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    Es gibt 14.508 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von The Fiend.

      Gute Entscheidung. Der Dritte Weg bewegt sich überhaupt jenseits jeden Geschmacks oder Anstands. Ich habe ein Bild auf Twitter gesehen - es aber nicht weiter überprüft - was wohl eine Wahlkampfveranstaltung dargestellt hat. Da standen Bilder von Baerbock, Laschet und Scholz, als Volksverräter tituliert. Davor lagen drei blutige Leichensäcke. Ich weiß nicht, wie lang das so stand und lag. Aber mir ist schleierhaft, wie man so was durchgehen lassen kann.
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      Man muss sowas ernst nehmen. Sonst darf man sich nicht wundern, wenn da wieder Politiker erschossen werden oder ähnliches. Solche Gruppen sind bereits radikalisiert und setzen falsche Zeichen.

      Bei den Blöddenkern doch das gleiche, jetzt ist ein 20-jähriger Mitarbeiter einer Tankstelle erschossen worden, weil er jemanden ohne Maske rausgeworfen hat, der Bier kaufen wollte.

      Emily schrieb:



      jetzt ist ein 20-jähriger Mitarbeiter einer Tankstelle erschossen worden, weil er jemanden ohne Maske rausgeworfen hat, der Bier kaufen wollte.


      Da sieht man mal, mit welchen simplen Mitteln die Menschen sich so gehen lassen.
      Lasst mal einen richtigen Krieg in Deutschland haben mit Bombenschlägen und Flüchtlingen, ich glaube viele würden sich einfach mit Suizid aus dem Leben verabschieden, wenn sie schon mit sowas nicht fertig werden. Ich glaube vor 50 Jahren hätte es solche Fälle viel weniger gegeben, da war die Gesellschaft noch um einiges leidfähiger und robuster.

      Ratty schrieb:

      Ich glaube vor 50 Jahren hätte es solche Fälle viel weniger gegeben, da war die Gesellschaft noch um einiges leidfähiger und robuster.

      Also 1971?

      Das Jahr, in dem Deutschland eine Terrorzelle namens RAF bekam, die bis 1975 dann vier Menschen tötete und 41 verletzte?

      Okay.

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."

      GregMcKenna schrieb:

      Ratty schrieb:

      Ich glaube vor 50 Jahren hätte es solche Fälle viel weniger gegeben, da war die Gesellschaft noch um einiges leidfähiger und robuster.

      Also 1971?

      Das Jahr, in dem Deutschland eine Terrorzelle namens RAF bekam, die bis 1975 dann vier Menschen tötete und 41 verletzte?

      Okay.


      Ich denke, es macht einen Unterschied, wenn einer austickt, nur weil er ne Maske tragen muss oder eine Terrorzelle, die als organisiertes Verbrechensorgan fungiert.
      Und es können auch von mir aus 70 Jahre sein. Damit meinte ich lediglich nur, dass die Leute dünnhäutiger zu sein scheinen, wenn man nur das kleinste bisschen von Freiheit wegnimmt, was ich aber nicht mal hier sehe.

      Ratty schrieb:

      Und es können auch von mir aus 70 Jahre sein. Damit meinte ich lediglich nur, dass die Leute dünnhäutiger zu sein scheinen, wenn man nur das kleinste bisschen von Freiheit wegnimmt, was ich aber nicht mal hier sehe.

      Sagen wir mal so: Ich verstehe schon, was du meinst. Aber du formulierst doch arg weit dran vorbei, glaube ich. Wobei das mit dem "Wegnehmen von Freiheit" schon good ol' Platon vor ca. 2400 Jahren wusste und es als Achillesferse der Demokratie bezeichnete. Wer mehr darüber lesen mag: Klick.

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
      Rechte jubeln über Mord von Idar-Oberstein
      Warum Telegram scheinbar ein Rechtsfreier Raum ist



      Ein 49 Jahre alter Deutscher wollte am Samstag Abend an einer Tankstelle Bier kaufen. Der 20 jährige Angestellte verwies Ihn aus den Laden, da er keine Maske trug. Der mann ging darauf hin nach Hause, kehrte dann mit absichtlich falsch aufgesetzter Maske in die Tankstelle zurück. Nachdem der Angestellte den Mann erneut auf die Maskenpflicht hinwies, zog dieser einer Waffe und schoss den jungen Mann direkt in den Kopf.

