Steve Jobs (Danny Boyle, Michael Fassbender, 2015)

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    Es gibt 119 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von daria.

      Hier nochmal gebündelt!
      Textkritik

      Videokritik:
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      Ui ui ui. Wusste gar nicht das es einen neuen Steve Jobs Film gibt. Habe erst in 007 den Trailer gesehen. Schade das Jobs völlig falsch besetzt wurde. Fassbender sieht ja so gar nicht wie Jobs aus und weil wir grad erst das perfekte Steve Double mit Ashton Cutcher gesehen haben, wird der Film wohl leider untergehen. Ich als Apple-Jünger werde mir den Streifen natürlich anschauen auch wenn der Trailer bei mir kein Feuerwerk entfachte.
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      Boah, Fassbender mit Kutscher zu vergleichen, ist echt hart. Jobs ging bei den Kritikern unter, was ich verstehen kann, ohne den Film gesehen zu haben. Aber der hier mit Fassbender ist echt klasse!! Aussehen ist nicht alles. Wie im echten Leben halt...

      Olly schrieb:

      Die Kombi Boyle und Fassbender klingt sehr verlockend, aber das Thema interessiert mich leider überhaupt nicht.


      Geht mir ähnlich. Ich weiß von Jobs im Grunde gar nichts. Andererseits ist es bei mir schon passiert, dass mich Filme, die mich thematisch erstmal gar nicht interessieren, doch sehr begeistert haben. Ich denke gerade an "The Wrestler" zurück. Wrestling interessiert mich auch absolut null, aber Regisseur und Hauptdarsteller haben mein Interesse geweckt. Und da hat es sich absolut gelohnt.

      Ich denke, dass ich mir diesen Film also auch geben werde...
      Der Film wird auch klasse sein. Da habe ich keine Bedenken. Top-Regie und Top-Schauspieler. Wobei Kutscher Jobs tatsächlich ähnlicher sieht. Das muss man schon sagen. Dass Fassbender einen Kutscher natürlich in so gut wie jeder Rolle an die Wand spielt versteht sich ja von selbst. Da punktet der Film hier schon deutlich stärker.

      Ich gönne es aber dem unsympathischen Kutcher, dass der Boyle-Film deutlich besser abschneidet und am Ende womöglich auch den ein oder anderen Award gewinnt während sein Film komplett unterging. :D


      Atmosphärische Spielereien seitens Boyle (Projektionen, verschiedene Aufnahmeformate Analog (16mm, 35mm und digitale RED)) und interessanten Drehbuch Sorkins, gelegentlichen starken Soundtrack, bleibt doch ein recht vertaner Eindruck dahinter.

      Fassbender spielt intensiv, aber gibt für mich nie den Charme oder die Bedrohung von Steve Jobs wieder. Er ist halt Fassbender und nie Steve Jobs, ich sehe ihn lieber in Rollen wie "Shame" oder "Macbeth". Den Steve Jobs macht Noah Wyle besser. Außerdem ist das ganze Drehbuch recht negativ gegenüber Jobs toniert, ja, Steve Jobs Bashing ist im Trend und sehr leicht von der Hand zu schreiben. Aber einiges war zu arg. (Nein, ich bin weder Applefanboy noch SteveJobs Fanboy, aber hab mich reichlich (verschiedene Quellen) eingelesen.).

      Fazit: Kann man mal schauen, muss man aber nicht. "Pirates Of Silicon Valley" ist noch die beste Steve Jobs Verfilmung.
      Mein Letterboxd Profil: letterboxd.com/patrick_suite/
      Für mich eines der Highlights dieses Jahr. Gesellt sich zu den großen Drei: Ex Machina, Whi Plash und Birdman.

      Das Drehbuch ist der Wahnsinn. Michael Fassbender, Seth Rogen und Kate Winslet sind allesamt großartig. Diese Dialoge sind einfach nur mitreißend. Von den Sets erinnert es stark an Birdman. Und dabei stört auch nicht dass die Dialoge zeitlich nicht so ganz zueinander passen. Cineastisch dank Boyle auf hohen Niveau. Und die Soundtracks sind ebenso genial.

      Diese ganze Michael Fassbender sieht nicht aus wie Steve Jobs Kritik kann man doch auslassen. Der Film würde auch ohne Steve Jobs oder Apple, als eigenständiges Werk funktionieren. Lasst doch den Interpretationsspielraum. Und das Jobs Bashing ist teilweise in der Tat etwas arg, verliert jedoch gegen Ende an Bedeutung.

