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Mr. Turner - Meister des Lichts - Special

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      Mr. Turner - Meister des Lichts - Special





      Ein Film von
      MIKE LEIGH


      mit
      TIMOTHY SPALL, DOROTHY ATKINSON, MARION BAILEY u. v. m.

      Kinostart: 6. November 2014

      149 Minuten / UK 2014 / Cinemascope / Dolby Digital



      STAB


      Regie + Drehbuch
      Mike Leigh

      Kamera
      Dick Pope, BSC

      Kostüme
      Jacqueline Durran

      Maske und Frisuren
      Christine Blundell

      Szenenbild
      Suzie Davies

      Originalton
      Tim Fraser

      Schnitt
      Jon Gregory, ACE

      Musik
      Gary Yershon

      Produktion
      Georgina Lowe

      Koproduzenten
      Michel Saint-Jean
      Malte Grunert


      Ausführende Produzenten
      Gail Egan
      Tessa Ross
      Norman Merry

      Casting
      Nina Gold





      KURZINHALT



      1826: Der englische Maler William Turner (Timothy Spall) ist ein ebenso renommiertes wie exzentrisches Mitglied der Royal Academy. Er lebt mit seinem Vater William (Paul Jesson), den er innig liebt, und seiner Haushälterin Hannah Danby (Dorothy Atkinson) in London. Hannah verehrt den genialen Maler, der jedoch stillt an ihr nur sein sexuelles Verlangen. Denn Turner ist ein Egomane, ein wortkarger Einzelgänger – und doch zugleich ein Mann von enormer Sensibilität.
      Das Künstlergenie hat sich keiner Autorität, sondern der Vielfalt des Lebens verschrieben: Er genießt die Gastfreundschaft des Landadels oder besucht Bordelle, um junge Prostituierte zu zeichnen. Er ist stetig auf Reisen und lässt nichts aus, um dem Phänomen der Wahrnehmung auf die Spur zu kommen. Er lässt sich sogar inmitten eines eisigen Schneesturms an einen Schiffsmast binden, um das Unwetter so authentisch wie nur möglich malen zu können.
      Turner ist fasziniert von den Errungenschaften der Industrialisierung wie der Fotografie und der Eisenbahn. Aber ganz besonders in den Bann schlagen ihn die Spielarten des Lichts, weshalb es ihn immer wieder in die Küstenstadt Margate zieht. Dort steigt er unter falschem Namen bei Sophia Booth (Marion Bailey) ab, mit der er heimlich eine innige und zärtliche Liebesbeziehung beginnt.

      Mehr und mehr scheiden sich an dem ruhelosen und anarchischen Künstler die Geister: Leidenschaftlich verteidigt ihn Kunstkritiker John Ruskin (Joshua McGuire) gegen kritische Stimmen, die Turners zunehmend abstrakter werdende Bilder als Klecksereien verspotten. Als ihm ein Millionär 100.000 Pfund für sein Gesamtwerk bietet, schlägt Turner das Angebot aus.
      Ungebrochen radikal bleibt Turner bis ins hohe Alter. Künstlerisch wie privat. Denn Haushälterin Hannah erfährt erst spät von Turners anderem Leben, das er an der Seite von Mrs. Booth führt.


      PRESSENOTIZ

      Joseph Mallord William Turner (1775–1851): Meister des Lichts, ein Gigant unter den Künstlern, zielstrebig und kompromisslos, außerordentlich produktiv, revolutionär in seinem Ansatz, vollendet in seinem Handwerk, vorrausschauend in seiner Vision. Der Mensch Turner jedoch: exzentrisch, anarchisch, verletzlich, unberechenbar und gelegentlich ungehobelt. Er konnte bösartig und zugleich sanftmütig sein, und er war zu großer Leidenschaft und Poesie fähig.

      MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS erzählt von diesen Spannungen und Gegensätzen, dem zeitlosen Genie zwischen Zerbrechlichkeit und Stärke im England des 19. Jahrhunderts, und zeichnet so ein einzigartiges Gesellschaftsporträt dieser turbulenten Epoche, die durch die dramatischen Veränderungen der Industriellen Revolution geprägt waren.

      Der siebenfach Oscar®-nominierte britische Regisseur Mike Leigh („Vera Drake“, „Lügen und Geheimnisse“, „Another Year“) hat sich mit MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS einen Lebenstraum erfüllt. Ihm ist ein bildgewaltiges Epos gelungen, das über die Grenzen der Künstlerbiografie hinausweist: Leighs MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS zeigt Englands gesellschaftlichen Aufbruch in die Moderne anhand einer seiner radikalsten zeitgenössischen Künstler, spannend und klug erzählt. Gemeinsam mit langjährigen Weggefährten wie Kameramann Dick Pope („The Illusionist“, „Vera Drake“) fand Leigh eindrucksvolle Kulissen im britischen Cornwall. Die Bilder, die Dick Pope einfing, erinnern selbst an atemberaubende, von Licht durchflutete Gemälde.

      Turners umstrittener Charakter wird eindrucksvoll verkörpert von Timothy Spall („Topsy-Turvy“, „Harry Potter“). Zwei Jahre hat er Unterricht genommen, um sich Turners Pinselstrich anzunähern. Mit Erfolg: Beim diesjährigen Filmfestival von Cannes wurde Spall mit dem Darstellerpreis belohnt.



      LANGINHALT





      Turner und sein Zuhause


      1826: Der englische Maler William Turner (Timothy Spall), renommiertes und unangepasstes Mitglied der Royal Academy, kehrt von einer Belgien-Reise in seine Heimatstadt London zurück. Herzlich und erleichtert empfangen ihn sein Vater William (Paul Jesson) und seine Haushälterin Hannah Danby (Dorothy Atkinson): Denn sie hatten von einer Explosion in Ostende erfahren und waren in großer Sorge um den Reisenden.
      Turner und sein Vater pflegen ein inniges und freundschaftliches Verhältnis. Während der Abwesenheit seines Sohnes kümmert sich Turner senior um die Bestellung von Farben und Leinwänden. Nun führt er interessierte Käufer durch die private Haus-Galerie, was sein Sohn heimlich durch ein verstecktes Guckloch von seinem Atelier aus mit ansieht.
      Auch Haushälterin Hannah verehrt und liebt Turner. Der jedoch betrachtet sie als Teil des Hausstandes und stillt an ihr von Zeit zu Zeit sein sexuelles Verlangen, was Hannah stoisch erträgt.

      Turner und sein Umfeld

      An einem der folgenden Tage erhält Turner unangenehmen Besuch von Sarah Danby (Ruth Sheen) und ihren beiden Töchtern Evelina (Sandy Foster) und Georgiana (Amy Dawson), die aus der unehelichen Liebesbeziehung mit dem Maler stammen. Turner jedoch erkennt seine Vaterschaft nicht an. Streitlustig und vorwurfsvoll präsentiert Sarah dem alten Turner seine neugeborene Enkelin. Turner junior zeigt sich an dem Kind gewohnt desinteressiert.
      Doch Turner hat auch viele Bewunderer, zu denen unter anderem sein Mäzen, der Earl of Egremont (Patrick Godfrey), zählt. Turner ist ein häufiger Gast in seinem Anwesen, dem Petworth House. Dort debattiert er mit anderen Künstlern oder fertigt Skizzen gesellschaftlicher Abende an. Während einer seiner Besuche bittet der Maler Benjamin Robert Haydon (Martin Savage) Turner darum, ihm aus finanziellen Schwierigkeiten zu helfen. Turner leiht ihm die erbetene Summe und diskutiert anschließend mit anderen Mitgliedern der Royal Academy die Erfolgsaussichten von Haydon, der gerne in die Akademie aufgenommen werden möchte.

      Die Reisen nach Margate

      Fasziniert von den Spielarten des Lichts reist Turner mit einem Dampfschiff nach Margate, einer Küstenstadt im Südosten Englands. Ein altes Sprichwort besagt, dass dies der Ort in England sei, an dem die Sonne zuerst aufgeht. Unter dem falschen Namen „Mr. Mallord“ steigt Turner bei Mr. Booth (Karl Johnson) und seiner Frau Sophia (Marion Bailey) ab. Vom lichtdurchfluteten Zimmer im Obergeschoss aus hat Turner einen herrlichen Blick auf das Meer.

      Die neuen Naturwissenschaften

      Die schottische Naturwissenschaftlerin Mary Somerville (Lesley Manville) besucht Turner in London und führt Experimente in seinem Atelier durch, die Turner gebannt beobachtet: Mit Hilfe eines Prismas magnetisiert sie eine Nadel und ist überzeugt, das gelingt ihr durch den violetten Teil des Lichts. Auch sonst vertritt die gebildete Mathematikerin und Astronomin, die sich all ihr Wissen autodidaktisch angeeignet hat, neuartige Ideen, etwa wie wichtig Bildung für die Allgemeinheit sei. Turner und Manville schätzen sich gegenseitig für ihre Talente.

      Der Tod des Vaters

      Während einer von Turners Vorlesungen in der Royal Academy erleidet sein Vater im Auditorium einen heftigen Hustenanfall, sodass Turner seinen Vortrag voller Sorge abricht. Der Gesundheitszustand des Vaters bleibt desolat, eine Genesung ist nicht mehr zu erwarten. Am Sterbebett spricht Turner mit seinem Vater noch einmal über die verstorbene Mutter, die psychisch erkrankt war.

      Nach dem Tod seines Vaters ist der Maler in tiefer Trauer: Das Gemälde „Death on a Pale Horse“ entsteht. Vor einer jungen Prostituierten, die er zeichnet, bricht er in Tränen aus, im Geschlechtsverkehr mit Hannah sucht er Trost. Sie erträgt ergeben die Übergriffe, ist sie doch glücklich, Turner wieder näher zu sein. Auch, weil sie sich nach dem Tod von Turner senior um die Malermaterialien kümmern wird.

      Die Ausstellung der Royal Academy

      Kurz vor der Eröffnung der jährlichen Ausstellung der Royal Academy genießt Turner die freundschaftlichen und scherzhaften Gespräche mit seinen Akademiekollegen und macht hilfreiche Anmerkungen zu deren Bildern. Sein Seestück „Helvoetsluys – the City of Utrecht, 64, Going to Sea“, das vornehmlich in gedämpftem Grau und Blau gehalten ist, hängt neben dem Werk „Opening of Waterloo Bridge“ seines Rivalen John Constable (James Fleet), in dem Rottöne dominieren. Schelmisch malt Turner vor den Augen der anderen einen großen roten Farbklecks in die Mitte seines Seestücks, dem er wenig später die Form einer Boje gibt. So lenkt er gekonnt die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf sein Bild. „Er war hier und hat ein Gewehr abgefeuert“, kommentiert Constable das Husarenstück seines Konkurrenten gekränkt.

      Am Rande der Ausstellung kommt es zu einem heftigen Streit zwischen Haydon und einigen Mitgliedern der Royal Academy: Haydon, der immer noch nicht in die Akademie aufgenommen wurde, beschwert sich wütend darüber, dass sein Bild nur in einem Nebenraum ausgestellt ist. Nach dem Streit vollendet Turner ein weiteres Gemälde, das Bild „Staffa, Fingalʼs Cave“, vor den Augen der Akademiemitglieder auf unnachahmliche Art: mit viel Spucke und seinen bloßen Händen.

