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    Es gibt 9.693 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Payback.

      Der Rechtsextremismus ist auch in punkto Gewalt gegen das Leib und Wohl gefährlicher als der linke, streite ich nicht ab. Das zeigen ja auch die Zahlen. Das liegt aber nicht an der Ideologie an sich, sondern am linken Zeitgeist heutzutage. Daran reiben sich viele Extremisten, es provoziert sie, und dann ticken einige aus. Vor 50 Jahren war der Zeitgeist eher rechts-konservativ, dann waren es wieder die Sozialisten, die sich daran aufrieben. Dann kamen die 67er, Dutschke, RAF usw ein kein Bänker war seines Lebens sicher. Heute fühlen sich Linksextreme im aktuellen Zeitgeist sehr wohl, es gibt daher weniger Anlass, seine Wut an Menschen auszulassen. Nur Polizisten bekommen es ab und an zu spüren.
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      Ich habe ja auch nicht von Autos gesprochen... Geschäfte, usw. für die Menschen ihr Lebenlang gespart haben, Kredite aufgenommen, etc. pp. Und das alles von irgendwelchen Idioten auf einem Schlag zu Grunde gerichtet. Darüber hinaus habe ich garnichts verglichen, nur daraufhin gewiesen, was sehr oft unter den Teppich gekehrt wird. Von mutwilligen Angriffen auf Polizisten mit Molotowcocktails usw. (auch Lebensgefährlich) will ich erst garnicht anfangen.


      „Wonder Woman 2“

      02. Oktober 2020


      @Gambit ich hab das schon verstanden ;)
      Und ich finde es auch dumm, schrecklich und asozial vom Verhalten und bin der MEinung sowas muss hart bestraft werden.
      Aber grundsätzlich ist halt das "Nebensächlich" wenn ein durchgeballerter Rechtsextremer 11 Menschen tötet.. oder wenn Jemand versucht alle Leute in einer Synagoge umzubringen....

      Hupengröße ... die ja essenziell für eine Rolle wie die der Wonder Woman ist.

      Winnfield schrieb:

      Der Rechtsextremismus ist auch in punkto Gewalt gegen das Leib und Wohl gefährlicher als der linke, streite ich nicht ab. Das zeigen ja auch die Zahlen. Das liegt aber nicht an der Ideologie an sich, sondern am linken Zeitgeist heutzutage. Daran reiben sich viele Extremisten, es provoziert sie, und dann ticken einige aus. Vor 50 Jahren war der Zeitgeist eher rechts-konservativ, dann waren es wieder die Sozialisten, die sich daran aufrieben. Dann kamen die 67er, Dutschke, RAF usw ein kein Bänker war seines Lebens sicher. Heute fühlen sich Linksextreme im aktuellen Zeitgeist sehr wohl, es gibt daher weniger Anlass, seine Wut an Menschen auszulassen. Nur Polizisten bekommen es ab und an zu spüren.

      Klar macht absolut Sinn. Die Linken sind schuld, das es gewaltbereite mordende Rechtsextremisten gibt. Die können gar nichts dafür. Die Linken sind mal wieder schuld.
      Also der "Zeitgeist" ist ja wohl keine Entschuldigung dafür, Menschen zu ermorden. Mal abgesehen davon ist unsere Gesellschaft in den letzten 20 Jahren politisch eigentlich mehr nach recht als noch links gezogen worden. Wenn man davon absieht, dass wir bezüglich einiger Dinge - also der Rolle der Ehe, Homosexualität usw. - ein wenig liberaler geworden sind. Aber in so ziemlich jeder anderen Hinsicht ist Deutschland doch nach wie vor stockkonservativ. Schließlich hat hier schon seit Ewigkeiten die CDU fast durchgängig das Sagen.

      swanpride schrieb:

      Also der "Zeitgeist" ist ja wohl keine Entschuldigung dafür, Menschen zu ermorden. Mal abgesehen davon ist unsere Gesellschaft in den letzten 20 Jahren politisch eigentlich mehr nach recht als noch links gezogen worden. Wenn man davon absieht, dass wir bezüglich einiger Dinge - also der Rolle der Ehe, Homosexualität usw. - ein wenig liberaler geworden sind. Aber in so ziemlich jeder anderen Hinsicht ist Deutschland doch nach wie vor stockkonservativ. Schließlich hat hier schon seit Ewigkeiten die CDU fast durchgängig das Sagen.


