Aladdin (Live-Action)

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    Es gibt 140 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Gambit.

      Solange das CGI gut gemacht ist und sich reibungslos in dem Film integriert, kann sol viel drin sein wie es geht. Das CGI in Trailern würde ich nie mit dem fertigen Film vergleichen. Es wird fast immer bis zur letzten Minute am Film gearbeitet.

      Bin gespannt, ob sie diesmal auf den linguistischen Rassismus des Zeichentrickfilms verzichten.

      Ist aber eh nicht meins, den Zeichentrickfilm habe ich damals im Kino gesehen, aber ich bin mittlerweile jemand anders, zum Beispiel erwachsen ;-), und kann mit solchen Filmen nur noch wenig anfangen, sie sprechen mich nicht mehr an. Ab und zu schaue ich noch einen Zeichentrick von damals, aber als Realfilm brauche ich es einfach nicht.

      TheKillingJoke schrieb:

      Emily schrieb:

      Bin gespannt, ob sie diesmal auf den linguistischen Rassismus des Zeichentrickfilms verzichten.


      Bei mir ist der Zeichentrickfilm echt lange her. Was genau sind denn da die Rassismus-Vorwürfe?


      Hatte in meinem Studium mal ein Gastrednerin (Doktorandin oder sogar schon weiter), die einen Vortrag über ihre Forschung hielt. Ich weiß nicht mehr, wie es im Deutschen ist, aber im Original sprechen alle Guten wie Aladdin akzentfreies Englisch, während die Bösen einen ausgeprägten persischen/arabischen Akzent haben.

      Solche Auffälligkeiten gab es aber nicht nur bei Aladdin, sondern zieht sich bei Disney bis zu deren Anfängen. Der böse Wolf (bei den drei Schweinchen) hat so einen jiddischen Akzent und eine auffällig große Nase.

      Bei König der Löwen ging es eigentlich, da hatten die Löwen nur meist African American Vernacular gesprochen, so dass Leute wie James Earl Jones die Stimmen geliehen haben. Was dies zu bedeuten hatte oder wie es im Sinne der representation interpretiert werden kann, weiß ich nicht mehr. Mit Pocahontas war auch was, weiß ich aber nicht mehr, ist schon zu lange her, aber Aladdin blieb aufgrund der Ausprägung auch definitiv hängen. Ist halt fragwürdig.
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      @Emily

      Okay, danke für die Aufklärung! Also eine Figur hat im Zeichentrickfilm auf jeden Fall gebrochenes Synchro-Deutsch gesprochen. Müsste der Erzähler am Anfang gewesen sein. Ich glaube, alle anderen wurden dann akzentfrei synchronisiert.

      Was ich davon halten soll, weiß ich nicht. Kann mich nicht dazu durchringen, dass jetzt durchweg als verurteilungswürdig einzustufen. Vor allem nicht, wenn ich versuche, mich an meine Perspektive als Kind zu erinnern. Der arabische Erzähler hat mir damals einfach klar gemacht, dass das, was folgt, eine Geschichte aus einem ganz anderen Teil der Erde ist. Und was den bösen Wolf angeht (diesen Film hab ich als Kind aber wirklich nur ein- oder zweimal gesehen), habe ich als Kind ganz sicher nicht an einen Juden gedacht.

      Möglicherweise lassen Synchro und Optik der Zeichentrickfilme ja Rückschlüsse auf die Macher zu. Aber das war's auch mehr oder weniger. Beziehungsweise glaube ich, dass diese Dinge in der Regel ja Erwachsene rausfinden und sich dann auch ein Stück weit daran aufhängen. Kinder erwarten bei so was keine Böswilligkeit. Für die sind das einfach exotische Geschichten mit exotischen Menschen. Und ich kann mir jetzt auch nicht vorstellen, dass Disney-Filme bei kindlichen Zuschauern durch die Bank die Gleise in Richtung Rassismus gelegt hätten - falls das die Kritiker befürchten.

