Arrival (Denis Villeneuve)

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    Es gibt 212 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von GregMcKenna.

      Ich hab den Film, glaube ich, nicht verstanden:
      Spoiler anzeigen
      Kurz gesagt:
      Durch die Entschlüsselung der "Kreise"-Sprache haben die Menschen die Möglichkeit gehabt, in die Zukunft zu blicken?


      Frage 1: Ist das richtig?
      Frage 2: Ist das ein Witz? :)
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Metro-Fan“ ()

      Metro-Fan schrieb:

      Ich hab den Film, glaube ich, nicht verstanden:
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      Kurz gesagt:
      Durch die Entschlüsselung der "Kreise"-Sprache haben die Menschen die Möglichkeit gehabt, in die Zukunft zu blicken?


      Frage 1: Ist das richtig?
      Frage 2: Ist das ein Witz? :)


      Nein.

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      Seit Minkwoskis Raumzeit-Theorie und Albert Einsteins Relativitätstheorie wissen wir, dass Zeit nicht linear verläuft und vor allem relativ zum Betrachter ist. "Arrival" geht nun darauf aufbauend von der Prämisse des sog. Blockuniversums aus. Darin sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen gegeben, es herrscht sozusagen ein absolute Gleichzeitigkeit. Die Sprache der Außerirdischen vermittelte den Schlüssel zum Verständnis dieser dem Menschen mit seiner Wahrnehmung von Vergänglichkeit doch arg befremdlich wirkenden Vorstellung vom Universum. Es ist also weniger als Blick in die Zukunft, die es als solches ja in diesem Konzept nicht gibt, sondern die gleichzeitige Wahrnehmung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

      Daleron schrieb:

      Metro-Fan schrieb:

      Ich hab den Film, glaube ich, nicht verstanden:
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      Kurz gesagt:
      Durch die Entschlüsselung der "Kreise"-Sprache haben die Menschen die Möglichkeit gehabt, in die Zukunft zu blicken?


      Frage 1: Ist das richtig?
      Frage 2: Ist das ein Witz? :)


      Nein.

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      Seit Minkwoskis Raumzeit-Theorie und Albert Einsteins Relativitätstheorie wissen wir, dass Zeit nicht linear verläuft und vor allem relativ zum Betrachter ist. "Arrival" geht nun darauf aufbauend von der Prämisse des sog. Blockuniversums aus. Darin sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichermaßen gegeben, es herrscht sozusagen ein absolute Gleichzeitigkeit. Die Sprache der Außerirdischen vermittelte den Schlüssel zum Verständnis dieser dem Menschen mit seiner Wahrnehmung von Vergänglichkeit doch arg befremdlich wirkenden Vorstellung vom Universum. Es ist also weniger als Blick in die Zukunft, die es als solches ja in diesem Konzept nicht gibt, sondern die gleichzeitige Wahrnehmung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.


      Öhm, ja, genau das meinte ich doch. :headscratch:

      Daleron schrieb:


      Hast du so aber nicht gesagt, woher soll ich wissen, was du meintest?
      So wie du es formuliert hast, war es Fantasy. So wie "Arrival" es aber versteht, ist es Wissenschaft.

      Deswegen ist es durchaus wichtig, einen Unterschied zu machen.


      Ja, aber wir meinen das gleiche! Wenn man den wissenschaftlichen Aspekt runter kürzt auf
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      Kreise enträtseln, ermöglicht in die Zukunft zu blicken
      dann klingt das tatsächlich etwas fantastisch. Aber gut, viele wissenschaftliche Theorien klingen fantastisch. :)

      Daleron schrieb:

      Aber wie gesagt, müsste den Film ohenhin nochmal sehen, um da jetzt genauer urteilen zu können. Meine Erinnerungen an das Ende sind da nicht mehr die frischsten.


      Dann sollten wir den beide noch mal schauen und können dann weiterphilosophieren :D

      @Metro-Fan

      Naja - da ist ein entscheidener Unterschied:

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      So wie du es gesagt hast, können Sie in die Zukunft schauen, die in der Ferne liegt. So wie es @Daleron erklärt hat bestehen alle Zeiten parallel und durch das Wissen des selben bestehen andere Möglichkeiten.

      Genießt die Stille.....
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      Dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft parallel bestehen, mag zwar eine wissenschaftlich anerkannte Theorie sein, aber da der Mensch um so was sowieso nicht sein Hirn ganz herum winden kann, ist es meiner Meinung nach vertretbar, wenn man weiterhin linear denkt und den Film auf "in die Zukunft schauen" runterbricht. ;)
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      Ich dachte wirklich, es gehe darum in die Zukunft zu blicken. Die Aliens haben ja nur den Menschen geholfen, da sie wußten sie können ihnen selbst in der Zukunft mal helfen. Und die Hauptdarstellerin sieht ihre noch ungeborene Tochter, sowie das Treffen der Vereinten Nationen in 18 Monaten. Das klingt für mich schon wie "in die Zukunft blicken".