      Eine geheime Liebe in Margate

      Turner ist entzückt von den Gesichtszügen und der Anmut von Mrs. Booth, bei der er sich während seiner Besuche in Margate nach wie vor ein Zimmer nimmt. Noch immer gibt sich Turner als „Mr. Mallord“ aus, der neben seinem eigentlichen Beruf gelegentlich Bilder malt. Der sonst wortkarge Turner macht Mrs. Booth ganz offen Komplimente, die Mrs. Booth eindeutig erwidert: Sie bittet ihn in der Nacht in ihr Schlafzimmer und eine langjährige, sehr zärtliche Beziehung beginnt, die für Turner ein weiterer Grund ist, oft nach Margate zu reisen.
      Eines Tages lässt sich Turner im Sturm an den Mast eines Schiffes binden, um die Naturgewalten so nah wie möglich beobachten zu können. Eine schwere Bronchitis ist die Folge, die er im Hause von Mrs. Booth auskuriert. Dr. Price (David Horovitch), der ihn dort untersucht, empfiehlt ihm neben den drei „Bs“ – Bett, Balsam und Brühe – auch das vierte „B“: die Pflege durch die bewundernswerte Mrs. Booth.

      Beide genießen die gemeinsamen Augenblicke in Margate: Sie machen Spaziergänge, Turner zeichnet und Mrs. Booth geht ihren Hausarbeiten nach. Hannah ahnt zu Hause in London nichts von Turners zweitem Leben.

      Als Turner während eines Spaziergangs mit Mrs. Booth zusammenbricht, diagnostiziert Dr. Price bei „Mr. Mallord“ eine Herzschwäche und fordert ihn auf, ein wenig kürzer zu treten. Außerdem gibt er Mrs. Booth Turners wahre Identität als berühmtes Malergenie preis.

      Eine neue Raum- und Zeiterfahrung

      Turner erlebt, wie sich die englische Gesellschaft durch Wissenschaft und Technik verändert. Die neuen Verkehrsmittel wie Dampfschiff und Eisenbahn inspirieren ihn zu Gemälden: Während einer Bootsfahrt in Begleitung der Maler Clarkson Stanfield (Mark Stanley) und David Roberts (Jamie Thomas King) sieht er, wie das berühmte Schiff „Temeraire“, das eine wichtige Rolle in der Schlacht von Trafalgar spielte, von einem schon mit Dampf betriebenen kleinen Schlepper zu seinem letzten Liegeplatz gezogen wird – „The Fighting Temeraire tugged to her last Berth to be broken up, 1838“ entsteht. Als bei einem Spaziergang übers Land ein Eisenbahnzug mit dampfendem Schornstein an ihm vorbeifährt, hält Turner den Eindruck der Ge­schwindigkeit in dem Gemälde „Rain, Steam, and Speed – The Great Western Railway“ fest.


      Bewunderung und Ablehnung


      Bei einem Besuch in Turners Galerie ist Kunstkritiker John Ruskin (Joshua McGuire) besonders beeindruckt von dem Gemälde „Slavers throwing overboard the dead and dying – Typhoon coming on“. Nach dem Kauf präsentiert Ruskin es Turner stolz in seinem Haus und preist wortreich dessen Modernität innerhalb der Seestückmalerei sowie die Naturkraft, die das Bild ausstrahle.

      Bei anderen Zeitgenossen stößt Turner jedoch auf Unverständnis: Ausstellungsbesucher verspotten seine immer weniger gegenständlichen Bilder als unvollständig, belächeln sie als „Lebensmittelkleckereien“ oder attestieren Turner einen aufkommenden Wahnsinn. Queen Victoria nennt eines seiner Bilder „abscheulich“, es sei ein „schmutziges gelbes Geschmiere“. Und betroffen muss Turner in einem Theater miterleben, wie die Kunsthändler und Käufer seiner Bilder in einem Sketch lächerlich gemacht werden.
      Als ihm der Millionär Joseph Gillott (Peter Wight) das Angebot macht, sein Gesamtwerk für 100.000 Pfund zu kaufen, lehnt Turner ab. Er möchte sein Werk der britischen Nation vermachen, damit alle seine Bilder zusammen an einem Ort ausgestellt werden können: öffentlich zugänglich und kostenfrei.

      Turners letzte Jahre
      Turner zieht sich mehr und mehr aus dem Gesellschaftsleben zurück. Aus Rücksicht auf seine Gesundheit verkauft Mrs. Booth ihr Haus in Margate und mietet in Chelsea ein kleines Häuschen an der Themse, um mit Turner dort den Rest seines Lebens verbringen zu können. Haushälterin Hannah weiß auch davon nichts. Nur noch selten übernachtet Turner in seinem Londoner Haus.

      Turner lässt sich von John Mayall (Leo Bill), einem Pionier der Daguerreotypie, fotografieren. Im Gespräch mit dem Fotografen will Turner alles über die Funktionsweise der Kamera wissen. Turner verabredet auch einen Termin für ein Doppelporträt mit Mrs. Booth, das er ihr als Andenken schenken möchte. Widerwillig lässt sich Mrs. Booth darauf ein. Bei diesem zweiten Treffen diskutieren Turner und Mayall die Frage, ob die Fotografie die Malerei eines Tages verdrängen wird.
      Turner und Mrs. Booth erleben eine glückliche Zeit im Haus in Chelsea, Turner ist weiterhin produktiv. In die Akademie hält allerdings allmählich der Stil der Präraffaeliten Einzug.
      Zufällig entdeckt Hannah einen Brief mit der Anschrift des Hauses in Chelsea. Vor dem Haus erkundigt sich die von einer Hautkrankheit – den giftigen Inhaltsstoffen der Farben geschuldet – schwer gezeichnete Haushälterin bei den Nachbarn, ob Turner dort wohnt, und erfährt, dass der Maler dort schon seit einiger Zeit mit einer Frau zusammenlebt und schwer erkrankt ist. Traurig geht Hannah nach Hause, ohne noch einmal mit Turner gesprochen zu haben.

      Turners Tod
      Turner ist zu schwach, um sein Bett zu verlassen. Als eine weibliche Wasserleiche an das Ufer der Themse gespült wird, stürzt er verzweifelt mit seinem Skizzenbuch und im Nachthemd aus dem Haus, kann aber nichts mehr zeichnen. Er stirbt wenig später mit den Worten: „Die Sonne ist Gott!“


      ZU MIKE LEIGH


      REGIEKOMMENTAR

      Bereits 1999, als „Topsy-Turvy“ in die Kinos kam, schrieb ich, dies sei „ein Film über diejenigen von uns, die alles dafür tun, andere zum Lachen zu bringen“.
      Nun habe ich wieder die Kamera auf uns gerichtet. Auf uns, die wir Künstler sein wollen – mit all den Mühen, die uns diese Berufung abverlangt. Menschen zum Lachen zu bringen, so schwer dies auch sein mag, ist eine Sache. Aber sie die tiefe, vollendete, geistige und unendliche Schönheit und zugleich das entsetzliche Drama spüren zu lassen, was es bedeutet, auf dieser Welt zu sein, das ist etwas anderes. Und nur wenige von uns sind dazu überhaupt in der Lage, so sehr wir es auch versuchen.
      William Turner konnte das. Er war ein Gigant unter den Künstlern, zielstrebig und kompromisslos, außerordentlich produktiv, revolutionär in seinem Ansatz, vollendet in seinem Handwerk, vorausschauend in seiner Vision.

      Jedoch war der Mensch Turner exzentrisch, anarchisch, verletzlich, unvollkommen, unberechenbar und gelegentlich ungehobelt. Er konnte bösartig und zugleich sanftmütig sein und er war zu großer Leidenschaft und Poesie fähig.

      MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS erzählt von den Spannungen und Gegensätzen zwischen dem Menschen Turner, seinem Leben in dieser Epoche und seinem zeitlosen Genie, zwischen seiner Zerbrechlichkeit und seiner Stärke. Darüber hinaus ist es ein Versuch, die dramatischen Veränderungen seines Lebens zu veranschaulichen, im letzten Viertel seines Lebens.
      Mike Leigh

      Mike Leigh: Why J.M.W. Turner inspired my new film – video.
      Ein Gespräch in der Tate in London mit dem Filmemacher unter:

      www.theguardian.com/artanddesign/video/2013/nov/27/mike-leigh-inspiration-jmw-mr-turner-film-tate-video


      MIKE LEIGH UND MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS

      Mike Leigh ist eine Größe des europäischen Kinos. Noch immer wird er mit dem New British Cinema in den 1980er Jahren in Verbindung gebracht, das das England der Thatcher-Ära schonungslos zeigte. Jedoch lässt sich Leigh keineswegs einfach kategorisieren oder von einer Strömung vereinnahmen. Sein filmisches Spektrum ist breit, vom Drama bis zur Komödie spielt Leigh mit allen Facetten, bleibt sich dabei aber immer treu: Er steht für ein menschliches und kritisches Kino, das fern von Moral keine Antworten bieten will, sondern Fragen aufwirft. Ihn interessieren die kleinen, die normalen Leute aus Gegenwart und Vergangenheit und ihr Leben in einer nicht immer gerechten Welt. Über die Jahre hinweg blieb er einem festen Kreis an Schauspielern treu; bekannt ist er außerdem für seine Methode der Improvisation, bei der er gemeinsam mit den Schauspielern die Figuren und das Drehbuch entwickelt.
      Insofern reiht sich auch MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS in diese Riege ein, scheint der Film thematisch zunächst unerwartet und überraschend. Leigh hat sich den letzten 25 Lebensjahren des Malers Turner gewidmet. Doch MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS bedeutet keinen unbedingten Bruch mit seinem bisherigen Werk, wird hier doch eine Figur gezeigt, die prägend für die englische Geschichte, freidenkend und unangepasst, aber zugleich am Wohl der Gemeinschaft interessiert war – man denke an Turners Nachlass, der nicht zum Verkauf in Privathände gehen, sondern in der National Gallery jedermann zugänglich sein sollte. Dazu kommt, dass William Turner in Leighs Film nicht das unerreichbare und zu glorifizierende Genie ist, sondern ein in seiner physischen Präsenz und Kantigkeit sehr unvollkommener, nahbarer Mensch – so unnahbar er seinen Zeitgenossen auch gewesen sein mag. Und zugleich ein Revolutionär, der die Malerei radikal veränderte.
      Allerdings reicht MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS über die Grenzen eines Biopics hinaus, denn Leighs Film nähert sich auch formal der Ästhetik des Malers: Turners Leben ist episodenhaft erzählt, ohne lineare Handlung, die auf einen Höhepunkt zuläuft. Genauer, die narrative Zergliederung, die ein großes Ganzes ergibt, greift das Ausschnitthafte und die kurzzeitige Wirklichkeit auf, wie sie auch Turner in seinen Skizzen und Gemälden festzuhalten versuchte. Mike Leigh thematisiert folglich, was auch Turner und eine ganze Epoche an bildenden Künstlern und Literaten beschäftigte, nämlich wie die Wirklichkeit eigentlich darzustellen sei. Mit Kameramann Dick Pope hat er einen kongenialen Partner gefunden, der die Landschaft so aufnahm, dass seine Bilder den Gemälden Turners nahe kommt.

