagrammig fotografiert wurde, so ist er doch in sich stimmig und was begeistert ist auch der Entwurf der Welt, in der Theodore lebt: Eine Kreuzung aus Shanghai und Los Angeles mit einem Design zwischen Apple und Anzughosen (vor allem die "moderne" Mode der Damen war schick). Beeindruckendes Produktiondesign, durchaus. Am Ende macht es sich Jonze mit der Auflösung für meinen Geschmack ein klein wenig zu leicht aber das kann man ihm durchgehen lassen, denke ich.

      9 von 10 toten Katzen

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2:

      PS: Der zweite große Logikfehler des Films:
      Spoiler anzeigen
      Wie kann man Olivia Wilde abservieren?! WIE?! WARUM?! Wie zum Henker kann man das tun?! WIEHIE?!

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „GregMcKenna“ ()

      Gut beschrieben Greg. Kann mich dir da nur anschließen.

      Die Geschichte zeigt sehr melancholisch die Einsamkeit des Individuums in Zeiten von Web 2.0. Echte Freunde gibt es in dieser Geschichte kaum,

      Spoiler anzeigen
      eigendlich nur eine. Ersetzt werden echte Freundschaften durch die Kommunikation mit einer künstlichen Intelligenz. So werden Freundschaften ja oft sogar ganze Partnerschaften ersetzt wobei das natürlich ohne Körperlichkeit kaum funktioniert. Briefe mit Emotionen lässt man in dieser Zukunftsvision auch schreiben statt sie selber zu verfassen. Auch das zeigt wieder die Entfremdung der Menschen durch die Technologie. Dazu passt der düstere, abweisende High Tech Look der Geschichte. Tolle Momente fand ich als die Kamera von der Hauptperson Theodore wegschwenkt und man andere Menschen auch mit ihrem Betriebssystem reden sieht. Die Menschen laufen an einander vorbei haben miteinander aber nichts mehr zu tun.

      Eine schöne, stille, traurige, emotionale Geschichte mit einem toll spielenden Joachim Phoenix und der emotional ebenfalls großartigen Stimme von Scarlett Johansson (wobei wir natürlich die Synchronstimme gehört haben). Drehbuchautor und Regisseur Spike Jonze hat sich wieder eine schöne Geschichte voller skurriler Momente ausgedacht und dies in schöne Bilder gepackt.

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2:

      Greg und ich haben uns darüber unterhalten ob die stimmliche Performance von Scarlett Johansson für eine Oscar Nominierung ausgereicht hat. Wir können das hier ja fortführen. Ich meine das dafür mehr nötig ist (Mimik, Gestik, Körperlichkeit). Wenn ich dich richtig verstanden habe Greg findest du dafür eine Stimme ausreichend wenn diese emotionale Tiefe mitbringt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „sladge“ ()

      Original von sladge
      Wir können das hier ja fortführen. Ich meine das dafür mehr nötig ist (Mimik, Gestik, Körperlichkeit). Wenn ich dich richtig verstanden habe Greg findest du dafür eine Stimme ausreichend wenn diese emotionale Tiefe mitbringt.

      Wenn du möchtest - gerne. Ich will jetzt nicht behaupten, dass Johansson eine Nominierung wegen ihrer Stimme verdient hätte sondern nur, dass auch "Voice Actors" (also Sprecher) für eine solche Nominierung in Betracht gezogen werden sollten. Die Diskussion ist ja nicht neu - schon bei Andy Serkis' Gollum ging ja damals die Diskussion los wo eigentlich Schauspiel aufhört und wo die Arbeit von Animatoren anfängt. Wirklich ernst wurde es meines Wissens dann damit bei "Der seltsame Fall des Benjamin Button", wo es um die Nominierungstrennung zwischen Maske, Brad Pitt als bestem Darsteller und den SFX ging. Am Ende bekam Pitt die Nominierung - obwohl er die Rolle nicht konsequent durchgängig gespielt hatte sondern Body-Doubles hatte, Animatoren seine Gesichtsbewegungen zwar aufnahmen aber dennoch verfeinerten und die Maske natürlich auch ihren Teil tat. "Benjamin Button" wurde die Enttäuschung der Oscars und Pitt bekam seine Auszeichnung nicht.

