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Rocketman (Elton John-Biopic)

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    Es gibt 25 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Hockenberry.

      Neues Poster:



      Rocketman

      Bereits über eine Woche her seitdem ich den Film gesehen habe, komme aber leider erst heute dazu etwas zu schreiben.
      Mit der Musik von Elton John habe ich mich bisher nur sehr wenig beschäftigt. Zwar kennt man so die Klassiker und auch von seinen extravaganten Auftritten bekam ich am Rande immer mal wieder was mit, aber bin trotzdem sehr weit davon entfernt mich als Fan zu bezeichnen, auch wenn ich die Musik nicht schlecht finde.
      Allerdings haben mich dann die Trailer doch überzeugt und ich bin auch äußerst zufrieden wieder aus dem Kino gekommen.

      Inhaltlich unterscheidet sich Rocketman nicht großartig von anderen Musikfilmen. Eine solche Story hat man schon öfters gesehen und im Grunde ist von den ersten zaghaften Versuchen, dem kometenhaften Aufstieg, den damit verbunden Problemen und dem persönlichen Zerfall alles vorhanden. Natürlich auch der obligatorische Drogenmissbrauch und das schwierige Verhältnis zum Elternhaus. All dies kann man dem FIlm selbstverständlich nicht ankreiden, vor allem wenn es auf Tatsachen beruht und es scheint auch so, dass man sich dessen auch durchaus bewusst war und so wird auch von Beginn an versucht, diese klischeehafte Story mit einer richtig richtig starken Inszenierung zu würzen, was auch sehr gut gelingt.
      Eigentlich könnte man Rocketman als eine gelungene Kreuzung zwischen Walk the Line und Across the Universe beschreiben, wobei mir die beiden genannten Filme dann noch besser gefallen. Die Story wird immer wieder geschickt mit Musicaleinlagen garniert und vor allem das, was im Kopf von Elton vorgeht wird thematisiert und man ist hier auch wirklich bemüht, der Figur ein Gesicht zu verleihen.

      Die Inszenierung hatte ich bereits angesprochen und hier trumpft man wirklich auf, war für meine Begriffe auch alleine schon durchaus ein Grund ist ins Kino zu gehen. Einzelne Lieder werden ganz stark präsentiert und wenn es dann noch im Saal aus allen Boxen dröhnt bekommt man schon teilweise eine fette Gänsehaut. Vor allem das titelgebende Rocketman hat mir überaus gut gefallen.
      Dazu wird getanzt, beleuchtet, kostümiert und man geht teilweise mittels Rückblenden oder Sprüngen durch verschiedene Zeitebenen während den Liedern. Hier fährt man alles auf und dabei macht Taaron Egerton ebenfalls eine sehr gute Figur.
      Was mir nicht so wirklich gefallen hat war diese etwas abgehackte Inszenierung. Mir kamen die Schnitte, gerade zwischen den Stimmungsschwankungen etwas zu hart vor, wodurch sich manche, kleinere Dinge nicht immer rund angefühlten.
      Auch manche Brüche zwischen den Figuren gingen mir teilweise zu schnell und dadurch, dass viel gesungen wurde, empfand ich doch die ein oder andere emotionale Passage als nicht gut genug ausgearbeitet.

      Letzteres hatte auch auch den Effekt, dass ich Taaron Egerton´s Leistung als sehr gut, aber nicht überragend ansehe. Denn aufgrund der abgehackten Inszenierung, wirkte auch sein Schauspiel etwas abgehackt. Er gibt den unsicheren, verschüchterten jungen Mann, der sich vor allem nach Liebe sehnt und gleichzeitig sehr einsam ist sehr gut, keine Frage, aber ich hätte mir noch eine richtig gut gemachte, emotionale Szene gewünscht. Mir fehlte hier irgendwie das dramatische Highlight, der letzte Funke, die Kirsche auf der Sahnetorte, die es gebraucht hätte um ihn eine Stufe höher zu stellen. Deswegen mach ihm hier auch keinen Vorwurf, denn er liefert. Und das wirklich exzellent und ich glaube auch, dass es in ihm steckt, aber das Drehbuch schien es scheinbar nicht herzugeben.
      Aber bitte nicht als negativen Punkt auslegen.

      Rocketman hat mir äußerst gut gefallen. Schön inszeniert, die Lieder kommen mit Wucht und auch wenn er vielleicht 10 Minuten zu lange ging wurde ich sehr gut unterhalten. Es hat sehr viel Spaß gemacht der Geschichte zu folgen und es war eigentlich alles dabei, was ein Film braucht.
      Story etwas zu bekannt, die ganz große Dramatik blieb aus und die etwas sprunghafte Erzählstruktur konnte mich nicht ganz überzeugen.
      Aber meckern auf hohem Niveau und die Kritikpunkte betreffen wirklich nur die Feinheiten. Ansonsten wirkte alles wie aus einem Guss.

      8 von 10 Punkten