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Community - Season 3

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    Es gibt 43 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Data.

      3x09 Foosball and Nocturnal Vigilantism:

      Nachdem erst vor wenigen Wochen bekannt wurde, dass Community nach der zehnten Episode der dritten Staffel in eine mehrmonatige Pause gehen wird, hätte es wirklich zu keinem günstigeren Zeitpunkt kommen können, dass facebook-Nutzer weltweit diese um Quoten kämpfende Nischensendung auf das Cover der neuesten Ausgabe des TV Guide Magazins gewählt haben. Die kleine, oft übersehene NBC-Comedy hat sich gegen Konkurrenten wie Game of Thrones, Dexter oder Chuck durchsetzen können und wird damit erstmals auf der Front-Seite des meist gelesenen Fernsehmagazins der Vereinigten Staaten zu sehen sein, was sich hoffentlich positiv in den Einschaltquoten niederschlagen wird. Das und die Tatsache, dass Big Bang Theory diese Woche erstmals in dieser Season eine Pause einlegt, kann ebenfalls nur gut für die Show sein.

      Foosball and Nocturnal Vigilantism, nach Redux, der großen Mocumentary-Folge von vor zwei Wochen, kommt als eine relativ einfach gestrickte Episode daher. Was mir besonders an ihr gefallen hat, war, dass wir bisher nur sehr wenige Episoden hatten, in denen Jeff und Shirley sich zusammentun konnten, um sich mal ein bisschen auszutoben. Ich denke, wir kennen das alle: In größeren Freundeskreisen, Cliquen, wenn man so will, gibt es Leute, mit denen man mehr zu tun und gemein hat, als mit anderen. Jeff und Shirley waren für mich bisher Chandler und Pheobe von Friends, die ebenfalls nie wirklich große Storylines miteinander hatten.

      Jeff gerät mit einer Gruppe von Deutschen (!) aneinander, von denen er sich gestört fühlt, weil diese beim Tischfußball einen übergroßen Krach machen. Die Deutschen fordern ihn heraus, dass, wenn er sie bei einer Runde Tischfußball schlägt, sie den Tisch fortan meiden würden. Jeff nimmt die Herausforderung an, nur um festzustellen, dass er keinerlei Talent besitzt, was dieses Spiel angeht. Shirley entpuppt sich als eine sehr talentierte Fußballspielerin, die sich nach anfänglichem Zögern bereit erklärt, Jeff zu trainieren. Doch was freundlich anfängt, mündet bald in einer erbitterten Rivalität, denn die beiden Freunde erfahren etwas über die jeweilige Vergangenheit des anderen, das beide sehr wütend macht.

      Ich war sehr froh, dass sich die Folge weniger auf das eigentliche Fußballspiel konzentriert hat, sondern auf die Freundschaft zwischen Jeff und Shirley, die, wie gesagt, bisher nur sehr wenige Stories miteinander hatten (und noch weniger Storyline), so dass Autor Chris Kular viel Gelegenheit dazu hatte, hier die Grundlage für fortlaufende Geschichten zwischen den beiden zu fundieren. Anzumerken ist auch, dass Brown und McHale ihre gemeinsamen Szenen wunderbar miteinander spielten. Gerade Ivette Nicole Brown, die in dieser Season bisher eher die Opferrolle in der Gruppe einnahm, versteht es einfach wunderbar, Shirley in den wenigen Szenen, die sie oft hat, mehr Tiefe zu verleihen, als andere Schauspieler das in wesentlich längeren Serien können. Etwas aprupt endete die ganze Geschichte irgendwie, aber dafür versöhnlich und hat deswegen einen gut funktionierenden Eindruck auf mich hinterlassen.
      Einzig und allein die Einblendung der Anime-Szene hat mich verstört: Entweder habe ich nicht wirklich verstanden, worauf die Show hier anspielen wollte oder die Sequenz hat wirklich von vorne bis hinten weniger Sinn gemacht, als den Streit zwischen den beiden in echt zu zeigen. Das Ganze wirkt, so gut animiert, wie es auch war, irgendwie fehl am Platz und irritierend.

      Die B-Story dreht sich um Annie, die aus Versehen Abeds teure, limitierte Dark Knight-DVD mit speziellem Audiokommentar von Christian Bale und einem echtem Autogramm zerstört hat und dies nun durch das Vortäuschen eines Einbruchs in die Wohnung der drei Roomies zu vertuschen versucht.

      Die Story war ihren Protagonisten wesentlich weniger dienlich, als die A-Story es für Jeff und Shirley war, aber sie war dafür ungemein witziger. Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie ultralustig Alison Brie ist und sie hat jede einzelne Zeile, die ihr hier gegeben wurde, meisterlich umgesetzt. Sie und Donald Glover zusammen vor der Kamera - eigentlich gibt es nichts besseres. Die Story spinnt sich weiter, indem Abed sich in sein Batman-Outfit schmeißt und auf eigene Faust versucht, das Verbrechen aufzuklären und wie erwartet, schreitet die Show damit in so absurde Gefielde, dass ich Abenteuer dieser Art gerne öfters in kommenden Community-Folgen sehen möchte. Außerdem bitte mehr vom Hausmeister mit dem Frauenschuh-Fetisch.

      Eine sehr gute Folge von Community, die sich hauptsächlich um zwei Charaktere kümmert, die bisher nur wenig Gemeinsames hatten. Für die Nerds unter uns gibt es auch noch was oben drauf und auch wenn Jacobs und Chase diese Woche so gut wie nix zu tun bekamen (und Jeong und Rash erst gar nicht auftauchten), war dies eine der unterhaltsamsten und kurzweiligsten der sogenannten Nomralos dieser Staffel bisher.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry."

      David Chase

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      Original von Data
      Nachdem erst vor wenigen Wochen bekannt wurde, dass Community nach der zehnten Episode der dritten Staffel in eine mehrmonatige Pause gehen wird, hätte es wirklich zu keinem günstigeren Zeitpunkt kommen können, dass facebook-Nutzer weltweit diese um Quoten kämpfende Nischensendung auf das Cover der neuesten Ausgabe des TV Guide Magazins gewählt haben.


      Ich freu mich zwar auch über jegliche Werbung die für die Serie gemacht wird. Aber die aufs Cover zu packen und dann direkt ne Pause einzulegen...da erwarte ich keinen großen Quotensprung.

      Ich hoffe aber, dass ich falsch liege. Keine Serie hat es momentan mehr verdient (qualitätsmäßig) fortgesetzt zu werden!
      "Directing ain't about drawing a neat little picture and showing it to the cameraman. I didn't want to go to film school. I didn't know what the point was. The fact is, you don't know what directing is until the sun is setting and you've got to get five shots and you're only going to get two."

      David Fincher
      Ich hab dazu auch noch dieses Video (klick!) entdeckt, in welchem gezeigt wird, dem Cast gerade diese News bekannt gegeben wurde. Hat mir irgendwie gut gefallen, die Truppe in so guter Stimmung zu sehen.

      Achja, gebracht scheint es wirklich nicht viel zu haben: 3x09 konnte im Rating gerade mal ein zehntel nach oben auf ein 1,7/5 hüpfen. Im Gegensatz dazu hat Big Bang Theory mit einer Wiederholung ein Rating von 3,0/9 geschafft. :rolleyes:

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry."

      David Chase

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Data“ ()

      3x10 Regional Holiday Music:

      Es ist soweit. Der Tag, der uns vor wenigen Wochen angekündigt wurde, ist gekommen: Community geht in seine verlängerte Pause. Voraussichtlich im März oder April wird die Show auf die US-Amerikanischen Bildschirme zurückkehren - voraussichtlich, denn ein Datum wurde noch nicht verkündet. Das Worst-Case-Scenario wäre vermutlich ein Burn-Off der restlichen Episoden über den Sommer, den Zeitraum also, der signalisieren würde, dass NBC jegliches Restvertrauen in die Show verloren hat und keine vierte Staffel bestellen wird.

      Okay, ich werde hier ein wenig depressiv in meinem dystopischen Zukunftsszenario einer Welt ohne Community. Und auch wenn die Gefahr nicht ganz vom Tisch zu wischen ist, dass die Serie abgesetzt wird, stimmt doch gerade eine Episode wie Regional Holiday Music, die die vielleicht besten Eigenschaften der Serie in sich vereint, guter Dinge und verabschiedet sich mit einem Knall in die Winter-/Frühlingspause.

      Communitys Hass auf Glee wird mit dieser Folge auf eine neue Ebene getrieben (direkten Anspielungen und Persiflagen allererster Güte - ich gucke ja beide Serien regelmäßig, aber ich liebe es, wenn Community auf Glee rumreitet): Jeff hat den Glee-Club verpfiffen, dass dieser unerlaubt Songs von Labeln kopiert und öffentlich nachsingt (bereits der zweite Club in zwei Jahren, der der Schule flöten geht, wie Dean Pelton anmerkt). Der Club verfällt sofort in tiefe Depressionen, so dass er nicht mehr fähig ist, an den Weihnachtsfeiertagen für die Schule zu singen. Greendales Chordirektor Cory Radison (gespielt von einem wahnsinnig genialen Taran Killiam) bittet daraufhin die Lerngruppe, für den Glee-Club einzuspringen. Nach anfänglichem Zögern, erklärt sich Abed bereit, den Rest seiner Freunde für die Aktion zu überreden und schafft es tatsächlich nach und nach, alle dafür zu begeistern.