      Dies zeigte jedoch den Willen der Academy, auch jemanden auszuzeichnen, der eben nicht komplett eine Rolle übernahm. Die Figur "Benjamin Button" bestand auch aus Body-Doubles (die nicht nominiert wurden, obwohl ihre Körperlichkeit Anteil an der Performance hatte) und Animationen von Leuten an PCs - die ebenfalls nicht neben Pitt auf der Bühne gestanden hätten.

      Was hat das mit "Her" zu tun? Eine Stimme ist meinen Augen mehr als nur Kommunikation. Es ist auch ein Instrument des gesamten Schauspielers (Daniel Day-Lewis zB verändert seine Stimmen teilweise radikal für diverse Figuren) - ein Umstand, den wir meist durch die Synchronisation nicht vermittelt bekommen. Stimmarten, Betonungen, Ticks, Akzente - all das ist Teil einer Performance und sogar ein ziemlich wichtiger. @Körperlichkeiten: Es ist eine nachgewiesene Tatsache, dass wir Stimmen automatisch mit Körperlichkeiten verbinden. Wenn wir eine Stimme hören, stellen wir uns Menschen dazu vor. Eine schöne weibliche Stimme sorgt für die Vorstellung von einer hübschen, jungen Frau. Eine tiefe, dunkle, melodiöse Stimme sorgt für eine Vorstellung von einem autoritären Mann (obwohl der Sprecher das vielleicht gar nicht ist). Und wenn wir eine kratzige, schräge Stimme hören - sind wir bei Steve Buscemi. Und in dem Maße wie du deine Stimme verändern kannst, du auch die Imagination des Hörers verändern - welchen Körper er sich dabei vorstellt. Gerade bei "Her" gibt es da eine interessante Szene:
      Spoiler anzeigen
      Als Samantha und Theo quasi "Telefonsex" haben und das Bild langsam verschwindet und zu schwarz wird. Würden wir nur diese Szene sehen und die Stimmen hören - wir kämen nie auf die Idee, dass die beiden getrennt sind. Sie sind sich dann auch körperlich nahe. Eben weil eine Stimme auch einen Eindruck von Körperlichkeit vermittelt.

      Dazu kommen meines Erachtens noch die Herausforderungen, die an einen Sprecher gestellt werden. Es ist etwas anderes in einem Tonstudio vor einem Mikro zu stehen und die gleiche Bandbreite an Emotionen abzurufen und zu timen als an einem Filmset mit Kostümen und Kulissen, die die Phantasie antreiben. Du hast auch keine Schauspielkollegen um dich herum, mit denen du interagieren kannst.

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
      Der Stern hat den Film "die erste echte Liebesgeschichte des 21. Jahrhunderts" genannt. Ich würde sogar sagen: der Film ist der erste echte Film des 21. Jahrhunderts. Natülich weiß man nicht, was das 21. Jahrhundert noch so bringt. :D Aber für mich ist der Film ganz klar der Film der Gegenwart.
      Dabei ist gerade alles noch relativ neu: Die Smartphones, das Internet, die künstliche Intelligenz... Der Film trifft aber den Zeitgeist genau, fast schon auf unheimliche Weise. Und wird sicher für viele, viele Jahre in den unterschiedlichsten Aufsätzen und Artikeln genannt werden.
      Selten einen Film gesehen, der so lustig ist und einen berührt, gleichzeitig aber richtig fies und unheimlich ist.

      10/10
      Ich hab den Film am Wochenende gesehen und bin ebenfalls schwer begeistert. Für mich hatte das Jahr mit "The Wolf Of Wall Street" und "12 Years A Slave" schon zwei echte Perlen vorzuweisen, aber "Her" zieht da mühelos mit - vielleicht gefällt er mir sogar ein bisschen mehr. Eine großartige Filmperle, so unaufdringlich-ruhig, aber zeitgleich dermaßen relevant. Meinem Vorredner kann ich mich da nur anschließen. Ich verlinke mal eine längere Kritik von mir, wer Lust hat, kann ja lesen. :)

      popcornguys.wordpress.com/2014/04/01/her/
      "Her" [Spike Jonze / USA ´13] - 9,00 / 10

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2:

