A Ghost Story (Casey Affleck, Rooney Mara)

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    Es gibt 30 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von The_Ghost.

      Hatte heute meine Zweitsichtung. Ca. 15 Stunden nach der Ersten. :D Lasse normal meist meist ein Jahr oder länger vergehen, bis ich Filme ein zweites Mal angehe - wenn überhaupt. Fühle mich maximal bestätigt mit meinen Eindrücken. Der Film ist völlig einzigartig, hat in seiner ganzen Stille unglaublich viel zu erzählen und bietet eine Charakteristik auf, die ich mit keinem anderen Film so wirklich vergleichen könnte. Ganz groß..

      Freue mich schon auf weiteren Stoff seitens Lowery. :)

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      Pokemon - The Curse of Kanto
      Directed by David Lynch
      So, jetzt hab ich ihn auch gesehen und kann mich den positiven Meinungen nur anschließen. Was für ein eigenartiger, trauriger, aber gleichzeitig schöner Film. Gut, teilweise war er schon etwas träge, aber in der Regel hab ich in diesen Momenten über Fragen nachgedacht, die der Film in mir ausgelöst hat. Von daher ist das ja eigentlich auch ein Pluspunkt. Bild und Schnitt wundervoll, untermalt mit einem wirklich großartigen Soundtrack. Gesprochen wird fast gar nix und über die Charaktere von Mara und Affleck erfährt man auch so gut wie nix, aber emotional gepackt hat es mich irgendwie trotzdem. Interessanterweise konnte ich mich eigentlich mehr in Affleck reinversetzen als in Mara. Da spielt womöglich auch dieses minimalisch-geniale Kostüm mit rein. Jedenfalls fühlte ich mich sehr traurig, als er so mit ansehen muss, wie die Zeit vergeht und sich die Dinge logischerweise ändern. Am Ende wurde es dann aber richtig interessant, als die Linearität der Zeit quasi aufgebrochen wird. Da hab ich noch ein wenig dran zu knabbern und ich weiß auch noch nicht ganz genau, was der Zettel soll. Aber beeindruckt und mitgenommen hat mich das alles schon sehr. Ich bin geneigt, 9 von 10 zu vergeben. Aber mindestens 8 von 10. :)

      Wegen Rooney Mara: Ich mag sie sehr, aber ich dachte mir recht früh im Film, dass - wenn ich ihr Freund wäre - ich ihr von meinem Essen immer die Hälfte abgeben würde. Das wäre für uns beide gut. Und wenig später kam im Film dann die Szene mit dem Kuchen. Da musste ich dann schmunzeln...bis die Szene aufgelöst wurde, da habe ich dann nicht mehr geschmunzelt. Da tat sie mir wieder leid.
      A Ghost Story

      Ja Holla die Waldfee, was habe ich denn da für einen Film gesehen? Zwar habe ich mir vorher keinen einzigen Trailer angesehen, aber durch die Kommentare im Forum konnte ich zumindest ansatzweise erahnen, dass einem hier ein außergewöhnliches Filmerlebnis erwartet. Und da die meisten hier doch positiv gestimmt waren und dazu noch die 3 Sterne Durchschnittsbewertung bei Amazon (was meist auch ein ganz guter Anhaltspunkt für mich ist), war ich doch ziemlich gespannt auf dieses Werk.

      Nach den ersten fünfzehn bis zwanzig Minuten hatte ich die leichte Befürchtung, dass es sich hier um einen pseudo-tiefgründigen Film handelt der sich selbst etwas zu hoch einschätzt.
      A Ghost Story hat sein ganz eigenes Tempo in das man erst einmal rein finden muss und auch wenn es nach der Anfangsphase deutlich ereignisreicher wird, wird "Entertainment" aber auch weiterhin ganz klein geschrieben. Womit ich aber in keinster Weise sagen will, dass der Film langweilig geraten ist, ganz im Gegenteil. Er ist absolut faszinierend und beinahe schon meditativ angehaucht, sodass man in diese Geschichte gnadenlos hinein gesogen wird und alles um sich herum vergisst. Mir ging es auf jeden Fall so. Mein Zeitgefühl habe ich nach kurzer Zeit komplett verloren.

      Absolut begeistert war ich von der Darstellung des Geistes, die so schlicht geraten ist, dass es wirklich eine Wohltat ist, wenn man an all die Effektgewitter der ganzen Blockbuster denkt. Ein Laken, traurige Augen, hat vollkommen gereicht. Dazu noch die Trägheit in den Bewegungen, die kleinen Gesten, die melancholische Musik im Hintergrund und Vordergrund und fertig ist eine Atmosphäre, die packender nicht sein kann.

      Bis auf einen längeren Monolog wird so gut wie nicht geredet und auch das war etwas, dass mich nicht gestört hat und ich bin jemand, der gute Dialoge sehr zu schätzen weiß. Man arbeitet hier so viel mit der Bildsprache und Klängen, dass das Fehlen in keinster Weise negativ gestört hat.
      Es fällt mir sehr schwer, dass Feeling des Films zu beschreiben, aber ich denke der geeignetste Vergleich, der mir in den Sinn kommt, ist zu sagen, dass ich das Gefühl hatte, jemand hätte die Musik von Sigur Rós verfilmt. Ich denke das geht in die Richtung.