      Musicalfolgen haben eine lang zurückreichende Tradition im Serienbereich. Viele Serien haben dieses Experiment schon gewagt, manche mehr, manche weniger erfolgreich. Dass Community (die vielleicht experimentierfreudigste Serie seit langem) dieses Rezept früher oder später auch mal ausprobieren würde, war eigentlich abzusehen. Weihnachten ist da doch der perfekte Anlass dafür. Obendrauf hat man sich auch noch eine gute Entschuldigung dafür genommen, warum die Charaktere plötzlich, willkürlich und ohne Vorwarnung in Gesang auszubrechen scheinen. Die einfachste Lösung wäre ein Traumzustand oder ähnliches gewesen und während ich bisher alle noch so abstrusen Entschuldigungen, die Serien, die eine Musicalepisode umsetzen wollen, aufgebracht haben, akzeptiert habe (inklusive die Schädeltraumaausrede in Scrubs, aus dem ganz einfachen Grund, weil ich Musical über alle liebe und jede Gelegenheit nutze, mir eines anzusehen), so bin ich doch ganz froh, dass Community hier relativ auf dem Boden geblieben ist und den einfachsten aller Gründe zum Anlass genommen hat, die Charaktere plötzlich vor sich hinträllern zu lassen: Den Wunsch, Weihnachten lebendig werden zu lassen und deswegen den Glee-Club zu vertreten.

      Die Episode bietet ausschließlich originale Songs, von denen viele so verdammt witzig sind, dass ich vor Lachen teilweise gar nicht alles mitbekommen habe. Was dabei sehr positiv aufgefallen ist, ist, wie rundum perfekt perfekt inszeniert und koordiniert die ganzen Songs geworden sind - das allein macht die Episode schon preiswürdig. Besonders herausragend dürfte Troy und Abeds Jahovah's Secret Witness-Rap sein. Und auch Pierce's Baby Boomer Christmas, der wohl alle musikalischen Stilrichtungen der 40er- bis 80er-Jahre in sich vereinte, ist ein richtiger Ohrfang gewesen (kann man das so sagen? Kein Plan, aber ich tu's). Die wohl aber witzigste Performance der Stunde hat (wieder einmal) Alison Brie für sich verbucht: Ihre Sexy-Santa-Parodie Teach Me How To Understand Christmas gepaart mit dieser Betty Boop-ähnlichen Stimme war das Highlight der Episode. Und schön, dass man Gillian Jacobs' nicht vorhandenes Gesangstalent ebenfalls gut in die Story integrieren konnte. Zu kurz kam leider Yvette Nicole Brown, die, das muss man einfach sagen, eine absolute Killer-Stimme hat und diese leider nur ansatzweise präsentieren durfte.

      Das letztjährige Weihnachtsspecial Abed's Uncontrollable Christmas war eigentlich fast nicht zu toppen - ich meine, was kann schon ein Claymation-Special wirklich toppen? -, aber das hat Regional Holiday Music auch gar nicht vorgehabt. Stattdessen wurde in das Musical-Thema der Episode fast schon mühelos eine sehr viel größere und wichtigere Message integriert: Wenn die Folge vom letzten Jahr sich darum drehte, dass Weihnachten, mehr als jeder andere Feiertag im Jahr, ein verdammt persönlicher ist, dann will uns die diesjährige Episode mitteilen, dass es nicht wichtigeres gibt, als eben diesen Feiertag mit den Leuten zu verbringen, die man liebt und die einem wichtig sind. Für Abed sind das, nachdem seine Mutter die Familie verlassen hat, seine Freunde aus der Lerngruppe. Es gibt viele Gründe, warum ich Community so vergöttere, aber das Gefühl von Familie und Verbundenheit, dass die Serie immer dann, wenn man es am wenigsten von ihr erwartet, zu verbreiten vermag, ist einer der wichtigsten. Regional Holiday Music hat dies mit Bravour geschafft und die Mid-Season mit einem sehr tröstenden Touch beendet. Und wenn Community jetzt schon für einen unvorhersehbaren Zeitraum in die Pause geschickt wird, dann verabschiedet sich die Serie vorerst immerhin mit einer der herzerwärmendsten Episoden, die die dritte Staffel bisher hervorgebracht hat.

      And a Merry Christmas to all of you.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry."

      David Chase

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Data“ ()

      Und für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, hier sind die großartigen Neuigkeiten:

      Community kehrt mit seinen verbleibenden 12 Episoden schon sehr bald zurück. Merkt euch den 15. März 2012 schon mal vor.

      Ein paar weitere Gaststars, auf die wir uns freuen können, wären French Stewart, Giancarlo Esposito und Rob Corddry, der hier seinen zweiten Auftritt in der Serie nach Accounting for Lawyers ablegt. Esposito wird einen Charakter namens Gilbert spielen, einen langjährigen Mitarbeiter von Pierce's Firma Hawthorne Wipes. Die beiden müssen zusammen mit der Lerngruppe an einem Problem arbeiten, welches den letzten Willen von Cornelius Hawthorne, Pierce's kürzlich verstorbenen Vater, betrifft.

      Corddry wird in seiner Rückkehr im Season-Finale den Anwalt von Pierce geben müssen, während Jeff Shirley verteidigen muss. Pierce und Shirley haben sich wohl (wie soll es auch anders kommen) verkracht im gemeinsamen Versuch, eine Backstube für Shirley zu eröffnen.

      Ein weiteres Highlight der dritten Staffel wird eine Episode sein, die voll und ganz dem langjährigem NBC-Hit Law & Order gewidmet sein wird.

      News zum im Vorfeld angekündigten Auftritt von Jeffs Vater gibt es noch nicht, aber man, kann ich es kaum erwarten, bis die Show zurückkehrt. Aber das wird hier ja sicherlich auch niemanden überraschen.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry."

      David Chase

      Sehr cool. Hatte gedacht, das dauert noch etwas länger (April, Mai). Auch wenn ich die dritte Season nicht so genial wie die erste und zweite finde, ist sie dennoch momentan die beste Show im Comedybereich. Jetzt muss nur noch die Bestätigung für die vierte Season kommen. Von der "Law & Order"-Folge hab ich letztens einen Bericht gelesen; die muss wohl sehr gut geworden sein --> Vorfreude. :P
      "Directing ain't about drawing a neat little picture and showing it to the cameraman. I didn't want to go to film school. I didn't know what the point was. The fact is, you don't know what directing is until the sun is setting and you've got to get five shots and you're only going to get two."

      David Fincher
      Original von Jim_Dandy
      Original von Tyler Fincher
      Jetzt muss nur noch die Bestätigung für die vierte Season kommen.


      Wieso? Lieber drei knallige Staffeln als endlos in die Länge gezogene Serien die stetig an Qualität verlieren.


      Der beste Grund für eine vierte Staffel wäre wohl der, dass Dan Harmon somit seinen seit Anfang an geplanten vierjährigen Story-Arc ordentlich abschließen könnte, der die Lerngruppe durch das Community College führt.

      Und ganz ehrlich: Wo verliert die Serie derzeit an Qualität? Ich habe schon öfters gehört, dass viele meinen, die dritte Staffel wäre schwächer als die zweite, aber ich kann diese Aussagen nicht nachvollziehen. Allein die Episoden Remedial Chaos Theory und Documentary Filmmaking: Redux allein gehören für mich jetzt schön in den Community-Olymp.
      Weitere Highlights? John Goodman; Die Musical-Nummer, die die dritte Staffel eingeleitet hat; jede einzelne No offence Todd - None taken-Szene und Changs Noir-Abstich in Competitive Ecology; Troy und Abed nähen Pierce sein eigenes Hinterteil an die Brust; Dean Pelton und Jeff singen Kiss From a Rose; Shirley sagt I farted; Annie singt Teach Me How to Understand Christmas... achja: Und Michael K. f*ucking Williams.

      Es gibt Serien, die haben ihre gesamte Laufzeit über nicht so viele kreative und einzigartige Einfälle. Daher kann ich echt nicht nachvollziehen, was an der dritten Staffel bisher die Indikation gibt, dass es an Qualität bergab geht.

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      David Chase

      Original von Data
      Der beste Grund für eine vierte Staffel wäre wohl der, dass Dan Harmon somit seinen seit Anfang an geplanten vierjährigen Story-Arc ordentlich abschließen könnte, der die Lerngruppe durch das Community College führt.


      Darauf wollte ich auch hinaus. ;)

      @ Data

      Ich sage ja auch nicht, dass die dritte Staffel schlecht oder gar mittelmäßig ist. Ich find die Serie immmer noch grandios und gerade die von dir gennanten Folgen sind auch meine persönlichen Highlights. Aber alle anderen Folgen hängen meiner Meinung nach etwas hinter den "besonderen" (die sich einer gewissen Form/Pop-Kultur-Prämisse wie z.B. die Doku-Folge annehmen) Episoden hinterher. Bezüglich Charakterentwicklung sind diese immer noch grandios; nur der Joke-Level hat mir nicht immer zu 100 % zu gesagt. Oder ich zu blöd um die Jokes zu raffen. :P
      "Directing ain't about drawing a neat little picture and showing it to the cameraman. I didn't want to go to film school. I didn't know what the point was. The fact is, you don't know what directing is until the sun is setting and you've got to get five shots and you're only going to get two."

      David Fincher
      Vorfreude auf die restlichen Folgen der dritten Staffel: "The Dark Knight Rises" Trailer Parody. :hammer:
      "Directing ain't about drawing a neat little picture and showing it to the cameraman. I didn't want to go to film school. I didn't know what the point was. The fact is, you don't know what directing is until the sun is setting and you've got to get five shots and you're only going to get two."

      David Fincher
      Neben dem endsgenialen Community Returns-Trailer, der ja erst kürzlich veröffentlich wurde, hier noch ein paar Videos, um die Zeit bis zum nächsten Donnerstag zu überbrücken. Erstmals wurden exklusive animierte Webisodes von NBC produziert, die wohl die viel zu lange Wartezeit, die wir seit Dezember erdulden müssen, irgendwie wieder gut machen sollen. Die Videos sind etwas kurz geraten, aber nichtsdestotrotz mit guten Einzeilern versehen. Die Animationen sind auch okay:

      Abed's Master Key: Part I

      Abed's Master Key: Part II

      Abed's Master Key: Part III

      Außerdem findet ja derzeit das Paley Festival statt. Community war letzten Samstag dran und fast der gesamte Cast war anwesend (abwesend: Donald Glover und Chevy Chase), zusammen mit den Produzenten Dan Harmon, Rus Krasnoff, Garrett Donovan und Neil Goldman. Es gibt ein paar wirklich denkwürdige Momente (man merkt einfach, dass dieser Cast auch im echten Leben super dicke miteinander auskommt und das wirkt sich dann halt auch auf das Ergebnis auf den Bildschirmen aus) und interessante Anekdoten (u.a. sagt Harmon, wie er sich einen möglichen Kinofilm vorstellen könnte - ihr wisst ja: Six seasons and a movie!). Auf jeden Fall wie immer sehr erleuchtend, witzig und verdammt unterhaltsam:

      Community: PaleyFest 2012 Panel Part 1/6

      Community: PaleyFest 2012 Panel Part 2/6

      Community: PaleyFest 2012 Panel Part 3/6

      Community: PaleyFest 2012 Panel Part 4/6

      Community: PaleyFest 2012 Panel Part 5/6

      Community: PaleyFest 2012 Panel Part 6/6

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry."