      Mit MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS ist Leigh ein großes Werk, ein Überraschungshit, ein „Meilenstein der Filmgeschichte“ (Der Tagesspiegel) gelungen.


      ZU TIMOTHY SPALL


      BESTER DARSTELLER BEIM FESTIVAL DE CANNES 2014

      Timothy Spall hat durch seine Auszeichnung als Bester Darsteller beim Festival de Cannes 2014 für seine herausragende Leistung in MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS jüngst größte Aufmerksamkeit erhalten. Bekannt ist er einem breiten Publikum als Peter Pettigrew in den erfolgreichen „Harry Potter“-Verfilmungen. Zu sehen war Spall auch in dem Kinoerfolg „The King’s Speech“ als Winston Churchill, in Sherry Hormanns Film „Wüstenblume“ als Fotograf Donaldson, in Tim Burtons Film „Sweeny Todd“ als Beadle oder in Bernardo Bertoluccis Verfilmung „Himmel über der Wüste“ als Eric Lyle. In vielen Filmen stand Spall bei Leigh vor der Kamera, unter anderem in „Das Leben ist süß“ und „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“. Er ist ein vielfältiger Schauspieler, ein Darsteller sympathischer Rollen ebenso, wie er auch Antihelden verkörpern kann. Allerdings kannte man bislang vorwiegend nur sein Gesicht, weniger seinen Namen, was sich durch Cannes nun schlagartig geändert hat. Bislang galt er als „Mann der zweiten Reihe“, der nun mit der Darstellung des Mr. Turner seine erste wirkliche Hauptrolle bekommen hat.


      ZU WILLIAM TURNER




      DER KÜNSTLER TURNER


      Joseph Mallord William Turner, so der vollständige Name, ist eine Künstlerfigur, die den Übergang in die Moderne indiziert. Ein Seismograf seiner Zeit, in der er die feinen Veränderungen aufspürte, den gesellschaftlichen wie industriellen sich anbahnenden Wandel wahrnahm und ihn in seiner Malerei verhandelte, ohne sich dabei von der traditionellen antiken wie zeitgenössisch nationalen Thematik abzuwenden. Landschaften und Seestücke, Öl und Aquarell – darin perfektionierte er seine eigene Handschrift. Zur romantischen Strömung meist hinzugerechnet, sprengt das Werk William Turners diese Benennung und Kategorisierung. In Kunstkreisen polarisierte er: Bei den einen galt er als Enfant terrible und wurde von anderen verehrt, umjubelt und gefeiert. Mit seinem Spätwerk erregte er die Gemüter noch mehr. Zunehmend mit Unverständnis wurde seine immer gegenstandlosere Malerei betrachtet und verspottet – oder mit großer Leidenschaft verteidigt.
      Turner ist eine Figur der Gegensätze: ein Maler romantischer Landschaften und später eine Pionierfigur für eine Malerei, die die Epoche der Moderne einleiten wird. Turners Malerei ist ein Vorbild für einen Stil, der sich vom Gegenständlichen löst. Sein Spätwerk geht diesen Schritt konsequent weiter. In seiner Malerei wird die Farbe eigenständiger, der Auftrag pastos. Es interessiert ihn nicht nur die Komposition, sondern mehr noch die Wahrnehmung und die Materialität von Licht. Damit greift er vorweg, was Künstlergenerationen nach ihm bewegen wird: Welche Möglichkeiten hat die Malerei, die die Fotografie nicht auch hat?
      Zu Turners frühsten Eindrücken zählen der Anblick des Meers mit seinen Schiffen und Booten, und natürlich die Themse. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen an ihren Ufern auf, und im Alter von zehn Jahren lebte er für einige Zeit bei seinen Verwandten in Brentfort, das ebenfalls an der Themse gelegen ist. Schließlich ging er im Küstenort Margate zur Schule, den er sein Leben lang immer wieder besuchte. Bereits mit 14 Jahren wurde er in die Royal Academy School aufgenommen, um mit 27 schließlich zum vollständigen Akademiemitglied gewählt zu werden. Bis zum Ende seines Lebens spielte die Akademie für ihn eine zentrale Rolle, unter anderem hatte er mehr als 30 Jahre lang die Professur für Perspektive inne. Er unternahm unzählige Reisen auf den britischen Inseln und durch Europa, die seine Malerei enorm inspirierten. Begraben wurde er in der St. Paul’s Cathedral neben dem Maler Sir Joshua Reynolds.


      TURNER UND SEINE ZEIT


      Turner (1775–1851) löste sich in seiner Malerei von der Gegenständlichkeit der Darstellung. 60 Jahre vor der Epoche der abstrakten Malerei. Turner malte anfangs Landschaften nach der Natur. Wobei er immer mehr daran interessiert war, Landschaften als Bühnen darzustellen, in der Stürme oder Gewitter tobten. Turner malte aber auch Landschaften anders, als sie auf Fotografien erscheinen würden, nicht nach dem, was zu sehen war, denn Turner wollte darstellen, welche Wahrnehmung sie erzeugten. Er malte das Gefühl, das im Betrachter einer Landschaft entsteht.

      Die Entwicklung ist in Turners Bildern gut nachvollziehbar, da er Tausende von Bildern malte. Zuerst sind es Gewitterwolken über einer Landschaft, dann werden die Bilder düsterer, das Gewitter wird bedrohlicher, das Licht wird in der Mitte des Bildes geschluckt, die Landschaft scheint im Inferno der entfesselten Naturgewalt zu verschwinden. Schließlich bleiben Farbe, Helligkeit und Schatten.

      Wie konnte ein Mann diesen ganzen Weg zurücklegen, von der akademischen Malerei ins Visionäre, ins Freie, Zukünftige? Und wie war die Zeit, in der eine solche Malerei entstehen konnte? Welche Widerstände der Malerei und des Kunstbetriebs der Zeit, welche Widerstände der zeitgenössischen Gesellschaft, die auf Unbekanntes mit Unverständnis reagierte, mussten überwunden werden? Diesen Fragen stellt sich der Film von Mike Leigh.

      Die Französische Revolution fand statt, als Turner ein Jugendlicher war, und fand ihr Echo in ganz Europa. Paris wurde kurzfristig zum Zentrum des Kontinents. Die Ideen der Revolution, das Unerhörte der sozialen Umwälzung, die jahrhundertealte Ordnungen umwarf, das Spektakuläre der neuen sozialen Zusammensetzungen, die sich im Laufe der Ereignisse formierten, wurden überall wahrgenommen und diskutiert, selbstverständlich auch in London. Französische Adelige flohen nach England und erzählten Schauergeschichten. Welchen Einfluss mag die Französische Revolution in England gehabt haben? Welchen Einfluss hatte sie auf die englische Gesellschaft? Welchen Einfluss auf den jungen Turner? Tauchte hier erstmals eine Freiheit auf, auf die sich Anspruch erheben ließ? Jedenfalls spürte ganz Europa, dass die alte Ordnung nicht mehr zementiert war, sondern infrage gestellt werden konnte. Und offenbar galt das für alle Bereiche.

      In England formierten sich die alten Kräfte zum Krieg gegen den Export der Revolution und gegen Napoleon Bonaparte. Bonaparte wurde geschlagen, aber der Geist war aus der Flasche: Europa hatte zugeschaut. Es gab etwas über der scheinbaren „Natürlichkeit“ der tradierten Herrschafts- und Gesellschaftsordnung, der alten sozialen Struktur: die Vernunft – der Gott Robespierres. Und die Vernunft sagte: Die Menschen sind gleich und jeder hat dieselben Rechte. Die soziale Ordnung ist nichts anderes als eine von den Herrschenden durchgesetzte Struktur, aber sie ist änderbar, sie ist verhandelbar. Gesellschaft war etwas, über das man sprechen konnte, soziale Gefüge waren nicht „natürlich“ in „oben“ und „unten“, in „adlig“ und „bürgerlich“ aufgeteilt.

      Die eigentliche Antwort auf diese revolutionären Ideen war im England dieser Zeit eine parallele wirtschaftliche Entwicklung, die mindestens ebenso große Kräfte mobilisierte und eine soziale Sprengkraft hatte, die bis heute das Gesicht unser Zeit prägt: Die Industrielle Revolution.
      Die Herrschaft der Vernunft, die Erklärung der Menschenrechte und die völlige Umwälzung von Produktion und Reproduktion in der Industriellen Revolution stehen am Beginn der modernen Gesellschaft, bilden das Grundgerüst auch unseres heutigen ökonomischen und sozialen Lebens.

      Das ist Turners Zeit. Die Zeit der kolossalen, alles ergreifenden Umwälzung. Für die Zeitgenossen, für die Menschen in London in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeuteten diese historischen Prozesse vor allem Verunsicherung und die Notwendigkeit von Neuorientierung. Turner hatte Glück, da er früh in die Akademie aufgenommen wurde, dort zum Professor für Perspektive aufstieg und sich offenbar sein Leben lang um das Finanzielle nicht sorgen musste. Hätte ein Kind aus Turners Verhältnissen (sein Vater war Barbier) eine ähnliche Chance zehn oder zwanzig Jahre zuvor erhalten? Wäre Talent – eine individuelle Fähigkeit – ein Argument gewesen? Das ist zu bezweifeln.
      Turner jedenfalls hat die Chance, die sich ihm bot, beim Schopf gepackt und ist Teil einer Struktur und eines Kunstbetriebs geworden, der festen Regeln und Terminen folgte und sein Leben, seine Arbeit und seinen Alltag organisierte. Von dieser Position aus konnte er die Änderungen, die um ihn herum geschahen, beobachten, sich eine Meinung bilden und sein eigenes Leben gestalten. In seinem Arbeitsleben unterschied Turner – ganz modern – in Auftragsarbeiten und freie Arbeiten. In seinem privaten Leben entschied Turner sich für ein eher unkonventionelles Arrangement mit verschiedenen Frauen und Wohnorten. Dies war im viktorianischen England sicherlich kein einfaches Leben und für einen Bürgerlichen noch wenige Jahre zuvor kaum vorstellbar. Mit anderen Worten: Turner arbeitete und lebte die neue Zeit.

      Turner beobachtete die Veränderungen der Gesellschaft. Die Industrielle Revolution brachte Armut hervor. Diese Entwicklung rief Kritiker wie Marx und Engels auf den Plan, die Bücher und Schriften verfassten, in denen unter anderem diese neue Armut und die unbarmherzige Zeit frühkapitalistischer Ausbeutung geschildert werden. Die Bevölkerungszahlen explodierten in Großbritannien, und die Manufakturen und frühen Industrien fanden genügend Arbeiter. Arbeiter, wie Marx sie definiert hat, sind Menschen, die ihre Arbeitskraft verkaufen, weil sie sonst nichts haben, was sie verkaufen könnten. Eine neue soziale Schicht entstand in diesen Jahren und eine neue Unterschicht der Allerärmsten und Elenden.
      Gleichzeitig änderte sich das Leben. Die moderne Technik gestaltete den Alltag um. Die Zeit selbst wurde anders, sie gewann eine neue, präzisere Bedeutung. Die Fortbewegung änderte sich. Kutschen verschwanden. Dampflokomotiven erreichten andere Geschwindigkeiten. Dampfschiffe verbanden jetzt England mit dem Kontinent. Und Turner begrüßte die modernen Errungenschaften seiner Zeit. Er interessierte sich für die frühe Fotografie, für Experimente mit Licht, für das neue, schnelle Reisen. Während in Deutschland Romantiker von der Natur als unberührtem Ort träumten, der Erholung und Erneuerung verspricht, malte Turner Dampfschiffe, die alte Segler in den Hafen schleppen.