      Wow. Spike Jonze liefert ein Meisterwerk, bravo. Betrachtet man mal ganz stupide den Inhalt des Films, handelt es sich um ein Liebesdrama, das klassischer nicht sein konnte, in so vielerlei Hinsicht. Doch wäre da nicht dieses eine, kleine Detail, das “Her” derart absurd macht und der Geschichte eine ganz besondere Art der Tragik verleiht. Wo fängt man bei so vielen positiven Faktoren nur an? Am besten bei Joaquin Phoenix, der mit seiner charismatischen sowie sympathischen Performance eine sehr überzeugende Leistung abruft. Zusammen mit “Walk the Line” seine vielleicht beste Darstellung. Nicht das einfachste Unterfangen, bei solch bizarrem Stoff die Glaubwürdigkeit zu bewahren, doch er meistert dies bravorös. Ebenfalls der restliche Cast machte einen soliden Job. “Her” kann deprimieren sowie amüsieren. Ich habe herzhaft gelacht, und im nächsten Moment gelitten, ein Wechselbad der Gefühle. “Her” beherbergt diese gewisse Filmmagie, die nur wenige Regisseure beherschen. Tolle Bilder, schöne Farben und erlesen ausgewählte Musik trugen ihren Anteil dazu bei. Das Werk hatte einfach die richtige Balance. Man hatte keine Scheu vor absurden Szenen, ging teilweise augenzwinkernd mit seiner eigenen Story um, und doch fühlte sich in seiner Gesamtheit stets nach seriösem Drama an. Und was für eins. Wohl eines der besten der letzten Jahre. Meine Erwartungen waren nach den sehr reizvollen Trailler-Eindrücken sehr hoch und am Ende wurden diese sogar noch übertroffen. Ein wunderschön fotografiertes und kreatives Werk, das auch noch am Ende des Kinojahres zu den ganz großen Highlights zählen wird. War/bin hellauf begeistert.

      Mein Filmtagebuch & Mein Serienarchiv



      Pokemon - The Curse of Kanto
      Directed by David Lynch
      Nachdem mein Stammkino den Film vor einer Woche endlich reinbekommen hat, konnte ich "Her" auch endlich sehen, nachdem ich so viele begeisterte Stimmen dazu gehört habe.

      Und was soll ich sagen? In meinen Augen ist "Her" ein kleines Meisterwerk, welches durch die Bank stimmig ist. In einem Moment kann man herzhaft lachen, im nächsten ist man deprimiert und hat vielleicht sogar eine Träne in den Augen, obwohl die Ausgangssituation so abstrus ist, dass schon viel dazugehört, um eine solche Bandbreite an Emotionen rüberzubringen. Zu verdanken ist das natürlich Spike Jonze durch seine erstklassige Regie und grandiosem Drehbuch sowie Joaquin Phoenix, der Theodore nicht nur sehr authentisch spielt, sondern auch überaus sympathisch rüberbringt. Ich habe das Kino überrascht verlassen, weil ich den Film ein wenig anders erwartet hätte, dafür war ich aber umso begeisterter. Grandioser Score von Arcade Fire, tolle Bilder... Hach, einfach alles war stimmig.

      Ich konnte den Film nur auf deutsch sehen, er wird aber unbedingt auf englisch nachgeholt, wenn die Blu-ray erscheint. Bis dahin:

      9/10 Punkten - mit Luft nach oben!!
      :stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern2:


      Original von svenjacobs1
      Ich konnte den Film nur auf deutsch sehen, er wird aber unbedingt auf englisch nachgeholt, wenn die Blu-ray erscheint. Bis dahin:

      9/10 Punkten - mit Luft nach oben!!
      :stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern2:


      Absolutes Muss, denn die Stimme von Johansson hebt den Film nochmals um einen Level an! Dass er dir trotzdem gefallen hat, freut mich natürlich. :)
      Original von patri-x
      Original von svenjacobs1
      Ich konnte den Film nur auf deutsch sehen, er wird aber unbedingt auf englisch nachgeholt, wenn die Blu-ray erscheint. Bis dahin:

      9/10 Punkten - mit Luft nach oben!!
      :stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern::stern2:


      Absolutes Muss, denn die Stimme von Johansson hebt den Film nochmals um einen Level an! Dass er dir trotzdem gefallen hat, freut mich natürlich. :)