      David Chase

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      3x11 Urban Matrimony and the Sandwich Arts:

      Okay, bevor ich anfange, mich hier in Einzelheiten über die neue Folge auszulassen, will ich erst ein paar erfreuliche News los werden: Communitys Auftakt in die zweite Hälfte der dritten Staffel war ein absoluter Quotenerfolg. In der Zielgruppe hat man mit einem Rating von 2.2 ein absolutes Quotenhoch in dieser Staffel erreicht. Zugegeben: The Big Bang Theory hat derzeit Pause, aber man, ich will einfach mal glauben, dass die Mund-zu-Mund-Werbung und die unermüdliche Fan-Base wenigstens einen winzigen Teil dazu beigetragen hat, dass ein paar Leute mehr dieser einmaligen Sendung eine wohl verdiente Chance gegeben haben. Vermutlich wird es in den folgenden Wochen wieder bergab gehen mit den Quoten (wir reden ja schließlich von NBC), aber es ist ein kleiner und wichtiger Erfolg, der hoffentlich seinen Teil dazu beigetragen wird, dass eine vierte Staffel jetzt wahrscheinlicher wird und wir noch ein weiteres Jahr am Greendale-College erleben dürfen. Wenn es mit Cougar Town schon zu Ende gehen sollte, so wird wenigstens Dan Harmon seine geplante Vier-Jahres-Reise der Lerngruppe geplant zu Ende bringen.

      So, genug davon. Kommen wir zum eigentlichen Thema:

      Nach dreimonatiger Pause ist Community ist zurück. Ein absolut tolles Gefühl, dass uns Fans versprochen wurde, dass die komplette dritte Staffel ausgestrahlt werden würde und dieses Versprechen vom Sender auch tatsächlich eingehalten wurde. Die Fan-Base im Internet hat sich in dieser Zeit sprichwörtlich überschlagen: Painballs und schwarze Bärte wurden ins Rockefeller Plaza geschickt, Catch-Phrases wie "Six Seasons and a Movie" haben sich in den alltäglichen Sprachgebrauch in Netzunterhaltungen eingeschlichen und nicht zuletzt der epische Returns-Trailer hat den Fans das Wasser im Maul wässriger gemacht, als sonst was - Lost hatte zu seinen besten Zeiten keinen solchen Hype im Netz feiern können und das muss was heißen. Hinzu kamen Jim Rash's Oscarsieg vor einem halben Monat und ein wirklich gelungener Auftritt beim Payley-Fest, der nur einmal mehr unterstrichen hat, wie witzig der Cast und die dahinter stehenden Verantwortlichen sind.

      Es ist vielleicht gerade wegen diesem Push, dass Communitys Rückkerepisode auch gleichzeitig die wichtigste sein dürfte, die die Serie in ihrer Geschichte jemals hatte. Wie geht man eine solche Folge an? Geht man möglichst Mainstream, um mögliche neue Zuschauer nicht abzuschrecken? Oder wäre eine high concept-Folge im Stile von Modern Warfare die bessere Variante, um zu zeigen, wozu diese Autoren im Stande sind?

      Man hat sich für einen Zwischenweg entschieden, der die traditionellsten Elemente des Sitcom-Genres beinhaltet und gleichzeitig die größten Stärken der Serie repräsentieren, um jedem zu zeigen, der bisher noch nicht mit Community vertraut war, auf was man sich hier einlässt.

      In einem Opening-Act, der verdächtig nach einem erneuten Glee-Revival aussieht und der Malcom Jamal-Warner zurück auf den Campus bringt, wiederverloben sich Shirley und ihr Ex-Ehemann Andre. Gleichzeitig tut sich Shirley mit Pierce zusammen, um in der Cafeteria einen Sandwich-Shop zu eröffnen, der Shirley jahrelangen Traum nach einem eigenen Geschäft erfüllen soll - der Grund, warum sie überhaupt nach Greendale gekommen ist. Um ihr einen Teil des Stresses abzunehmen, erklären sich Annie und Britta bereit, Shirleys Hochzeit vorzubereiten.

      Das wirklich Tolle an Urban Matrimony ist, wie hervorragend die Folge jedem einzelnen Charakter (bis auf Chang, der leider nicht auftaucht) etwas zu tun gibt und wie einwandfrei sich jede dieser einzelnen Storylines in die große Hauptstory einfügt. Die Folge ist durch und durch eine Shirley-Episode: Ihr Charakter hält die gesamte Geschichte zusammen und durch das allein hebt sich die Episode schon mal von allen anderen der dritten Staffel ab, ist sie doch bisher von allen Charakteren etwas untergegangen und stellenweise fast schon zur Statistin degradiert worden. Wie Shirley hier jedoch im Mittelpunkt von allem steht, beweist, dass sich hinter den viel zu großen, cartoonhaften Handtaschen und der Miss-Piggy-Stimme (ab sofort offiziell ihre sexy Stimme) eine stark gezeichnete Person befindet, die man ohne jedes weitere eine ganze Episode tragen kann - Yvette Nicole Brown hat das Zeug dazu und wenn ihr das richtige Material gegeben wird, weiß sie diese Gelegenheiten auch zu nutzen und damit zu triumphieren. Ihre Szenen mit Warner waren wie gewohnt kraftvoll und gut getimed. Eine Szene, die besonders hervorsticht, ereignet sich relativ zum Schluss der Folge, als sie ihrem Ex-Mann/Zukünftigen erklärt, warum sie nach Greendale gekommen ist und dass sich ihr Leben verändert hat, seit er sie verlassen hat. Nicht nur macht es Shirley als Charakter vielschichtiger, es gibt ihr auch eine neue Perspektive für die Zukunft der Serie (sollte sie beispielsweise in eine fünfte Staffel gehen, die nach dem Abschluss der Lerngruppe spielen wird).

      Ebenfalls äußerst charakterdienlich, vor allem aber ultrawitzig ist, wie Jeff und Britta mit Shirleys Hochzeit umgehen. Von Natur aus überzeugte Singles und treu ihrem bisherigen Werdegang in der Serie, sprechen sie sich gegen die lebenslange Bindung an einen einzigen Partner aus und wehren sich, an dieser Hochzeit teil zu haben - nicht weil sie etwas gegen Shirleys Glück hätten, sondern weil sie beide unglaubliche Bindungsängste haben. Jeff, der den Toast für die Hochzeit schreiben soll, hat diese Ängste, weil sein Vater die Familie verlassen hat, als er noch sehr jung war. Britta, die sich bereit erklärt, die Zeremonie zu organisieren, damit Shirley Zeit hat, sich ihrer Geschäftsidee, dem Sandwich-Shop, zu widmen, weil sie sich als unabhängige, emanzipierte und rebellische Einzelgängerin sieht, die nicht von einem die Brötchen verdienenden Mann versorgt werden möchte. Unglücklicherweise stellt sich heraus, dass Britta ein natürliches Händchen für das Organisieren von Hochzeiten hat und aus lauter Frustration darüber, betrinkt sie sich mit Jeff, was in einem herrlichen Schlagabtausch vor dem Priester gipfelt, der die Chemie der beiden Darsteller einmal mehr in vollem Umfang ausnutzt - etwas, was in der dritten Staffel bisher sehr selten genutzt wurde, was aber, wenn es gemacht wird, dann um so witziger und gelungener ist.

      Währenddessen erklärt sich Pierce bereit, Shirleys Sandwich-Vorhaben zu finanzieren. Pierce, herausgeputzt in seinen besten Geschäftsanzügen und verjüngt durch eine völlig neue Haarpracht, will, nachdem sein Vater ja bekanntlich das Zeitliche gesegnet hat, im Business jetzt richtig durchstarten und hat daher eine Anzahl neuer Ideen entwickelt, mit denen er Geld machen kann - da all diese Ideen jedoch noch starke Kinderkrankheiten haben, die sich so schnell wohl nicht kurieren lassen werden ("Ladies and gentlemen, the trouser-bench."), erscheint ihm die Idee des Sandwich-Shops als ideal. Er arbeitet also gemeinsam mit Shirley ein Konzept aus, welches sie Dean Pelton vorstellen. Dieser ist begeistert von der Idee und verspricht, die beiden zu unterstützen.

      Ich mag es immer, Brown und Chase zusammen zu sehen - die Hass-Freundschaft der beiden sorgt stehts für unangenehm-komische Situationen ("Why don't put your money into a good idea like Shirley?" - "Oh, I made that offer the first day I met her. She almost broke my nose.") und die Idee, dass die beiden zusammen ein Geschäft eröffnen, sorgt jetzt schon für so unglaublich viel potentiellen komödiantischen Zündstoff, dass ich hoffe, dass sich das Ganze noch weiter entwickeln wird. Obendrauf war Pierce urkomisch in dieser Folge: Chevy Chase's größtes Talent ist körperliche Comedy, ja, aber man, er hat hier auch jede einzelne Zeile, die ihm gegeben wurde, in einen absoluten Brüller verwandelt. Von der Rangfolge seiner Ex-Frauen, bis hin zu seiner Hass-Tirade auf dem Grab seines Vaters: Jeder, der behauptet, dass Chevys beste Tage vorbei seien, hat noch keine Folge Community gesehen. Und gerade in dieser Folge beweist er mal wieder, warum er zu den besten seines Fachs gehört.