      Ob man jetzt Steve Jobs mag oder nicht und Apple Produkte nutzt oder nicht spielt dabei überhaupt keine Rolle. Das Ding ist klasse. Der echte Jobs und Apple bieten da nur ein minimales Grundgerüst.

      9/10 :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2:

      bei der nächsten Sichtung vielleicht 9,5/10
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      #supportrocketbeans
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2: - 8,5/10 (Tendenz nach oben)

      Ich liebe Aaron Sorkin einfach. Was er einem in knapp 2 Stunden an geistreichen und messerscharfen Dialogen um die Ohren haut. :hammer: Das Ganze wurde dazu gewohnt gekonnt von Danny Boyle eingefangen und v.a. von Michael Fassbender grandios getragen.

      Aber den Kritikpunkt von @patri-x teile ich nicht, dass es schade ist, dass
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      sie die einzelnen Präsentationen nicht zeigen, sondern immer kurz davor ausblenden.

      Im Gegenteil, finde das sehr gut gelöst und bewahrt dem ganzen einen Hauch von etwas Mysteriösem.

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      Vorzügliches Dialog-Kino mit einer etwas zu versöhnlichen Endnote. Fassbender porträtiert den Marketinggenie mit toller Hingabe, an seiner Seite die nicht minder gute Winslet und der überraschende Seth Rogen. In den kleinen Nebenrollen glänzen Waterston, Daniels und der unglaublich wandlungsfähige Stuhlbarg. Was habe ich das Wortstakkato genossen! Sorkin's spitzzüngige Dialoge erfordern Geduld und Konzentration und halten beachtlicherweise die Balance zwischen Ernst und Kitsch weit aufrecht. Eindrucksvolles Drehbuch welches ich bei den Globes weit vorne sehe. Danny Boyle probiert keine großen Experimente und bleibt in seiner Inszenierung sehr passiv und lässt vornehmend die Schauspieler wirken. Darüber bin ich sehr froh.

      Ein, zwei Worte zum Film bzw. Ende:

      Spoiler anzeigen


      - Statisten hatten nur eine Aufgabe: Betreten, Erschrocken oder Angewidert zu blicken. Oder wie seht ihr das?

      - Ich hätte das Ende bei der Präsentation des iPhones gesetzt. Sein letztes Big Thing. Fände ich noch stärker, obwohl ich mir bewusst bin, das man Job's menschliche Seite als letzte Erinnerung behalten solle.




      8,9 / 10 mit Luft nach Oben

      Akuma schrieb:

      Spoiler anzeigen


      - Statisten hatten nur eine Aufgabe: Betreten, Erschrocken oder Angewidert zu blicken. Oder wie seht ihr das?

      - Ich hätte das Ende bei der Präsentation des iPhones gesetzt. Sein letztes Big Thing. Fände ich noch stärker, obwohl ich mir bewusst bin, das man Job's menschliche Seite als letzte Erinnerung behalten solle.




