Sicario: Day of the Soldado [Sicario 2] (Stefano Solima)

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    Es gibt 109 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Burning.

      Grenzerfahrung – Eine schmale Linie unterscheidet zwischen einem Leben im „Paradies“ und einem Leben unter Korruption, Armut und Gewalt. Diesen Blickwinkel haben viele mexikanische Flüchtlinge, die vieles auf sich nehmen, um die Grenze zur USA zu überqueren. So auch terroristische Selbstmordattentäter. Ein Vorfall von öffentlicher Wirksamkeit sorgt dafür, dass das boomende Schleusen-Geschäft der Kartelle verstärkt in den Fokus rückt. Matt Graver (Josh Brolin) schart zusammen mit Alejandro Gillick (Benecio del Toro) ein Team um sich, welches unter den Kartellen einen Krieg lostreten soll. Regeln? Keine….

      „Fight fire with fire!“ Das ist die Devise von Matt Graver und seinem kompromisslosen Ass im Ärmel, Alejandro Gillick. Genauso schonungslos ist auch SICARIO 2 geworden. Harte Shootouts, abgeklärte Dialoge und eine bedrückende Bildsprache sorgen garantiert nicht für gute Laune. Die Rollen von Josh Brolin und Benecio del Toro bekommen gegenüber dem Vorgänger eine größere Gewichtung und tragen durch ihre kompromisslose Art zum harten und dreckigen Ton des Films bei. Die musikalische Untermalung ist sehr gelungen und steigert mit seinen treibenden Melodien die Spannung immer wieder in die Höhe. Einige Spannungsmomente lassen einem regelrecht den Atem stoppen und sorgen zusammen mit den Action-Szenen für einen guten Action-Thriller.

      Warum nur gut und nicht herausragend? Dafür gibt es zwei Gründe. Die Geschichte und der Vorgänger. Zu Beginn werden vielen Themen und Richtungen angeschnitten. Schnell und immer öfter verliert der Film aber den Fokus. Während man sich beim Zusehen noch orientiert, ist man schon beim nächsten Punkt, um in der zweiten Hälfte eine Richtung eingeschlagen zu haben, mit der man anfangs nicht gerechnet hätte. Das ist tragisch, da vor allem die Wichtigkeit und Tragweite der zu Beginn etablierten Richtung darunter leidet.

      Ein weiteres Problem ist der Vorgänger. Dafür kann der Film im Grunde nichts, aber irgendwie doch. Während Teil 1 in sich abgeschlossen und rund war, fühlt sich eine Fortsetzung für die Kenner des Erstlings erstmal komisch an. Nach einiger Zeit hat man sich daran gewöhnt und der Film geht seinen eigenen Weg, versucht zwischendrin aber in die Fußstapfen von Villeneuves Erstling zu treten. Das gelingt aber nicht wirklich, spielt dieser doch in einer ganz anderen Liga. Zu keiner Sekunde wird auch nur ansatzweise die Klasse von Teil 1 erreicht. Das muss er freilich auch nicht. Daher ist SICARIO 2 lediglich nur ein guter Action-Thriller.

      ​7/10
      Während der Film lief hab ich eigentlich die ganze Zeit gewartet, dass es jetzt richtig losgeht, aber in der Hinsicht passiert nichts sondern der Film ist plötzlich zu Ende und man meint, es wäre erst 1 Stunde rum und nicht 2. Das heißt im positiven Sinne, dass der Film auf keinen Fall langweilig ist - im negativen jedoch, dass viele Fäden geknüpft werden, aber am Ende wurde kein richtiges Netz daraus sondern einer der eher belangloseren Fäden verfolgt. Mit der letzten Szene konnte ich auch nichts anfangen, habe mir für das kleine Arschloch einen blutigen Abschuss gewünscht und keinen Teil-3-Teaser oder whatever. Verstehe nicht, was sich Sheridan dabei gedacht hat, vor allem wegen passt es nicht zur sonstigen Kompromisslosigkeit.

      Insgesamt ist der Film ein düsterer, dreckiger Spiegel, der zeigt, was passieren kann, wenn Rachegelüste und Allmachtsphantasien rücksichtslos umgesetzt werden, wobei man den Focus der Handlung auch darauf hätte beschränken sollen. Im ersten Teil wäre die Tochter vermutlich einfach beseitigt worden und die Konsequenzen dafür hätten die Handlung weiter getragen. An der Stelle hat Teil 2 eine unpassende Bruchstelle, die leider auch dem Alejandro-Charakter einen Teil seiner Stärke und Ausstrahlung nimmt.