      Die Tat erschüttert ganz Deutschland, vor allem weil der Täter später in der Vernehmung ohne großes bedauern zugibt, die Tat als Zeichen gegen die Maskenpflicht begangen zu haben.

      Doch auf einem Kanal gibt es dafür massenhaft Applaus. Telegram, Rückzugsort derer, die auf Facebook keine Menschen finden, die ihre Meinung teilen oder aber Zensur von den Behörden befürchten.

      In diversen Kanälen szenebekannter Verschwörungsideologen wird die Gewalttat in Rheinland-Pfalz wahlweise als Notwehr, logischer Schritt oder Beginn eines langersehnten Befreiungskampfs gegen die angebliche "Merkel-Diktatur" gefeiert. Im Kanal "Free your mind" heißt es frohlockend: "Jetzt geht's los!!!" In anderen Kanälen werden Herzen und Daumen nach oben gepostet.

      Im Chat-Kanal des rechtsextremen Verschwörungsideologen Sven Liebich entflammt der Hass besonders rasch. Der Täter habe wohl einfach die "Schnauze voll" gehabt, kommentiert dort einer, oder auch: „Wenns die richtigen trifft, hab ich nichts dagegen“.

      Ein weiterer schreibt: “Kein Mitleid. Die Leute immer mit dem Maskenscheiß nerven. Da dreht irgendwann mal einer durch. Gut so.”

      Die Frage muss gestellt werden, wann sich die Regierung endlich den offen Volksverhetzenden Aufrufen auf Telegram annimmt. Facebook, Instagram und co, alle bieten zumindest halbwegs das Versprechen, Gewaltverherliche Postings zu löschen und sogar Behörden die Möglichkeit zu ermitteln. Derweil kann auf Telegram offen zum. Sturz der Regierung, zu Gewalt und gar Mord aufgerufen werden....


      amp.tagesspiegel.de/nach-strei…r-oberstein/27631262.html
      Welcher auch nur halbwegs vernünftige Mensch geht lieber lebenslang ins Gefängnis, als sich für ein paar Minuten ne Maske aufzusetzen? Das muss man mir mal nachvollziehbar erklären...Ach nee, geht ja nicht. Und sowas dann auch noch gutzuheißen... ich kann es einfach nicht mehr fassen.
      "Größer/Kleiner ALS - Genauso WIE"

      Schwambo schrieb:

      Welcher auch nur halbwegs vernünftige Mensch geht lieber lebenslang ins Gefängnis, als sich für ein paar Minuten ne Maske aufzusetzen? Das muss man mir mal nachvollziehbar erklären...Ach nee, geht ja nicht. Und sowas dann auch noch gutzuheißen... ich kann es einfach nicht mehr fassen.


      Jemand, der ein Zeichen setzen will. Dieselbe Phrase hab ich übrigens schon 2017 gehört, als mir mein damaliger Kommilitone erklärte, warum er AfD wählen wird. Es ist halt leider zu offensichtlich, welches Publikum sich wo bedient und andersrum.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase



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      Schwambo schrieb:

      Welcher auch nur halbwegs vernünftige Mensch geht lieber lebenslang ins Gefängnis, als sich für ein paar Minuten ne Maske aufzusetzen? Das muss man mir mal nachvollziehbar erklären...Ach nee, geht ja nicht. Und sowas dann auch noch gutzuheißen... ich kann es einfach nicht mehr fassen.

      Doch, leider kann man das nachvollziehbar erklären. Es hat viel mit Narrativen, Emotionen und Storytelling zu tun. Und mit 'nachvollziehbar' meine ich nicht, dass ich mit der Tat sympathisiere oder gar Sympathien dafür wecken will. Ich will aber mal versuchen, zu erklären, wie es zu sowas kommen kann.