      Troy und Abed, die sich für das Ereignis richtig herausputzen wollen, beschließen, ihre Merkwürdigkeiten abzustreifen und normal zu werden ("I'm feeling more normal already. Crab-walk home?"). Das Ganze hat bei den Leuten, die sie kennen, nicht den gewünschten Effekt (sie brauchen ja schließlich nicht sarkastisch zu sein), kommen aber schließlich so gut bei den restlichen Gästen an, dass Troy nach einer zeitlich perfekt abgestimmten Rückker von Annie's Boobs eine Offenbarung hat: Er und Abed müssen merkwürdig sein. Richtig, Inspector Spacetime? Das Ganze dient nicht nur dazu, zu zeigen, dass Pudi und Glover wirklich in jeder Situation unglaublich lustig sind. Vor allem ist ein Versuch, vielleicht sogar schon eine Art Selbstparodie (Harmon, könnte man meinen, kann gar nicht genug Meta sein), dafür, wie Community im dritten Jahr versucht, mainstreamhafter und einfacher zugänglich für Neueinsteiger zu sein, ohne dafür die merkwürdige und geekige Seite der Show opfern zu wollen.

      Es tut gut, Community zurück zu haben. Und ich denke, die Entscheidung, die zweite Staffelhälfte mit einer so bodenständigen Episode einzuläuten, war eine gute Idee. Sind manche enttäuscht, dass die Folge nicht meta genug war, was die lange Zwangspause angeht? Könnte ich mir gut vorstellen. Aber die Folge war wohl schon längst abgedreht und fertig geschnitten, als NBC im November die Pläne für die Mid-Season bekannt gegeben hat. Ich für meinen Teil kann als langjähriger und treuer Fan der Show sagen, dass die Folge für mich von Start bis zum Schluss wunderbar funktioniert hat. Shirley kam in dieser Staffel bisher leider etwas zu kurz, daher ist es schön, dass man ihr hier gleich volle 20 Minuten gewidmet hat, die sich fast komplett nur um sie drehen. Der Rest dieses wunderbaren Casts weiß ebenfalls zu glänzen: Von Chevy über Gillian bis hin zu Dany Pudi und Donald Glover, die man hoffentlich nie wieder so normal erleben muss, hatte hier jeder seine Momente. Es sind Folgen wie diese, die gleichzeitig von Einzeilern und herzerwärmenden Charaktermomenten leben, die Community einer Serie machen, bei der man sich einfach heimisch fühlt. Man ist bei diesem Autorenstab einfach gut aufgehoben und auch wenn man weiß, was einen erwartet, überrascht einen die Serie doch immer wieder auf's Neue. Die restlichen elf Folgen dürfen gut und gerne ebenfalls so locker und zwanglos daher kommen.

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      David Chase

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      3x12 Contemporary Impressionists:

      Community ist eine verdammt abgedrehte Serie. Manche bezeichnen den hohen Meta-Anteil der Serie sogar als so ausufernd, gar mainstreamfeindlich, dass sie daran die niedrigen Quoten der Show festnageln. Ich persönlich halte das für Quatsch (wie erklärt man sich dann die niedrigen Quoten von weniger metalastigen Serien, wie Parks and Recreation?), aber ich stimme zu, wenn manche Stimmen sagen, dass die ständigen Selbstreferenzen und Popkulturanspielungen für neue Zuschauer erstmals schwer zu begreifen sind und Community es daher schwieriger als andere Serien hat, Neueinsteiger zum Einschalten zu bringen und sie dann auch noch auf Dauer an sich zu binden. Als ein Fan der (fast) von Anfang an dabei war und zu ihr gehalten hat, kann ich sagen, dass das, was ich an Community am meisten schätze, der hohe Grad an Abgedrehtheit ist – und die Tatsache, dass die Autoren ihre Geschichten und Charaktere zur gleichen Zeit doch noch ernst genug nehmen, dass man als Zuschauer nicht komplett vor den Kopf gestoßen wird, sondern zwischen all den Popkulturkommentaren und den wie aus dem Maschinengewehr gefeuerten Einzeilern noch immer ein kleines wenig Menschlichkeit finden kann, was die Charaktere echt wirken lässt und nicht wie lebendig gewordene Cartoons.

      Mein größtes Problem mit Contemporary Impressionists aber fängt genau hier an: Die sonst so vorsichtig gehaltene Balance zwischen Cartoon und Realismus (was auch immer das heißen mag) hat hier fast das Gleichgewicht verloren. Etwas an der Folge hat mich gestört und je mehr ich darüber nachdenke, desto sicherer werde ich mir, dass die Serie erstmals Gefahr lief, zu einem tatsächlichen Cartoon zu werden.

      Ein kleiner Einschub, was die Produktionsreihenfolge der dritten Staffel angeht: Etwas unglücklich verlaufen ist wohl die Tatsache, dass man die elfte und die zwölfte Episode dieser Staffel miteinander vertauscht hat. Hintergrund hierfür war wohl, dass NBC die Rückkehr der Serie mit einer Folge beginnen wollte, die einfacher zugänglich für neue Zuschauer sein sollte. Das war in der Tat eine sehr gute Entscheidung. Somit hatte man letzte Woche eine mainstreamigere Folge, die stellenweise fast schon normal wirkte. Auf der anderen Seite hat man hier jetzt allerdings den Kontinuitätsbruch, wenn die Charaktere in der Opening Szene von ihren Erlebnissen in der Winterpause berichten.

      Ein paar kurze Worte zur Story, die so gesehen eigentlich keine wirkliche ist: Abed hat über die Winterferien ein neues Hobby gefunden. Er engagiert professionelle Imitatoren berühmter Schauspieler, um mit ihnen Szenen seiner Lieblingsfilme nachzustellen. Das Hobby geht ihm allerdings recht schnell an den Geldbeutel und der Boss der Imitatoren-Gruppe, Vinnie, droht, Abed die Beine zu brechen, sollte dieser seine Schulden nicht zurückzahlen. Die Gruppe beschließt daher, ihren Freund zu unterstützen, indem sie alle auf einer Bar Mitzvah als verschiedene Berühmtheiten auftreten, um das Geld zusammen zu bekommen.

      Die Story ist, wie bereits erwähnt, mehr eine Ausrede dafür, dass sich die ganzen Charaktere als verschiedene Stars verkleiden durften. Was die Episode in erster Linie erreichen wollte, war, den Zuschauer so stark es geht zum Lachen zu bringen – ein Ziel, das für eine Comedyserie natürlich alles andere als verkehrt ist. Autor Alex Cooley hatte sichtlich Spaß daran, die verschiedenen Darsteller in neue Rollen zu stecken und die Darsteller selbst haben diese Situation mehr als genial genutzt – ich hätte Gillian Jacobs sprichwörtlich stundenlang zuschauen können, wie sie Michael Jacksons Moon-Walk nachahmt („Jeff is in grave danger!“). Auch French Stewart, der Vinnie spielt, seines Zeichens French Stewart-Imitator (ja, ich weiß: Der Gag ist so alt wie die Komödie selbst, aber man, der zündet hier einfach klasse) war eine klasse Wahl für die Episode. Und der emotionale Klimax der Story, in dem Abed und Troy die erste große Krise in ihrer Freundschaft erfahren, hat funktioniert und wurde von Donald Glover und Danny Pudi wunderbar gespielt (auch wenn ich mir noch nicht so recht sicher bin, was ich von diesem Dreamatorium als Bestandteil der Serie halten soll).

      Was die Episode jedoch nach unten zieht, ist die B-Story. Jeff hat eine neue Therapeutin, die ihm ein Medikament gegen Ängste verschrieben hat. Jeffs persönliches Ego, schon immer etwas größer, als es sein sollte, droht daraufhin zu explodieren.

      Ich bin mir weder so recht sicher, wie diese Story dem Charakter dienlich war, noch kann ich sagen, dass ich mit der Ausführung des Ganzen zufrieden gewesen bin. Jeffs endgültiger Ausraster auf der Bar Mitzvah, der Zeichentrickapfel, der seinen Narzissmus verbildlichen sollte und auch die Art und Weise, wie die Leute um ihn herum auf sein neues aufgeblasenes Selbstvertrauen reagiert haben, war mir stellenweise einfach viel zu zu überzogen, ja fast schon über's Ziel hinausgeschossen. Selbst Dean Pelton, normalerweise immer unangebracht witzig, wenn er auf Jeff reagiert, war mehr zum fremdschämen gut, als sonst was.

      Eine weitere Nebenstory dreht sich um Ben Chang, dem vom Dean einige Aushilfskräfte zugestanden wurden. Die Story ist weniger eine Story, als vielmehr eine erste Grundlagenbildung für etwas, was sich, wie man dem Trailer entnehmen kann, wohl erst in den kommenden Wochen entfalten wird. Dennoch enthält es einige der witzigsten Sequenzen in der ganzen Folge (Ken Joengs Renée Zellweger-Gesicht war einfach zu köstlich) und gleichzeitig einige der bereits bei Jeffs Story störenden Cartoon-Einlagen (Stichwort: Denkblasen… ich hoffe bei Gott, dass das zu keiner Regelmäßigkeit ab sofort wird).

      Ich denke, Contemporary Impressionists war keine furchtbare Episode Community (gibt es das überhaupt?), aber sie gehört definitiv zu den Schwächeren in dieser dritten Staffel, die mir ansonsten bisher sehr gut gefällt. Die Cartoon-Einlagen waren mir stellenweise zu abgedreht, Jeffs Nebenstory wirkt irgendwie sinnlos und ich hätte ich mir auch gewünscht, dass die Imitationen von beispielsweise Pierce oder Annie besser und ausschweifender genutzt worden wären. Außerdem: Warum hat man die Gelegenheit einer thematisch so angelegten Folge nicht genutzt, um den Dean in ein paar verschiedene Outfits zu werfen? Vielleicht wollte man ja das Offensichtlichste vermeiden, aber eine bessere Gelegenheit, ihn, sagen wir, als Marylin Monroe zu präsentieren, wird sich wohl nicht mehr ergeben.