      Kein Vergleich mit Teil 1, aber immer noch über dem Durchschnitt sonstiger Einheitskinoware.
      ​​​​​​​Mr. Villeneuve bitte Teil 3 übernehmen.
      Geiz ist nicht geil! Kino dafür umso mehr...
      Islamistische Terroristen werden über Grenze zwischen den USA und Mexiko in die Vereinigten Staaten geschmuggelt. Um dem entgegen zu wirken, soll CIA-Offizier Matt Graver (Josh Brolin) einen Krieg zwischen den mexikanischen Drogenkartellen anzetteln. Graver arbeitet wieder mit Auftragskiller Alejandro Gillick (Benicio del Toro) zusammen. Seine Aufgabe: Die Tochter eines Kartellbosses (gespielt von Isabela Moner) entführen und dies wie eine Aktion mexikanischer Gangster aussehen lassen.

      "Sicario" von Denis Villeneuve war einer der besten Filme 2015. Als es einige Zeit danach hieß, es solle eine Fortsetzung geben, war meine erste Reaktion: Och nö! Villeneuve war zudem nicht für den Regieposten vorgesehen, was meine Skepsis noch größer werden ließ. Allerdings sollte mich der "Ersatz" beschwichtigen: Der italienische Regisseur Stefano Sollima wurde verpflichtet. Dieser lieferte mit "Suburra" einen starken Mafia-Film vor römischer Kulisse ab, und so wurde ich wegen "Sicario 2" doch wieder etwas optimistischer.

      Doch wie ist denn nun der Film? Nun, um es kurz zu machen: "Sicaro 2" ist ein solider und ordentlicher Thriller, der aber ein bis zwei Stufen unter dem Vorgänger anzusiedeln ist. Stärken liegen auch hier in der Bildsprache und im Soundtrack. Letzterer stammt nicht mehr vom kürzlich verstorbenen Komponisten Jóhann Jóhannsson, wird aber im ähnlichen Stil fortgeführt. Ein weiteres großes Plus sind die Darsteller. Josh Brolin ist die ultimative Kante und Benicio del Toro zählt ohnehin zu meinen liebsten Schauspielern. Auch Jungdarstellerin Isabela Moner kann in ihrer Rolle überzeugen. Positiv bewerten möchte ich auch die kernige und handgemachte Action, die eine mehr als angenehme Abwechslung zur CGI-überfrachteten 0815-Blockbuster-Action darstellt.

      Allerdings hat "Sicario 2" auch Schwächen, die sich größtenteils im direkten Vergleich mit dem ersten Teil ergeben. In Villeneuves Film herrscht permanente Spannung, Bild und Ton fördern hier ein unterschwelliges Brodeln und man hat als Zuschauer den Eindruck, eine bedrohliche Bestie würde nach und nach immer engere Kreise ziehen. Diese Dichte gibt es in "Sicario 2" nicht, sie wird eher punktuell erzeugt. Ich denke, dass hier auch Charaktere und Drehbuch entscheidende Faktoren sind. Emily Blunt spielt im ersten Teil eine FBI-Agentin, die relativ naiv und unwissend in den mexikanischen Drogenkrieg hineingezogen wird und erst am Ende weiß, was die harten Männer um sie herum wirklich planen. Taylor Sheridan scheint in seinen Drehbüchern gerne Frauen in solchen Rollen zu sehen, man denke auch an Elizabeth Olsen in "Wind River". Manch besorgter Feminist mag dieses Muster kritisieren, doch beim ersten "Sicario" ist es meiner Meinung nach Emily Blunts Rolle zu verdanken, dass man als ebenso naiver und unwissender Zuschauer so gut und intensiv in die düstere Welt des Drogenkriegs hineingesaugt wurde. In "Sicario 2" fehlt eine vergleichbare Identikationsfigur. Josh Brolin und Benicio del Toro spielen wie gesagt stark, aber es sind im Grunde "fertige" Figuren, über die man nicht sonderlich viel erfährt und die mehr oder weniger nur Teile eines komplett verkorksten Umfelds sind. Diese alles umfassende Schlechtigkeit ist natürlich auch faszinierend und "Sicario 2" funktioniert auch – aber das spannendere und mitreißendere Filmerlebnis ist einfach der erste Teil, in dem der Zuschauer auch entdecken kann, um was es eigentlich geht.

      Fazit: Wer Lust auf einen ordentlichen und absolut soliden Thriller mit handgemachter Action und tollen Darstellern hat, macht mit "Sicario 2" nichts verkehrt. Aber einen absolut großartigen Film sollte man wohl eher nicht erwarten. 7 von 10 Popcornguys!