No Turning Back (Tom Hardy) [engl.: Locke]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Es gibt 14 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von kruemel_1978.

      No Turning Back (Tom Hardy) [engl.: Locke]

      Deine Bewertung für "No Turning Back"? 6
      1.  
        10 / 10 (0) 0%
      2.  
        9 / 10 (2) 33%
      3.  
        8 / 10 (3) 50%
      4.  
        7 / 10 (1) 17%
      5.  
        6 / 10 (0) 0%
      6.  
        5 / 10 (0) 0%
      7.  
        4 / 10 (0) 0%
      8.  
        3 / 10 (0) 0%
      9.  
        2 / 10 (0) 0%
      10.  
        1 / 10 (0) 0%
      Wie Variety berichtet, wird Tom Hardy die Hauptrolle im Echtzeit-Thriller "Locke" übernehmen.

      Steven Knight, der unter anderem für das Skript von David Cronenbergs "Eastern Promises" verantwortlich ist, wird nach seinem eigenen Drehbuch, Regie führen. Die Handlung erzählt von einem Mann, der nach einem mysteriösen Telefonanruf plötzlich die Karriereleiter hinaufklettert. Gedreht wird hierbei in Echtzeit, wie seiner Zeit die TV-Serie 24.

      Mit den Dreharbeiten soll noch in diesem Monat begonnen werden.


      „Wonder Woman 2“

      1. November 2019

      ANZEIGE

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Bavarian“ ()

      Original von Kinoguru
      Viel Aufmerksamkeit scheint der Film nicht zu erregen, obwohl die Kritik ziemlich gut ausfällt.
      Hardy macht seine Sache scheinbar ziemlich gut.

      spiegel.de/kultur/kino/tom-har…o-ein-drama-a-974795.html


      Der Film ist aber sowas von auf meiner Watschlist, leider nur auf Blu Ray in einigen Monaten....
      Im Kino wird er wahrscheinlich nur in ein paar wenigen ausgewählten laufen....
      Tom Hardy unterwegs im Auto auf dem Highway seines Lebens. Gepflastert mit Leid, Verlust und Schmerz. Steven Knight lässt Hardys seelischen Drehzahlmesser bis in den roten Bereich drehen und wir sitzen dabei mittendrin -auf dem Beifahrersitz seines BMW, den er unaufhörlich, pausenlos Kilometer um Kilometer fressen lässt.

      Tom Hardy ( Warrior, The Dark Knight Rises ) reiht sich reibungslos, in Steven Knights ( Drehbuch zum Oscar Film Eastern Promises ) Drama in den Club der Filme ein, die jeweils nur einen Schauspieler auffahren. Waren vor ihm einst Ryan Reynolds auf der falschen Seite des Bodens begraben in Buried, sowie Bobby Redford auf hoher See in All is Lost, tut er es ihnen nun in No Turning Back gleich. Obwohl man einmal mit Locke (Hardy) eingestiegen, auf dem Weg nach London, nie das Gefühl bekommt nur einem einzigen Schauspieler beim Agieren zu zusehen. Durch ständiges Klingeln der Freisprecheinrichtung erlebt Hardy so gut wie nie eine ruhige Minute und diese ist ihm bis zum Ende seiner Fahrt auch nicht vergönnt.

      Wie einfach, aber dennoch wirkungsvoll die banalsten Dinge sein können...

      Locke hat eine Entscheidung getroffen und versucht diese nun in einer fast 90 minütigen Fahrt zu verwirklichen. Und von da ab beginnt auch die große Magie, die der Film entwickelt. Minute für Minute, Satz für Satz, Kilometer um Kilometer, Mensch um Mensch, werden die Konsequenzen sichtbarer, die die Entscheidung welche er beim Einsteigen getroffen hat spürbarer. Und dabei trifft es den Zuschauer ins Mark. Kaum eine Szene, die nicht aus dem Leben gegriffen scheint. Dialoge die noch lange nachhallen. Kinderstimmen, die so niederschmetternd die Magengegend penetrieren aufgrund der Ausgangsituation sowie vor Verzweiflung dem Abgrund nahe stehende Menschen sind so rund geschrieben wie das Symbol des Autoherstellers auf der grau schimmernden Autohaube des Boliden.