      Die Folge hat funktioniert, wo sie wirklich funktionieren sollte: Tory und Abeds kommende Story wird sicherlich einer der entscheidenden Faktoren sein, ob die dritte Staffel wirklich zum düstersten Kapitel der Serie wird, wie Dan Harmon versprochen hat. Gillian Jacobs und Ken Joeng gehörten mit zu den witzigsten Elementen der Episode und French Stewart war einer der angenehmsten Gaststars dieser Staffel bisher. Dennoch fällt das, was für meinen Geschmack nicht so ganz funktioniert hat, zu sehr ins Gewicht, um es zu ignorieren. Ich mag es, wenn Community verrückt wird und over-the-top geht. Aber hier hat mir stellenweise einfach die Glaubwürdigkeit, der menschliche Faktor und, ja, die Relevanz gefehlt.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry."

      David Chase

      Chase hat sich wohl mit Dan Harmon gestritten. Hoffe, dass das eine mögliche 4. Staffel nicht negativ beinträchtigt. LINK
      "Directing ain't about drawing a neat little picture and showing it to the cameraman. I didn't want to go to film school. I didn't know what the point was. The fact is, you don't know what directing is until the sun is setting and you've got to get five shots and you're only going to get two."

      David Fincher
      3x13 Digital Exploration of Interior Design (Part 1):

      Die dritte Staffel sticht bisher vor allem dadurch hervor, dass sie geschlossener, zusammenhängender wirkt als die Staffeln zuvor. Ich weiß nicht, wie beabsichtigt es war, an diesem Punkt in der Staffel einen Zweiteiler zu platzieren, aber die Story zündet, weil unsere Charaktere in ihren Entwicklungsgeschichten jetzt dort angekommen sind, wo sie sich für ihren nächsten, großen Schritt entscheiden müssen, der bestimmen wird, welchen Pfad sie von hier aus nehmen werden.

      Digital Exploration funktioniert mehr wie eine Vorbereitung auf Dinge, die kommen werden. Viele der Geschichten in dieser Episode werden wohl erst nächste Woche aufgelöst werden. Hinzu kommt, dass keine der drei Storylines sich anfühlt, als wäre sie schwerer gewichtet worden, als die anderen. Es ist daher nicht einfach, die A-Story herauszupicken. Es ist jedoch der Abed und Tory-Part sein, der den emotionalen Kern der Folge darstellt und der daher der dominierende Teil sein dürfte.

      Die beiden besten Freunde wollen ihr Deckenlager vom Jahr zuvor fortsetzen – nur wollen sie es noch genialer machen, indem sie dieses mal anstatt Decke, Kissen benutzen. Vice Dean Laybourne, der noch immer dahinter her ist, Troy für seine Klimaanlagenteam zu bekommen, setzt Troy jedoch die Idee in den Kopf, dass dieser immer das machen muss, was Abed ihm vorschreibt. Troy entschließt sich daraufhin, entgegen Abeds Wunsch erneut ein Deckenlager zu machen, was einen erbitterten Streit zwischen den beiden auslöst und die Freundschaft der beiden auf eine bittere Probe stellt.

      Zuerst: Drehen die Coens derzeit heimlich eine Fortsetzung zum Big Lebowski, von der wir noch nichts gehört haben, oder wieso kommt John Goodman plötzlich wie sein Alter Ego Walter Sobchak daher? Absolut herrlicher, nicht weiter ausgeführter Witz, der aber seine Wirkung nicht verfehlt hat.

      Desweiteren finde ich Laybournes Obsession dafür, Troy für sein Vorhaben zu gewinnen, mittlerweile arg verzwungen. Ich finde die Idee dahinter grundsätzlich interessant, dass man Troy an diesem Punkt in der Serie vor die Wahl stellt, welchen Weg er in seiner Zukunft einschlagen möchte, aber mir fehlt bisher noch der einschlagende und einleuchtende Grund, warum Laybourne ihn mit aller Macht für sein Unternehmen haben möchte – ich meine, hat der Mann nichts besseres zu tun, als seine gesamte Zeit und Energie in einen Jungen zu investieren, der noch nicht mal ein potentieller Mitarbeiter ist, weil er ganz offensichtlich keinerlei Interesse an dem Job hat?
      Dennoch, bei aller Kritik, muss ich sagen, dass diese Konfliktsituation zwischen Troy und Abed zum absolut treffendsten Zeitpunkt kommt – nachdem sie Anfang dieser Season endlich zusammen in eine WG gezogen sind, verbringen die beiden noch mehr Zeit miteinander, als sie dies ohnehin schon getan haben. Es macht also durchaus Sinn, dass unter diesen Umständen eine gewisse Anspannung entsteht. Eine ständige und völlig unproblematische Freundschaft gibt es eben nicht, nicht einmal in einer solch starken Bromance, wie die beiden es haben. Daher bin ich gespannt, wie man diesen Cliffhanger (Abeds „to be conitued“ war mir fast ein bisschen zu meta, weil hier beinahe schon die vierte Dimension durchbrochen wurde) in der nächsten Folge auflösen wird.

      Ich behaupte einfach mal aus einer Laune heraus, dass die Shirley-, Pierce- und Britta-Story der B-Plot der Folge war. Oder doch eher nicht aus einer Laune heraus, denn im Gegensatz zur dritten Story (Jeff und Annie – aber dazu gleich mehr), hat diese hier ebenfalls keine direkte Auflösung erfahren, sondern wird noch Bestandteil des weiteren Arcs der beiden Charaktere sein.

      Nachdem der Schulrat beschlossen hat, Shirleys Idee eines Sandwich-Shops für die Schul-Cafeteria zu klauen und den Platz an eine Filiale von Subway zu vergeben, planen sie und Pierce, die Fast-Food-Kette zu ruinieren, indem sie Britta als den Köder benutzen, der Rick, die Verkörperung von Subway in menschlicher, verführen soll, weil alle Geschäfte auf dem Greendale-Gelände zu mindestens 51% einem Schüler gehören müssen. Doch Britta, ohne dies geplant zu haben, verliebt sich in Rick und der gesamte Plan des Trios droht, unterzugehen.

      Was für eine merkwürdige und irgendwie seltsam komplizierte Story. Dennoch funktioniert sie, weil, mal wieder, die richtigen Darsteller für diese Rollen am Werk sind: Gillian Jacobs‘ Britta verhält sich übertrieben lächerlich und over-the-top und das ist es eigentlich, was den Charakter immer am witzigsten macht. Jacobs ist gut in dieser Art von Comedy, wenn sie Dinge ernster nimmt, als sie eigentlich sind, und das war mitunter damit auch mein persönliches Highlight der Folge. Shirley und Pierce’s hinterhältiges Taktieren war ebenfalls verdammt komisch (wobei Chevy Chase hier einige verdammt witzige One-Liner bekommen hat, weil Pierce mitweilen nicht mehr so recht wusste, in welchem Jahrzehnt er sich aktuell befindet), aber ich hoffe, dass man gerade bei letzterem davon absieht, ihn in ähnlich dunkle Gefilde abdriften zu lassen, wie es letztes Jahr um diese herum geschehen ist.

      Eine Story, die mehr von der eigentlichen Action passiert, dreht sich um Jeff, der am Boden zerstört ist, als er erfahren muss, wie eine mittlerweile tote Mitschülerin namens Kim ihn für einen Idioten gehalten hat und er nun keine Möglichkeit hat, sie vom Gegenteil überzeugen zu können.

      Jeffs narzisstischer Werde- und Selbstfindungsgang, der letzte Woche einen für mich persönlich sehr absurden Tiefpunkt gefunden hat, wird diese Woche auf überraschend subtilere Weise fortgesetzt. Ich mochte Jeff McHales Reaktionen, wenn er ständig daran erinnert werden musste, wer Kim war. Warum sich diese Story allgemein so wohltuend anfühlt, ist, weil sie wahrscheinlich nicht die selbe Schwere mit sich bringt, wie die beiden anderen Storylines, sondern hauptsächlich dazu da ist, McHale und Alison Brie mal wieder ein bisschen Zeit miteinander verbringen zu lassen. Und wenn schon wegen nichts anderem, so hat sich das Ganze doch immerhin deswegen gelohnt, weil wir von der „Save Garrett“-Ralley erfahren haben („‘Save Garret‘? What’s wrong with Garret?“).

      Viel wird davon abhängen, wie der zweite Teil diese Storylines zu Ende führt – oder zumindest, wohin sie sie führt –, aber als eine Episode, die dazu da ist, die Spielfiguren in die richtige Ausgangsposition zu bringen, funktioniert Digital Exploration ziemlich gut. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe John Goodman und jedes mal, wenn er die Community-Bildfläche betritt, freue ich mich ungemein, dass er hier mitmacht. Ich denke auch, dass er den zwielichtigen und hinterhältigen Part der Rolle auf absolut geniale und ultrawitzige Weise rüberbringt. Nur wirkt sein Vorhaben mit Troy einfach so, als würde sich die Story nicht nach vorne bewegen, sondern lediglich mit jedem neuen Auftritt bei Null anfangen. Hoffen wir, dass da mit dieser Folge ein Anfang zur Wende begonnen hat.

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      David Chase

      3x14 Pillows and Blankets:

      Kann eine Kissenschlacht als taugliches Material für eine zwanzigminütige Fernsehepisode dienen? Man sollte meinen, dass manche Ideen zu lächerlich sind, als dass sie tatsächlich jemals jemand umsetzen würde. Selbst für Community – eine Serie, die erst dann richtig aufblüht, wenn jemand sagt, dass so etwas unmöglich ist – ist das Konzept einer Kriegsdoku-Parodie mit Kissen auslegt auf eine ganze Episode doch sehr gewagt.