      Man kann jetzt wahrscheinlich darüber streiten, ob die CDU in den letzten 20 Jahren wirklich eine konservative Partei geblieben ist. Mindestlohn, Abschaffung der Wehrpflicht, Atomausstieg, Homoehe - alles nicht wirklich klassisch konservativ, aber alles unter (oder trotz) CDU geschehen. Also entweder hat sich der Konservatismus unter Merkel gewandelt, oder aber Deutschland ist liberaler als du denkst. Beziehungsweise ist es ohnehin unmöglich zu sagen, was Deutschland für eine Haltung hat oder was Deutschland überhaupt "ist". Man sieht es doch allein an den Wahlergebnissen, dass ein gemeinsamer Nenner nur sehr schwer herzustellen ist.

      joerch schrieb:

      Rechts und Gewalt gehören unteilbar zusammen....
      Im Rechtsextremen ist das menschenverachtende Implementiert...
      Danke.
      ...Faschismus hat eine völkisch homogene Gesellschaft (das Volk) zum Ziel. Um dies zu erreichen müssen alle, die nicht dazugehören raus. Raus geht von Diskriminierung bis Vernichtung. Die die nicht dazu gehören werden völkisch definiert, also jene die den Volkskörper physisch (Juden, Muslime, Menschen mit Behinderung, Obdachlose etc). Und sie werden politisch definiert, die die geistig und politisch schwächen. Das sind vor allem Linke, aber auch Liberale etc. Und dieses Denken einer homogenen völkisch definierten Gemeinschaft ist das Endziel jeder rechtsextremen und faschistischen Ideologie. Zitat.
      Kann man aber auch in hunderten Büchern nachlesen, von Adorno bis Volker Weiß.
      Es sind Vernichtungs-Ideologien.
      Jessica, Only Child, Illinois, Chicago

      TheKillingJoke schrieb:

      Also entweder hat sich der Konservatismus unter Merkel gewandelt, oder aber Deutschland ist liberaler als du denkst. Beziehungsweise ist es ohnehin unmöglich zu sagen, was Deutschland für eine Haltung hat oder was Deutschland überhaupt "ist". Man sieht es doch allein an den Wahlergebnissen, dass ein gemeinsamer Nenner nur sehr schwer herzustellen ist.

      Das liegt an der Fragmentarisierung der Gesellschaft (zunehmende Trennung zwischen Land- und Stadtbevölkerung zB) aber im Kern ist Deutschland - auf einen Zeitraum von 80 Jahren betrachtet - liberaler geworden. Das liegt aber auch daran, dass sich der Konservationismus als solcher gewandelt hat. Vergewaltigung in der Ehe nicht unter Strafe zu stellen oder die "Ehe für Alle" zu verbieten ist schlichtweg nicht mehr zeitgemäß - da ist die Gesellschaft soziopolitisch einfach weiter. Will der Konservationismus überleben, muss er sich anpassen. Der Klimawandel ist da ein gutes Beispiel: Will man die Umwelt so erhalten wie sie ist, muss man sein Verhalten ändern. Ein "weiter so" gibt es nicht mehr. Es gibt - auf die letzten 20 Jahre gesehen - aber in Deutschland (genau wie in den USA) eine starke Bewegung in Richtung Nationalismus, einhergehend kurioserweise mit (Neo-)Liberalisierung.

      Was @swanpride wohl meint - man möge mich da bitte korrigieren falls falsch - ist, dass Deutschland mal für sich betrachtet noch immer an Werten festhängt, die irgendwo in den 50ern konstruiert wurden. Das ist an sich nicht von der Hand zu weisen und auch ein zu lösendes Problem (Stichwort: "neuland"). Da gerade in den USA aber der evangelikale Rechtsnationalismus zugenommen hat, wirkt "unser" Konservationismus dagegen im Vergleich geradezu sozialistisch.