      Außerdem fällt es mir schwer die Darsteller zu beurteilen. Man sieht zu wenig von ihnen und sie zeigen dazu kein facettenreiches Schauspiel, aber dennoch bin ich geneigt zu sagen, dass Casey Affleck und Rooney Mara perfekt in die Rollen gepasst haben.
      Affleck der die Melancholie schon in Manchester by the Sea in Szene setzen konnte und Mara die ohnehin wie eine zerbrechliche Elfe aussieht und das auch gut wiedergeben kann, funktionieren hier einfach.

      Ich glaube ich habe mir noch nie so schwer getan, was über einen Film zu schreiben wie bei A Ghost Story, was aber auch zeigt, wie außergewöhnlich und anders er ist. Es ist kein Gute Laune Film, aber trotzdem macht es unendlich viel Spaß ihn sich durch den Kopf gehen zu lassen und sich die kleinen Momente in Erinnerung zu rufen, die ihn ausgemacht haben.
      Definitiv gehört er zu einen der faszinierendsten Beiträge der letzten Jahre und generell auch mit zu den Besten Filmen, die das Thema "Tod" behandeln. Ich bin mir nicht sicher, aber in diesem Zusammenhang finde ich Enter the Void noch etwas besser, auch wenn er gänzlich anders ist. Die Lücke ist aber nicht wirklich groß.
      A Ghost Story wird auf alle Fälle in meiner Sammlung bleiben.

      9 von 10 Punkten

      Funfact: Genau in dem Moment, als der Abspann eingesetzt hat, ist durch meine Tür eine schwarze Katze gekommen, die scheinbar über das Dach durch das offene Schlafzimmerfenster gestiegen ist und das Haus erkundet hat. Zwar hat eine schwarze Katze thematisch nichts mit dem Film zu tun, aber trotzdem war das leicht gruselig, wenn man aus dem Augenwinkeln was vorbeihuschen sieht.
      War aber auch irgendwie sau cool und perfekt für die Atmosphäre :D

      Und noch eine Frage an diejenigen, die den Film schon gesehen haben:
      Spoiler anzeigen
      Wenn der Geist den Türrahmen aufkratzt und dann den Zettel raus nimmt, wieso verschwindet er dann? Bzw. gab es irgendwo einen Hinweis darauf, was darauf geschrieben sein könnte? Eigentlich hatte ich ja das Gefühl, dass ich während des kompletten Films recht aufmerksam war, aber hier habe ich das Gefühl, ich hätte irgendwas elementares verpasst.
      @freido
      Okay gut, in so eine Richtung wäre ich dann wohl auch gegangen. Hatte wie gesagt nur die Befürchtung, ich hätte irgendein Detail übersehen. Merci :)

      Edit: Seh auch gerade, dass das Thema eine Seite vorher schon diskutiert wurde. Hach, wenn man nicht immer so faul wäre... :rolleyes:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Hockenberry“ ()

      Wow..., was für ein Film! A Ghost Story von David Lowery ist ein wunderschöner und zugleicht zutiefst melancholischer Film über die Schönheit des Lebens, der Liebe und der unendlichen Leere des Todes. In wunderschönen Bildern im 4:3 Format (die Teilweise wie Dias mit Erinnerungen fremder Menschen wirken) und einer ruhigen Erzählweise philosphiert Lowery in seinem Film über die flüchtigen Freuden des Lebens und der Suche nach dem Sinn von körperlicher und nicht körperlicher Existenz.
      Regisseur David Lowery zeigt hier ein großartiges Gespür für kraftvolles Filmemachen allen höchsten Niveaus. Dabei nutzt er die einfache wie auch geniale Prämisse vollkommen aus. Mit wenigen Worten, vielen Metaphern und teilweise stagnierenden Einstellungen ist hier ein Werk über existenzielle Themen entstanden, dass durch seine im positiven Sinne seltsame Aura und der phantastischen Inszenierung einen unglaublichen Sog erzeugt. Ich konnte mich diesem Sog aus Bildern, der Atmosphäre und der stimmungsvollen Musik nicht mehr entziehen.
      Was allein in der Kuchen-Szene, ohne ein einziges Wort zu sprechen, alles transportiert wird ist unglaublich. Trauer, Verzweiflung, Wut und Ohnmacht werden in so einer einfachen Szene perfekt vermittelt.
      Der Schmerz und die Einsamkeit der Protagonisten ist in jeder Sekunde zu spüren. Auch zeigt uns der Film die Vergänglichkeit aller Dinge zu jeder Zeit in all seiner Gnadenlosigkeit und zugleich bizarren Schönheit auf.

      A Ghost Story ist ein Ausnahmewerk geworden. Es ist ein fantastischer Film, der eindrucksvoll die Kraft des Kinos und des Geschichtenerzählens zeigt. Dabei braucht der Film Größtenteils nicht einmal Worte. Ich bin schwer begeistert. A Ghost Story sollte definitiv von viel mehr Menschen gesehen werde, aber leider wird dies nie geschehen. Es ist einer dieser Film, wo ich auch Minuten nach dem Abspann einfach dasitze und auf den Fernseher schaue und die stille um mich herum genieße. Ein Meisterwerk!

      9,5/10


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