Troy: Fall of a City (BBC, Netflix)

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    Es gibt 15 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Hockenberry.

      Der Trailer ist auch etwas komisch geschnitten und die Mukke passt ja mal gar nicht...

      Aber die "Ilias" ist (zusammen mit der "Odyssee") eine der größten Geschichten, die überhaupt jemals geschrieben wurden. "Troja" mit Brad Pitt war nett und hatte seine Momente. Aber seitdem wünsche ich mir eine Neuverfilmung, beziehungsweise eine Serie, welche das Thema und die vielen Charaktere etwas ausufernder behandeln könnte. Vielleicht bekomme ich das ja nun jetzt...würde mich sehr freuen. :)
      Ja, die Bilder könnten noch etwas feinschliff vertragen, die Qualität war jetzt nicht so der Knüller und wirkt dadurch etwas billig. Aber freu mich trotzdem das eine Serie darüber gemacht wird und ich hoff die wird einigermaßen.
      Würde mir ja wünschen, das die Götter miteinbezogen werden, aber schaut noch nicht so sehr danach aus.
      Wird im Auge behalten.

      Hockenberry schrieb:

      Ja, die Bilder könnten noch etwas feinschliff vertragen, die Qualität war jetzt nicht so der Knüller und wirkt dadurch etwas billig. Aber freu mich trotzdem das eine Serie darüber gemacht wird und ich hoff die wird einigermaßen.
      Würde mir ja wünschen, das die Götter miteinbezogen werden, aber schaut noch nicht so sehr danach aus.
      Wird im Auge behalten.


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      Bei IMDb hat man ja einen guten Überblick über den Cast. Da sind Götter wie Zeus und Aphrodite gelistet. Schon mal ein Pluspunkt, wenn man weiß, wie man das umsetzen kann. :)
      @TheKillingJoke
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      Sehr schön, das sind doch schon einmal gute Voraussetzungen. Aphrodite passt auch wie ich finde von der Besetzung ;)
      Was mich aber am meisten freut, ist das Diomedes besetzt wurde. Hatte damals die Ilias erst nach dem Film Troja gelesen und in dem hat der Kerl ja überhaupt keinen Auftritt gehabt. Als ich dann das Buch gelesen hatte, hab ich mich echt gewundert warum sie den nicht eingebaut haben. Krasser Typ. Auf den freu ich mich.
      Nur schade das sie scheinbar wieder auf einen kleinen und großen Ajax verzichten.
      Aber dafür ist Cassandra dabei, was ich auch gut finde.
      Jetzt muss nur noch die Umsetzung stimmen.

      @Hockenberry

      Also einen Ajax scheint es laut IMDb zu geben. Ein Typ namens Garth Breytenbach spielt den.

      Noch ein bisschen was zur Blackwashing-Debatte. :)

      Spoiler anzeigen
      Zeus, Achilles, Patroklos und Aeneas werden von schwarzen Darstellern gespielt. Wirklich griechisch sieht das dann zwar nicht aus, aber Brad Pitt sieht auch nicht sonderlich mediterran aus, von daher darf man sich da wohl nicht groß aufregen. Als ich so ein wenig über die Besetzung nachgedacht habe, hat es aber dann doch teilweise Sinn ergeben. Achilles und Patroklos sind ja Myrmidonen. Die kamen laut Wikipedia aus dem Norden Griechenlands, aber für die Allgemeinheit ist das ja nicht so geläufig situiert wie zum Beispiel Sparta. Man könnte die Myrmidonen quasi als exotischen Kriegerstamm durchgehen lassen. Es würde also passen, wobei dann Aeneas als Trojaner wieder rausfällt. Und von der Vorlage her gäbe es ja eine Figur, die definitiv schwarz ist, nämlich Memnon. Aber den scheinen sie überhaupt nicht zu haben...

      TheKillingJoke schrieb:

      Also einen Ajax scheint es laut IMDb zu geben. Ein Typ namens Garth Breytenbach spielt den.


      Sorry, hab mich etwas ungenau ausgedrückt. Betonung sollte eigentlich auf UND liegen. Finde es schade, das man hier wie in Petersens Troja nur einen Ajax gecastet hat anstatt zwei. Und wieder Schauspieler aussieht wohl auch eher den Großen.