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
      Was ich mehr meine ist, dass es schon einen Unterschied gibt zwischen dem, was in unseren Gesetzen steht, wie die Realität aussieht und was unsere politischen Parteien so hochhalten. Die CDU hält zum Beispiel immer noch die Familie mit Mann und Frau, zwei bis drei Kindern und einem Hund in die Höhe und neigt dazu, Politik zu machen, die implizit davon ausgeht, dass die Frau wenn überhaupt nur halbtags arbeitet und bei der sich auch keine Gedanken darüber gemacht wird, wie sehr eine Frau in finanzielle Schwierigkeiten geraten kann, wenn sie sich nur auf ihren Ehemann verlässt. Selbst wenn die Ehe hält.

      Gleichzeitig sind die jungen Leute aber schon einen Schritt weiter und sehen Ehe als optional an, und können auch mit sogenannten "Christlichen Werten" nur noch bedingt etwas anfangen.


      Oh, zur frage was ist "deutsch" würde ich antworten: Unser Grundgesetz. Ansonsten gibt es keine "Deutsche Kultur", es gibt eine Bayrischen, Rheinische, Sächsische, Sorbische, Friesische usw. Kultur. Wir haben alle unsere Eigenheiten. Außerdem ändert sich Kultur ohnehin. Wenn dem nicht so wäre, dann würden wir immer noch heidnische Götter anbeten, oder immer noch all Katholisch sein. Wir hätten keine Eisdielen, Pizzerien und Dönerladen, wir würden nicht zum "Public Viewing" gehen.

      "Traditions are just peer pressure by dead people" also sollten wir selbst entscheiden, welche wir erhalten wollen und welche nicht.

      Das ist jetzt nur ein Beispiel, aber sogar unsere moderate Konservativen halten nicht so ganz mit der gesellschaftlichen Entwicklung mit. Und ja, sehr viele von ihren Werten und Ideen sind immer noch aus den 1950ern.

      Das soll nicht heißen, dass früher alles schlecht war, aber das eine oder andere muss man halt doch überdenken.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „swanpride“ ()

      Kaibear schrieb:

      @joerch, Verstehe nicht ganz, wieso Rechts und Gewalt nicht trennbar sein sollten?

      Wieso soll es Gewalt sein, wenn ich konservativ denke und der Überzeugung bin, dass Menschen nun mal grundsätzlich unterschiedlich sind?

      Es ist Extremismus, der die Gewalt ausmacht.


      Hallo Karibaer.... Ich verstehe nicht, wie man Posts nicht richtig lesen kann....
      Rechtsradikal (ich empfand es als logisch, dass es so gemeint ist) implementiert automatisch Gewalt, da es in der Grundstruktur menschenverachtend ist...
      Linksradikal (Ohne das verharmlosen zu wollen) ist da in der Grundstruktur anders.
      Das RADIKAL an sich nie was gutes ist, dachte ich muss ich für denkende Menschen nicht unbedingt erläutern....

      Und wenn man meine Posts liest, hätte man mitbekommen können, dass ich sowohl links als auch rechts innerhalb der demokratischen Grenzen, also innerhalb des Verfassungsspielraumes, akzeptiere und wenn man so will sogar gutheiße. Um eine politische Ausgewogenheit darzustellen muss das gesamte Spektrum angeboten werden. Jedoch innerhalb der Grenzen.
      Um es dir vielleicht einfach zu machen - Eine CSU (die ich niemals wählen würde) hat eine Daseinsberechtigung...
      Viel weiter rechts = nein

      Hupengröße ... die ja essenziell für eine Rolle wie die der Wonder Woman ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „joerch“ ()

      joerch schrieb:

      Kaibear schrieb:

      @joerch, Verstehe nicht ganz, wieso Rechts und Gewalt nicht trennbar sein sollten?

      Wieso soll es Gewalt sein, wenn ich konservativ denke und der Überzeugung bin, dass Menschen nun mal grundsätzlich unterschiedlich sind?

      Es ist Extremismus, der die Gewalt ausmacht.


      Hallo Karibaer.... Ich verstehe nicht, wie man Posts nicht richtig lesen kann....



      Du hast rechts geschrieben, deswegen meine Frage:

      joerch schrieb:

      Rechts und Gewalt gehören unteilbar zusammen....