      Turner war ein Mann dieser unruhigen Zeit der Umwälzung und Erneuerung. Ein Kind der Französischen Revolution und der Anarchie der frühen Industrialisierung. Turner malte sozusagen Gefühle und vermittelte dem Betrachter eine Empfindung. Die Farbflächen wurden zu Projektions- und Assoziierungsflächen. Der Betrachter wurde so individuell und frei in seiner Reflexion wie der Künstler. Diese Malerei war Ausdruck einer Zeit und einer Gesellschaft, in der nichts mehr seinen angestammten Platz hatte, in der keine Tradition Sicherheit bieten konnte, in der sich alles auflöste und neu zusammensetzte. Turner nahm sich diese Freiheit, die Freiheit des schöpferischen Individuums, das jetzt Mitte des 19. Jahrhunderts zeigte, dass es eine ganze Welt neu erfinden konnte.

      ZEITTAFEL

      1775 Joseph Mallord William Turner wird am 23. April in London geboren.
      1789 Beginn der Französischen Revolution
      Turner wird als Schüler an der Royal Academy angenommen.
      1790 Turner nimmt mit dem Aquarell „The Archbishop’s palace, Lambeth“ zum ersten Mal an der Ausstellung der Royal Academy teil.
      1791– Zahlreiche Reisen durch England, Wales und Schottland.
      1801
      1793 England tritt in den Krieg gegen Frankreich ein.
      1799 Turner wird assoziiertes Mitglied der Royal Academy.
      Staatsstreich von Napoleon Bonaparte in Frankreich.
      1800 Gründung des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland.
      1801 Evelina, die erste Tochter von Turner und Sarah Danby, wird geboren.
      1802 Turner wird zum Mitglied der Royal Academy gewählt.
      Turner reist zum ersten Mal auf den Kontinent.
      1803 Turner hat so großen Erfolg, dass er eine Privatgalerie zur Ausstellung seiner Werke in seinem Haus in der Harley Street bauen kann. Sie wird im April 1804 eröffnet.
      1804 Turners Mutter stirbt am 15. April. Turner nimmt seinen Vater bei sich auf.
      Richard Trevithick baut in England die erste Schienenlokomotive.
      Kaiserkrönung Napoleons in Paris.
      1805 Turner stellt zum ersten Mal in seiner eigenen Galerie in London aus.
      Seeschlacht von Trafalgar am 21. Oktober.
      1807 Turner wird zum Professor für Perspektive an der Royal Academy gewählt.
      1809 Turner hält sich zum ersten Mal beim Earl of Egremont in Petworth auf.
      1811 Turner hält seine erste Perspektivvorlesung an der Royal Academy.
      Georgiana, die zweite Tochter von Turner und Sarah Danby, wird geboren.
      1812 In der Ausstellung der Royal Academy zeigt Turner unter anderem das Ölbild „Schnee­sturm: Hannibal und sein Heer überqueren die Alpen“ („Snow storm: Hannibal and his army crossing the Alps“).
      1813 Beginn der Befreiungskriege gegen Napoleon.
      1814 Wiener Kongress: Neuordnung Europas nach Napoleons Niederlage.
      1819 Turner reist zum ersten Mal nach Italien (Venedig, Florenz und Neapel).
      1825 Erste öffentliche Dampfeisenbahnlinie zwischen Stockton und Darlington.
      1826 Turner reist von Ende August bis Ende Oktober an die nordfranzösische Küste und die Loire. (In einem Brief erwähnt er die Explosion eines Pulvermagazins in Ostende im September.)
      Joseph Nicéphore Niépce erfindet die Heliografie und macht in Chalon-sur-Saône mit der Camera obscura die ersten fotografischen Aufnahmen („Blick auf den Hof“).
      1827 Turner ist im August und Oktober in Petworth zu Gast.
      1829 Turners Vater stirbt am 21. September. Von diesem Jahr an wohnt Turner bei Aufenthalten in Margate in der Pension von Sophia Caroline Booth. Turner begegnet vermutlich auch Mary Somerville, deren Aufsatz „On the magnetizing power of the more refragible solar rays“ 1829 veröffentlicht wird. Turner interessiert sich für ihre Theorie, dass Farben eine Nadel magnetisieren können.
      Gründung erster Gewerkschaften in England.
      1830 George IV. stirbt. William IV. folgt ihm auf den Thron.
      Julirevolution in Frankreich.
      Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie zwischen Liverpool und Manchester am 15. September 1830 beginnt das moderne Verkehrswesen in England.
      1832 In der Ausstellung der Royal Academy zeigt Turner unter anderem sein Seestück „Helvoetsluys – die Stadt Utrecht sticht [16]64 in See“ („Helvetsluys – the City of Utrecht, 64, going to sea“) und „Staffa, Fingals Höhle („Staffa, Fingal’s Cave“).
      1833 John Booth, der Mann von Turners Pensionswirtin in Margate, stirbt.
      Der Slavery Abolition Act beendet die Sklaverei im britischen Empire.
      1834 Das Parlamentsgebäude in London, die Houses of Parliament, werden durch einen Brand zerstört. Turner erlebt und skizziert den Brand als Augen­zeuge zeitweise in einem Boot mit. Im Folgejahr wird das Ölbild „The burning of the Houses of Lords and Commons” (1835) ausgestellt.
      1836 Der junge Kunstkritiker John Ruskin schreibt Turner einen Brief, in dem er ihm den Entwurf eines Artikels zur Verteidigung des Malers gegen Angriffe mitschickt.
      1837 Lord Egremont stirbt. Turner gibt die Professur für Perspektive auf.
      Victoria wird Königin von Großbritannien und Irland (bis 1901).
      1838 Turner besucht im August und September Margate.
      1839 In der Ausstellung der Royal Academy zeigt Turner unter anderem das Ölbild „Das Kriegsschiff ‚Téméraire‘ wird zu seinem letzten Ankerplatz geschleppt, um abgewrackt zu werden“ („The Fighting ‚Téméraire‘ tugged to her last berth to be broken up, 1838“). Turner hatte das Schiff im Vorjahr bei seiner Rück­fahrt von Margate gesehen.
      Die ersten von Louis Jacques Mandé Daguerre gemeinsam mit Joseph Nicéphore Niépce entwickelten Daguerreotypien entstehen in Paris. Ihre öffentliche Präsentation gilt als offizielles Geburtsjahr der Fotografie.
      1840 In der Ausstellung der Royal Academy zeigt Turner unter anderem das Ölbild „Sklavenhändler werfen die Toten und Sterbenden über Bord – ein Taifun kommt auf“ („Slavers throwing overboard the dead and dying – Typhoon coming on“).
      Turner und Kunstkritiker John Ruskin treffen sich zum ersten Mal.
      1841 Ruskin besucht erstmals Turners Galerie.
      1843 „Modern Painters“, Ruskins Verteidigung Turners, erscheint anonym.
      1844 In der Ausstellung der Royal Academy zeigt Turner unter anderem das Ölbild „Regen, Dampf und Geschwindigkeit – Die Große Westeisenbahn“ („Rain, Steam, and Speed – The Great Western Railway“).
      Der Birminghamer Stahlfeder-Fabrikant Joseph Gillott besucht Turner und kauft mehrere Gemälde.
      1845 Friedrich Engels „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“ erscheint.
      1846 Turner lebt mit Mrs. Booth und ihrem Sohn in Chelsea.
      1848 „Das Kommunistische Manifest“ von Karl Marx und Friedrich Engels wird veröffentlicht.
      Bürgerliche Revolution in Deutschland und Österreich („Märzrevolution“).
      1850 Turners letzte Ausstellung in der Royal Academy.
      1851 Turner besucht die erste Weltausstellung in London, für die im Hyde Park der Crystal Palace mit seiner neuartigen Glasarchitektur als Ausstellungsgebäude errichtet wurde.
      Turner stirbt am 19. Dezember im Alter von 76 Jahren. Am 30. Dezember wird er seinem eigenen Wunsch entsprechend in der Krypta der St. Paul’s Cathedral beigesetzt.

      Die Daten zu Turners Leben und Werk wurden den Büchern von Wilton (2006) und Westheider & Philipp (2011) entnommen (siehe Literaturhinweise.)


      LITERATURHINWEISE
      Wagner, Monika (2011). William Turner. München: C.H. Beck (Beck’sche Reihe).
      Westheider, Ortrud & Philipp, Michael (Hg.) (2011). William Turner. Maler der Elemente. Hamburg, Krakau, Margate 2011/12. München: Hirmer (Publikationen des Bucerius Kunst Forums), hier bes. S. 236-249 („William Turner in seiner Zeit. Eine Chronologie“ von Eva Hausdorf).
      Wilton, Andrew (2006). William Turner. Leben und Werk. Leipzig: E.A. Seemann, hier bes. S. 224–245 (sehr detaillierte Chronologie zu Turners Leben und Werk).
      SHANES, Eric (2008). Das Leben und die Meisterwerke von J.M.W. Turner. New York: Parkstone Press International, S. 250–251.



      TURNERS UMFELD

      William Turner Senior (Paul Jesson) (1745–1829) war Barbier und Perückenmacher. Geboren in Devon kam er schließlich nach London und hatte ein Geschäft in Covent Garden. Seine Frau starb in einer Irrenanstalt. Neben William hatte er eine Tochter, die allerdings mit fünf Jahren starb.

      Hannah Danby (Dorothy Atkinson) (1786–1853) ist eine Nichte von Sarah Danby und war mehr als 40 Jahre Turners Haushälterin. Sie starb zwei Jahre nach Turner.

      Sophia Booth (Marion Bailey) (1798–1875) war Turners Vermieterin in Margate. Sie war zweifache Witwe und Mutter eines Sohnes. Sie verkaufte schließlich ihr Haus, um mit Turner in Chelsea zu leben.

      Sarah Danby (Ruth Sheen) (1760/66–1861) war Turners erste Geliebte. Mit ihr hatte er zwei uneheliche Töchter, Evelina Dupuis (Sandy Foster) und Georgiana Thompson (Amy Dawson).

      Mary Somerville (Lesley Manville) (1780–1872) war eine schottische Mathematikerin, die sich all ihr Wissen autodidaktisch aneignete. Ihre erste Publikation schrieb sie über die magnetisierende Kraft des Sonnenlichts. Ihre Experimente ließen sie zu dem Schluss kommen, dass der violette Anteil des Lichts eine magnetisierende Wirkung habe; ein Ergebnis, das sie später als falsch anerkennen musste. Allerdings hatte ihre Veröffentlichung bereits ihren Ruf begründet. Im Alter wurde sie zu einer leidenschaftlichen Verfechterin des Frauenwahlrechts.

      Benjamin Robert Haydon (Martin Savage) (1786–1846) lehnte die Porträtmalerei ab, mit der er hätte Geld verdienen können, weil er stattdessen erbauliche historische wie biblische Szenen malen wollte, die ihm allerdings kein Geld einbrachten. Haydon war aufsässig und provokant, gefühlsgeleitet und immer mittellos; er neigte dazu, die meisten Menschen zu befremden, vor allem die Mitglieder der Royal Academy, zu der er niemals gehörte. Er beging Selbstmord.