      Spoiler anzeigen
      Das Drehbuch hatte ja eine klare Vorlage und das ist die autorisierte Biografie von Walter Isaacson. In wie weit die Dialoge und Geschehnisse vor den Präsentationen wirklich stattgefunden haben ist natürlich fragwürdig, aber bei der iPhone Präsentation fehlt dann zumindest der Bezug. Es ging jetzt eigentlich immer nur um den Mac. Der komplette Streit (und ich bekomm fast Gänsehaut wenn ich nochmal dran denke) mir Seth Rogen wäre ja so nicht möglich. Der Abschluss hätte mit der iPhone Präsentation nicht in die Entwicklung reingepasst. Und es gab ja ein paar Anekdoten bezüglich des iPhones. "Who wants a Stylus?". Als es um diesen Pager von Apple in Jobs Abwesenheit ging. Das reicht.
      Und im Grunde macht es auch nicht so den dramatischen Unterschied. Um das Produkt ging es ja ohnehin nicht. Seine Position im Privatleben sowie im Unternehmen hat sich ja bis 2006 nicht mehr groß geändert.
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      #supportrocketbeans
      wirklich super interessant gemachter Film zu einem sehr speziellen Thema. auch, wenn man kein Apple-Fan ist, vermag die Erzählweise einen mitzureißen. Der Cast ist unglaublich und die Dialoge der Wahnsinn. ich finde, dass der Film an Jobs Charakter sehr gut zeigt, dass man anscheinend für eine Sache so derart brennen muss, damit das so klappt. er stellt sich in der Entwicklung seiner Produkte die einfachsten Fragen und man wundert sich, dass kein anderer Entwickler darauf gekommen ist. das macht echt einen Teil der Faszination aus. und natürlich die Machart mit den Situationen unmittelbar vor den Präsentationen verleiht dem Ganzen nochmal einen echten Schwung. auch emotional hat mich der Film sehr mitgerissen. immer wieder steht Jobs an einer persönlichen Weggabelung und entscheidet sich dann häufig für mich nicht ganz nachvollziehbar. aber so sind Genies. durch und durch gelungener Film!
      Sorkin mal wieder mit einer "brillanter, weißer aber asozialer Junge gegen die Welt"-Story. Mehr ein Theaterstück als ein Film ist "Steve Jobs" am Ende dann auch "A Few Good Men" deutlich näher als "Social Network", für das Sorkin letzthin ja noch seinen verdienten Ruhm einheimste. Aber ja, "Steve Jobs" ist viel weniger filmisch als rein dialogisch angelegt und so ziemlich alles, was der Film erzählen will, kommt über die Lippen der Figuren. Boyle will das hin und wieder mit ein paar optischen Spielereien auflockern, was allerdings dem Drehbuch wiederum den notwendigen Raum raubt. Die kunstvoll gehaltene Balance zwischen zurückhaltendem aber akzentuiertem Schauspiel und Dialog, die millimetergenaue Symbiose von beidem wird bei "Steve Jobs" ziemlich verschenkt zugunsten ein paar teilweise willkürlich eingeworfener Style-Schnipsel. Abgesehen von denen aber brillieren die Dialoge nicht so sehr, wie man sich das wünschen würde. Klaro - es ist immernoch Sorkin und damit besser als 99,95 Prozent aller anderen Drehbücher aber wie sehr das Gleichgewicht manchmal aus selbigem gerät, bemerkt man vor allem an der Kameraarbeit. Da macht Boyle im Schnitt einen Fehler, der in Hollywood vergleichsweise selten passiert: Es wird der Sprechende gezeigt und nicht der Angesprochene. Was interessiert mich die Mundbewegung, wenn ich es sowieso höre? Die Reaktion des Geradenichtsprechenden ist doch das Spannende an einem Dialog. Auch das hat Fincher besser hinbekommen.

      Abseits dessen präsentiert sich der Film mit einer Mischung aus Routine und amerikanischem Indie-Drama. Eine Familienkutsche mit einem Rolls Royce-Triebwerk unter der Haube. Das ist alles sehr solide und auch unterhaltsam aber kommt dann letzten Endes auch nicht darüber hinaus, weil alles gleichzeitig das Beste sein will anstatt die Dialoge einfach ihren Job machen zu lassen. Vielleicht wär der Film wirklich als Theaterstück besser aufgehoben gewesen. Ja, die Struktur ist tollkühn aber auch ein wenig anstrengend und der Soundtrack geht so - drängt sich aber teilweise auch auf und wirkt damit sehr dick aufgetragen. Hätte nicht sein müssen. Boyle war letzten Endes wohl auch zu sehr ein A-Liga-Regisseur. Ein unbekannterer Director hätte vielleicht besser gepasst. Das Schauspiel indes ist gelungen aber trägt ebenfalls zu dick auf. Fassbender gelingen die Zwischennoten ganz gut, allerdings stotterts bei ihm in der großen Geste. Winslet spielt da die dankbarste Rolle als moralische Instanz und gutherzige Beraterin. Der Rest ist mehr Spiegel für Jobs als alles andere. Keine Sternstunde der Filmgeschichte aber zumindest für 2 Stunden unterhaltsam und eine Lektion für die "Best Of"-Biographen unter den Filmemachern.

      6 von 10 Bob Dylan-Songs

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: :stern2: :stern2:

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
      Steve wollte nicht dass seine Produkte geöffnet werden können. Niemand solle an das Innenleben seiner schmucken Geräte gelangen. Das Privileg ans Innenleben zu dürfen soll nur wenigen zu teil werden. Spezielles Werkzeug, so erfahren wir zu Anfang des ersten Akts sei von Nöten. Steve Jobs, so legt es uns Danny Boyles Biopic, über einen der einflussreichsten Männer unserer Zeit nahe, war ebenso gestrickt wie seine Produkte. Nur wenigen war es vergönnt sein Innenleben zu erleben. So bleibt das End to End System nicht nur ein System sondern immer auch ein Charakterzug seines Erfinders das er an jedes seiner Kinder weitergab die er erschuf...