      Naja, nennen wir wie wir es wollen. Was mich wirklich stört ist:
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      Diese Fähigkeit entsteht durch das Lesen von "Kaffeeflecken". Das ist doch ein Witz. Mal ehrlich, ich hab das dem Film nicht abgekauft.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Metro-Fan“ ()

      TheKillingJoke schrieb:

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      Dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft parallel bestehen, mag zwar eine wissenschaftlich anerkannte Theorie sein, aber da der Mensch um so was sowieso nicht sein Hirn ganz herum winden kann, ist es meiner Meinung nach vertretbar, wenn man weiterhin linear denkt und den Film auf "in die Zukunft schauen" runterbricht. ;)


      Ist aber nicht im Sinne des Autoren. Denn der ganze Clou ist ja im Prinzip,
      Spoiler anzeigen
      sich an die Zukunft zu "erinnern"


      Andernfalls ist natürlich verständlich, dass das ganze plötzlich eine esoterische Komponente zugeschrieben bekommt.

      Daleron schrieb:

      TheKillingJoke schrieb:

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      Dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft parallel bestehen, mag zwar eine wissenschaftlich anerkannte Theorie sein, aber da der Mensch um so was sowieso nicht sein Hirn ganz herum winden kann, ist es meiner Meinung nach vertretbar, wenn man weiterhin linear denkt und den Film auf "in die Zukunft schauen" runterbricht. ;)


      Ist aber nicht im Sinne des Autoren. Denn der ganze Clou ist ja im Prinzip,
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      sich an die Zukunft zu "erinnern"


      Andernfalls ist natürlich verständlich, dass das ganze plötzlich eine esoterische Komponente zugeschrieben bekommt.


      Ja schon, aber allein beim Erklären kommt man ja von den linearen Begrifflichkeiten nicht weg - und die müssten gemäß der Theorie ja eigentlich auch aufgehoben sein. Aber ich denke, man wird über den Film nicht reden können, wenn man nicht mehr auf die bekannten Begriffe zurückgreifen kann.

      Metro-Fan schrieb:


      Naja, nennen wir wie wir es wollen. Was mich wirklich stört ist:
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      Diese Fähigkeit entsteht durch das Lesen von "Kaffeeflecken". Das ist doch ein Witz. Mal ehrlich, ich hab das dem Film nicht abgekauft.



      Jein...
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      Letztlich erhält sie das nicht durch das Lesen, wenn man so will. Sondern, um die Sprache/Schrift zu verstehen, muss sie im Kern erstmal das Konzept des Universums der Heptapoden verstehen.

      Das ist im Prinzip so, als müsstest du dich in die Menschen eines anderen Kulturkreises hineinversetzen, um ihre Sprache zu verstehen. Da sich die Menschen jetzt nicht in diesem Sinne so extrem unterscheiden, stellt das uns vor weniger Probleme.

      Aber die Linguistin in "Arrival" versetzt sich in ihrem Studium der Sprache so sehr in das Wesen der Heptatoden, dass sie versteht, wie sie denken, wie sie die Zeit wahrnehmen und dadurch es auch für sie möglich ist, sich an die Zukunft "zu erinnern"

      TheKillingJoke schrieb:

      Ja schon, aber allein beim Erklären kommt man ja von den linearen Begrifflichkeiten nicht weg - und die müssten gemäß der Theorie ja eigentlich auch aufgehoben sein. Aber ich denke, man wird über den Film nicht reden können, wenn man nicht mehr auf die bekannten Begriffe zurückgreifen kann.

      Das würde nur stimmen, wenn der Film auch linear wäre. Was Film aber leisten kann: Nichtlinear zu sein. Schnitt ist die Manipulation von Zeit ("Dunkirk"). Das macht "Arrival" in dem Punkt halt sehr clever:

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      ​​​​​​​Wir sehen zu Beginn schon die Zukunft, halten das aber noch für Flashbacks. Für uns existiert bereits also eine Zukunft, wir interpretieren sie nur als Vergangenheit. Im Fortlauf des Filmes kommen wir dahinter, wie diese "Flashbacks" zu lesen sind - als bereits existente Zukunft, die wir vorher missinterpretiert haben. Und genauso ist auch der Verständnisgang von unserer Dolmetscherin. Sie wird bereits zu Beginn von dunklen Vorahnungen geplagt und das vertieft sich bis sie versteht, was sie zu tun hat - da diese "Vorahnungen" quasi die Zukunft sind und ihr Handlungsanweisungen geben.

      Ansonsten hat @Daleron schon alles richtig erklärt: Durch das Verstehen einer neuen Sprache (Sapir-Whorf-Hypothese) eröffnen sich neue Verständnismöglichkeiten. Hier: Über das menschliche Verständnis von linearer Zeit hinaus zu transzendieren.

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."