      Lockes Entscheidung, die die Pfeiler seines Lebens bröckeln lassen wurde aber nicht ab dem Moment, des ersten aufheulen des Motors gefällt, sondern schon Acht Monate zuvor. Locke, Bauleiter einer renommierten Baufirma, verheiratet, bekommt die Nachricht, dass sein einmaliger Fehltritt Konsequenzen hat und zwar Zweibeinige. Er wird nochmal Vater, zum dritten Mal. Nur dieses Mal nicht von der eigenen Ehefrau sondern resultierend aus eben jenen Entscheidung mit einer anderen Frau zu schlafen. Aus dieser Ausgangssituation heraus beginnt der Alptraum dem sich Locke stellen muss. Viel mehr, sich stellen will. Er trifft die Entscheidung dafür ein zustehen was er getan hat und nicht mehr rückgängig machen kann. Und Gegen das weglaufen, wie einst sein Vater es tat.

      In No Turning Back geht es plump gesagt nur um Telefonate, die Locke, während der in Echtzeit erlebten Fahrt, zum Krankenhaus seines unehelichen Kindes führt. Die Themen darin sind universell, kann sich doch jeder in die Situation hineinfühlen, wenn er eine nicht mehr auf zu haltende Sache einem geliebten Menschen wenn nicht sogar der am meisten geliebten Person erklären muss. Wie den unaufhörlichen Fluss der Autos auf der Autobahn, so lässt sich das nun losgetretene nicht mehr aufhalten. Locke versucht mit aller Macht sein Leben wieder in die richtige Bahnen zu lenken, nur haben Autobahnen meist keine Kreuzungen. Nur Ausfahrten auf die man keinen Einfluss hat. No Turning Back. Wer hat schon mal versucht auf der Autobahn zu wenden? Und genauso wenig geht es in der Autobahn des Lebens, einmal entschieden fährt man auf ihr.

      Hardys Reise im Personenkraftwagen wird dabei immer wieder von zauberhaften Kameraeinstellungen eingefangen. Dabei wird nicht nur die Atmosphäre einer nächtlichen Fahrt auf dem Highway gnadenlos stimmig aufgesaugt, sondern auch das Gesicht des Charakters wird zur sich ständig verändernden Oberfläche der Emotionen. Hardy spielt um sein Leben, stellt den innerlich zerrissen von Schuld geplagten aber dennoch aufrechten Beton Malochers mit all seiner Kunst grandios dar. Wenn man auch klar Stellung beziehen kann und gegen Hardy in den Krieg ziehen will oder das Vorhaben konsequent findet, froh ist man dennoch nicht selber hinterm Lenkrad sitzen zu müssen.

      Aber wie oft sitzen wir denn nicht selbst hinterm Lenkrad unseres Lebens und müssen, wie er Dinge tun die unangenehm sind oder Konsequenzen nach sich ziehen. Dabei sind es bei Locke nicht nur Baustellen die sein privat Leben betreffen sondern auch seine Kariere, seine Existenz. Wie oft begeben wir uns nicht selbst, auf die Autobahn des Lebens, wenn wir Entscheidungen treffen, sie verkünden und es kein Turning Back mehr gibt?

      Wenn die Lichter des Autos aus den bayrischen Motorwerken verblassen im Dunkel der Nacht und Hardy seine Destination erreicht hat, der Abspann über den Bildschirm flackert. Ein letztes Mal der wie die Faust auf Auge passende, zu jeder Sekunde unterstützende Score verklingt. Einem langsam bewusst wird, das No Turning Back ein Ende gefunden hat. Man sich selbst dabei erwischt wie man Pläne für die nächste Fahrt schon gedanklich schmiedet- auf der Autobahn der Entscheidung dann hat Tom Hardy es geschafft mit No Turning Back bei ihnen Beifahrer im Kopf zu werden. Der längere Zeit nicht aussteigen wird.