      Genau deshalb wird es nachgeholt. Habe oft gelesen und gehört, wie genial Johansson im O-Ton sein seil. :goodwork:


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      Es sind jetzt fast 1,5 Monate seit meiner Sichtung vergangen. Rückblickend immer noch ein absolut grandioser Film. "Her" bleibt vorerst mein Liebling 2014 und hätte - wenn ich etwas zu sagen hätte - den Oscar für den Besten Film am meisten verdient. Schließlich bin ich jetzt mit allen Nominierten aus der Rubrik durch und kann es guten Gewissens behaupten. :)
      Sympathisanten des Films hier will ich an dieser Stelle auf einen Beitrag im Rahmen der britischen Mini-Serie "Black Mirror" aufmerksam machen. Die Serie widmet sich mit jeder Episode einem anderen (meist absurden und erschütternden) Zukunftsszenario und ein Beitrag in Staffel 2 nennt sich "Be Right Back", der von Trauerbewältigung in der Zukunft handelt. Man wählt dort ähnliche Methoden wie "Her" und geht sogar noch einen Schritt weiter. Man sollte nicht die Qualität und die inszenatorische Klasse von Spike Jonze´s Werk erwarten, aber wer vom Film angetan war, dem könnte diese Black Mirror-Episode ebenso zusagen. Fühlte mich stimmungsmäßig und eben inhaltlich immer wieder an "Her" erinnert. Wollte ich bloß mal loswerden. ;)


      ..und wo wir gerade dabei sind. "Her" ist mittlerweile für´s Heimkino erhältlich, also unbedingt nachholen, wer noch nicht in den Genuss kam! :thumbup:

      Mein Filmtagebuch & Mein Serienarchiv



      Pokemon - The Curse of Kanto
      Directed by David Lynch
      Ich bin gestern im Rahmen des "Hildesheimer Allgemeine Zeitung - Film Festivals" in den Genuss auf der Leinwand gekommen. Und ich wusste, dass der Film etwas "besonderes" ist, aber was ich dann erlebte, war dann weiter über der Erwartung.

      Das Intro war einzigartig. Joaquin Pheonix mit Schnauzbart und Brille redet und vor erst denkt man nicht, dass er für jemanden etwas erzählt. Naja, bis dann eine Alterszahl folgte. Alles hat einen wunderbar sauberen, schlichten, aber dennoch farbbetonten Touch. Von Anfang an wusste ich zumindest, dass die Farben hier ganz besonders sind. Was im Film an Architekturen und Interiör gezeigt wird, erzeugt eine unfassbar wohlige Atmosphäre, fast so, als würde man an einem verschneiten Sonntag in der Tagesdecke auf dem Sofa trinken, seichte Töne hören und dabei heiße Schokolade trinken.

      Dass mit Theo etwas nicht stimmt, merkt man irgendwie gleich von Anfang an. Als die "melancholischen Lieder" kamen, war die Sache schon gefestigter. Als dieser dann aber zu Hause ankam und einsam in der Wohnung war, die etwas unaufgeräumt daher kam (was das absolute Gegenteil von allem im Film gezeigten ist), ist die Sache klar: Theo hat ein Problem. Hierauf folgte ein absurdes Highlight des Films.

      Spoiler anzeigen
      Die Cybersex-/Telefonsex-Szene war einfach, sagen wir es so: Hart. Ich bin da jetzt nicht prüde. Aber der Film wirkt am Anfang verhalten durch Farbschema und dem Fehlen lauter und schneller Musik. Hier bricht er damit. Ähnlich empfand ich auch die "Sex"-Szene mit Samantha. Was stylistisch der Hammer war: Leinwand schwarz und man hört nur den Akt. Das war einzigartig in der Art und ein beklemmendes, unterhaltenes aber irgendwie mulmiges Gefühl wie dort hatte ich zuvor in keinem Film. Auch weil hierzu dramatische Musik gespielt wird.