      Danny Boyle nähert sich dem Mythos, Mysterium, Genie Steve Jobs auf sehr unkonventionelle Art und Weise für ein Biopic. Statt vom romantischen Bild der Kollege Kids, die in Papas Garage Grandioses bauen zu erzählen kümmert sich Danny Boyle genau um die Passagen in Steve Jobs Leben, die ihn ausmachen und ihn als Mensch zeigen. Keine abgerundete Person sondern eine mit Ecken und spitzen Kanten. Wir erleben ihn in drei gleich langen Akten, jeweils 40 Minuten vor einer großen Produktpräsentation hinter der Bühne. Einmal 1984 bei der Vorstellung des Macintosh, 1988 beim Next und 1998 beim Vorstellen des iMac. Boyle zeigt kein einziges Mal wie Jobs sein Produkt vorstellt. Braucht er auch nicht. Wir alle kennen die Produkte von Apple. Werden jeden Tag auf neue im Fernsehen daran erinnert "wenn du kein iPhone hast, hast du kein iPhone". Boyle kann hier wunderbar ohne das anbiedern von Apple Produkten arbeiten denn das hat bereits die Werbung im realen Leben schon für ihn erledigt, die uns Jahrzehnte lang Apple Produkte ins kollektive Gedächtnis gehämmert hat. Vom Knirps bis zum Greiß, die für das iPhone typische Wischbewegung kennt jeder.

      Die Welt schöner denken

      Auf diese Weise kann sich das Steve Jobs das wirklich spannende und ergreifende konzentrieren. Den Focus gebündelt auf den Dirigent des Orchesters wie er sich selber gerne nennt und sieht. Steve Jobs ist kein Biopic aus der Sicht eines Apfeljüngers. Hier wird kein Thron bereitgestellt auf den sich Michal Fassbender ( Steve Jobs ) lümmeln könnte. Auch keine Laudazio gehalten auf einen Mann, der die Welt für uns schöner dachte. Durch die verschiedenen zeitlichen Abstände wird ein eher kurzer Zeitraum von 14 Jahren abgedeckt, Boyle schafft es aber durch die unheimliche Dichte der Dialoge, den Geschehnissen vor der Präsentationen und der großartigen Performance des ganzen Casts dem Konsument das Gefühl zu geben nach sehen des Films, Jobs sehr nahe gekommen zu sein. Niemand von uns wird ihn je persönlich gesprochen haben, geschweige denn ihm die Hand geschüttelt haben aber berührt hat er uns mit seinen Ideen alle schon einmal.

      Die Liebe zum Detail in Danny Boyles Steve Jobs wird im wahrsten Sinne des Wortes erst sichtbar durch eine weitere Detailliebe. Für jeden der drei Akte verwendete Kameramann Alwin H. Küchler ein anderes Bildformat, immer exakt jenes welches zu dieser Zeit üblich war. So sieht der Konsument nicht nur Standardmäßiges HD wie im Schlussakt des Films, sondern kommt auch in den Genuss von 16mm Film sowie 35mm im zweiten Akt. Das Bild passt sich seiner Zeit an und rundet das Packet des Films ab.

      Fassbender spielt nicht....

      Apple steht für Innovationen. Apple steht für exakte Formen, wie etwa dem iPhone Design oder der von Jobs entwickelten Black Box mit seiner eigens dafür gegossenen Gussform für sagenhafte 650.000 USD. Apple steht aber auch für Veränderung. Da schlägt sich der Bogen zum Hauptdarsteller, der diese Apple eigenen Attribute seit jeher als sein Markenzeichen ins sich trägt. Veränderung wäre sowas wie das Trademark des überragenden Michael Fassbender. Ob als leidender Sexjunkie in Shame, Grausamer Macbeth oder als Obermotz Magneto in den X Men Filmen. Veränderung und Weiterentwicklung zu immer noch exakteren Performances, bis an den Rand der Selbstaufgabe und zur völligen verschmelzen der Rolle mit dem Ich. Fassbender spielt nie, er ist die Rolle. Um Haares breite wäre die Rolle des Steve Jobs Christian Bale zugefallen. Bale kann tausend und eine Emotion nachstellen hat dabei aber immer nur ein und denselben Gesichtsausdruck zu bieten. Eine Mischung aus dem Gesichtsausdruck von den Ratiopharm Girls, die gerade für Verstopfungstabletten werben gepaart mit einem überheblichen hemdsärmlichen Grinsen. Steve Jobs wäre so viel verloren gegangen. Die Wahl fiel aber auf Fassbender, alles gut. Überhaupt ist der Mann sowas wie der Schwarzenegger der Neuzeit. Früher als noch nackte Oberkörper und eine Vierecks Kopfformen Kasse machten, war der Name Schwarzenegger gleichbedeutend mit einem Riesen Erfolg und dem unausweichlichem Geldsegen. Bei Steve Jobs ist es zwar mit dem Geldsegen etwas anders da er allgemein etwas floppte aber das entscheidende Faktum bleibt. Die hohe Qualität Wo Fassbender draufsteht, steckt ganz ganz großes Kino drin. Die Schwarzenegger Garantie der Neuzeit! Nicht in Bezug auf einen Geldsagen aber mit einer viel wertvolleren Ware – Qualität.