      Bei solchen Diskussion muss man aufpassen, was man meint und wie man es ausdrückt. Denn wie du auch gesagt hast: rechts != rechtsradikal. Ich muss hier aber auch gestehen, dass ich bis auf wenige Ausnahmen mir hier nicht im Kopf behalte welche politische Position User hier vermeintlich vertreten. Deswegen: Das du aus einer Mitte heraus beide Seiten akzeptierst, ist mir bis jetzt nicht im Kopf geblieben.

      Kein Ding ;) Ich dachte übrigens erst auch ich hätte Rechtsradikal geschrieben.
      Also - ich bin eher links orientiert - jedoch nicht sooo weit wie manch anderer - also eher "klassisches" SPD-links (das man heute in der SPD nicht mehr kriegt). Ich bin übrigens auch Unternehmer, jedoch der Meinung, dass Arbeitnehmer rechte haben, die teilweise abgebaut werden, was falsch ist....
      ABER ich bin halt auch der Meinung, dass es immer mehr als eine Betrachtungsweise gibt. Man muss die Betrachtungsweise anderer respektieren, aber nicht teilen, solange sie im "normalen Rahmen" sind...
      Eine Höcke kann ich weder respektieren noch verharmlosen noch irgendwas... Wenn der bei mir in der Wohnung stände, wüsste ich nicht mal ob ich danach noch mal aus dem Knast kommen würde... Der Rest von der AfD-Führung ist natürlich auch nicht wählbar in meinen Augen, jedoch schießt Höcke und die durchgeballerte Von Storch den Vogel ab. Das sind einfach menschenverachtende Widerlinge...
      Mal abgesehen davon, dass scheinbar irgendwo der Irrglaube herrscht, dass es mit denen wirtschaftlich besser laufen könnte...
      Außer von Hass haben die von nichts ne Ahnung

      Hupengröße ... die ja essenziell für eine Rolle wie die der Wonder Woman ist.

      swanpride schrieb:

      Was ich mehr meine ist, dass es schon einen Unterschied gibt zwischen dem, was in unseren Gesetzen steht, wie die Realität aussieht und was unsere politischen Parteien so hochhalten. Die CDU hält zum Beispiel immer noch die Familie mit Mann und Frau, zwei bis drei Kindern und einem Hund in die Höhe und neigt dazu, Politik zu machen, die implizit davon ausgeht, dass die Frau wenn überhaupt nur halbtags arbeitet und bei der sich auch keine Gedanken darüber gemacht wird, wie sehr eine Frau in finanzielle Schwierigkeiten geraten kann, wenn sie sich nur auf ihren Ehemann verlässt. Selbst wenn die Ehe hält.

      Gleichzeitig sind die jungen Leute aber schon einen Schritt weiter und sehen Ehe als optional an, und können auch mit sogenannten "Christlichen Werten" nur noch bedingt etwas anfangen.


      Oh, zur frage was ist "deutsch" würde ich antworten: Unser Grundgesetz. Ansonsten gibt es keine "Deutsche Kultur", es gibt eine Bayrischen, Rheinische, Sächsische, Sorbische, Friesische usw. Kultur. Wir haben alle unsere Eigenheiten. Außerdem ändert sich Kultur ohnehin. Wenn dem nicht so wäre, dann würden wir immer noch heidnische Götter anbeten, oder immer noch all Katholisch sein. Wir hätten keine Eisdielen, Pizzerien und Dönerladen, wir würden nicht zum "Public Viewing" gehen.

      "Traditions are just peer pressure by dead people" also sollten wir selbst entscheiden, welche wir erhalten wollen und welche nicht.

      Das ist jetzt nur ein Beispiel, aber sogar unsere moderate Konservativen halten nicht so ganz mit der gesellschaftlichen Entwicklung mit. Und ja, sehr viele von ihren Werten und Ideen sind immer noch aus den 1950ern.

      Das soll nicht heißen, dass früher alles schlecht war, aber das eine oder andere muss man halt doch überdenken.