      Apropos, anscheinend bekommt die aktuelle Verfilmung ja auch Rassismus-Vorwürfe wegen des Casts. Nicht wegen des Hauptcasts, der ist ja durchaus schwarz oder orientalisch. Aber dieses mal geht es um Komparsen, die dunkel gefärbt wurden, wenn ich das richtig verstanden habe. Schon lustig, bei Ridley Scotts Moses-Film war der Main-Cast falsch, aber die Statisten passten. Nun ist es andersum.
      @TheKillingJoke

      Nunja, klar sitzt da kein Kind und sagt "hey, der hat einen Akzent und der nicht." Aber gerade unterbewusst vermittelt dies sicherlich mehr als gewollt ist bzw. ist die negative Konnotation bei einem bestimmten Akzent ja gegeben. Ganz ehrlich, dieser Akzent wirkt auch auf mich "böser", aber genau das ist ein gesellschaftliches Problem, dass man in gewisser Weise so konditioniert wird. In den Sociolinguistics (keine Ahnung, wie das im Deutschen heißt, ich bin kein Germanist :-p) wird ja auch untersucht, wie ein gewisser Akzent auf jemanden wirkt. In Deutschland wird übrigens Leuten, die sächseln, ein minderer Bildungsstand nachgesagt, weil das auf Menschen einfach so wirkt. Da ist dann schon die Frage, ob man diese Wirkung in einer Welt, die möglichst vorurteilsfrei sein sollte, noch unterstützen möchte. Sofern man sich dafür entschieden hat, diese "böse" Wirkung linguistisch zu unterstützen. Wobei ja auch die Frage ist, was zuerst da war: Die ohnehin vorhandene Wirkung oder das Verwenden, das diese Wirkung verursacht. Ich finde beides kritisch.

      Und den jiddisch sprechenden Wolf finde ich total daneben, denn diesen kann man mit regionalen Gegebenheiten ja nicht einmal rechtfertigen, aber passt ja auch in die Zeit damals.

      Exotik ansich ist aber auch noch so eine Sache, das würde aber wohl das Thema sprengen (Orient als westlich geprägter Begriff, Kolonialismus, Postkolonialismus, "exotische" Darstellung als Rassismus etc.).

      Das mit dem Cast wusste ich nicht, ist aber durchaus interessant. Nunja, representation ist schon so eine Sache. Manchmal nachvollziehbar, oftmals aber auch heikel.
      @Emily

      Dass manche Akzente negativ besetzt sind, ist klar. Aber um Akzente kommt man doch nicht rum, beziehungsweise würde ich es auch falsch finden, Akzente ausmerzen zu wollen. Das Problem sind die Assoziationen und ich würde es besser finden, wenn man eine Möglichkeit hätte, an ebendiesen etwas zu ändern.

      Ich war neulich erst bei einer Vorführung der Weihnachtsgeschichte (in der Version der Augsburger Puppenkiste) mit einem Haufen Kinder in einem Raum. In der Verfilmung war es so, dass einige Nebenfiguren mit Akzent sprachen. Da war dann alles mögliche dabei. Schwäbisch (wegen Augsburg), Afrikanisch (wegen einem der Weisen aus dem Morgenland) und auch Jiddisch (weil die meisten Figuren ja natürlich jüdisch sind). Mir ist aufgefallen, dass es bei einigen Akzenten Lacher gab. Das Lachen hab ich erstmal als normale Reaktion auf etwas interpretiert, was in Kinderohren anders und komisch klingt. So ganz ohne Bedenken finde ich so ein Lachen ja dann auch nicht. Andererseits würde ich es auch falsch finden, um die Kinder so eine realitätsferne Blase entstehen zu lassen, in der alle geich sprechen (also alle gleich synchronisiert sind). Sie werden die Erfahrung machen, dass Ausländer nicht so Deutsch sprechen können, wie sie es tun. Sie werden auch die Erfahrung machen, dass sie sogar manches Deutsch nicht verstehen. Sie werden die Erfahrung machen, dass man sie anhand ihres nicht akzentfreien Englischs als Deutsche identifizieren wird. Und so weiter und so fort.

      Also alles in allem will ich damit sagen, dass eine "gute" Filmwelt nicht akzentfrei sein muss, weil es die Welt auch nicht sein wird. Schön wäre nur, wenn man an den Assoziationen arbeiten könnte.
      @TheKillingJoke

      Ich gebe dir dahingehend vollkommen recht, die Kinder sollen ruhig mit Akzenten (und allen möglichen kulturellen Hintergründen) aufwachsen. Eben damit sie die Vielfalt kennenlernen (und solange ein Akzent kein komödiantisches Element ist, was nicht heißt, die Kinder dürfen nicht lachen, sondern vielmehr, dass es nicht drauf angelegt wird). Aber es kann nicht sein, dass die Bösen Akzente haben, während der Held astreines Englisch spricht. Sollen sie dann meinetwegen alle Akzente haben, sofern dies Sinn ergibt. Oder keiner. Sonst kannst du ja gleich dahergehen und alle Bösen sind Ausländer/haben dunkle Haare/sind schwarz und alle Guten sind Weiße. Das ist ja schon nahezu eine Vorstufe dazu, wenn entsprechend markiert wird.

