Captain Fantastic (Viggo Mortensen)

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    Es gibt 10 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Burning.

      Captain Fantastic (Viggo Mortensen)

      Deine Bewertung für "Captain Fantastic" 12
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      Captain Fantastic
      USA 2016

      Regie: Matt Ross
      Drehbuch: Matt Ross
      Darsteller: Viggo Mortensen, George MacKay, Frank Langella
      Genre: Abenteuer, Drama, Comedy
      Laufzeit: 118 Minuten
      Veröffentlichung: 18. August 2016 (DE)
      IMDb: imdb.com/title/tt3553976/?ref_=nv_sr_2
      RT: rottentomatoes.com/m/captain_fantastic

      Inhalt:
      Der hochgebildete Ben (Viggo Mortensen) lebt aus Überzeugung mit seinen sechs Kindern in der Einsamkeit der Berge im Nordwesten Amerikas. Er unterrichtet sie selbst und bringt ihnen nicht nur ein überdurchschnittliches Wissen bei, sondern auch wie man jagt und in der Wildnis überlebt. Als seine Frau stirbt, ist er
      gezwungen mitsamt der Sprösslinge seine selbst geschaffene Aussteigeridylle zu verlassen und der realen Welt entgegenzutreten. In ihrem alten, klapprigen Bus macht sich die Familie auf den Weg quer durch die USA zur Beerdigung, die bei den Großeltern stattfinden soll. Ihre Reise ist voller komischer wie berührender Momente, die Bens Freiheitsideale und seine Vorstellungen von Erziehung nachhaltig infragestellen…
      Quelle: universumfilm.de/filme/141630/…l-wildnis-und-zuruck.html

      Trailer Englisch:


      Trailer Deutsch


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „-Makaveli-“ ()

      Jup, sehe ich ähnlich. Für mich so ein kleiner Geheimtipp des bisherigen Kinojahres. Man kann drüber streiten, ob die Botschaft vielleicht etwas zu plakativ und schwarz/weiß rübergebracht wird, aber im Laufe des Films wird das ja etwas relativiert. Das Ende
      Spoiler anzeigen
      ist dann Geschmackssache. Man hat sich für ein Happy End entschieden, hätte aber auch in die komplett andere Richtung gehen können und die Kinder weiter beim Großvater leben lassen können. Weiß selbst nicht, was mir besser gefallen würde. Normalerweise bin ich immer für die "bösere" Variante, aber hier wünscht man den Beteiligten natürlich schon das positive Ende.
      Viggo Mortensen jedenfalls ganz stark in seiner Rolle. Bin auf weitere Meinungen gespannt.

      7,75/10

      In einem nordamerikanischen Wald lebt der überzeugte Aussteiger Ben (Viggo Mortensen) zusammen mit seiner Familie. Als Kritiker gesellschaftlicher Zwänge und des westlichen Konsumverhaltens erzieht er seine Kinder auf seine Weise. Dazu gehören einerseits das Jagen wilder Tiere und hartes, körperliches Training, andererseits aber auch die Lektüre geschichtlicher, philosopischer oder politischer Bücher. Bens Kinder – zwei Söhne und vier Töchter – sind also nicht nur physisch in guter Verfassung, sondern in gewisser Hinsicht auch sehr gebildet und intelligent. Bei ihren seltenen Ausflügen in die Zivilistation zeigt sich allerdings, dass die Familie mit vielen modernen Erscheinungen überfordert ist, beziehungsweise Schwierigkeiten im sozialen Umgang mit anderen hat. Als Bens Frau Leslie Selbstmord begeht und ihr Leichnam – entgegen ihrem eigenen Willen – in einer christlichen Zeremonie beigesetzt werden soll, müssen die Aussteiger in ihrem umgebauten Schulbus ihre Idylle verlassen. Es gilt, Leslies letzten Willen zu erfüllen und sich der realen Welt zu stellen. Dabei entwickelt sich ein skurril-komischer, aber auch nachdenklich stimmender Road Trip.