      Was die Ehe und alles drumherum angeht: Ich finde die Vorstellung, dass Frau und Mann sich finden, bis zum Lebensende zusammenbleiben und dabei ein paar Kinder in die Welt setzen, durchaus schön. Das als ideale Wunschvorstellung ist weiter verbreitet, als man vielleicht denken mag. Es kommt sogar bei Leuten vor, wo man es nicht unbedingt erwartet. Ein Kollege von mir ist wohl das, was man als "fortschrittlich" bezeichnen könnte. Digitalisierung yeah, so eine Art halbvegane Ernährung, politische Ausrichtung klar links, Haltung gegen rechts zeigen. Verheiratet ist er inzwischen trotzdem, ein Kind hat er ebenfalls. Sogar eine kirchliche Trauung in kleinem Rahmen konnte er sich nicht verkneifen. Oh, und einen Hund gibt es da auch. Was ich damit sagen will: Viele klassische Vorstellungen sind nicht umsonst Klassiker geworden, sondern weil sie einfach was Schönes und Richtiges an sich haben.

      Das soll natürlich nicht bedeuten, dass eine Frau-Mann-Kind-Hund-Kombination automatisch perfekt ist. Es gibt wohl tausende unglückliche Pärchen dieser Art und vermutlich ebenso viele Kinder, die in einer Familie mit "modernerem" Touch besser aufgehoben wären. Gleichzeitig heißt das aber nicht, dass eine Familie, die SO aussieht, automatisch perfekt ist. Aber ich denke auch nicht, dass das deine Meinung ist.

      Was das Deutsch-sein angeht: Ich habe natürlich immer gewusst, dass ich in Deutschland lebe und die Sprache spreche, aber ich schätze, groß als Deutscher hätte ich mich nie identifiziert. Zum Teil hängt das natürlich auch mit unserer Geschichte zusammen. Ich erinnere mich an das Sommermärchen, also die Fußball-WM 2006. Das war eigentlich das erste Mal, dass ich bewusst Deutschlandfahnen in meinem Umfeld wahrgenommen habe. Und ich weiß, dass da auch die Diskussion aufkam, ob man das denn überhaupt machen soll, also Flagge zeigen und so. Auf mich haben die Fahnen und all das befremdlich gewirkt, wenn ich mich zurück erinnere. Von daher würde ich sagen, ich bin in einer Zeit aufgewachsen, wo Deutsch-sein bereits etwas diffuses war.

      Deutsch-sein würde ich auch vor allem auf das Grundgesetz runterbrechen. Und auch auf die Sprache, wobei das meinem Geschmack nach verbindlicher sein könnte. Aber bleiben wir mal beim Grundgesetz. Wenn ich da eine Metapher wählen müsste, wäre es wohl der Rohbau eines großen Mietshauses mit vielen Wohnungen. Das Grundgesetz ist sozusagen das Grundgesetz und Voraussetzung dafür, dass es sich Leute ziemlich individuell darin einrichten können. Was dann in Deutschland auch getan wird, was gut ist. Allerdings: Es ist dann natürlich auch so, dass die Wohnung vieler Nachbarn komplett anders ist als deine. Ein Konfliktpotential wird man da nicht verneinen können. Toleranz im Sinne von "man erträgt den Nachbarn und hält ihn aus" ist in dem Fall dann das Mindeste, was alle Parteien anstreben sollten. Auf die Gesellschaft übertragen denke ich mir nur, dass es ziemlich stressen und auch anspannen kann, wenn das gegenseitige Ertragen alles ist, was dich verbindet. Es entstehen nicht nur ein paar, sondern viele Parallelgesellschaften, die nebenher laufen, kaum Berührungspunkte haben, aber dann eben doch manchmal krachend aneinander geraten. Und dabei gerät dann das Grundgerüst, also der Rohbau, das Grundgesetz, in den Hintergrund. Es ist eben eine Voraussetzung, die zwar wertvoll ist, die man aber auch einfach als gegeben hinnimmt. Man identifiziert sich nicht groß damit oder man vergisst auch, wie wichtig sie ist.

