Criminal Squad [engl. Den of Thieves] (Gerard Butler)

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    Es gibt 31 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Burning.

      Etwas über "Criminal Squad" zu schreiben ohne "Heat" zu nennen ist glaub ich recht schwer. Deswegen bring ich das gleich hinter mich und kann den Streifen als einen "Heat" für zwischendurch beschreiben. Das ist absolut nicht negativ gemeint, denn "Criminal Squad" ist echt gut und macht wirklich Spaß, spielt aber natürlich nicht in einer Liga mit dem Klassiker. Das Psychospiel zwischen der Polizei-Crew und der Brankräuber-Crew ist gut inszeniert und lässt auch einen Gerard Butler endlich mal wieder überzeugen. Ein paar Kniffe unterstreichen auch die Eigenständigkeit des Films. Nach dem ersten Trailer hätte ich nicht mit einen so unterhaltsamen Action-Film gerechnet. Für zwischendurch genau das richtige....

      ​7/10
      Osterhase im Stau

      Gerald Buttlers Ego scheint kaum in den Film zu passen. Oder vielleicht ist das das einzig sehenswerte weil es alle anderen überragt, die das gleiche versuchen. In einem Film der Äußerlichkeiten und der Anti Loreal Männerdomäne. Butler ist die Vorderseite der Medaille, derer der Cops- die aber eigentlich lieber Gangster wären, es irgendwie aber auch schon sind und als Major Cremes auf Verbrecherjagd gehen. „siehst du dieses Tattoo, das bedeutet ich bin in einer Gang. Und siehst du diese Marke, das bedeutet das ich tun kann was ich möchte“. Bellt er der anderen Seite der Medaille entgegen. Die andere Seite, das sind die Gangster, die aber mal Gute waren im Dienste der Marines, also Typen die nicht nur ballern können sondern auch die Taktik besitzen dies einzusetzen im Gruppenverbund. Im Grunde handelt der Film davon, dass die Bösen die früher mal Gute waren- Banken ausrauben und die Guten die ein bisschen böse geworden sind, versuchen sie davon abzuhalten. Alles läuft dabei auf einen großen Showdown hinaus. Ehe man diesen erleben darf vergehen anstrengende 90 Minuten Laufzeit voller Testosteron Ausstreuung und schwarzen Unterhemden die trainierte und tätowierte Oberkörper schmücken.

      So vieles verpufft in Criminal Squad ins Leere. Ins Unerklärliche bis hin zum Nichtnachvollziehbaren. So viele Fragen bleiben offen. Wieso führt Regisseur Christian Gudegast diverse Figuren im Film so dermaßen aufgeblasen in den Film ein, nur um sie dann nicht das tun zu lassen was sie wirklich gut können? Die Bewerbung für den Job als Fluchtwagenfahrer die abgegeben wurde, würde folgenden Inhalt haben: Rekordhalter für die höchste jemals gemessene Geschwindigkeits Übertretung im State Los Angeles. Ex Rennfahrer. Also wird dieser Fahrer getestet, man sieht eine Minute lang dass er es krachen lassen kann. Daraufhin wird er eingestellt. Aber warum zu Hölle sieht man im fertigen Film weder eine ordentliche Verfolgungsjagd noch wozu sie diesen Fahrer, dessen Fähigkeiten einzigartig sind eingestellt haben. Und es kommt noch schlimmer: Als es tatsächlich den Anschein macht man würde eine Autofahrt zu Gesicht bekommen bei der mehr als 100 km/h gefahren wird, endet das in einem Stau. Ja in einem Stau!

      Äußerlichkeiten sind der Nebel zur Seele

      Es wird minuziös und akribisch daran gearbeitet die Bank der Bank auszurauben, Informationen werden gesammelt, das Objekt observiert sowie infiltriert und in was mündet dieser Aufwand? In einem Stau… Gerald Buttler und Pablo Schreibers versuchen auf den Spuren von De Niro und Pacino Performance in Heat zu wandeln, liefern sich aber nur einen Big-Balls Wettbewerb. Wie zwei aggressive Pittbulls mit schlechten Manieren. Dazu gehört Wettschießen am Schießstand, wobei man sich wieder mal fragen muss wie sich die beiden da überhaupt getroffen haben. Oder ein minutenlanger Anstarr Wettbewerb, Disziplinen die nahezu den gesamten Film mit Inhalt füllen und scheinbar Ausdruck maskulinen Kinos zu sein scheinen. FBI Agent mit normalem Auftreten werden auch mal gerne derb beleidigt und auf ihre Kleidung reduziert. Die Loreal Fraktion der Männer, der Klassenfeind. Frauen spielen logischerweise keine Rolle in Criminal Squad, sie sind schlichtweg nicht existent. Den einzigen Auftritt haben Prostituierte,- die natürlich einzig und allein das Apartment von Major Crimes schmücken.“Seh ich aus als würde ich dich verhaften, scheisse nein, wir erschießen dich einfach“. Sätze die Buttlers Charakter nur allzu gerne bellt. Passenderweise ist der einzige Satz einer Frau im Film, der einer Prostituierten die trällern darf „ Ich habe getan was du verlangt hast“. In Criminal Squad wird alles auf ein komisch anmutendes Männerbild heruntergebrochen. Oder das Bild davon ,dass Christian Gudegast von ihm hat. Unter anderem war Christian Gudegast auch für das Drehbuch verantwortlich.