      Jetzt, im ausklingenden Sommer, fiel mir diese kleine Filmperle vor die Füße. "Captain Fantastic" erinnert in vielerlei Hinsicht an "Litte Miss Sunshine": Eigenwillige Charaktere, die nicht wirklich in eine Schublade passen, verfolgen gemeinsam ein relativ absonderliches Ziel und müssen sich dabei mit ihrem Umfeld auseinandersetzen. Dem Film gelingt es dabei sehr schnell, Sympathien zu den ausgefallenen, aber doch auch verständlichen Figuren aufzubauen. Erwähnt werden müssen auf jeden Fall die Kinder und Jugendlichen, die allesamt wunderbar besetzt sind. Ich musste im Film mehrmals lachen, wenn Bens jüngste Töchter – beide dürften nicht älter als acht Jahre sein – in aller Ausführlichkeit beschreiben, an was genau ein Mensch stirbt, wenn er beim Besteigen einer Felswand in die Tiefe stürzt. Schauspielerisch herausstechend ist natürlich Viggo Mortensen (Aragorn aus "Der Herr der Ringe"), der allein durch seine bloße Präsenz zu faszinieren weiß. Schade, dass dieser Mann nicht öfter im Kino zu sehen ist, beziehungsweise keinem breiteren Publikum gezeigt wird – wobei ich mir vorstellen könnte, dass das gar nicht in seinem Interesse liegt. Neben den darstellerischen Stärken kann "Captain Fantastic" auch mit einem zumeist guten Tempo punkten, er wird nie langweilig und weiß durch mehrere kleine Wendungen bis zum Ende zu unterhalten. Die Kamera fängt teilweise traumhafte Bilder ein und auch der Soundtrack – angereichert durch ein paar von den Schauspielern dargebrachte Lieder – weiß zu überzeugen.

      Die eigentliche Kraft von "Captain Fantastic" liegt aber in seiner Botschaft. Hierbei ist auffällig, dass der Film nicht in einem billigen Schwarz-Weiß-Denken verharrt. Natürlich ist Bens Kritik an Konsumverhalten, Ökonomie, Kapitalismus und institutionalisierter Religion nachvollziehbar. Und da die Familie ja sehr sympathisch dargestellt wird, erfreut man sich auch an den vielen kleinen "Siegen" gegenüber der realen Welt. Andererseits zeigt der Film auch, wie Bens System bröckelt und einschränkend, ja sogar gefährlich werden kann. Seine Kinder setzen sich mit dem, was sie während des gemeinsamen Trips so erleben, auseinander und so werden beim Zuschauer verschiedene Fragen ausgelöst: Ist der Rückzug aus der modernen Welt die Antwort auf die Probleme? Kann ein solcher Rückzug überhaupt gelingen? Führt eine vermeintlich befreiende Erziehung von Kindern nicht einfach nur zu Zwängen und Einschränkungen anderer Art? Gibt es überhaupt Freiheit? Und was genau macht das Wohl seiner eigenen Kinder überhaupt aus? "Captain Fantastic" löst beim Zuschauer also viele Denkprozesse aus und fordert auch dazu auf, Stellung zu Bens Entscheidungen, beziehungsweise seinem charakterlichen Wandel zu beziehen. Insofern lässt sich über das Ende – welches ich jetzt natürlich nicht verrate – auch gut diskutieren.

      "Captain Fantastic" ist ein kleiner, aber äußerst feiner Film, der durch seine witzige Art gut unterhält, aber auch zum Nachdenken anregt. Von mir bekommt der Streifen, der bisher zu den besten Filmen des Jahres zählt, starke 8 von 10 Popcornguys.
      Captain Fantastic ist ein kleiner wunderbarer Film, der zum schmunzeln und nachdenken anregt. Man sympathisiert mit den Protagonsiten und entdeckt sich dabei, sein eigenes Konsum- und Gesellschaftsverhalten zu hinterfragen. Dabei kommen während des Films keine längen auf und er macht durchweg Spaß. Auch das Ende ist für mich schlüssig und die Endeinstellung hat mir besonders gefallen, womit der Film angenehm abgerundet wird.