      Achso, jetzt versteh ich. :) Wobei der große Ajax ja eigentlich auch die größere Rolle hat, nicht wahr? Also auf den kleinen würde ich als Autor auch eher verzichten. Filme und Serien sind bestimmten Rahmenbedingungen unterworfen, da kann man es vermutlich nicht 1:1 machen. Ich hoffe nur, dass sie Ajax nicht einfach nur auf den "großen und etwas dummen Krieger" reduzieren. Das ist vermutlich reizvoll, weil andere Charaktere anderes eh schon hergeben...aber eigentlich hat Ajax schon eine etwas umfangreichere Geschichte. :)
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      Spoiler aus der Ilias:

      @TheKillingJoke
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      Ja, der Große hat wirklich die größere Rolle und ist auch der größere Krieger. Musste zwar nochmal kurz recherchieren (is schon ne Weile her, seit ich die Ilias gelesen habe) aber stimmt schon, ihn zu zeigen ist durchaus sinnvoll wenn man auf einen der beiden verzichtet. Alles was ich vom Kleinen jetzt gelesen hab, war das er die arme Cassandra vergewaltigt und na ja, darauf, das zu zeigen, will ich jetzt auch nicht unbedingt bestehen :P
      Zumindest war das wohl das prägnanteste was er da gemacht hat. An den Schlachten hat er ja auch teilgenommen und ich glaub er war kein schlechter Bogenschütze.
      Dafür hat der Große sich nen ganzen Tag mit Hector gekloppt und gilt ja ohnehin als zweitstärkster Krieger bei den Griechen.

      Man wird wahrscheinlich ja ohnehin noch mehr Abstriche machen müssen 1:1 wird es mit Sicherheit auch bei der Serie nicht gezeigt werden. Alle Götter sind ja auch nicht gelistet und in der kompletten Ilias tauchen ja so viele Figuren auf, das geht ja gar nicht. Besonders nicht, wenn es scheinbar nur eine 8-teilige Staffel wird.
      Zumindest wenn ich die Infos von der ImDb Seite richtig deute.

      Aber wie gesagt, Hauptsache Diomedes ist dabei und darf (hoffentlich) ordentlich abgehen :thumbsup:

      Neuer Trailer.




      „Wonder Woman 2“

      1. November 2019

      Troy: Fall of a City

      Also ich muss sagen, ich hatte Spaß an der Staffel/Serie. Sogar sehr viel Spaß. Wobei ich auch gleich sagen muss, das ich doch meine Zweifel habe, das Leute, die von dem Stoff nicht so sehr begeistert sind wie ich, ähnlich empfinden würden.

      Anhand der Optik und der Inszenierung könnte man meinen, das die Serie vor 10-15 Jahren gedreht wurde und so lange irgendwo im Archiv wartete. Das empfand ich aber als gar nicht so schlecht. Man muss sich zwar, verglichen mit den heutigen Standards neuerer Produktionen, vielleicht etwas daran gewöhnen, aber nach kurzer Zeit war das eigentlich ganz normal und tat dem Sehvergnügen keinen Abbruch
      Ich glaube es gab eigentlich überhaupt keine Effekte, alles schien per Hand gebaut worden zu sein und auch die Bilder wurden nicht extra aufgehübscht. Verglichen mit dem Film von Wolfgang Petersen sah die Stadt Troja selbst eher mickrig aus. Die Mauer war vielleicht nur halb so hoch und auch sonst fehlte das pompöse und majestätische. Das machte es in meinen Augen aber auch wieder authentischer.
      Und auch die Landschaft sah so aus, wie sie eben aussieht, wenn man selbst über einen Strand oder über das Innland von Griechenland läuft.
      Die Optik ist zwar kein Pluspunkt, aber auch kein Minuspunkt in meinen Augen.

      Mit den Schauspielern hatte ich mir Anfangs etwas schwer getan. Man hat hier hauptsächlich auf unbekannte Schauspieler gesetzt und ein paar von ihnen fehlte dann doch die Ausstrahlung, damit sie einem gleich im Kopf hängen blieben. Aber man muss der Serie etwas Zeit geben und dann kann zum Beispiel auch ein Tom Weston-Jones, der den etwas blassen Hector gibt, doch auch dann und wann zumindest ein bisschen punkten.
      Viele Figuren wirken auch gerade bei ihren ersten Auftritten etwas unsympathisch. David Threlfall (Priamos) hielt ich im ersten Moment für einen komplette Fehlbesetzung, was auch an seiner Optik lag, der man ihm verpasst hat, wird aber gerade zum Ende hin wesentlich besser.
      David Gyasi als Achilleus gefiel mir auch erst nach den ersten paar Folgen und sein Part fängt auch erst dann so richtig an.
      Louis Hunter als Paris war solide, aber da hätte man wohl mehr draus machen müssen, oder einen anderen Schauspieler nehmen können, da in der Geschichte Paris, zusammen mit Helena, der Hauptcharakter war.
      Dagegen wurde die weibliche Hauptrolle richtig gut von Bella Dayne gespielt. Ihr habe ich wirklich gerne zugeschaut, was zwar vor allem an ihrer Rolle lag, aber auch an ihrer subtilen Art, die Helena zu geben. Was aber auch absolut zu der Vorlage gepasst hat.
      Mein persönliches, schauspielerisches Highlight war allerdings Johnny Harris als Agamemnon. Und ich kann gar nicht mal sagen, wieso eigentlich. Er brennt jetzt kein Feuerwerk an Emotionen und Facetten ab, aber da gab es diese paar Momente, die ich einfach verdammt stark fand.

