Der seidene Faden [engl. Phantom Thread] (PTA, Daniel Day-Lewis)

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    Es gibt 39 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Olly.

      Der offizielle Titel des Films ist “Phantom Thread.”



      Die derzeitige Synopsis.

      Continuing their creative collaboration following 2007’s There Will Be Blood, three-time Academy Award winner Daniel Day-Lewis stars in Phantom Thread from Paul Thomas Anderson. The writer/director will once again explore a distinctive milieu of the 20th century. The new movie is a drama set in the couture world of 1950s London. The story illuminates the life behind the curtain of an uncompromising dressmaker commissioned by royalty and high society.


      „Wonder Woman 2“

      1. November 2019

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      Erster Trailer online.



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      1. November 2019

      DDL zurückhaltend nehm ich gerne mit. Die exzessiven Darstellungen gab es von ihm zu genüge.

      Ansonsten sieht das bis auf ein, zwei Aufnahmen nicht nach PTA aus, sondern nach 0815 British Drama. Ich möchte bitte mehr als positiv überrascht werden im Februar. Aber gut, wenn er seinen Age of Innocence gedreht hat, solls mir recht sein.


      "No form of art goes beyond ordinary consciousness as film does,
      straight to our emotions, deep into the twilight room of the soul.
      "
      Ingmar Bergman
      Deutscher Trailer.



      „Wonder Woman 2“

      1. November 2019



      „Wonder Woman 2“

      1. November 2019

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      Mit Phantom Thread hat Paul Thomas Anderson ein tolles Abschiedsgeschenk für Daniel Day-Lewis geliefert. Day-Lewis kann in dieser schmierigen Rolle mal wieder alles zeigen, was er kann und spart dabei wirklich nicht an der vollen Bandbreite seines Könnens. In der Rolle des sehr eigensinnigen Nähers geht er komplett auf, kann durch seine Art den Zuschauer an einen Film fesseln, in dem eigentlich so gut wie nichts geschieht. Außer einer nicht ganz so klassischen Liebesgeschichte, die sich zum Ende hin aber voll auszahlt und in ihre ganze Faszination entfalten kann.

      Mit überraschend viel Witz wird Phantom Thread an etlichen Stellen gut aufgelockert, so dass die doch recht anstrengenden 130 Minuten etwas schneller vergehen.

      Wer die Chance hat, dieses kleine aber sehr feine Filmchen im (Programm)Kino zu sehen, sollte diese Chance unbedingt nutzen. Absolut empfehlenswert.


      8,5/10
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern: :stern2: :stern2:
      Der große Knall zum Ende der Karriere von Daniel Day Lewis bleibt aus. Zwar ist "Der seidene Faden" ein guter Film, der von Kritikern gefeiert wird und für viele Preise nominiert ist. Doch wirkt der Film aufgrund seines Themas und der ruhigen Inszenierung wie ein stiller Abgang eines großartigen Schauspielers. Seine starke Performance des eigenwilligen Schneiders Reynolds Woodcock trägt diese etwas andere Liebesgeschichte und bekommt mit Vicky Krieps in der Rolle der jungen Alma einen wunderbaren Konterpart. Die Beziehung zu einem Mann, dessen Liebe man mit der Leidenschaft zum Beruf teilen muss stellt sie vor so einige Herausforderungen. Auch wenn der Filme einige Länge hat, konnte mich die Entwicklung des Beziehungsspiels bis zum Ende fesseln.

      Update: Auch Tage nach der Kinosichtung hat mich der Film dann doch noch beschäftigt und ist in der Rückbetrachtung in meiner Gunst gestiegen. Dann korrigier ich meine Wertung mal nach oben :)

      8/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „OmegaRed“ ()

      Zum (vermeintlich) letzten Mal liefert Daniel Day-Lewis eine abermals extrem eindringliche und einnehmende Schauspielmeisterleistung ab, der man sich genauso wenig entziehen kann wie seiner Präsenz und Aura, die er ausstrahlt. Hier in der Rolle eines nahezu krankhaft und bis zur Besessenheit penetranten Kleiderschneiders für die High Society der 50er Jahre, der aufgrund seines charmanten Auftreten unwiderstehlich auf seine Umgebung wirkt, aber gleichermaßen aufgrund seiner schwierigen Eigenarten und seines widerlichen Verhaltens oftmals unausstehlich rüberkommt. Und dessen Leidenschaft für seine Arbeit bzw seine Kunst sich jeder unterordnen muss, weil ihn jede auch nur geringste Kleinigkeit aus dem Tritt bringen kann (was zu einigen unerwartet amüsanten Szenen führte, Stichwort "Frühstückstisch"), was eine junge Frau, die unvermittelt in sein Leben tritt, am eigenen Leib zu spüren bekommt. Gespielt wurde diese von der für mich völlig unbekannten Vicky Krieps, die ebenso klasse war wie die andere wichtige Frau des Films Leslie Manville, die die Schwester von von Day-Lewis' Charakter verkörpert.
      Was den Film und seine Handlung angeht war ich positiv überrascht, wie unterhaltsam der doch war, und das aufgrund seiner ungemein ruhigen, oftmals sogar an der Stagnation wandelnden Erzählweise. Aufgrund der Trailer und der Storybeschreibung hatte ich einen zwar nicht unbedingt langweiligen aber langwierigen und anstrengenden Film erwartet, aber dem war überhaupt nicht so, das Thema war aufgrund dessen, dass man nie so richtig wusste, wohin die Geschichte führt und auf was man sich da eingelassen hat, so interessant umgesetzt worden, dass ich die Laufzeit von 130 Minuten eigentlich selten gemerkt habe. Positiv zu erwähnen ist definitiv noch der äußerst geniale Score.
      Was ich vom Ende halten soll bin ich mir noch sehr unschlüssig, weiß nicht ob ich das nun in der Form gut fand oder eher nicht. Aber es passt zu diesem ziemlich sonderbaren Liebesdrama von Paul Thomas Anderson.