      Eine körperliche Auseinandersetzung von Butler und Schreiber findet niemals statt. Bei all den Massen an Muskeln wird stets nur mit Kugeln Gewalt ausgeübt. Gesprochen wird dennoch des Öfteren aber vielmehr als das Gesprochene ,dass in seiner herrlichsten Szene im Film ins unfassbar belanglose abdriftet ( ein Anruf aus der belagerten Bank von Schreiber an Butler der einfach keinen Sinn ergibt, noch die Geschichte voranbringt ), wird geposed. Das Poing nimmt viel Raum und vor allem Zeit in Anspruch. In die Tiefe der Charaktere dringt Criminal Squad auch niemals vor. In der Logik des Regisseure auch völlig nachvollziehbar, sein Männerkino lässt keinen Raum für ein Innenleben. Das Äußere sichtbare ist ausschließlich das was zählt. So löst der ein oder andere Satz am Ende des Films eines sterbenden auch Verwunderung aus wenn er im Angesicht des Todes nach sich um seine Kinder sorgt. Wobei im Film diese Kinder niemals erwähnt wurden noch gezeigt noch darüber gesprochen.

      Hir willsch du net rein

      Letztlich bleibt der Film sehr weit weg von seinen Charakteren. Nebulös sind die Gedanken und Gefühle der Cops sowie der Gangster. Im Kino des Christian Gudegast ist für solcherlei Unnötigkeiten kein Platz, zu viel Platz nehmen die gestählten Bizepse und Stiernacken der Figuren in Anspruch. Nur einer scheint so ein bisschen aus der Rolle zu fallen. Der Osterhase. Ein .Mann, der das lange Ohr ausgefahren hat. Ein Mann der so gar nicht zum Ensemble der echten Männer passen will. Mehr will an dieser Stelle nicht verraten sein um den Plot zum Final nicht zu verraten. Vielleicht aber auch bezeichnend das der Osterhase, der Einzige der nicht nach Instinkt und Balls handelt am Ende obsiegt. Mit all seiner Äußerlichen Schwäche in der Logik von Criminal Squad. Um es lebhafter sich vorstellen zu können, Criminal Squad ist die filmische Verkörperung von Kaya Yanar Türsteher Parodie. Laut, breitbeinig, aggressiv aber vor allem nicht ernst zu nehmen. Man weiß einfach nur zu gut das Yanas Figur sowie Criminal Squad nur die dicke Hose vorgeben. Bleibt nur es wie der Osterhase zu machen: Vor dem Film Informationen sammeln und sich als innere Kaya Yanar zu sagen „hir willsch du net rein!“

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      Criminal Squad ist leider nur ein uninspiriertes Heat Rip-off geworden. Die Handlung ist zu großen Teilen uninteressant und schlichtweg langweilig. Die eigentliche Idee des Raubs ist zwar gelungen, wird aber zu keinem Zeitpunkt packend oder auch nur ansatzweise spannend inszeniert. Außerdem ist vieles einfach zu konstruiert.
      Die Charaktere geben auch nicht viel her. Sowohl Gangster als auch Polizisten sind eine Ansammlung von langweiligen, uninteressanten stereotypen, ohne jegliches Profil.
      Als Actionfilm mit hätte Criminal Squad vielleicht funktioniert, jedoch besitzt der Film gerade einmal 2 Actionszenen. Eine zu Beginn und eine zum Ende. Diese sind zugegeben recht gut inszeniert und machen auch auf gewisse Weise Spaß. Als Drama/Thriller versagt der Film jedoch.

      So ist Criminal Squad letztendlich im puren Durchschnitt anzusiedeln.

      5/10
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      LETTERBOXD

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      Burning schrieb:

      Hm, schade. Hatte hier auf einen soliden Actionstreifen gehofft.


      Wem sagst du das. Ich sehe Gerard Butler in solchen Rollen in der Regel liebend gern, aber selbst mich konnte der Film nicht überzeugen.
      und ich finde Olympus und London has Fallen super. :D
      Wenn ich den halben Dollar und sein absoultes Untalent schon wieder sehe ...

      Von dieser abermaligen Glanzleistung des Lispel-Rappers abgesehen, war Den of Thieves aber auch sonst nicht wirklich gelungen. Die Shootouts zu Beginn und zum Ende waren ganz nett gemacht, konnten aber nicht die Spannung ähnlicher Filme aufbauen. Dazu die völlig lieblos erzählte Geschichte, die lahm agierenden Schauspieler, die bis auf Pablo Schreiber eh alle maximal Durchschnittliches zu leisten vermögen, und natürlich die völlige Langeweile, die zwischen den beiden großen Actionszenen ihr Unwesen treibt. So Szenen, in denen die Coups geplant werden können ja eigentlich ganz cool sein und Stimmung aufbauen. Aber das hier war nichts.

      Gut, das Ende war halbwegs ok, und der eigentliche Coup war auch ganz nett anzusehen. Aber das wars dann auch und trägt den Film so gerade noch irgendwie ins Mittelmaß und ist wenigstens keine komplette Zeitverschwendung.


      5/10
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