      8/10
      Hm. Dann bilde ich mal den Gegenpol, denn mir hat der Film überhaupt nicht zugesagt.

      Ich sehe in Captain Fantastic leider keinerlei Gesellschaftskritik, denn wenn sie überhaupt ab und dann aufblitzen könnte, wird sie gnadenlos von der totalitären schwarz-weiß Denke des Drehbuchs erschlagen. Der Film behauptet Weltanschauungen aufeinander prallen zu lassen, findet aber am Ende doch eher Wohlgefallen an Ben und setzt ihm deswegen ganz billige, negativ konnotierte Figuren entgegen. Es folgen Klischees aus der Mottenkiste. Natürlich ist der von Frank Langella gespielte Stiefvater die Verkörperung all dessen, das Ben ablehnt. Natürlich sind die Kinder der Verwandtschaft von Videospielen verblödet und können im Gegensatz zu Bens Kindern mit der Bill of Rights nur wenig anfangen. In dieser Welt scheint es nur Extreme zu geben, ermüdend.

      Wären Ben die Probleme seiner Weltsicht wirklich bewusst, dann würde der Film gegen Ende nicht doch wieder in Wohlgefallen umkippen. Jegliches Konfliktpotential wird wie zuvor schon sofort platt gewalzt. Sei es mit einem Schnitt oder mit eintretender Indie Musik. Ohnehin ist der Ablauf des Films unglaublich repetitiv und inszenatorisch nicht weiter erwähnenswert.

      Am Ende verlaufen alle Konflikte, auch die innerfamiliären ins Nichts. Der zwischen Vater und ältesten Sohn mündet sogar in einer Art White Savior Mentalität. Der Übermensch der alles weiß geht nicht auf eine Eliteuni, nein er geht nach Afrika. Ich habe mich in Grund und Boden fremdgeschämt.

      Für mich leider ein weiterer, nicht wirklich gelungener Auswurf aus der Sundance Slot Machine.


      "No form of art goes beyond ordinary consciousness as film does,
      straight to our emotions, deep into the twilight room of the soul.
      "
      Ingmar Bergman

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Wucki“ ()




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      genau meine art film

      ​das sw denken hat mich nicht gestört - so konnten sie ein paar echt denkwürdige dinge ablassen.
      ​bischen mehr Realismus hätte dem film aber gut getan - dann wäre er zugänglicher und würde mehr eindruck hinterlassen.
      ​hat mir aber auch so gefallen.

      ​werd mir den garantiert auf blu ray kaufen und neben into the wild und der große trip stellen


      Die Macht ist stark in deinem Haar.

      Die sind mit Medichlorianern gewaschen
      .

      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: - 8/10

      Wunderschöner Film, mit teils wunderschönen Landschaftsaufnahmen und einem wunderschö...ähm...wunderbaren Viggo Mortensen. Manchmal einen tick zu plakativ oder auch strange, aber insgesamt ein richtig stimmiger und feiner Film und das

      OmegaRed schrieb:

      und die Endeinstellung hat mir besonders gefallen, womit der Film angenehm abgerundet wird.


      kann ich nur unterstreichen. :thumbup:

      Was für ein wunderschöner, herzergreifender, und feinfühliger Film. Toller Blick in eine völlig andere, aber sehr faszinierende Kultur. Sehr beeindruckend, was Viggo Mortensen's Ben und seine verstorbene Frau hier aufgebaut haben. Und wie dumm und unzivilisiert die zivilisierte Welt aus dieser speziellen Sicht wirkt.

      Die Darsteller haben mir alle sehr gut gefallen, vor allem die ganz kleine war super. Mortensen wie immer top, dazu ein paar tolle Landschaftsaufnahmen, skurrile Dialoge & Momente, und absolut liebenswerte Charaktere. Schade, dass ich Captain Fantastic damals im Kino verpasst hat, gehört auf jeden Fall zu den Top Filmen 2016.


      8/10
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2:
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