      8/10

      Amüsant übrigens, dass ein Großteil der Leute, die vor und nach mir an der Kinokasse waren, Karten für einen Film mit dem Titel "Am seidenen Faden" gekauft haben :D

      Eine klassische Liebesgeschichte, erzählt von Paul-Thomas Anderson. Daniel-Day Lewis gibt einen reserviert neurotischen Designer, dessen Schwester Ciryl, überzeugend zurückhaltend dargestellt von Lesley Manville, nicht besser das Spiegelbild seiner verletzlichen Fassade portraitiert. Woodcock's Tagesplanung ist minutiös geplant - das Frühstück, die Spaziergänge, die Kleiderproduktion; Wo immer er auch ist, ist er umgeben von Menschen und beinahe dauerhaft von seiner Schwester, die zugleich seine rechte Hand und den rationalen Ankerpunkt seines künstlerischen Lebens darstellt. Seine Arbeit wird besonders von der weiblichen Anhängerschaft verehrt, ein Umstand, den Woodcock nicht besonders zu berühren scheint. Dann tritt Alma in sein Leben. Vicky Krieps ist seine Muse, äußerlich wie innerlich zarte Inspirationsquelle, die in weiterer Folge zum exzentrischen Schneider vordringt. Währenddessen entwickelt sich ein subtiles Machtspiel, eingewoben in eine märchenhafte Kopfnote, die vor allem im dritten Akt ihr masochistisches Potenzial entfalten darf. Im Besonderen sollte auf die Körpersprache Acht gegeben werden. PTA's scharfzüngige Dialoge und Johnnny Grennwoods atmosphärischer wie stilvoller musikalischer Untermalung dürfen ebenso wenig fehlen. Die letzten 10 Minuten sind der definitive Drehpunkt der Geschichte, die, wie auch immer man sie interpretiert, aus dem konventionelle Rahmen fallen und gleichzeitig eine logische Schlussfolgerung bilden.

      Ansehen!

      8,7 / 10
      Wer wenn nicht er? Wenn, dann lässt natürlich Paul Thomas Anderson den Meister-Mimen Daniel Day-Lewis in die vorzeitige Rente gleiten. Als großer Anhänger von Hitchcock konnte ich die Augen kaum vom Gezeigten wegbekommen, selbst dann nicht als mir die Bierflasche runterfiel. Denn es ist diese Gothic-Romanze, welche Hitch beherrschte wie kein zweiter und mit der ein treffsicherer Filmemacher wie PTA einen ebenfalls sofort umhaut. Einen Schauer drücken diese Figuren aus, teilweise richtig furchterregend. Es gibt überhaupt einige interessante Indizien zu Hitch. Bei ihm war es z.B. die herrische Mutter von der sich der Protagonist nicht lösen kann, hier die Schwester welche in einer sehr schönen Szenen zeigt mit wem man sich nicht anlegen soll und wer dringend benötigt wird, falls alles auf geordneten Bahnen ablaufen soll. Wenn du all das, die Gothic-Romanze, umsetzen kannst, dann kannst du ein großes Werk dein eigen nennen. Wie beispielsweise Hitch mit "Rebecca". Daniel Day-Lewis, ja, DDL, was soll man zu ihm noch sagen was man nicht schon bei anderen Glanzleistungen groß in den Feierhimmel hinausgeschossen hat. Durch und durch real. Alles was er tut, was er sagt und was er nicht sagt ist real. Das ist nicht mehr gespielt. Auch das kann furchterregend sein. :tongue:

      Ein typischer Paul Thomas Anderson, man könnte dem Gezeigten noch 2 Stunden folgen. Aber leider kommen irgendwann die Credits.

      9 / 10 fahrlässig geputzten Pilzen