      Also fangen wir beim Geständnis an. Er wollte lt eigener Aussage ein Zeichen setzen - gegen die Maskenpflicht. Mal unbenommen aller Begleitumstände ist das also ein zentraler Aspekt seiner Motivation. Wie kann eine so nichtige Sache so zentral werden? Im Storytelling nennt man das Aufladung: Ein einzelnes Ding wird so wichtig gemacht, dass es alles andere überstrahlt. Im Film funktioniert das oftmals anhand von Gegenständen wie etwa dem Kreisel in "Inception". Es wird mit Bedeutung aufgeladen. Und Bedeutung weckt Emotion. Man sollte sich vor Augen halten, dass wir im Film Licht auf einer Leinwand sehen und imaginäre Figuren oder Dinge in uns Emotionen wecken. Das auf der Leinwand mag falsch sein - aber die Emotionen sind echt.In der echten Welt funktioniert das nun so, dass die Maskenpflicht mit Bedeutung aufgeladen wird. Daran arbeiten Telegramkanäle, Twitter-Bots und so weiter seit Jahren. Es geht immer wieder um die Maskenpflicht als Symbol der Diktatur. Des dritten Weltkrieges. Des Merkel-Regimes. Egal, wieviel davon gelogen ist - es wird immer wiederholt. Und allein schon die Wiederholung lädt es mit Bedeutung auf. Alles drumherum muss nicht mal wahr sein. Es kann sogar komplett gelogen sein. Aber allein schon die Lüge lädt es auf.

      Noch besser, wenn damit eine Geschichte ("Narrativ") verbunden ist, die mir erklärt, warum es total wichtig ist. Die Interessen hinter dieser Aufladung können an anderer Stelle diskutiert werden. In der breiten Debatte würde man diesen Vorgang aber als "Politisierung" beschreiben. So können auch ganz nichtige Dinge wie etwa Curry-Wurst bei VW, Rundfunkgebühren oder Gendersternchen aufgeladen werden: Sie stehen für etwas Größeres. Einen Kulturkrieg. Einen Krieg der Generationen. Egal was - hauptsache es ist wichtig und damit aufgeladen und bedeutungsvoll. Die Juden wurden vor Jahrhunderten ähnlich willkürlich herausgegriffen und mit so viel Bedeutung aufgeladen.

      Kurzum: Die Maskenpflicht ist keine simple Maskenpflicht sondern wird zum Symbol für eine herbeiphantasierte Diktatur. Wer die Maskenpflicht durchsetzt, ist Teil dieser Diktatur. Und mit der befindet man sich ja im Krieg. Etwas Banales wie etwa das 5 Minuten lange Aufsetzen einer Maske wird in diesem Umfeld zu einer Erniedrigung durch den Feind. Ja, diese Begrifflichkeiten gehen alle mit dieser Aufladung einher und sind ihre Folge. Der Täter fühlte sich in der Tat erniedrigt. Er folgt damit dem o.g. Narrativ und seiner Aufladung (die übrigens rechtsextrem ist): Er befindet sich im Krieg. Die Logik dieses Krieges wird ins Zivile übersetzt. Das gabs auch schon beim Thema Asyl. Demokratische Aushandlung zu diesen Themen wird nicht mehr möglich, weil die Gegenseite einer Kriegsideologie folgt: Entweder die oder wir. Wer dieser Aufladung folgt, will kämpfen.

      Der Täter handelte also auch hier aus einer Kriegsideologie* heraus: Er wollte ein Zeichen setzen. Ein Signal senden. An die gegenüberstehende Armee aus Diktatur-Bütteln (die wir in seiner Weltsicht sind). So herbeiphantasiert all das ist, so wichtig ist es zu verstehen, dass das in seiner Gedankenwelt real ist. Seine Emotionen sind echt. Und so handelt er auch - und das hat reale Konsequenzen. Das nennt sich stochastischer Terrorismus.



      * - diese Kriegsideologie (wir oder ihr) haben wir in diesem Forum schon bei diversen Usern erlebt.

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."

      GregMcKenna schrieb:


      Doch, leider kann man das nachvollziehbar erklären.

      Ich kann da mit der Erklärung nicht wirklich mitgehen, auch wenn sich das alles schlüssig liest.

      Der Täter ist nach Hause gegangen. Ein Mensch, der die nötigen "Werkzeuge" besitzt, würde hier durch den Abstand runterkommen, egal welche Emotionen sich da aufgeladen haben. Dies war hier nicht der Fall. Er ging nach Hause, um Stunden später zurückzukehren. Er hat sich sich seine Knarre geholt, wo auch immer er sie her hatte, um sich zu rächen. Er erfüllt die Punkte für einen geplanten Mord und ob er sich überhaupt bewusst ist, dass er wegen eines Stofffetzens lebenslang in den Bau gehen wird, steht ja auch in den Sternen. Sicher laden soziale Medien emotional auf. Sehe ich auch an mir. Aber mit dem Gedanken gespielt, den nächsten Querdenker, Trumper oder auch Anti-Vaxxer geplant abzuknallen, habe ich deswegen noch nie. Aber ja, ich lebe auch nicht von Telegram und Co. Mir ist das ganze so offensichtlich zu dumm, dass ich mich oft genug frage, wie das Gehirn eigentlich "gewired" sein muss, damit man diesem Stuss, der verbreitet wird, auch noch Glauben schenken vermag.