      Aladdin ist genauso Perser wie Jafar, also soll er einfach den gleichen Akzent haben oder nicht haben. Gegen Vielfalt oder "Realismus" habe ich nichts, nur gegen die entsprechende Aufteilung.
      @Emily

      Ich denke, da kommen wir gut zusammen. Wenn sie bei diesen Film mit Akzenten synchronisieren (eventuell sprechen die tatsächlichen Schauspieler ja auch Englisch mit Akzent, weil sie entsprechende Hintergründe haben), dann sollen sie logisch und nicht verfänglich mit Aktzent synchronisieren. Ganz oder gar nicht, sozusagen.

      Allerdings weiß ich persönlich nicht, ob ich überhaupt groß Lust auf den Film habe. :D Also mit dem alten Film verbinde ich tatsächlich schöne Erinnerungen. Ich war als Kind wahnsinnig in Jasmin verschossen, Jafar hat mich als Bösewicht total fasziniert und Dschinni war immer cool. Aber bei den Bildern muss ich irgendwie zu sehr an Kinderfasching denken - weiß auch nicht wieso. Und auch wenn sie in dem einen Clip sehr bemüht darum sind, die realen Locations zu betonen, wirkt das auf mich zu künstlich und irgendwie nicht greifbar genug.

      Da hab ich momentan größere Lust auf das Löwen-Remake. Ist für mich aber auch die interessantere Geschichte. ;)

      TheKillingJoke schrieb:

      @Emily

      Ich denke, da kommen wir gut zusammen. Wenn sie bei diesen Film mit Akzenten synchronisieren (eventuell sprechen die tatsächlichen Schauspieler ja auch Englisch mit Akzent, weil sie entsprechende Hintergründe haben), dann sollen sie logisch und nicht verfänglich mit Aktzent synchronisieren. Ganz oder gar nicht, sozusagen.


      Eben. Das kannst du alleine schon beim Cast mitgestalten bzw. entsprechende Akzente dann aufdiktieren oder unterbinden. Ne Texanerin hatte auch mal astreines Cockney-Englisch gesprochen ;-). Und in der deutschen Variante sollte es dann einfach so übernommen werden. Aber wie gesagt, die Probleme sind alleine schon in der Originaltonspur.


      Allerdings weiß ich persönlich nicht, ob ich überhaupt groß Lust auf den Film habe. :D Also mit dem alten Film verbinde ich tatsächlich schöne Erinnerungen. Ich war als Kind wahnsinnig in Jasmin verschossen, Jafar hat mich als Bösewicht total fasziniert und Dschinni war immer cool. Aber bei den Bildern muss ich irgendwie zu sehr an Kinderfasching denken - weiß auch nicht wieso. Und auch wenn sie in dem einen Clip sehr bemüht darum sind, die realen Locations zu betonen, wirkt das auf mich zu künstlich und irgendwie nicht greifbar genug.

      Ich glaube, dass dieses verspielte einen als Kind noch packt, während man als Erwachsener einfach weiß, dass das irgendwie äußerst konstruiert ist. Ich weiß nicht, als Zeichentrick sehen diese Kostüme toll aus, vielleicht ist es hier auch einfach zu viel und zu bunt. Dass man da irgendwie eine Sperre im Kopf hat.
      Kinderfasching passt aber ganz gut :D


      Da hab ich momentan größere Lust auf das Löwen-Remake. Ist für mich aber auch die interessantere Geschichte. ;)

      Wird meiner Meinung nach auch als Live Action besser funktionieren. Wobei... Ach, ich weiß ja eh nicht, was das alles soll. Aber König der Löwen hat die epischere Geschichte, die man entsprechend einfangen kann.




      Wuchter, Diskriminierung ist nun einmal nicht nur da, wo es deine Komfortzone zulässt ;-).