      Wenn in der Diskussion das Wort "Leitkultur" fällt, kriegen einige ja reflexartig Schnappatmung. Einerseits kann ich das verstehen. Es impliziert ja - um im Bild zu bleiben - dass einer in der Mietwohnung vorgibt, wie die anderen ihre Wohnungen einzurichten haben. Von daher ist verständlich, dass Leitkultur als Begriff verbrannte Erde ist. Aber andererseits finde ich die Diskussion darüber nicht komplett grundfalsch. Vielleicht könnte man den Begriff ersetzen, möglicherweise ja durch so was wie Zielkultur. Sich überlegen, wie man das Grundgesetz in den Vordergrund rücken oder mit irgendwas unterfüttern kann, was etwas mehr mitreißt und verbindet. Ich denke in die Richtung, weil ich glaube, dass es in einer Gesellschaft auf Dauer vielleicht nicht ausreicht, sich einfach nur gegenseitig in Ruhe zu lassen.

      swanpride schrieb:

      Weißt du was eine dog-whistle ist? Wenn du das tust, dann kannst du vielleicht nachvollziehen, warum so viele Leute mit dem Wort "Leitkultur" ein Problem haben.

      Zudem: Wer legt fest, wie die aussehen soll?


      Ich bin kein Hundebesitzer, aber ich habe ja trotzdem geschrieben, dass ich nachvollziehen kann, das man mit dem Begriff ein Problem hat. Deswegen hab ich auch einen als Alternative genannt.
      Für die es nicht wissen: eine "dogwhistling" heißt, dass man sich Codes und Euphemismus bedient, um seinen extrem rechten genossen zu signalisieren, dass man auf ihrer Seite ist, aber ohne etwas zu sagen, was man ihnen direkt anlasten kann. Dass kann durch Zeichen geschehen - das OK zeichen wird zum bespiel gerne mal dafür missbraucht - aber vor allem indem man bestimmte Formulierungen benutzt. Man sprich z.B. nicht davon, dass es eine Verschwörung von Juden gibt, die unsere Kapitalmärkte kontrollieren, man spricht entweder von "Rothschild-Bankern" oder, wenn man ganz "clever" sein möchte, von Globalisten. Was jetzt nicht heißt, dass jedes Mal, wenn jemand das Wort in den Mund nimmt, Juden gemeint sind, nur in etwa 90% der Internetkommentare (Schätzung meinerseits, ich stolpere selten über jemanden, der das Wort ehrlich verwendet...gewöhnlich reden die, die wirklich Globalismus-Gegener sind, vom Globalismus, während die, die eigentlich Juden meinen, von Globalisten sprechen, also eine bewusste Verschwörung andeuten).

      Ein Methode das zu tun, ist in irgendeiner Weise whiteness hervorzuheben, aber dabei zu tun, als ob es da nicht um Rassismus geht..."White lives Matter" ist da ein Beispiel (wenn die Masken fallengelassen werden, dann wird daraus ganz schnell Black Lives splatter).

      Und wenn ich "Deutsche Leitkultur" höre, oder "Heimatsministerium", dann klingt das für mich genau nach solchen Signalen. Man bestätigt sozusagen den AfD Anhängern dass es da wirklich etwas gibt, was in Gefahr ist. Wenn in Wirklichkeit absolut keine Gefahr besteht, schon gar nicht für unsere Kultur. Überlegt doch mal, wenn es den Afro-Amerikanern nachdem sie verschleppt und versklavt wurden, nachdem man ihnen Christliche Namen aufgezwungen und in jeder möglichen Weise unterdrückt hat, dennoch gelungen ist, sich eine eigene Kultur zu bewahren, warum zum Teufel sollten wir unsere verlieren, nur weil unsere Nachbarn auf einmal eine andere Hautfarbe haben?

      Außerdem ist es doch normal, dass sie eine Kultur weiterentwickelt und auch neue Dinge in sich aufnimmt. Der Döner gehört zum Beispiel inzwischen genauso zu Deutschland, wie das Schnitzel oder die Bratwurst. Ist das jetzt in irgendeiner Weise schlimm?
      So jetzt ist der Corona Virus auch in Italien angekommen.

      Habe die Befürchtung, dass sich die Seuche bei Massenveranstaltungen enorm ausbreitet (vor allem Fussball oder jetzt Karneval), auch wenn man immer versichert, man hätte die lokalen Isolationen gut im Griff, aber China hat ja schon gezeigt, dass das unmöglich ist. Und jedes Land geht anders um mit seiner Infrastruktur...

      Ich hoffe man kommt rechtzeitig zu einem Impfstoff, auch wenn de Chancen auf eine baldige Lösung sehr gering sein werden.