      GEORGE JONES (Richard Bremmer) (1786–1869) war Maler und Armeeoffizier. Ein naher Freund Turners.

      JOHN CAREW (Niall Buggy) (1785–1868), ein irischer Bildhauer. Lord Egremont von Petworth war sein größter Förderer; er stellte in der Royal Academy aus, wurde aber nie zum Mitglied gewählt. Das nach Süden gelegene Relief der Nelsonsäule auf dem Trafalgar Square stammt von ihm.

      SIR WILLIAM BEECHEY (Fred Pearson) (1753–1839) malte die Mitglieder der Königsfamilie und wurde sehr von Georg III. und Königin Charlotte bewundert.

      Charles Robert LESLIE (Tom Edden) (1794–1859) war ein sehr erfolgreicher Maler und ein Freund von Turner und Constable. Seine Memoiren waren eine sehr hilfreiche Quelle für den Film.

      DAVID ROBERTS (Jamie Thomas King) (1796–1864) war ein schottischer Landschaftsmaler und Mitglied der Royal Academy. Er war der erste britische Maler, der intensiv Spanien, Ägypten und das „Heilige Land“ bereiste.

      CLARKSON STANFIELD (Mark Stanley) (1793–1867) war Sohn eines Schauspielers und Maler von Seestücken. Er wurde in den Dienst der Royal Navy aufgenommen und diente unter Jane Austens Bruder. Nachdem er als Bühnenmaler arbeitete, kam er nach London und wurde Mitglied der Akademie. Er war ein großer Bewunderer Turners.

      SIR JOHN SOANE (Nicholas Jones) (1753–1837) war Architekt und Akademiemitglied. Er entwarf die Bank of England und war ein naher Freund Turners.

      SIR MARTIN ARCHER SHEE (Clive Francis) (1769–1850) war Porträtmaler. Er wurde weniger wegen seiner künstlerischen als wegen seiner politischen Fähigkeiten in die Akademie gewählt und war schließlich für mehrere Jahre ihr Präsident, in denen er die Akademie gegen feindselige Nachforschungen des Parlaments verteidigte. Er begleitete die junge Königin Victoria während ihres privaten Besuchs der Sommerausstellung 1845.

      SIR CHARLES EASTLAKE (Robert Portal) (1793–1865) war der erste Direktor der National Gallery.

      SIR AUGUSTUS WALL CALLCOTT (Simon Chandler) (1779–1844) war Landschaftsmaler und Akademiemitglied sowie ein naher Freund Turners.

      THOMAS STOTHARD (Edward de Souza) (1755–1834) war nicht nur Mitglied der Akademie, sondern unterrichtete auch und war dort 20 Jahre lang Bibliothekar. Stothard war ein großer Bewunderer Turners und besuchte dessen Vorlesungen über die Perspektive mit seinem Hörrohr.

      JOHN CONSTABLE (James Fleet) (1776–1837) war neben Turner Englands anderer großer Landschaftsmaler und wurde sehr spät Mitglied der Akademie. Er stand Turner niemals nahe und beschrieb ihn einst mit den berühmt gewordenen Worten, er sei „uncouth, but has a wonderful range of mind“.

      George O’Brien Wyndham, Dritter Earl von Egremont (Patrick Godfrey) (1751–1837) war ein bedeutender Mäzen zeitgenössischer britischer Kunst und ein Experte für Landwirtschaft.

      JOHN RUSKIN (Joshua McGuire) (1819–1900) – Kunstkritiker, Künstler und Sozialkritiker. Er genoss seine Ausbildung zu Hause, die sehr intensiv, aber auch ohne Kontakt zu Gleichaltrigen war. Seine Familie war viel auf Reisen, um sich Architektur und Kunst anzusehen. Im Alter von 27 Jahren verteidigte er Turner gegen heftige Angriffe; später schrieb er eine großangelegte Verteidigung in seinem Buch „Modern Painters“. Turners Verhältnis zu diesem jungen, sehr ernsthaften, aber selbsternannten Verfechter war jedoch ambivalent. Bekannt war zudem, dass seine Ehe mit Effie Gray unglücklich war.

      J.J.E. MAYALL (Leo Bill) (1813–1901) stammte ursprünglich aus Lancashire. Nach einigen Jahren in Philadelphia, wo er als Fotograf und Daguerreotypist arbeitete, kehrte er nach London zurück, um dort ein Geschäft zu eröffnen. Dort wurde er immer für einen Amerikaner gehalten. Queen Victoria, die er einmal ablichtete, beschreib ihn danach als den seltsamsten Mann, den sie je gesehen habe. Turner besuchte ihn mehrmals. Von ihm sind allerdings keine Fotos erhalten.

      QUEEN VICTORIA (Sinéad Matthews) (1819–1901) war selbst eine sehr talentierte Künstlerin und besuchte jedes Jahr die Sommerausstellung der Royal Academy. Eine besondere Vorliebe hatte sie für den Maler und Bildhauer Edwin Landseer, von dem die Löwen stammen, die die Nelsonsäule auf dem Trafalgar Square umstellen. Sie konnte Turners Arbeiten nicht ausstehen, und bis heute ist in der Royal Collection keines seiner Werke zu finden.

      JOSEPH GILLOTT (Peter Wight) (1799–1872) war Hersteller von Schreibfedern und Kunstmäzen. Noch heute sind seine Schreibfedern weltberühmt. Er bot Turner 100.000 Pfund für sein Gesamtwerk. Das Angebot lehnte Turner ab.


      STIMMEN ZU TURNER


      „[Turner] muss wegen seiner Werke geliebt werden; denn seine Person ist nicht bemerkenswert noch seine Konversation brillant.“
      Edward Dayes, Maler, 1805

      „... er ist ungehobelt, besitzt aber eine große Reichweite des Geistes.“
      John Constable, Maler, 1813

      „Turner hat einige goldene Visionen, herrlich und schön; es sind nur Visionen, aber sie sind doch Kunst, und man könnte mit solchen Bildern leben und sterben...“
      John Constable, Maler, 1828

      „J.M.W. Turner ist der einzige Mann, der jemals ein vollständiges Transkript des gesamten Systems der Natur präsentiert hat und ist, in dieser Hinsicht, der einzige perfekte Landschaftsmaler, den die Welt jemals gesehen hat ... Unter uns lebt und malt für uns der größte Maler aller Zeiten, ein Mann, mit dessen überlegener Kraft kein Intellekt der Vergangenheit für einen Moment verglichen werden kann.“
      John Ruskin, Schriftsteller und Kunsthistoriker, 1843

      „Von all den unbekümmerten und fröhlichen Wesen, die ich kannte, war Turner am meisten so; und das Lachen und der Spaß, wenn er in unserem Hause wohnte, waren unvorstellbar, besonders im Kontakt mit den jugendlichen Mitgliedern unserer Familie ... Er war ein fester, liebevoller Freund bis an sein Lebensende; seine Gefühle waren selten an der Oberfläche zu sehen. aber sie waren tief und dauerhaft. Niemand würde gedacht haben, wie stark unter dem recht rauen und kalten Äußeren die darunter verborgenen Gefühle waren.“
      Clara Wells Wheeler, Freundin Turners, 1850er Jahre

      „Und dies ist die Lehre aus all diesen bewundernswerten Bildern – das von ihnen hervorgerufene Gefühl, dass ein Idealismus wie der Turners als seine wichtigste Bedingung für die Schönheit die Tatsache voraussetzt, dass sie auf einer Solidität der Ausführung beruht, die sich fast der letzten Analyse verweigert.“
      Henry James, Schriftsteller, 1878

      „Dies sind nicht länger Bilder, sondern Ansammlungen von Farben, Steinbrüche wertvoller Steine, Gemälde in der schönsten Bedeutung des Wortes.“
      Paul Signac, Maler, 1898

      „Ich versuche, etwas ‚anderes‘ zu tun – Realitäten, in gewisser Weise – etwas, was die Narren ‚Impressionismus‘ nennen, ein Ausdruck, der völlig unangebracht ist, vor allem von Kritikern, die nicht zögern, ihn auf Turner, den größten Rätselschöpfer in der ganzen Kunst, anzuwenden.“
      Claude Debussy, Komponist, 1908

      „Turner lebte in einem Keller. Einmal die Woche ließ er die Fensterläden plötzlich aufreißen, und dann – was für ein Leuchten! Was für ein Blenden! Welche Juwelen!“
      Henry Matisse, Maler, 1908

      „Turner war bereit, die Grenzen seiner Bühne zu erschüttern, die Portiken beiseite zu schieben und die Grenzen des Meeres aufzulösen.“
      André Masson, Maler und Bildhauer, 1949

      „Dieser Typ Turner, er hat viel von mir gelernt.“
      Mark Rothko, Maler, 1966

      „Der Abstrakte Expressionismus war vor 160 Jahren gesund und munter. Diese Art der Vision – die dem Impressionismus und dem Abstrakten Expressionismus zeitlich vorangeht – ist, meine ich, außergewöhnlich. ... [Der späte Turner] ist einem Blick ins Universum nicht unähnlich. Auf der einen Seite scheint es einen zu verkleinern, da es die Einzigartigkeit des Selbst auflöst, es ist aber auch überwältigend.“
      James Turrell, Lichtkünstler, 2000


      Die Stimmen stammen aus shanes, Eric (2008). Das Leben und die Meisterwerke von J.M.W. Turner. New York: Parkstone Press International, S. 242–247.


      VOR DER KAMERA




      TIMOTHY SPALL (J.M.W. Turner)


      MR. TURNER ist nach Rollen in „Das Leben ist süß“ („Life Is Sweet“, 1990), „Lügen und Geheimnisse“ („Secrets & Lies“, 1996), „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ („Topsy-Turvy“, 1999) und „All or Nothing“ (2002) Timothy Spalls fünfter Film mit Mike Leigh.

      Diese Zusammenarbeit brachte ihm mehrere Nominierungen ein: für den Besten Schauspieler bei den British Independent Film Awards und den Besten Schauspieler bei den European Film Awards für „All or Nothing“, als Bester Nebendarsteller für den BAFTA und als Bester britischer Schauspieler in einer Nebenrolle bei den London Film Critics' Circle Awards für „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ sowie als Bester britischer Schauspieler für die London Film Critics' Circle Awards und als Best Actor für den BAFTA für „Lügen und Geheimnisse“.
      Der Schauspieler hat mit Leigh auch bei dem TV-Film „Home Sweet Home“ und beim Bühnenstück „Smelling a Rat“ zusammengearbeitet. Dem internationalen Publikum ist Spalls wahrscheinlich am ehesten bekanntest durch seine Rolle als Peter Pettigrew in der „Harry Potter“-Filmreihe. Er spielte auch Winston Churchill in „The King’s Speech“, Peter Taylor in „The Damned United“, Beadle Bamford in „Sweeney Todd: Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“ und tritt in seiner eigenen TV-Dokumentation auf („Timothy Spall: Somewhere at Sea“). Timothy Spall erhielt 1999 den britischen Verdienstorden Order of the British Empire (OBE).