      Dan Harmon hat es mit Sicherheit nicht ganz einfach, seine Gefolgschaft nach Modern Warfare, Advanced Dungeons and Dragons oder Critical Film Studies (um nur mal einige der erfolgreichsten high concept-Episoden zu nennen) ständig auf’s Neue auf dem kalten Fuß erwischen zu können und sie mit einer Episode zu überraschen, die sie so bisher noch nie im Sitcom-Genre gesehen haben. Und zugegeben: Irgendwann wird es wohl auch für die kreativsten Autoren nicht mehr möglich sein, mit ständig neuen Konzepten aufzukommen, die bisher noch nicht angewandt wurden. So auch bei Pillows and Blankets, eine im Dokumentationsmantel gekleidete Parodie auf The Civil War, eine sehr sehenswerte Dokumentation von Ken Burns über den amerikanischen Bürgerkrieg. Man hat den Dokustil mittlerweile schon zwei mal verwendet in der Serie und doch (und das muss man Pillows and Blankets einfach zugute halten), wird nicht einfach die selbe Schiene wieder von Neuem aufgefahren, sondern man geht von der Ausgangssituation des Forts den nächsten logischen Schritt und macht aus der einfachen Kissenschlacht einen epischen Krieg, der das Fundament der Freundschaft zwischen Troy und Abed zu erschüttern droht.

      Pillows and Blankets setzt dort an, wo Digital Exploration and Interior Design letzte Woche aufgehört hat: Troy und Abed sind noch immer im Streit darüber, weil der eine ein Kissen-, der andere ein Deckenfort bauen möchte. Die ursprüngliche Auseinandersetzung hat sich weit darüber hinaus entwickelt und mittlerweile steht die Freundschaft der beiden auf dem Spiel, weil der eine sich nicht dem anderen beugen möchte.

      Bemerkenswert ist, dass der erste Teil letzte Woche ein exzellentes Beispiel dafür ist, wie Community drei verschiedene, sich gleichwertig anfühlende Storylines in einer Episode unterbringen konnte ohne überfüllt zu wirken. Ganz im Gegensatz dazu das Sequel, welches eine einzige Story sehr gradlinig erzählt und außer Troy und Abed (und Jeff als Mittelmann) eigentlich keinen der restlichen Charaktere sonderlich prominent nutzt – ich meine, dass Britta noch nicht mal eine einzige Zeile sagen durfte (kann das sein?).

      Ja, Pillows and Blankets ist eine reine Troy und Abed-Story und nein, Dan Harmon ist sich nicht zu schade dafür, die Idee der Kissenschlacht so pathetisch und melodramatisch wie möglich umzusetzen. Autor der Episode Andy Bobrow, welcher keine Gelegenheit auslässt, möglichst dick aufzutragen, wenn es darum geht, wie die Charaktere die Situation trotz all ihrer Lächerlichkeit überzogen ernst nehmen. Allein dafür gibt es von mir schon mal ordentlich Pluspunkte, ganz einfach, weil ich diese Art von over-the-top-seriousness-Parodie einfach liebe. Tristram Shapeero setzt auf das Drehbuch noch einen drauf: Seine Inszenierung der Episode mit all den Slow-Motion-Szenen und den gestoppten Frames, die in laufenden Film übergehen (sorry, mir fehlt da das nötige Fachjargon) ist ein sehr gelungener Versuch, den Bildern eine gewisse Epik zu geben – und ich denke, das ist absolut Emmywürdiges Material. Eine sehr beeindruckende Regieleistung in meinen Augen.

      Die Folge war emotional aufwühlend, denn noch nie hat man Troy und Abed so sehr im Clinch miteinander gesehen. Die Szene, als die beiden ihre dreckige Wäsche über abgefangene e-Mails und SMS waschen, war schon sehr bedrückend und (mal wieder) ungewöhnlich hart für eine Sitcom, aber ich bin froh, dass Community eine Serie ist, die sich nicht davor scheut, immer wieder diesen einen Schritt weiter zu gehen, den sich andere Serien nicht trauen, weil es unter Umständen der sein könnte, der eben zu weit. Gleichzeitig war die Folge auch ein wichtiger Schritt in Jeffs Entwicklung, weil er sich endlich bewusst darüber wird, dass er alles für seine Freunde tun würde – selbst imaginäre Freundschaftshüte aus dem Büro des Deans zu holen.

      Damit hier niemand eine Folge erwartet, die so tragisch ist, dass sie einen in Depressionen führen könnte: Sie ist auch sehr lustig. Zwar weit, weit davon entfernt, die lustigste Episode zu sein (die Gagspannweite wurde bewusst gering gehalten), aber sie enthält einige sehr komische Einzeiler (Dean Peltons „Do people go to classes?“ war, wie viele von Jim Rashs Szenen in dieser Folge, ein köstliches Highlight) und Ideen (ich kann es kaum erwarten, noch mehr der Changlorious Basterds zu sehen… „yeah, I don’t get it, either.“), die wunderbaren Einsatz gefunden haben – Brittas Versuch, den Krieg fotografisch zu dokumentieren oder Pierces Geheimwaffe, mit der er die Schlacht gewinnen möchte, sind nur zwei meiner persönlichen Lieblingsbeispiele.

      Eine richtig, richtig gelungene Episode, die gut und gerne zu meinen Favoriten in dieser Staffel werden könnte – je nachdem, welchen Wiedersehenswert sie hat, aber ich denke, daran wird es nicht scheitern. Wie gesagt, es gibt weitaus witzigere Community-Episoden, aber in Sachen Charakterentwicklung dürfte es für Troy und Abed kein besseres Beispiel geben. Ich will auch noch meinen persönlichen Eindruck los werden, dass das ganze Ambiente der Folge ein bisschen den Anschein hat, als hätte man mit ihr in erster Linie im Budget sparen müssen. Wenn das wahr ist, dann Respekt, was diese Produzenten selbst mit weniger Mitteln noch zustande bringen.

      Übrigens: All denen, die den ganzen Dan Harmon/Chevy Chase-Zwischenfall der letzten Woche nicht so ganz verfolgt hat, kann ich sagen, dass der Streit sich offenbar gelegt zu haben scheint. Harmon hat eine Entschuldigung online veröffentlicht und Chase weigert sich zwar, öffentlich darüber zu reden, hat aber Worte verlauten lassen im Sinne von „We got comedy to do“, was ich als positives Zeichen werte, dass er an einer vierten Staffel beteiligt sein wird, falls diese bestellt wird (worüber ich zuversichtlich bin). Wäre auch zu ärgerlich gewesen, dass jetzt, wo es für Communitys Zukunft etwas rosiger aussieht, einer der elementaren Cast-Mitglieder vorzeitig ausscheiden würde, weil man sich zerstritten hat.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry."

      David Chase

      3x15 Origins of Vampire Mythology:

      Die dritte Staffel dreht sich in weiten Teilen noch immer um die Frage, ob Community auf Dauer auch in einer Post-Greendale-Welt spielen könnte. Mehr Folgen als noch in der ersten und zweiten Staffel spielen dieses Jahr nämlich außerhalb der Collegeeinrichtung und Dan Harmon experimentiert immer öfters mit dem Gedanken, wie die Serie in einer fünften Staffel aussehen könnte, wenn unsere sieben Hauptcharaktere erst einmal ihren Abschluss hinter sich gebracht haben.

      Die Folge beginnt mit einer Szene im Lernzimmer, wo die Sieben da sitzen und ihrem gewöhnlichen, mittlerweile so gut eingeübten Schlagabtausch frönen. Britta berichtet von ihrem Exfreund Blade, der für den Wanderzirkus arbeitet, der derzeit in Colorado residiert. Um nicht wieder in alte Gewohnheiten zurückzufallen und zu ihm zu rennen, sobald er sich meldet, bittet sie Annie, ihr Handy in Gewahrsam zu nehmen, so lange, bis der Zirkus weitergezogen ist.

      Britta Perry ist und bleibt eine der witzigsten weiblichen Sitcom-Charaktere aktuell im amerikanischen Fernsehen (und ja, diese Rechnung beinhaltet Alison Brie, Amy Poehler und Elisha Cuthbert). Gillian Jacobs hat selbst einmal so schön formuliert: Britta ist ein Spaßverderber, jemand, deren komödiantisches Timing so unangebracht und oft daneben ist, dass sie dazu in der Lage ist, jeden Witz zerstören zu können. Im wahren Leben wäre das nervtötend und fremdbeschämend. Weil wir uns aber in einer Sitcom befinden, ist es gut zu wissen, dass ein solcher Charakter in den Händen einer so talentierten Darstellerin liegt: Jacobs versteht es so gut, das exakte Gegenstück zum Rest ihrer Gruppe zu verkörpern, dass gerade ihre Szenen zu absolutem Gold werden, wenn sie eigentlich Unlustig spielen muss. Es gab in dieser Staffel schon einige herausragende Britta-Momente (ihre Michael Jackson-Imitation von vor ein paar Wochen bereitet mir heute noch ein Grinsen, wenn ich nur daran denke). Aber diese Folge dürfte gut und gerne in den Olymp der Best-of-Britta-Folgen aufgenommen werden. Der emotionale Pay-Off, der zeigt, dass hinter der starken Fassade, die sie oft erwecken will, eigentlich ein ziemlich gebrochener Mensch steckt, weil sie immer den Männern hinterherrennt, die falsch für sie sind, ist ein ganz neuer und frischer Einblick in den Charakter.

      Während all das in Troy, Abed und Annies Apartment vor sich geht, will Jeff wissen, was das für eine mysteriöse Unwiderstehlichkeit ist, die Blade auf Britta auslöst, und entschließt sich, diesen auf dem Jahrmarkt aufzusuchen und auszufragen.

      Es tut erst mal gut, zu sehen, dass die Jeff/Shirley-Paarung keine einmalige Aktion war, sondern dass die Autoren erkannt haben, dass zwischen McHale und Brown eine gute Chemie herrscht. Ich denke auch, dass die Beziehung heute recht frisch und unverbraucht wirkt, weil man die beiden während der ersten beiden Staffeln nur sehr, sehr selten nur untereinander hat agieren lassen und das scheint sich jetzt auszuzahlen. Die Art, wie die beiden einander ab und an auszuhelfen wissen, wirkt ungekünstelt und es ist allgemein schön zu wissen, wie Community unterschiedlichste Paarungen ausprobieren kann und eigentlich alle Charaktere untereinander klasse miteinander harmonieren. Dennoch muss ich sagen, dass das gesamte Szenario auf dem Zirkusgelände in meinen Augen nicht ganz so gut funktioniert hat, wie es vielleicht hätte sollen, denn dem Ganzen fehlte das gewisse Tempo und die sonst für die Serie typische hohe Fülle an Gags. Denn so wirkt das Setting irgendwie verschwendet und ich denke, da hätte man mehr herausholen können.