      Die Geschichte finde ich nach wie vor einfach klasse und es war auch absolut erfreulich zu sehen, das man sich mit der Serie wesentlich näher an das Buch gehalten hat, als eben bei der Verfilmung von Petersen. Man nimmt sich hier und da natürlich auch ein paar Freiheiten raus, aber das hielt sich für mich dann doch in Grenzen.
      Die Götter werden mit eingebunden, allerdings sehr am Rande. Sie flüstern den Helden hin und wieder etwas zu, ansonsten bleiben sie mehr im Hintergrund und beobachten alles.
      Ganz großer Pluspunkt gibt es von mir für die Geschichte innerhalb von Troja und ganz besonders für die Darstellung der weiblichen Figuren. Gerade bei Helena, Andromache und Cassandra hat es richtig Spaß gemacht zuzusehen und ich denke, wer nur den letzten Film kennt, wird sich besonders bei Helena verwundert die Augen reiben, was das eigentlich für eine Frau ist. Die hat nämlich weit mehr zu bieten, als sich nur entführen/verführen zu lassen.
      Auch das Verhältnis von Archilleus und Patroklos wird wesentlich näher am Buch dargestellt.
      Dazu verzichtete man auf eine übertriebene Schwaz/Weiß Darstellung, da beide Seiten ihre Guten und Bösen zu bieten hatten und die Rolle von Agonist und Antagonist, bleibt einem eigentlich fast selbst überlassen.

      Was in meinen Augen dazu führen könnte, das die Serie bei vielen Zuschauern scheitert, ist das sie womöglich für zu langweilig gehalten wird. Die Schlachten werden meistens geskipt, die Kämpfe die man zu sehen bekommt sind wenig spektakulär und auch sonst wird viel geredet, es gibt viele Intrigen, misstrauen untereinander und Pläne werden geschmiedet. Die Beziehungen einzelner Charaktere werden beleuchtet und ich kann mir vorstellen, das das nicht jeden interessiert.
      Für mich allerdings war es immer noch zu wenig, da zum Beispiel die Figuren Diomedes und Ajax schnell zu besseren Statisten verkommen und irgendwann lediglich immer mal wieder ihre Namen genannt werden damit man weiß, das sie überhaupt noch da sind. Deswegen hätte die Serie in meinen Augen noch einige Episoden mehr vertragen können.
      Die Brüder von Paris und Hector spielen ebenfalls eine sehr untergeordnete Rolle und auch z.B. Briseis kam sehr kurz und auch ihr Sinneswandel ging mir zu schnell und auch ohne große Erklärung.

      Aber trotzdem hat mir die Serie sehr gut gefallen und gerade zum Ende hin wird sie richtig stark und heftig. Zwar fühlt sich die Serie zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise episch an, dennoch muss ich sagen, das sie durchaus spannend fand, und das obwohl ich die Vorlage kenne.
      Die Gewalt wirkt nicht aufgesetzt, es gibt nackte Tatsachen, aber die wurden meines Erachtens auch nicht aufgrund des Effekts gezeigt, sondern einfach weil es gepasst hat. Die Dialoge sind über die meiste Zeit in Ordnung bis Gut, auch wenn es dann und wann ein paar Ausreißer nach unten gibt.
      Manche Themen wurden nicht ausreichend behandelt, den ein oder anderen Schauspieler hätte man wohl besser nicht casten sollen und ich denke an manchen Stellen könnte die Staffel etwas zu sperrig sein.
      Hätte man die Serie vielleicht etwas hochwertiger inszeniert und ein paar mehr Episoden verpasst, ein paar Dinge nachvollziehbarer dargestellt, dann wäre das für mich ein absolutes Highlight in der Serienlandschaft geworden.
      So bleibt für mich aber immer noch eine sehr gute Serie und ich gehe auch davon aus, das nach einer gewissen Zeit einer Zweitsichtung nichts im Wege stehen dürfte. Spätestens vor einer Fortsetzung, die die Odyssee behandelt, die hoffentlich kommen wird.

      8 von 10 Punkten