      DOROTHY ATKINSON (Hannah Danby)

      MR. TURNER ist Dorothy Atkinson dritter Film mit Mike Leigh nach „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ („Topsy-Turvy“, 1999) und „All or Nothing“ (2002).
      Zu ihren TV-Credits zählen „Call the Midwife”, „Tubby and Enid“, „The Town“, „Coronation Street“, „Phone Shop“, „Midsomer Murders“, „Victoria Wood’s Christmas Special“, „Peep Show“, „Housewife, 49“ und „Bodies“.
      Zu ihren Theaterarbeiten gehören die Rolle der Beryl in „Brief Encounter“ (einschließlich einer US-Tour im Jahr 2014), „A Matter of Life and Death“ am National Theatre, „Beauty and the Beast“ in der Royal Shakespeare Company und „Epitaph for George Dillon“ am Comedy Theatre, London.


      MARION BAILEY (Sophia Booth)


      Marion Bailey arbeitete zunächst mit Mike Leigh 1981 in seinem Stück „Goose-Pimples“ am Hampstead Theatre und dann im Londoner West End. Sie spielte Tante Barbara in „Meantime“, Carol in „All or Nothing“ und Mrs. Fowler in „Vera Drake“. Im Jahr 2012 spielte sie in Mike Leighs Stück „Grief“ am National Theatre.
      Sie hatte zahlreiche Auftritte an führenden Theatern Londons, darunter dem National Theatre, dem Royal Court, dem Old Vic, dem Hampstead Theatre, dem The Bush und dem The Tricycle. Vor Kurzem hat sie in Nick Paynes „Blurred Lines“ am National Theatre unter der Regie von Carrie Cracknell und in Moira Buffinis „Handbagged“ unter der Regie von Indhu Rubasingham gespielt.

      Ihr umfangreiches Werk umfasst auch Fernsehrollen in „Case Histories“, „Him and Her“, „Being Human“, „New Tricks“, „Persuasion“ and „Midsomer Murders“.


      RUTH SHEEN (Sarah Danby)


      Man könnte wohl sagen, dass Ruth Sheen ihre Karriere Mike Leigh verdankt. Nach einer kleinen Rolle in der Dickens-Adaption „Klein Dorrit“ („Little Dorrit“, 1988) hatte sie ihren großen Durchbruch noch im selben Jahr dank Leighs „Hohe Erwartungen“ („High Hopes“, 1988). Für ihren zweiten Leinwandauftritt als Shirley wurde sie mit dem Europäischen Filmpreis als Beste Darstellerin ausgezeichnet. Seitdem nahm ihre Karriere sowohl im Fernsehen als auch im Kino einen beeindruckenden Verlauf mit Rollen unter anderem in „Das Handbuch des jungen Giftmischers“ („The Young Poisoner’s Handbook“, 1995), „Vanity Fair“ (2004) und „Run Fatboy Run“ (2007).
      Nachdem Ruth Sheen mehrere kleine Rollen in „Lügen und Geheimnisse“ („Secrets & Lies“, 1996), „All or Nothing“ (2002) und „Vera Drake“ (2004) übernommen hatte, kehrte sie für ihre bedeutendste Zusammenarbeit mit Mike Leigh seit „Hohe Erwartungen“ zurück. In „Another Year“ war sie als Gerri eine hingebungsvolle Ehefrau für ihren immer verlässlichen Mann Tom (Jim Broadbent) und bietet ihrer emotional instabilen Kollegin Mary (Lesley Manville) eine Schulter zum Anlehnen und Ausweinen. MR. TURNER ist Ruth Sheens sechste Zusammenarbeit mit Mike Leigh.


      LESLEY MANVILLE (Mary Somerville)

      Mit acht gemeinsamen Produktionen gehört die 1956 im englischen Brighton geborene Lesley Manville zum festen Stamm von Mike Leigh. Neben ihren Rollen in den Filmen „Hohe Erwartungen“ („High Hopes“, 1988), „Lügen und Geheimnisse“ („Secrets & Lies“, 1996), „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ („Topsy-Turvy“, 1999), „All or Nothing“ (2002) „Vera Drake“ (2004), „Another Year“ (2010) und der BBC-Produktion „Grown-Ups“ (1980) hat sie in einer seiner Radioproduktionen und bei seinen Bühneninszenierungen mitgewirkt.

      Nachdem sie seit Mitte der 1970er Jahre in einer Fülle von Fernsehfilmen und
      -serien mitgespielt hatte, absolvierte sie ihr Kinodebüt 1985 in einer kleinen Nebenrolle in Mike Newells „Dance With a Stranger – Geliebt bis in den Tod“ („Dance With a Stranger“). Zu ihren weiteren Leinwandcredits gehören Robert Zemeckis „Eine Weihnachtsgeschichte“ („A Christmas Carol“, 2009) und „Womb“ (2010). Auf der Bühne war sie in den Originalproduktionen moderner Klassiker wie „Top Girls“ und „Serious Money“, in „Gefährliche Liebschaften“ von Choderlos de Laclos und in den hochgelobten Wiederaufnahmen von Edward Bonds „Saved“ und „The Pope’s Wedding“ zu sehen. In den letzten Jahren hat Lesley Manville regelmäßig am National Theatre gearbeitet, wo sie unter anderem in „His Dark Materials“, „Pillars of the Community“, „The Alchemist“ und „Her Naked Skin“ sowie vor Kurzem im Old Vics Theatre in „All About My Mother“ und „Six Degrees of Separation“ zu sehen war. Zu ihren zahlreichen Fernseharbeiten gehört Alan Clarkes hochgelobter „The Firm“, die ausgesprochen erfolgreichen Serien „Holding on“, „Other People’s Children“, „Bodily Harm“, „Real Woman“, „The Cazalets“, „North and South“ und „Cranford“. Sie hat einen gemeinsamen Sohn mit Gary Oldman. Für ihre Rolle der Mary in „Another Year“ wurde sie vom US-Filmverband National Board of Review als Beste Schauspielerin und bei den London Criticsʼ Circle Film Awards als Britische Schauspielerin des Jahres geehrt.


      MARTIN SAVAGE (Benjamin Robert Haydon)


      Sein Filmdebüt gab Martin Savage als drogensüchtiger Schauspieler in Mike Leighs „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ („Topsy-Turvy“, 1999). Danach war er als Taxifahrgast in „All or Nothing“ (2002) zu sehen und als einer der Polizisten, die „Vera Drake“ (2004) festnehmen. Zu seinen weiteren Filmcredits gehören „Der Schneider von Panama“ („The Tailor of Panama“, 2001) und „V wie Vendetta“ („V for Vendetta“, 2006). Darüber hinaus trat er in zahlreichen Fernsehserien auf, wie in Ricky Gervais’ „Extras“ und Armando Ianuccis’ „The Thick of It – Special“. Auf der Bühne war er als Peter Quince in der „Midsummer Nights Dream“-Inszenierung der Royal Shakespeare Company und im „Faustus“ von Rupert Goold zu sehen.



      HINTER DER KAMERA



      MIKE LEIGH (Regie & Drehbuch)

      Der Brite Mike Leigh zählt zu den angesehensten Filmregisseuren unserer Zeit, bekannt für seinen ebenso ungeschönt realistischen wie zärtlichen und humorvollen Blick auf die Nöte einfacher Menschen. Dabei dreht er in der Regel ohne ausgearbeitetes Skript. Stattdessen begeben sich Schauspieler und Team in einem ausgedehnten Probenprozess auf die Suche nach ihrer Geschichte.

      Der am 20. Februar 1943 geborene Mike Leigh begann seine Karriere als Schauspieler. Nach einer Ausbildung an der Londoner Royal Academy of Art und an der London Film School wirkte er zunächst in einigen Bühnenproduktionen mit, bevor er im Alter von 29 Jahren mit „Freudlose Augenblicke“ („Bleak Moments“, 1971) seinen ersten Kinofilm drehte, eine Adaption des gleichnamigen Theaterstücks, in dem er zuvor als Darsteller zu sehen war. Da der Film trotz begeisterter Kritiken finanziell floppte, wandte sich Leigh enttäuscht dem Fernsehen zu und realisierte unter anderem die erfolgreichen TV-Filme „Meantime“ (1984) und „Four Days in July“ (1985). Erst 1988 kehrte er mit „Hohe Erwartungen“ („High Hopes“) zum Kino zurück. Der Film, der das Lebensgefühl im England der späten 1980er Jahre einfängt, wurde auf dem Filmfestival von Venedig mit dem Kritiker-Preis ausgezeichnet. An diesen Erfolg konnte er ein Jahr später mit „Das Leben ist süß“ („Life Is Sweet“) anschließen, der einfühlsam erzählten Lebensgeschichte einer ängstlichen und von Selbstzweifeln geplagten Frau. Der endgültige Durchbruch als Regisseur gelang Leigh 1993 mit dem Film „Nackt“ („Naked“), der auf dem Filmfest in Cannes mit der begehrten Goldenen Palme ausgezeichnet wurde; darüber hinaus erhielt Leigh den Preis für die Beste Regie, und der Prix d’interprétation masculine ging an den Hauptdarsteller seines Films, David Thewlis.
      1996 erzählte Leigh in der mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Tragikomödie „Lügen und Geheimnisse“ („Secrets & Lies“) die bewegende Geschichte einer jungen Frau, die sich nach dem Tod ihrer Adoptiveltern auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter macht. Es folgten „Karriere Girls“ („Career Girls“, 1997) und die Musicalkomödie „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ (1999), die sich im England des späten 19. Jahrhunderts der Lebensgeschichte des Komponistenduos Gilbert und Sullivan widmet. Der opulent ausgestattete Film wurde bei den 72. Academy Awards im Frühjahr 2000 mit zwei Oscars® für die Besten Kostüme und das Beste Make-up ausgezeichnet. In „All or Nothing“ (2002) umkreiste Leigh den tristen Alltag einer Familie in einer heruntergekommenen Hochhaussiedlung am Rande Londons. Leighs nächster Film „Vera Drake“ (2004) spielte im vom Weltkrieg gezeichneten London der 1950er Jahre, wo die einfache Hausfrau Vera neben der harten Arbeit als Haushälterin der Reichen heimlich als „Engelmacherin“ illegale Abtreibungen vornimmt. Für ihre berührende Darstellung der Titelrolle wurde Imelda Staunton unter anderem für den Oscar® als Beste Hauptdarstellerin nominiert. Mit der farbenfrohen und beschwingten Komödie „Happy-Go-Lucky“ schlug Mike Leigh nach vier Jahren Pause ungewohnt optimistische Töne an und begeisterte auf der Berlinale Publikum und Kritiker gleichermaßen, in der Hauptrolle die hinreißend charmante und eigenwillige Komikerin Sally Hawkins. Sein Film „Another Year“ feierte seine Premiere auf dem Filmfestival in Cannes, ebenso sein jüngster Film MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS.