      Das selbe gilt womöglich für die Pierce- und Chang-Story, zwei Charaktere, die man so ebenfalls nicht oft miteinander kombiniert sieht. Tatsächlich ist es Chang, der in dieser Staffel noch mehr außen vor steht, als sonst. Daher ist der Anlass für mich ein guter gewesen, ihn mit einem Mitglied der Hauptgruppe zusammenzutun. Doch leider wirkt auch dieser Nebenplot, mehr noch als Jeffs Abstecher, dass das vorhandene Potential nicht mal annähernd ausgenutzt wurde. In Interviews kann man erkennen, dass Chevy Chase und Ken Jeong verdammt gut miteinander auskommen und eine gemeinsame Storyline hier gut angelegt wäre. Vielleicht lag daran, dass Dan Harmon die Laufdauer ausging und im Schneideraum einiges gekürzt werden musste, aber hier haben mir wirklich die erinnerungswürdigen Szenen gefehlt, die ich mir davon erhofft hatte.

      In einem weiteren, recht albernen Subplot, der dafür ungemein viel Spaß gemacht hat, drängt Vice Dean Laybourne Dean Pelton ein weiteres mal dazu, Troy endlich für das Klimaanlagenreparaturunternehmen zu gewinnen. Der Dean lädt sich daraufhin bei Troy und Abed selbst ein, ohne den gesamten Besuch über seine Agenda in die Tat umzusetzen. Ich vermute, insgeheim hat es ihm einfach zu viel Spaß gemacht, mit der Gang abzuhängen, als dass ihm der Auftrag dann noch sonderlich wichtig gewesen wäre. Wie auch immer, Jim Rash zuzusehen ist immer eine Freude, die beiläufige Art, wie er seine Zeilen wiedergibt, schlicht genial ("Well, that didn't work. That's what I get for improvising."). Sein Jammern, weil er nicht weiß, wie man sich einen Scotch mit Soda macht, ist übrigens mein Lieblingsmoment in der ganzen Folge. In Sachen überzogene Hystery kann er fast Donald Glover das Wasser reichen.

      Insgesamt konnte die Episode vor allem deswegen überzeugen, weil Gillian Jacobs richtig aufgeht in ihr – und sie hat Britta als Charakter vielleicht besser definiert, als jede andere Folge der Serie dies bisher zu vermitteln vermochte. Jeffs Szenen auf dem Jahrmarkt haben mehr dazu gedient, ein weiteres mal zu zeigen, wie verunsichert er unter seiner harten Schale eigentlich wirklich ist. Ich fand es aber schön, wie auch bei seiner Storyline in dieser Folge der Bogen zu Brittas geschlagen wurde. Die Frequenz gelungener Witze hielt sich diese Woche relativ niedrig, was schade ist, weil gerade die Pierce- und Chang-Sequenz auf dem Jahrmarkt dazu auf jeden Fall Potential geboten hätte. Was übrig bleibt, ist eine Folge, die als Highlight für Britta steht - und wenn ich auch ganz ehrlich nicht sonderlich viel gelacht habe, so hat der versöhnliche Moment, in dem sich alle Charaktere im Apartment wiederfinden, doch für einiges wett gemacht. Allgemein war alles, was dort stattgefunden hat, ein Gewinn. Und gerade der letztere Punkt demonstriert hervorragend, dass Community durchaus nach der vierten Staffel unabhängig von Greendale funktionieren kann. Es sind gerade Folgen wie diese hier, die die Freundschaft der Truppe im Kern erfassen, die zeigen, warum es sich lohnen dürfte, die Geschichte nach dem Collegeabschluss weiter zu verfolgen – ein Gedanke, mit dem ich durchaus warm werden könnte, je mehr ich darüber nachdenke.

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      David Chase

      3x16 Virtual Systems Analysis:

      Dan Harmon will nicht, dass man die high concept-Episoden von Community als irgendetwas Außergewöhnliches betrachtet. Ihm wäre es am liebsten, wenn man diese Spezialfolgen im Kontext der Serie als völlig normal ansehen würde, etwas, das auf dem College Campus halt passieren kann, weil das Community-Universum nun mal auf diese Art funktioniert, seinen eigenen Regeln folgend. Als Beispiel: Die Simpsons handeln von einer ganz normalen, mittelbürgerlichen Familie im Herzen von Amerika. Rein die Synopsis der Serie würde niemanden dazu veranlassen, zu denken, dass irgendetwas außergewöhnlich Verrücktes in ihr passieren könnte, beispielsweise ein jährliches Halloween-Special oder gelegentliche Musicaleinlagen. Und doch, wenn dies passiert, wundert sich niemand darüber. Warum? Weil das bei den Gelben aus Springfield nach einer gewissen Zeit zur Routine wurde, dass ab und an halt mal etwas so aus dem Rahmen fallendes passieren kann, ohne dass jemand solche Folgen mit Begriffen wie high concept umschreiben würde.

      Der Punkt, auf den ich hinaus will, ist folgender: Dan Harmon hat Recht in seinem Wunsch, dass die sogenannten high concept-Folgen nicht anders betrachtet werden sollten als die anderen, denn wenn Community in seiner langen Reihe von Chicken Fingers-, D&D- oder Mockumentary-Folgen eines richtig gemacht hat, dann, diese nie zum Selbstzweck auszunutzen, nie zu sagen „Hey, machen wir eine Folge mit verschiedenen Zeitlinien“, nur weil sich die Idee dazu cool anhört, sondern diesen Folgen immer einen emotionalen Kern einzupflanzen, der zeigt, dass diese Folge nicht nur verdammt cool vom Konzept her ist, sondern dass sie vor allem der Entwicklung der Charaktere und der Serie an sich enorm dienlich ist. Natürlich wird man sich immer auf „der große Paintball-Zweiteiler“ beziehen, wenn man über die Fistfull of Paintballs spricht. Man wird dabei aber auch nie vergessen, dass diese Folge gleichzeitig einen enorm wichtigen Wendepunkt in der Entwicklung der sieben Freunde darstellt mit Pierce als dem zentralen Thema der Folge. Die Themen dieser Folgen spiegeln sich in der Umsetzung wieder und das ist etwas, wofür diese Autoren ein besonderes Händchen haben.

      Als ich zum ersten mal von der Idee zu dieser Folge gehört hab (was, wenn ich mich recht entsinne, während dem letzten Paley-Festival war, als Harmon über sie gesprochen hat), war ich mir nicht so recht sicher, was ich davon halten sollte. Das Konzept des Dreamatoriums (eine Art Referenz zu Star Treks Holodeck) war mir von Anfang an suspekt, weil es selbst für Communitys Standards zu abstrakt war. Als wir dann am Ende von Contemporary Impressionists zum ersten mal gesehen haben, was Abed und Troy in diesem Abstellraum machen, dass es quasi nur eine Art Spielzimmer für die beiden ist, in dem sie ihrer Fantasy freien Lauf lassen können, war ich mir endgültig nicht mehr recht sicher, ob und wie das funktionieren wird, wenn erst mal eine ganze Folge auf dieser Idee aufgebaut wird. Ich hatte sogar wirklich Angst davor, dass Community vor lauter Egozentrik und Selbstgerechtigkeit hiermit endgültig den Shark jumpen könnte. Und diese Angst war natürlich nicht ganz unberechtigt, war die Show doch schon immer berüchtigt dafür, besonders merkwürdig und daher mainstreamfeindlich zu sein.

      Die Story ist recht simpel gehalten: Ein großer Biologietest fällt aus, was der Gruppe Zeit gibt, sich anderen Dingen zu widmen. Annie arrangiert daher ein Date zwischen Troy und Britta. Da Abed jedoch Pläne hatte, den Nachmittag mit Troy im Dreamatorium zu verbringen, erklärt sich Annie bereit, diese Aktion mit ihm zu übernehmen.

      Abed kann mit seiner Art oftmals sehr entzückend wirken: Seine ständigen Popkulturreferenzen sorgen für die nötigen Metakommentare, für die ich diese Autoren so sehr schätze und seine Freundschaft mit Troy wirkt so natürlich und ehrlich, dass ich verstehen kann, warum ihn viele als ihren Lieblingscharakter der Serie bezeichnen (ganz nebenbei bemerkt, ist gerade der Freundschaftsaspekt der Grund, warum ich den oftmals gezogenen Vergleich mit Sheldon aus The Big Bang Theory zurückweise, denn diese Warmherzigkeit verspüre ich bei ihm selten). Auf der anderen Seite ist Abed jedoch auch ein sehr sturer, kontrollierender Mensch, mit unerschütterlichen Prinzipien und einer unverfälschten Ehrlichkeit, die ihn oftmals beleidigend, ja zuweilen sogar arrogant erscheinen lassen können. In dieser Hinsicht ist er beispielsweise Pierce, der oft als das größte Arschloch der Gruppe bezeichnet wird, ähnlicher, als dem Rest. Und ich denke, die Autoren haben genau diese Problematik (wenn es denn eine sein sollte) erkannt und haben das Dreamatorium eingeführt, das mit Systems Analysis aufhört, nur ein albernes Gimmick zu sein und dem stattdessen eine echte Funktion zugewiesen wird, mit der wir Abeds Charakter besser zu begreifen verstehen. Zugegeben, vieles, was in der Folge passiert (besonders zu Beginn, als Annie und Abed den Raum zum ersten Mal gemeinsam benutzen) ist verrückt und lässt die Frage aufkommen, worauf Matt Murray, seines Zeichens Autor der Folge, überhaupt hinaus möchte. Die Antwort ist einfach: Je mehr Annie Abed bedrängt, aufzuhören, sich wie ein Kontrollfreak zu verhalten, desto mehr offenbart sich, wovor er überhaupt Angst hat: Die Lerngruppe sind die ersten echten Freunde, die er wohl jemals im Leben gehabt hat und Troy, mehr als alle anderen, sein erster bester Freund - vielleicht sogar eine Art Seelenpartner. Als Annie versucht hat, Troy und Britta miteinander zu verkuppeln, hat Abed Panik bekommen, ihn zu verlieren und damit in die Ecke zurückgeschoben zu werden, in der er sich wohl schon sein ganzes Leben befunden hat – nämlich in die, in welche die Außenseiter hingemobbt werden.