      10/10

      Filme nicht nur sehen sondern lesen
      Mein Film Blog

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „SamTrautman“ ()

      "No Turning Back" - [Steven Knight / US, UK ´13] = 8,00 / 10

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2:

      Mein Vorredner hat sich da bereits vortrefflich formuliert und auch ich kann die Begeisterung teilen. Ergreifender Film. Ich liebe Filme mit arg eingeschränkter Kulisse und maximaler Intensität. Doch blickt man in die jüngere Vergangenheit, bedienen sich Filme dieses Typs in erster Linie an spektakulären Ausgangslagen, wie dem Kerl, der lebendig begraben wurde oder aber der Bergsteiger, der Tage lang in einer Bergspalte um sein Überleben kämpft. Eine so spektakuläre Thematik braucht "No Turning Back" überhaupt nicht. Ein exzellentes Kammerspiel, das hier kreiert wurde. Die Kammer, das Auto - der Spieler, ein Mann namens Locke, der eine Entscheidung trifft, die Konsequenzen mit sich bringt - der Kanal für Dialoge, das Autotelefon. 85 Minuten, ein Mann, ein Job, zwei Frauen und die lange sowie unendlich erscheinende Autobahn. So gut wie minimalistisch.

      Hardys in sich gekehrtes Schauspiel bietet hohe Intensität. Es beeindruckt, wie rational er versucht, mit dieser arg belastenden Situation umzugehen und sobald die Fassade - in der Regel nuanciert und authentisch - zu bröckeln beginnt, bekommen wir sehr starke Darstellungen geboten. Die unscheinbare Musik sowie die kühlen und dunklen Bilder der Straße tun ihr Übriges. Locke bestreitet hiermit einen belastenden Weg und scheut sich nicht, sich jeglichen Rückschlägen und Gefühlen zu stellen. Dabei ist es ihm herzlich egal, ob sich der Zuschauer nun mit ihm identifiziert und seine Entscheidungen nachvollziehen kann. Das Werk hat mich mitten ins Geschehen geworfen. Zunächst versucht man die Informationen zu ordnen, einen Plan zu erkennen, was zunächst für viel Unsicherheit sorgt. Diese Unsicherheit und Besorgnis zieht sich wie ein roter Faden durch das Drama. Die Vergangenheit bewältigen und die inneren Dämonen besiegen - das um jeden Preis.

      Bedrückend fotografierte, beklemmend wirkende One-Man-Show, die schlicht und ehrlich daherkommt und gewiss zu den speziellsten Werken der jüngeren Vergangenheit zählt. Der Kern der Story ist simpel, die Verpackung mehr als nur eine Alternative zu üblichen Genre-Strukturen. Top!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Bavarian“ ()

      Kann mich da nur beiden Reviews anschließen. Toller Film. Man bin ich froh, dass wir in Deutschland eine gute Synchro haben. Ich werde mir den Film in naher Zunkunft nochmal in der OV anschauen.
      In diesem Film ist so wenig passiert und er war trotzdem brilliant. Vorallem im Bild ist nicht viel passiert. Tom Hardys zweistündige Präsentation ist einzigartig. Der Film ist mit "Die zwölf Geschworenen" zu vergleichen, mit nur einer Person im Raum. Und es funktioniert mindestens genauso gut. Es wird trotzdem nie langweilig. Ich verlange weder Abwechslung, noch einen zweiten Schauspieler. Und das wirklich geniale in diesem Film sind die Dialoge. Wer auch immer die geschrieben hat ist ehrwürdig. Die Synchronsprecher im Deutschen allesamt oberste Spitze. Die Characktere sind - ohne sie ein einziges Mal gesehen zu haben - tiefer als in manch anderen Filmen, nach gefühlten 3 Stunden.

      9/10
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2:

      Das sind Filme die will ich sehen. Kein Fast 7 oder Avengers Age of Leck mich am Arsch.
      2016 Filme - 028 | 05 - Seasons 2016
      2015 Filme - 183 | 21 - Seasons 2015
      2014 Filme - 139 | 19 - Seasons 2014

      #supportrocketbeans
      ANZEIGE
      Mittlerweile ein paar Mal gesehen. Gestern lief er hier gerade im Abendprogramm und ich habe schon wieder an der Mattscheibe geklebt.

      Obwohl es hier keinen Twist gibt, fesselt das Kammerspiel von Beginn bis Ende. Es ist der alltägliche Wahnsinn, persönliche Ereignisse, die aus dem Leben sind, aber zerstörerisch wirken. Auch wenn nicht jeder Zuschauer ähnliches erlebt hat, fällt es spielerisch leicht, sich in die Situation vom Locke hineinzufühlen. Also welches persönliches Drama er da gerade durchmacht. Schauspielerisch 1A und bedrückende Atmosphäre.

      Ehrlich, solche feinen Perlen ziehe ich jedem Blockbuster vor.

      9/10