The Leftovers (HBO) - Season 3

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    Es gibt 125 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Bavarian.

      Vorwarnung: Superlativen, Euphorie und ein bisschen Schimpfen. Es wird wohl ein bisschen länger. Sorry.

      Habe mir über´s Wochenende die dritte und damit finale Staffel dieser Ausnahmeserie gegönnt. Wenn ich gestern keine soziale Vepflichtungen gehabt hätte, hätte ich die acht Folgen wohl am Stück verschlungen. Ich habe mich entschieden, ein spoilerfreies Fazit zu schreiben, denn wenn ich jetzt anfange, Details aufzuarbeiten, dann crasht hier noch der ganze Laden wegen Datenüberlastung zusammen... ;)

      The Leftovers hat in den vergangen Jahren maßgeblich dazu beigetragen, dass das goldene Serienzeitalter weiter angehalten hat - so viel steht fest. Dabei musste ich diesmal bei der ersten Staffelhälfte tatsächlich ein bisschen meckern - wenn auch auf aller höchstem (!) Niveau. Folge 2, also die Nora-Spotlight-Episode, will ich dabei jedoch sofort ausgliedern - die war atemberaubend - doch irgendwas fehlte mir in Folge 1, 3, 4 und 5, und glaubt mir - ich habe lange grübeln müssen, an was das nun wirklich lag. Season 1 blieb mir aufgrund ihrer serienhistorischen Schläge in die Magengrube im Gedächtnis, während Staffel 2 wie aus einem Guss daherkam, in ihrer ganzen perfekten Dramaturgie. Einer der grandiosesten Storybögen, die ich je in einer Serienstaffel erleben durfte. S3 wirkte zu Beginn dagegen etwas "verlaufener". Die übernatürlich anmutenden Inhalte waren mir in Form des "Evangeliums" und der "Prophezeiung" ein wenig zu präsent und zu verantwortlich für den Plot-Antrieb. So war es doch bisher eher so, dass der Rahmen übernatürlich war, doch der Kern recht authentisch. Gestriffen haben sich die Ebenen natürlich seit jeher, doch an diese zwischenzeitlichen Situationen hatte ich irgendwie ein wenig zu Knabbern..

      Ebenso verlieh dieser örtliche Fokus in Form von Mapleton und Miracle - trotz des globalen Phänomens - der Show eine intimere und kleinere Note. Diesmal wirkte das Storytelling größer/sprunghafter und die Charakterentwicklung ging in diesen Phasen nicht so Hand in Hand mit der Story wie einst. Zudem quatschten mir die Figuren selbst ein wenig zu viel über Metaphern und Symbolik - das war doch bisher eigentlich mein Job, so dacht ich mir. In Folge dessen griff Season 3 z. B. mit der Matt-Spotlight-Folge zu noch absurderen Geschichten, womit - so sehr ich die Verantwortlichen für diese Serie auch liebe - andere jedoch besser umgehen können, was gerade auffällt, wenn man frisch von der dritten Twin Peaks-Staffel kommt. Dennoch war die Reise auf dem Schiff höchst interessant und wertvoll für die Figurenentwicklung. Für Effekthascherei hatte die Serie sowieso noch nie Platz. Folge 3 als moderne Bibelgeschichte war zwar atmosphärisch, aber nicht GANZ auf dem von mir geforderten Weltklasse-Niveau. An diesen Erwartungen ist The Leftovers nunmal selbst schuld. ;)