      Filmografie (Auswahl):
      2014 MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS
      2010 Another Year
      2008 Happy-Go-Lucky
      2004 Vera Drake
      2002 All or Nothing
      1999 Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt (Topsy-Turvy)
      1997 Karriere Girls (Career Girls)
      1996 Lügen und Geheimnisse (Secrets & Lies)
      1993 Nackt (Naked)
      1990 Das Leben ist süß (Life Is Sweet)
      1988 Hohe Erwartungen (High Hopes)
      1971 Freudlose Augenblicke (Bleak Moments)



      GEORGINA LOWE (Produktion)

      Georgina Lowe begann ihre Zusammenarbeit mit Mike Leigh als Produktionsaufsicht bei den Filmen „Nackt“ („Naked“, 1993), „Lügen und Geheimnisse“ („Secrets & Lies“, 1996) und „Karriere Girls“ („Career Girls“, 1997). Bei „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ („Topsy-Turvy“, 1999), „All or Nothing“ (2002), „Vera Drake“ (2004) und „Happy-Go-Lucky“ (2008) fungierte sie als Koproduzentin und Line Producer. Nach dem Tod von Mike Leighs langjährigem Produzenten Simon Channing-Williams übernahm Georgina Lowe bei „Another Year“ zum ersten Mal die Rolle der Produzentin. Zu ihren Credits als Fernsehproduzentin gehören „The Mayor of Carterbridge“, die Sarah-Waters-Adaptionen „Tipping the Velvet“ und „Fingersmith“, für die sie für den BAFTA nominiert wurde, sowie zuletzt drei Folgen des populären TV-Dramas „Kingdom“ mit Stephen Fry.

      Filmografie (Auswahl):
      Als Production Supervisor:
      1997 Karriere Girls (Career Girls). Regie: Mike Leigh
      1996 Lügen und Geheimnisse (Secrets & Lies). Regie: Mike Leigh
      1993 Nackt (Naked). Regie: Mike Leigh

      Als Koproduzentin und Line Producer:
      2008 Happy-Go-Lucky. Regie: Mike Leigh
      2004 Vera Drake. Regie: Mike Leigh
      2002 All or Nothing. Regie: Mike Leigh
      1999 Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt (Topsy-Turvy). Regie: Mike Leigh

      Als Produzentin:
      2014 MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS. Regie: Mike Leigh
      2010 Another Year. Regie: Mike Leigh



      DICK POPE, BSC (Kamera)

      Mit dem 1947 im englischen Kent geborenen Dick Pope verbindet Mike Leigh bereits eine langjährige produktive Zusammenarbeit: Seit 1990 führte Pope die Kamera bei „Das Leben ist süß“ („Life Is Sweet“, 1990), „Nackt“ („Naked“, 1993), „Lügen und Geheimnisse“ („Secrets & Lies“, 1996), „Karriere Girls“ („Career Girls“, 1997), „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ („Topsy-Turvy“, 1999), „All or Nothing“ (2002), „Another Year“ (2010) und dem TV-Kurzfilm „A Sense of History“ (1992). Für seine Kameraarbeiten an „Lügen und Geheimnisse“ und „Vera Drake“ wurde er jeweils mit der Goldmedaille des Camerimage International Festival of the Art of Cinematography ausgezeichnet. Im Jahr 2000 folgte dort noch der Preis für die Beste Zusammenarbeit zwischen Regisseur und Kameramann. Zu Popes weiteren Kinoarbeiten zählen Beeban Kidrons „Amy Foster – Im Meer der Gefühle“ („Swept from the Sea“, 1997), Anthony Neilsons „The Debt Collector“ (1999), Christopher McQuarries „The Way of the Gun“ (2000), Jill Sprechers „Thirteen Conversations About One Thing“ (2001), Douglas McGraths „Nicholas Nickleby“ (2002), Barry Levinsons „Man of the Year“ (2006) sowie John Sayles’ „Honeydripper“ (2007). Für die Kamera von Neil Burgers „The Illusionist“ (2006), mit Edward Norton in der Hauptrolle, wurde Dick Pope für den Oscar® nominiert. Zuletzt führte er die Kamera bei Gurinder Chadhas „Frontalknutschen“ („Angus, Thongs and Perfect Snoggings“, 2008) und Richard Linklaters „Ich & Orson Welles“ („Me and Orson Welles“, 2009) sowie Jill Sprechers „Thin Ice“ („The Convincer“, 2011).

      Filmografie (Auswahl):
      2014 MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS. Regie: Mike Leigh
      2011 Thin Ice (The Convincer). Regie: Jill Sprecher
      Bernie – Leichen pflastern seinen Weg (Bernie). Regie: Richard Linklater
      2010 Another Year. Regie: Mike Leigh
      It’s a Wonderful Afterlife. Regie: Gurinder Chadha
      2008 Happy-Go-Lucky. Regie: Mike Leigh
      Frontalknutschen (Angus, Thongs and Perfect Snoggings). Regie: Gurinder Chadha
      Ich & Orson Welles (Me and Orson Welles). Regie: Richard Linklater
      2007 Honeydripper. Regie: John Sayles
      2006 Der Illusionist – Nichts ist, wie es scheint (The Illusionist). Regie: Neil Burger
      Man of the Year. Regie: Barry Levinson
      2004 Vera Drake. Regie: Mike Leigh
      2002 All or Nothing. Regie: Mike Leigh
      Nicholas Nickleby. Regie: Douglas McGrath
      1999 Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt (Topsy-Turvy). Regie: Mike Leigh
      1997 Karriere Girls (Career Girls). Regie: Mike Leigh
      Amy Foster – Im Meer der Gefühle (Sweapt from the Sea). Regie: Beeban Kidron
      1996 Lügen und Geheimnisse (Secrets & Lies). Regie: Mike Leigh
      1995 Eine sachliche Romanze (An Awfully Big Adventure). Regie: Mike Newell
      1993 Nackt (Naked). Regie: Mike Leigh
      1990 Schrei in der Stille (The Reflecting Skin). Regie: Philip Ridley
      Das Leben ist süß (Life Is Sweet). Regie: Mike Leigh



      JON GREGORY (Schnitt)

      Nach diversen Fernseharbeiten übernahm Jon Gregory bei „Hohe Erwartungen“ („High Hopes“, 1988) zum ersten Mal den Schnitt für Mike Leigh, es folgten „Das Leben ist süß“ („Life Is Sweet“, 1990), „Nackt“ („Naked“, 1993) und „Lügen und Geheimnisse“ („Secrets & Lies“, 1996), bevor er über einen längeren Zeitraum regelmäßig mit Mike Newell bei den Filmen „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ („Four Weddings and a Funeral“, 1994), „Eine sachliche Romanze“ („An Awfully Big Adventure“, 1995), „Donnie Brasco“ (1997) und „Turbulenzen – und andere Katastrophen“ („Pushing Tin“, 1999) zusammenarbeitete. Nach vierzehn Jahren Pause seit „Lügen und Geheimnisse“ konnten Leigh und Gregory ihre erfolgreiche Kooperation bei „Another Year“ fortsetzen. In der Zwischenzeit war Jon Gregrory unter anderem für John Hillcoat („The Proposition“ und „The Road“) tätig und ist außerdem für den Schnitt von Chen Kaiges „Killing me Softly“ (2002) und für „Brügge sehen ... und sterben?“ („In Bruges“, 2008) von Martin McDonagh verantwortlich.

      Filmografie (Auswahl):
      2014 MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS. Regie: Mike Leigh
      2010 Another Year. Regie: Mike Leigh
      2009 The Road. Regie: John Hillcoat
      2008 Brügge sehen ... und sterben? (In Bruges). Regie: Martin McDonagh
      2005 The Proposition – Tödliches Angebot (The Proposition). Regie: John Hillcoat
      2002 Killing Me Softly. Regie: Chen Kaige
      1999 Turbulenzen und andere Katastrophen (Pushing Tin). Regie: Mike Newell
      1998 Wachgeküsst (Living Out Loud). Regie: Richard LaGravanese
      1997 Donnie Brasco. Regie: Mike Newell
      1996 Lügen und Geheimnisse (Secrets & Lies). Regie: Mike Leigh
      1995 Eine sachliche Romanze (An Awfully Big Adventure). Regie: Mike Newell
      1994 Vier Hochzeiten und ein Todesfall (Four Weddings and a Funeral). Regie: Mike Newell
      1993 Nackt (Naked). Regie: Mike Leigh
      1991 London schafft alle (London Kills Me). Regie: Hanif Kureishi
      1990 Das Leben ist süß (Life Is Sweet). Regie: Mike Leigh
      1988 High Hopes (Hohe Erwartungen). Regie: Mike Leigh



      GARY YERSHON (Musik)

      MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS ist Gary Yershons fünfte Zusammenarbeit mit Mike Leigh. Er fungierte als Musikregisseur bei der Musicalkomödie „Topsy Turvy – Auf den Kopf gestellt“ („Topsy-Turvy“, 1999), komponierte die Musik für Leighs Bühneninszenierung von „Two Thousand Years“ am National Theatre und war für die Musik von „Happy-Go-Lucky“ (2008) verantwortlich. Für die Filmmusik in „Another Year“ wurde Yershon für den Europäischen Filmpreis 2010 in der Kategorie Europäischer Komponist nominiert. Er hat eine ganze Reihe von Musiken für Bühnenproduktionen komponiert, unter anderem für die Royal Shakespeare Company, das National Theatre, den Royal Court, das Almeida, das Donmar Warehouse, das Old Vic und das Young Vic sowie für größere regionale Theater Großbritanniens und für viele West-End-Shows, unter anderem Yasmina Rezas Stücke „Art“, „The Unexpected“, „Life x 3“ und „ The God of Carnage“.

      Sein Beitrag zu Matthew Warchus’ Wiederaufnahme von „The Norman Conquests“ brachte ihm 2009 eine Drama Desk-Nominierung ein. Zu seinen zahlreichen Rundfunkmusiken gehören in jüngster Zeit „Gwain and the Green Knight“ für Radio 4, „The Theban Plays“ für Radio 3 und die mit dem Sony Award ausgezeichneten Produktionen von „Lorelei“ und „Autumn Journal“. Im Fernsehen hat er unter anderem die Musiken für die Cartoon-Serien „The Heritage Game“ und „Trial and Retribution“ (Teil IX und X) von Lynda La Plante komponiert.


      Filmografie (Auswahl):
      2014 MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS. Regie: Mike Leigh
      2010 Another Year. Regie: Mike Leigh
      2008 Happy-Go-Lucky. Regie: Mike Leigh
      1999 Topsy Turvy – Auf den Kopf gestellt (Topsy-Turvy). Regie: Mike Leigh



      JACQUELINE DURRAN (Kostüme)

      Mike Leighs Working-Class-Drama „All or Nothing“ war Jacqueline Durrans erste selbstständige Arbeit als Kostümbildnerin. Zuvor war sie jahrelang als Assistentin von Lindy Hemming tätig gewesen, die für ihre Kostüme in Mike Leighs Musicalfilm „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ („Topsy-Turvy“, 1999) mit einem Oscar® ausgezeichnet worden war. Unmittelbar im Anschluss an „All or Nothing“ (2002) kleidete Durran die Darsteller von David Mackenzies „Young Adam – Dunkle Leidenschaft“ („Young Adam“, 2003) ein, in dem Ewan McGregor die Hauptrolle spielt. Danach engagierte Leigh sie erneut für sein BAFTA-prämiertes Drama „Vera Drake“ (2004) und für „Happy-Go-Lucky“ (2008). Zwei Oscar®-Nominierungen bekam Durran für ihre Arbeit unter der Regie von Joe Wright bei der Jane-Austen-Verfilmung „Stolz & Vorurteil“ („Pride & Prejudice“, 2005), in der unter anderem Keira Knightley, Donald Sutherland und Brenda Blethyn die von ihr entworfenen Kostüme tragen, sowie bei „Abbitte“ („Atonement“, 2007) mit Keira Knightley, James McAvoy und Vanessa Redgrave in den Hauptrollen. Im folgenden Jahr war sie bei der Verfilmung der auf realen Tatsachen basierenden Geschichte von „Der Solist“ („The Soloist“, 2009) mit Robert Downey Jr., Catherine Keaner und Jamie Foxx erneut für Joe Wright tätig. Zu ihren jüngsten Arbeiten gehören „Eine zauberhafte Nanny“ („Nanny McPhee and the Big Bang“, 2010) mit Emma Thompson sowie „Wuthering Heights“ (2011) von Andrea Arnold.