      Das Greendale Community College offenbart sich ein weiteres Mal als ein Ort, an dem Außenseiter ankommen und einen Neuanfang wagen können, ohne das zu verändern, was sie als Person ausmacht. Alison Brie hat Community kürzlich in einem Interview mit Lost verglichen – spaßeshalber, wie sich versteht. Was den Aspekt des Neuanfangs geht, könnte es aber eigentlich keine bessere Analogie für Community geben, als Lost. Diese sieben Fremde haben sich gefunden und haben in den letzten drei Jahren gelernt, von einer simplen Lerngruppe zu einer richtigen Familie zu werden. Abed hat sich in dieser Gruppe trotzdem immer wie ein Außenseiter gefühlt, weil er weiß, dass er anders ist. Er hat nie realisiert, was für eine wichtige Rolle er in ihr ausmacht. Der emotionale Kern der Folge, als Annie ihm offenbart, dass jeder (wirklich jeder) Mensch die selben Ängste hat und alle nur ihren Platz in der Welt suchen, fühlt sich echt und verdient an. Ich war überrascht, wie gut das funktioniert hat, wenn man bedenkt, wie skeptisch ich der ganzen Folge gegenüber von Anfang an gewesen bin. Aber es hat sich ausgezahlt, sich auf sie einzulassen, vielleicht besser, als die die dritte Staffel bisher in irgendeiner Folge vermocht hat (Documentary Filmmaking: Redux mal ausgenommen).

      Virtual Systems Analysis ist eine Folge, die durch und durch nur für die Fans gemacht ist, die der Serie von Anfang an gefolgt sind und die mit ihrer ganz eigenen Mythologie vertraut sind. Sicherlich werden mit solchen Folgen keine neuen Zuschauer angelockt, aber ich bin mir mittlerweile auch nicht mehr sicher, ob das nach drei Jahren Entwicklung und Aufbau überhaupt noch möglich ist. Was die restlichen Charaktere angeht, spielen diese nur am Rande mit: Dean Pelton hat, trotz einer sehr begrenzten Screentime, wohl mal wieder die witzigste Szene für sich verbucht („Come on, Craig, get your life together.“) und Troy hysterisch heulend (wenn auch nur durch die Augen von Abed) ist ohnehin ein immer wieder gern gesehener running gag („I didn’t get Inception.“). Gleichzeitig ist es auch, ganz in der Tradition von Staffel 3, eine sehr dunkle und stellenweise niederschlagende Episode, die jedoch ungemein charakterdienlich ist: Wir lernen hier vielleicht mehr über Abed als jemals zuvor, ein kleines bisschen über seine Vergangenheit, noch mehr aber über seine Selbstwahrnehmung innerhalb der Gruppe. Folgen wie diese lassen mich dankbar sein, an Community schon so lange dran geblieben zu sein, denn nicht viele Comedyserien können von sich behaupten, auf emotionaler Ebene so auszahlend zu sein.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry."

      David Chase

      Mit reichlich Verspätung, weil ich die letzten fünf Tage wirklich nicht die Zeit dazu gefunden habe, hier noch meine Review zu

      3x17 Basic Lupine Urology:

      Der Unterschied zwischen einer Parodie und einer Hommage ergibt sich eigentlich daraus, wie viel Ehre dem Original in der Nachstellung gezollt wird. Eine Parodie hat etwas Verspottendes an sich, ohne dabei aber niederträchtig zu sein. Eine Hommage ist eine Tributzollung an etwas, das vielleicht prägend in seinem Genre war oder das man wegen eines anderen bestimmten Elements besonders ins Herz geschlossen hat. Auf der anderen Seite hat Mel Brooks einmal gesagt, dass man nichts parodieren kann, was man nicht auch liebt. Demnach hat eine Hommage vielleicht mehr mit einer Parodie gemein, als die jeweiligen Definitionen der beiden Begriffe vielleicht anfangs vermuten lassen. Basic Lupine Urology, die lang und heiß erwartete Tribut-Episode an Law & Order, eine Serie, die den modernen Krimi vielleicht besser definiert hat, als irgendeine andere Serie im Genre, lässt die beiden Begriffe Hommage und Parodie auf so natürliche Art und Weise miteinander verschmelzen, dass ich versucht bin, dem ganzen einen neuen Begriff zu verleihen – wie wärs mit Parommage? Anyone?

      Nachdem das Biologieprojekt der Lerngruppe, eine Süßkartoffel groß zu züchten, unter mysteriösen Umständen zerstört wurde, droht Prof. Kane mit der Vergabe einer C-Note. Entschlossen, für ihr A zu kämpfen, startet die Gruppe eine Untersuchung, um herauszufinden, wer für den Sabotageakt verantwortlich gewesen ist.

      Es war eine der größten Überraschungen, als NBC der Serie Law & Order im Jahr 2010 den Stecker gezogen hat. Denn trotz stark zurückgegangener Quoten, war das Original des mittlerweile fünf Serien umfassenden Franchises kurz davor, zur langlebigsten, drehbuchbasierten Live-Action-Serie aller Zeiten zu werden – Unverständnis herrschte darüber, warum der Sender nicht willig war, diesen Rekord wahr zu nehmen.
      Ich persönlich bin kein Law & Order-Fan, daher hat mich die Euphorie um Basic Lupine Urology im Vorfeld wohl relativ kalt gelassen. Ich habe die eine oder andere Folge der Show gesehen, bin mit ihrer Struktur vertraut und weiß auch um den Kultstatus, der mit ihr zusammen hängt. Der berühmte, hohle Bong-Bong-Ton, der die klassischen Einblendungen von Orts- und Zeitangaben begleitet, ist mir ebenso ein Begriff gewesen, wie der blau-rote Vorspann, der zu einem der wohl bekanntesten Markenzeichen von L&O geworden ist (übrigens bekommen wir hier mal wieder ein tolles, themenangepasstes Sonder-Intro geboten). Dennoch kann ich mich nicht als Fan bezeichnen.

      Ich habe es schon mal erwähnt und ich muss es wieder tun: Genau hierin liegt die Stärke einer guten Parodie und vor allem, wenn Community eine solche angeht. Wenn selbst ein Nichtfan wie ich ohne Probleme in die Materie eintauchen kann und über den Verschnitt von zahllosen Anspielungen und Referenzen lachen kann, dann muss das ein klares Zeichen sein, wie mühelos und unverkrampft die Autoren so ein Thema angehen es verstehen, rüberzubringen. Ich habe viel gelacht bei der überzeichneten Art der Ermittlungen von Troy und Abed (inklusiver einer herrlichen Annahme der good cop/bad cop-Routine) und wie Regisseur Rob Schrab es verstanden hat, die Folge als echtes Drama mit gelegentlichen Witzeinlagen aufzuziehen. Vor allem aber hat mir die Rollenverteilung der einzelnen Charaktere gefallen: In kleineren Rollen Britta im Part des Computernerds – wie gewohnt, unfähig – und Pierce als Chef eines Zockerrings, der Informationen bieten kann – beides klassische Rollen in einem solchen Krimi und hier clever parodiert. Troy und Abed als die ermittelnden Detectives, Shirley, Jeff und Annie als die Anwälte, die der Wahrheit auf die Spur kommen wollen – achtet mal auf die tollen Dialoge und die schauspielerischen Leistungen aller hier beteiligten. Ich weiß nicht, welchem anderen Cast derzeit im Fernsehen ich solch eine Episode zutrauen würde.

      Basic Lupine Urology ist auch eine schöne Gelegenheit für die Show gewesen, einige lange Zeit nicht mehr gesehene Nebencharaktere zurückzubringen: Todd, Magnitude, Fat Neil und Vicky waren alles recht zentrale Chraktere in dieser Folge. Starburns hat hier vielleicht seinen prominentesten Auftritt in der gesamten Serie, was vermutlich mit dem großen Cliffhanger der Folge zusammenhängt, in dem er involviert ist. Ohne zu viel verraten zu wollen, aber ich finde das wirklich krass (im positiven Sinne), dass Community sich eines solchen Themas annimmt – andererseits hat Dan Harmon oft gesagt, dass das dritte Jahr das Dunkelste für die Serie wird, daher sollte eine solche Entwicklung nicht zu arg überraschen. Ich bin einfach mal gespannt, wie diese Situation genutzt wird.

      Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das hier auch der Finale Auftritt von Michael K. Williams als Prof. Kane gewesen. Ich fand es cool, wie zentral er in den Plot der Folge integriert war, hätte es aber auch nicht verkehrt gefunden, wenn ihm noch ein paar gute Sprüche in den Mund gelegt worden wären - es hätte ja nicht mal was vom Kaliber seines Lego-Redeschwalls sein müssen, aber ein bisschen was.

      Fans von Law & Order werden hier mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen: Communitys Liebeserklärung an Dick Wolfs Serienklassiker ist eine Tributzollung, die NBC damals selbst verpasst hat. Ich kann mir denken, dass die Folge für Fans ein echtes Geschenk gewesen ist. Aber man braucht diese Vorkenntnisse nicht, um sie genießen zu können – ich sollte der Beleg dafür sein. Basic Lupine Urology ist aufgezogen wie ein echtes Drama, nimmt sich aber selber nicht ernst, sondern trägt stattdessen im Sinne der Parodie besonders (aber nie zu unangenehm) dick auf. 20 Minuten Spaß sind geboten und ich kann sagen, dass ich mich prächtig unterhalten gefühlt habe. Für nächstes Halloween dann eine ähnliche Hommage an The X-Files? Nur so als Vorschlag. Wäre doch angebracht, wenn das mit dem dritten Kinofilm ja schon nichts wird.

      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry."

      David Chase

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