      Doch spätestens mit Folge 6 war ich wieder überwältigt. Ich war teils schon mit mir selbst am Hadern. Doch dann hat´s mich wieder total umgehauen - was war ich froh und erleichtert. Auch bis dahin war es natürlich richtig, richtig gut - nicht falsch verstehen. Grundlegende Stärken, wie das umwerfende Schauspiel (speziell was Coon und Ecclestone da wieder treiben, ist nicht von diesem Stern..), die einzigartigen Bilder und die wunderschön Musik, hat man zu keinem Zeitpunkt verlernt - da brauchen wir nicht reden. Höchste Kunst. Doch dann explodierte The Leftovers wieder völlig und besinnte sich auf die altbekannten Stärken. Es wurde wieder intimer und damit intensiver, bescherte mir konstanten Gänsehaut-Overkill - und ja, auch Tränen wurden vergeblich verdrückt. Die Laurie-Fokus-Episode bewies einmal mehr das generelle Talent der Serie, wie feinfühlig und geschickt man immer wieder reflexiv zu Werke geht und damit Raum geschaffen wird, einige der aberwitizig vielen, vergangenen Highlight-Momente Revue passieren lassen zu dürfen, während sich bei diesem Prozess sogar noch neue Blickwinkel ergeben. Folge 7 jonglierte höchst kreativ und spannend mit der innerlichen Zerissenheit Kevins, während das Finale - wie schon einst Lost - den charakterlichen wie symbolischen Kern der Serie und deren Figuren höchst gefühlvoll aufarbeitet. Da wurden teilweise wieder Stimmungen zelebriert, die mitreißender nicht hätten sein können und mich sprachlos zurückließen..

      Und das liebe ich so an der Serie. Ich habe beim Sehen das Gefühl, dass jeder Moment, jede Einstellung und jeder Satz bedeutsam ist. Ich will alles erkennen, verarbeiten und interpretieren. Alles dient der Charakterentwicklung, der Message und der Story - so symbolisch verschachtelt es auch teils verpackt sein mag. Diese Intelligenz, dieser Anspruch - aber auch gleichzeitig dieses immense Unterhaltungslevel, katapultieren die HBO-Show in den ewigen Serienolymp. The Leftovers entwickelte zudem mein ganz perönliches Verständnis von Spiritualität und Glaube weiter - als jemand, der ganz und gar nicht religiös praktiziert. Glaube als Sicherheit, doch als gleichzeitiges Risiko. Falsche Götter, die dazu veranlassen, eigene zu hinterfragen. Sinnsuche, Wahrheit, Verlangen und Eigenständnisse - und wie sich das alles miteinander vereinen lässt. Und so vieles mehr. Insgesamt gesehen würde ich wohl Season 1 und 2 der Dritten vorziehen, die mich mit vier guten und vier bombastischen Episoden jedoch völlig glücklich zurücklässt. Aber ich will und muss mich Gott (that´s the guy i was telling you about..) sei Dank nicht zwischen ihnen entscheiden und sehe dieses Ausnahmeprojekt als ein großes Ganzes.

      So schön. So traurig. So ehrlich. So hässlich. So unberechenbar. So menschlich. The Leftovers zähle ich zu den besten fünf Serien, die ich je sehen durfte. Es war mir eine Ehre. <3
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      Also ich habe gestern das Finale dieser Ausnahmeserie gesehen. Und ich kann nur sagen.... wow... unglaublich gut.
      ​Eine Serie mit 3 Staffeln auf Spitzenniveau. Mit vielen Mysterien die auch nicht alle aufgeklärt wurden aber am Schluss
      ​ein schön abgerundetes Gesamtbild mit einen zu Herzen gehenden Finale bietet. Hier stimmt wirklich alles. Ein tolles
      ​in sich stimmiges Drehbuch mit vielen Überraschungen und unglaublich intensiven Momenten, festgehalten in wunderschön
      ​fotografierten Bildern mit einem tollen Soundtrack der bei mir für regelmäßig Gänsehautmomente gesorgt hat. Chapeau HBO...

      ​9,5/10 Punkte eine der besten Serien aller Zeiten für mich.
      Folge sieben beendet und heute Abend gehts ins Finale ....könnte jetzt schon heulen.....
      Wenn das Ende so nah ist und bei einer Serie in dieser Qualitätsstufe dann denke ich mir immer
      "was kommt danach, schafft es eine Serie mich nochmals so zu Flashen und vor allem zum mit und nachdenken zu bringen!

      Also Well done .....heute Abend bring ich es zu Ende und das fällt mir so was von schwer ,obwohl
      ich jetzt schon sagen kann das die 3 Staffeln ein Perfekter Gesamtlänge haben und alles andere wäre ein abstrich an Qualität.




      "Ich bin der Dude! Und so sollten Sie mich auch nennen, ist das klar! Entweder so, oder seine Dudeheit, oder Duda, oder ... oder auch El Duderino, falls Ihnen das mit den Kurznamen nicht so liegt."