      Abseits dieses absoluten Bruchs:

      Spoiler anzeigen
      Das Thema Videospiele wird dort mehrfach aufgegriffen. Theo, der sich in der virtuellen Welt verliert und ein kleines Grünes Männchen beleidigt (was im Übrigen eine verdammt gute Verschnaufspause war). Auch seine Freundin Amy scheint Spiele zu machen. Zusammen mit so vielen Menschen, die ein OS One besitzen hatte ich das Gefühl, dass menschliche Interaktion immer seltener wird.


      Die Thematik des Films, dass Theo sich nicht seiner Gefühle stellen kann, wird perfekt gezeigt, seine Liebesgeschichte mit Samantha war in Szene gesetzt und auch wenn man die Dame nicht einmal sah und nur die (sehr attraktive) Stimme Scarlett Johanssons wahrnahm, war sie mir als Zuschauer sympathisch.

      Ich kam aus dem Film heraus und wusste nicht so recht welche Art Zukunft das ist. Dystopie oder Utopie?
      Für die Utopie spricht, dass durch OS One die Menschen insgesamt glücklicher wirkten, als dass sie in ihren echten menschlichen Beziehungen waren.
      Für die Dystopie spricht aber, dass soziale Interaktion nur noch mit den Bits und Bytes stattfindet, jeder seine OS One besitzt, jeder an jedem in der Bahn vorbei geht. Und durch das Aufgreifen der Videospiele hatte ich zudem die Vermutung, dass jeder versucht der echten Welt zu entfliehen, wo nur Leid erfahren wurde...

      Gott ich könnte zu diesem Film noch so viel schreiben, doch kann ich mir einfach nicht ausdenken, in welcher Reihenfolge ich diese Sache angehen soll. Es ist so verworren in welcher Art hier Sprünge verschiedenster Gedanken bei mir geschaffen wurden.

      Der Soundtrack war bereits schon angesprochen: Seicht und melodisch mit sattem Sound. Zudem spendierte meine Lieblingsband, Arcade Fire, zu Her einen exklusiven Song und auch Super Symmetry aus "Reflektor" ist zu hören. Einfach ein großartiger, passender Soundtrack.

      Ich hab nur eine Bemängelung: Die Länge. Kurz bevor die Szene mit der Hütte im Wald kam, dachte ich, dass es das eigentlich ruhig hätte bleiben können. Dieses Open-End. Redet er noch mit ihr oder nicht? Alles was danach kam, empfand ich als etwas zu lang. Aber die Inhalte dort, waren gut und dass eine Behandlung des Themas "Eifersucht" aufkommt, war klar.

      Mein Highlight 2014, die BR wird geordert und der Soundtrack auch.

      Trotz Mangels immernoch: 10/10!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Kaibear“ ()

      Kann mich den ganzen hervorragend Kritiken hier nur anschließen und eigentlich auch nichts mehr hinzufügen. Spike Jonze (der mit seiner einzigartigen Stimme auch das Alien aus dem Videospiel gesprochen hat) hat mit "Her" einen großartigen Film gedreht, der für mich zu den Besten den letzten Jahre gehört. Phoenix spielt überragend und eine passendere Stimme als die von Johansson hätte man wohl auch nicht finden können.

      9/10

      Auf riesige Erwartungen, folgt meist große Enttäuschung. Hier bin ich mir nicht so sicher.

      Es ist ein sehr chilliger Film gewesen. Optisch mit dem Farbenspiel war es auch sehr schön. Die Thematik mag fremdlich wirken und ist trotzdem sehr real. Unsere Gesellschaft entwickelt sich ja eigentlich geradezu in genau so eine Richtung. Phoenix spielt genial und die Stimme von Johansson ist zum dahinschmelzen. Was mich nur extrem verstört hat, ich bin emotional bei jedem Scheißdreck angefasst, hier war ich aber die ganze Zeit ein sehr abgekühlter Beobachter. Bei mir ging es nicht wirklich unter die Haut und das fehlte mir leider um den Film als den Wahnsinnsfilm zu sehen. Das fand ich dann am Ende enttäuschend. Schade hatte mir den mitunter so lange aufbewahrt, weil ich dachte, das wird mal wieder son mega Knallerfilm.

      7,5/10
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2: :stern2:




      Laufende Serien: The Last Ship (2.), Lethal Weapon (1.), The Walking Dead (8.), The Muppets (1.)
      Serienstaffeln 2017: -30-
      Filme 2017:
      -57-