      Der kleine Kasten der die Welt bedeutet

      Irgendwann Mitte des Films, Ende des Zweiten Aktes, frägt Steve Wozniak ( Seth Rogen mal wieder in der Rolle des Dauernervers ) seinen Standby Kumpel Jobs was er eigentlich tue. Er sei kein Programmierer. Kein Designer und kein Grafiker. Jobs nüchterne Antwort " Ich spiele nicht im Orchester ich bin der Dirigent ". Ein Satz der auf T-Shirts, Poster oder Tassen gehört. Jobs war nie bestimmt für einen Schreibtisch, die Baugrube oder eingezwängt in irgendwelche Muster, Regeln und Konventionen. Sein Kredo "Think. Different" drückt es genauso aus wie sein Geist arbeitet. Jobs schart die besten Musiker um sich, die Idee entspringt seinem Kopf. Die Hände zum Umsetzen sind seine Musikanten. Wie das Instrument gespielt werden muss ist nicht wichtig nur die Melodie, das Endprodukt. Zum Ende des Films hin gewinnt man den Eindruck das Jobs trotz seiner unkompatiblen Art und dem nicht zu durchdringenden Panzer ein wahrer Menschenfreund war.

      "Ich hasse den Anblick deines Walkmanns. Ich stecke dir tausend Lieder in die Brusttasche."

      Vielleicht war es seine Aufgabe auf Erden das Leben etwas schöner zu machen. Oder anders gesagt das Leben in ein Gerät zu packen das fast wie ein natürliches Körperteil zu uns gehört. Wer schon mal den Akku leer hatte und von der "Welt" abgeschnitten war weiß was ich meine. Das Leben hat sich seit Jobs für die meisten Leute verlagert, hinein in ein 30x40mm großes Kästchen.

      Filme nicht nur sehen sondern lesen
      Mein Film Blog
      Ein zweistündiges Festival der Dialoge. Ohne großartig Partei in den diversen Konversationen ergreifen zu wollen, hatte ich unheimlich viel Freude dabei, Mäuschen zu spielen und mich den messerscharfen Wortgefechten hinzugeben. Ob nun eher subtil oder richtig schön direkt in die Fresse - eine wahre Freude. Das souveräne Schauspiel des Ensembles sowie die eher bescheidene Inszenierung ebneten dafür den Weg. Den Familiendrama-Anteil hat man womöglich etwas zu routiniert miteingeflochten, doch daran scheitert der Film keinesfalls. Alle Erwartungen wurden erfüllt.

      8 / 10
      Ein Film wie ein Theaterstück: Das Setting mit den unterschiedlichen Präsentations-Bühnen hat etwas Kammerspielartiges. Dazu nur eine Handvoll Figuren, die fast ausschließlich eines tun: reden. Mir hat diese minimalistische Art der Inszenierung gut gefallen. Es ist mal was anderes als das übliche Biopic, in dem mehr oder weniger chronologisch verschiedene Lebensstationen abgehakt werden. Ich hatte eigentlich befürchtet, mich bei dem Film zu langweilen, eben wegen dieser Beschränkung. Vor allem aber, weil mich Steve Jobs und Apple nicht wirklich interessieren und ich Jobs eher unsympathisch finde. Wäre ich kein Fan von Michael Fassbender, hätte ich mir diesen Film daher gar nicht angesehen. Doch dank guter Schauspieler und Dialoge hab ich mich gut unterhalten und fand das Ganze recht kurzweilig.

      Zunächst erschien mir die Reduzierung auf die drei Präsentationen nur einen ziemlich eingeschränkten Blick auf Jobs zu werfen. Durch die Gespräche mit den verschiedenen Wegbegleitern ergibt sich jedoch ein recht klares Bild seines Charakters. Wie realistisch das ist, kann ich nicht beurteilen, im Film funktioniert es für mich jedenfalls größtenteils. Etwas holprig empfinde ich die Darstellung Jobs' nur bei den Begegnungen mit seiner Tochter. Jobs Entwicklung verläuft mir hier zu schnell, das wirkt mir etwas zu kitschig. Davon abgesehen finde ich die Darstellung gelungen, Fassbender macht seine Sache gut, hatte ich auch nicht anders erwartet.

      Insgesamt ein durchaus gelungener Film, wenn auch mit einem zu glatten und versöhnlichen Ende.

      7/10