      Im Englischen sagt man "use your common sense". Die Pandemie hat aufgezeigt, dass es genügend Leute gibt, die über diese Fähigkeit gar nicht verfügen.

      kruemel schrieb:

      Im Englischen sagt man "use your common sense". Die Pandemie hat aufgezeigt, dass es genügend Leute gibt, die über diese Fähigkeit gar nicht verfügen.

      So leicht ist es leider mit dem 'common sense' nicht. Der bezieht sich ja immer nur auf das eigene Umfeld. Und das repräsentiert ja selten den kompletten Durchschnitt der Bevölkerung oder geschweige denn der Menschheit. Wenn ein Mensch sich ausschließlich aus rechtsextremen bis verschwörungsmythischen Medien informiert und auch nur dort seine Kontakte hat, herrscht ein anderer 'common sense'. In den USA sind das Breitbart, Trump, Daily Wire, Parler und so weiter - in Deutschland dagegen Reitschuster, Tichys Einblick, KenFM, etc. Ein dt. Journalist hat da neulich mal einen Selbstversuch gemacht und sich nur aus diesen Quellen informiert. Mit entsprechendem Ergebnis.

      Vom Täter selbst hat man mittlerweile das Twitter-Konto aufgetan und wenig überraschend ist seine Gedankenwelt das, was ich meinte: Deutschland ist in Gefahr von allen Seiten, es wird auf Krieg gehofft und fleißig AfD samt BILD gelesen:



      Ratty schrieb:

      Es scheint ja schon eine Art Kult bzw. Märtyrertum zu werden, naja man hofft es nicht...

      Es ist wie immer bei radikalen Gruppierungen: Ein Teil wird wieder moderat, fängt an, die eigene Radikalisierung zu hinterfragen und kehrt im wesentlichen wieder zum 'common sense' zurück. Beispiel dafür ist Attila Hildmanns IT-Mann, der ja alle seine Kanäle an Anonymous übergeben hat. Zwar immernoch ein Klimaleugner aber mittlerweile einsichtig bzgl. Hildmanns Fascho-Äußerungen. Ein anderer Teil antwortet nur noch mit mehr Lautstärke, radikaleren Äußerungen und wird zugleich kleiner aber auch rücksichtsloser. Aber klar, mehr Morde werden (leider) kommen. Genau wie bei den QAnonuts.

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
      Leonardo DiCaprio investiert in Laborfleisch-Unternehmen.


      Kiddo schrieb:

      Also in diesem speziellen Fall bin ich für die Todesstrafe. Es macht mich krank, dass er weiter leben darf, und das noch ziemlich bequem, während die Familie des von ihm ermordeten damit leben muss.


      Das Argument pro Todesstrafe habe ich nie so richtig verstanden, der Tod ist doch viel gnädiger als eine lebenslange Haft. Warum bringen sich ansonsten so viele Insassen um? Vorausgesetzt er bleibt ein Leben lang in Verwahrung. Das ist bei unserer laschen Justiz nicht selbstverständlich, die Haftzeit von lebenslang verurteilten wird immer kürzer, glaube im Schnitt mittlerweile nur noch 18 Jahre. Das einzige Argument pro Todesstrafe, das ich nachvollziehen kann, ist dass wir für solche Arschlöcher Steuern zahlen müssen.

      Kiddo schrieb:

      Also in diesem speziellen Fall bin ich für die Todesstrafe. Es macht mich krank, dass er weiter leben darf, und das noch ziemlich bequem, während die Familie des von ihm ermordeten damit leben muss.


      Ich nicht. Diese Tat ist schlimm und unverzeihlich, aber mit der Todesstrafe kommen so viele andere Probleme einher, die sich mit meinem persönlichen Moralkodex nicht vereinbaren lassen. Wenn überhaupt, würde ich die Strafmaße erhöhen. Lebenslang in Deutschland kann ja in manchen Fällen bedeuten, das auf einer Arschbacke abzusitzen.
      "I think there should be visuals on a show, some sense of mystery to it, connections that don't add up. I think there should be dreams and music and dead air and stuff that goes nowhere. There should be, God forgive me, a little bit of poetry." - David Chase