      Filmografie (Auswahl):
      2014 MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS. Regie: Mike Leigh
      2011 Wuthering Heights. Regie: Andrea Arnold
      2010 Another Year. Regie: Mike Leigh
      Eine zauberhafte Nanny (Nanny McPhee and the Big Bang). Regie: Susanna White
      2009 Der Solist (The Soloist). Regie: Joe Wright
      2008 Happy-Go-Lucky. Regie: Mike Leigh
      2007 Abbitte (Atonement). Regie: Joe Wright
      2005 Stolz und Vorurteil (Pride & Prejudice). Regie: Joe Wright
      2004 Vera Drake. Regie: Mike Leigh
      2003 Young Adam – Dunkle Leidenschaft (Young Adam). Regie: David Mackenzie
      2002 All or Nothing. Regie: Mike Leigh



      CHRISTINE BLUNDELL (Maske und Frisuren)

      Vor MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS arbeitete die 1961 in London geborene Christine Blundell bereits zehnmal mit Regisseur Mike Leigh zusammen: in „Das Leben ist süß“ („Life Is Sweet“, 1990), „Nackt“ („Naked“, 1993), „Lügen und Geheimnisse“ („Secrets & Lies“, 1996), „Karriere Girls“ („Career Girls“, 1997), „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ („Topsy-Turvy“, 1999), „All or Nothing“, „Vera Drake“ und „Happy-Go-Lucky“. Für ihr herausragendes Make-up in „Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt“ wurde sie mit einem Oscar® und einem BAFTA Award ausgezeichnet. Zu ihren weiteren Kinoarbeiten zählen Peter Cattaneos Stripper-Komödie „Ganz oder gar nicht“ („The Full Monty“, 1997), Jean-Jacques Annauds „Sieben Jahre in Tibet“ („Seven Years in Tibet“, 1997) mit Brad Pitt in der Hauptrolle und Frank Coracis „In 80 Tagen um die Welt“ („Around the World in 80 Days“, 2004), mit Jackie Chan und Jim Broadbent in den Hauptrollen. In den letzten Jahren arbeitete sie an prominenten Filmen wie Fernando Meirelles’ „Der ewige Gärtner“ („The Constant Gardener“, 2005), in dem Ralph Fiennes die Titelrolle spielt und für den Rachel Weisz mit einem Oscar® als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde, Michael Caton-Jones’ Sequel „Basic Instinct – Neues Spiel für Catherine Tramell“ („Basic Instinct 2“, 2006), in dem Charlotte Rampling an der Seite von Sharon Stone agiert, Martin Campbells Agenten-Abenteuer „James Bond 007 – Casino Royale“ („Casino Royale“, 2006), mit dem Daniel Craig sein Debüt als Superagent gab, sowie das Science-Fiction-Abenteuer „Sunshine“ (2007), bei dem der Brite Danny Boyle Regie führte. Darüber hinaus war Blundell die persönliche Make-up-Artistin von Natalie Portman in Mike Nichols’ Beziehungsdrama „Hautnah“ („Closer“, 2004) und von Naomi Watts in David Cronenbergs Oscar®-nominiertem Film noir „Tödliche Versprechen“ („Eastern Promises“, 2007). Zu ihren jüngsten Credits gehören Beeban Kidrons „Hippie Hippie Shake“ (2010), Richard Curtis’ „Radio Rock Revolution“ („The Boat that Rocked“, 2009) und Guy Ritchies modernisierte Version von Sir Arthur Conan Doyles „Sherlock Holmes“ (2009) mit Robert Downey Jr. und Jude Law.

      Filmografie (Auswahl):
      2014 MR. TURNER – MEISTER DES LICHTS. Regie: Mike Leigh
      2010 Another Year. Regie: Mike Leigh
      Hippie Hippie Shake. Regie: Beeban Kidron
      2009 Radio Rock Revolution (The Boat That Rocked). Regie: Richard Curtis
      Sherlock Holmes. Regie: Guy Ritchie
      2008 Happy-Go-Lucky. Regie: Mike Leigh
      2007 Sunshine. Regie: Danny Boyle
      Tödliche Versprechen (Eastern Promises). Regie: David Cronenberg
      2006 James Bond 007 – Casino Royale (Casino Royale). Regie: Martin Campbell
      2005 Der ewige Gärtner (The Constant Gardener). Regie: Fernando Meirelles
      2004 Vera Drake. Regie: Mike Leigh
      In 80 Tagen um die Welt (Around the World in 80 Days). Regie: Frank Coraci
      Wenn Träume fliegen lernen (Finding Neverland). Regie: Marc Forster
      Hautnah (Closer). Regie: Mike Nichols
      2002 All or Nothing. Regie: Mike Leigh
      1999 Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt (Topsy-Turvy). Regie: Mike Leigh
      1997 Karriere Girls (Career Girls). Regie: Mike Leigh
      Ganz oder gar nicht (The Full Monty). Regie: Peter Cattaneo
      Sieben Jahre in Tibet (Seven Years in Tibet). Regie: Jean-Jacques Annaud
      1996 Lügen und Geheimnisse (Secrets & Lies). Regie: Mike Leigh
      Carla’s Song. Regie: Ken Loach
      1995 Hackers – Im Netz des FBI (Hackers). Regie: Iain Softley
      1993 Nackt (Naked). Regie: Mike Leigh
      1990 Das Leben ist süß (Life is Sweet). Regie: Mike Leigh



      AUSGEWÄHLTE PRESSESTIMMEN

      „Es wäre einfach, die Leinwand mit Turner-Landschaften zu füllen oder die experimentelle Maltechnik Schicht für Schicht in Animation zu simulieren. Doch Leigh hat das nicht nötig. Wenn ihm in der Inszenierung des nach intensiven Naturerfahrungen hungrigen Turner (Timothy Spall) typische Turner-Ansichten gelingen, stehen sie nur wenige Sekunden. Lässig wischt er die wunderbarsten Landschaftsbilder beiseite, denn sie können ohnehin kein Äquivalent für Malerei sein. Nicht umsonst gilt Leigh als bester Schauspieler-Regisseur der Insel. Hier füllt er mit einem exzellenten Ensemble ein historisches Tableau, jedoch keine Nebenfigur wirkt neben der schillernden Künstlerfigur wie Staffage.“
      Frankfurter Rundschau

      „Leigh hat uns einen Menschen in seiner Epoche gezeigt, die uns in manchem ganz nah ist. (...) Leigh zeigt uns das sehr genau, er will uns nahe heranholen an seine Geschichte und gleichzeitig die Distanz zu jener Epoche spürbar machen. Es ist ein faszinierend kunstvoller Film in dieser Verbindung von äußerster Schönheit bei größter Hässlichkeit.“
      Frankfurter Allgemeine Zeitung

      „Die Bilder, die Mike Leigh für all das gefunden hat, die sind manchmal wirklich aufregend, der ganze Film ist von einer müden Sonne durchstrahlt, von gelblichem Licht, und wenn man die Augen zusammenkneift, dann lebt Mike Leighs ‚Turner‘ – in einem Gemälde von William Turner."
      Süddeutsche Zeitung

      „Sein Herzensprojekt ‚Mr. Turner‘, wie immer ohne Drehbuch mit den Schauspielern erarbeitet, führt nachhaltig unmittelbar in ein fremdes Leben und eine sehr vergangene Zeit – ein neuer Meilenstein der Filmgeschichte.“
      Der Tagesspiegel

      „‚Mr. Turner‘ ist ein Ausreißer von Mike Leigh aus seinem sozialrealistischen Umfeld und ein durchaus willkommener."
      Die Welt

      „Mr. Turner: Rüpel, Grantler, Poet – schöner und lebendiger kann Kunst im Kino kaum sein."
      ARD, ttt – Titel Thesen Temperamente

      „Eine darstellerische Glanzleistung von Timothy Spall und einer der Höhepunkte des Wettbewerbs von Cannes.“
      BR, Kino Kino

      „Zwar sieht man den Ausnahmekünstler auch beim Spachteln, Tupfen und Mischen seiner Farben. Doch Leigh betreibt weder Volkshochschulaufklärung, was Turner für die Kunstgeschichte bedeutet, noch versucht er, im Leben des kauzigen Mannes eine Erklärung für dessen Genie zu finden. Wir sehen ihm einfach beim Leben, Lieben und Malen im London Mitte des 19. Jahrhunderts zu.“
      SPIEGEL ONLINE

      „Es herrschen wirklich finstere Zustände in diesem England, aber William Turner ist auf der Suche nach dem Licht. Darin ähnelt er durchaus dem britischen Filmemacher Mike Leigh. Auch er suchte in vielen seiner Filme nach dem Hellen in der sozialen Düsternis, vor allem der Thatcher- und Post-Thatcher-Ära. Es ist, wenn man so will, seine Spezialität. So gesehen verwundert es nicht, dass er ausgerechnet Turner zum Protagonisten seiner historischen Filmbiografie macht, diesen romantischen Maler, der gemeinhin als Meister des Lichts bezeichnet wird.“

      ZEIT ONLINE

      „Spall, der Mann mit diesem fabelhaft knittrigem Gesicht, lässt uns an jedem noch so kleinen Gedanken teilhaben, der Turner durch den Kopf geht, und an jedem Zusammenzucken seiner erschöpften Glieder. Es gelingt ihm, das Wesen eines Mannes zu zeigen, der getrieben ist von seiner Begabung und seiner Leidenschaft, die er selbst aber nicht gänzlich versteht – ein aufbrausendes, kompliziertes und unverständlich grunzendes Gemüt, das sich in der Malerei derart präzise ausdrücken kann wie nirgends sonst.“
      Variety.com

      „Was für ein prächtiger Film dies ist. Er ist lustig und visuell makellos, in ihm verbinden sich häusliche Intimität und epischer Schwung, zudem besitzt er eine lyrische, fast schon geheimnisvolle Qualität, die jede einzelne Szene belebt, sei sie nun tragisch oder komisch.“
      theguardian.de

      „Dank seines Kameramanns Dick Pope ist Mike Leigh der Übergang zwischen Fotografie und Malerei gelungen, die ihre Formen langsam verlor, ja sogar auflöste. Der Himmel über England, der Londoner Nebel, die Sonnenuntergänge über der Mündung der Themse, diese Phänomene sind noch immer spürbar real, obwohl sie zugleich das Geheimnis in Turners Malerei streifen.“
      lemonde.fr

      „‚Mr. Turner‘ ist ein brillanter und bewegender Film über einen der größten Künstler Großbritanniens, im Zentrum die meisterliche Darbietung von Timothy Spall in der Rolle seines Lebens.“
      thehollywoodreporter.com



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