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Persona 5 [PS3/PS4]

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    Es gibt 61 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Hockenberry.

      So, letztens auch endlich damit angefangen und auch wenn ich noch nicht soooo weit bin und jetzt erstmal den ersten Palast angehen werde, macht mir das doch schon ordentlich Spaß.
      Irres Spiel, was ich in der Form noch nie gespielt habe und es hat verdammt viel Style. Musik ist cool, die schwarz und rot Töne gefallen mir und auch die Charaktere sorgen schon für viel Laune.

      Hatte zwar etwas bedenken wegen dem Englisch aber das ist eigentlich kein Problem. Alles gut verständlich und die Sprecher gefallen mir auch.

      Fühlt sich zwar auch nach den bisherigen 8 Spielstunden etwas befremdlich an, seinen Alltag zu planen und in einem Spiel zur Arbeit und zur Schule gehen zu müssen etc., aber irgendwie hat das auch was. Hat auf alle Fälle ein ganz eigenwilliges Feeling und ich freu mich schon auf die nächsten 90 Stunden +
      Wird aber noch sehr lange dauern, weil ich zur Zeit eher selten zum Zocken komme.

      Aber hab auch gleichzeitig mit Titanfall 2 angefangen, weil ich dann dann doch auch ab und an etwas spielerische Abwechslung brauche. Übrigens auch sehr zu empfehlen. Astreiner Shooter.
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      Persona 5

      Ich habe schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass dieser Tag mal kommen sollte, aber nach einem letzten großen Marathon (Beginn: 20:21 Uhr, Ende: 03:40 Uhr), hab ich es doch tatsächlich geschafft und ich kam in den Genuss, den Abspann von Persona 5 erleben zu dürfen.
      Heidewitzka, was für ein Spiel. Fast vier Monate dafür gebraucht und am Ende standen stolze 102,41 Stunden zu Buche und das, obwohl ich das volle Ausmaß des Spiels natürlich nicht wirklich erleben konnte (wusste z.B. nicht, dass man mit geschlagenen 8 Damen gleichzeitig eine Romanze eingehen konnte!).

      Spiel trifft es wohl auch nur zur Hälfte. Die meiste Zeit ist es eine Mischung aus einem interaktiven Film und einem Life-Simulator und in diesen Stunden macht man auch auch nicht wirklich viel mehr, als immer nur auf X zu drücken, zu lesen und ein bisschen die Spielfigur zu bewegen. Ich behaupte mal, 70% des Spiels könnte man mit einer Hand absolvieren.
      Die restliche Zeit, in der es dann auch mal zur Sache geht, verbringt man in mal mehr, mahl weniger hübsch gestalteten Welten, hier "Paläste" genannt und besiegt in rundenbasierten Kämpfen allerlei Monster und Ungetüme. Hier möchte ich gleich mal das erste Lob aussprechen. Die Gegnervielfalt und die kreativen Einfälle in ihrer Gestaltung, gefielen mir richtig gut und hat auch eine Menge Spaß gemacht. Da waren wirklich abscheulich schöne Kreaturen dabei, auch wenn sich hin und wieder ein paar Klassiker wie Hexen, Schleimmonster etc. mit eingeschlichen haben.
      Aber so schön auch die Viecher waren, die Kämpfe verliefen im Prinzip immer gleich. Schwäche rausfinden und dann gib ihm. Bei dem einen etwas schwerer wie bei dem anderen, mal musste man mehrere Gegner bekämpfen und brauchte mehrere Spezialattacken, mal musste man besonders auf die Abwehr achten oder sich stark auf die Heilung konzentrieren, aber im Prinzip hat man das Kampfsystem schon nach dem ersten Palast verinnerlicht und man wurde in der Hinsicht auch nicht mehr wirklich überrascht.

      Wo ich gerade beim Kampfsystem bin, kann ich auch noch anmerken, dass die Balance eigentlich von vorne bis hinten gestimmt hat und man sich stets auf einem angenehmen Level befand, sodass man schon etwas gefordert wurde, aber man selten frustriert den Controller wegwirft. Zwei- vielleicht Dreimal musste ich mich dann doch aufregen, wenn es mich mal erwischt hat und ich zuvor lange Zeit nach Speichern konnte, aber das ging trotzdem klar und meist war es dann auch mein eigener Fehler. Unfair ist es nie gewesen, aber dafür teilweise extrem lang. Gerade beim Finale, oder bei den Finals hat man hier echt etwas übertrieben, da ich die letzten 3 Spielstunden dauernd das Gefühl hatte, dass ich mich jetzt im letzten Abschnitt befand und das ich gleich dem letzten Boss gegenüber stehen würde. Aber dann setzten sie immer noch einen drauf.
      Nur wenn es mich nach "Mementos" verschlagen hat, muss ich sagen, dass es mir etwas zu leicht war. Hier konnte man eigentlich problemlos durchrushen, Nebenquest´s erledigen und Kohle machen. Und ich muss sagen, auf Dauer wurde mir dieser Abschnitt auch etwas öde.

      Und apropos öde, dass ein oder andere Leveldesign hat mir auch nicht wirklich gefallen. Es waren wirklich coole dabei wie das Museum oder auch diese futurischtische Fabrik (obwohl auch die nach einiger Zeit ihren Glanz verlor), aber dann waren da so Abschnitte wie das Innere einer Pyramide oder die Bank. Will nicht zu viel Spoilern, bzw. nicht zu viele Locations preisgeben, aber manches davon wirkte teilweise wie lieblos dahingeklatscht, bzw. künstlich in die Länge gezogen. Also Licht und Schatten beim Leveldesign.

      Was ich wirklich, wirklich, wirklich anstrengend fand, waren die Dialoge. Also das ein oder andere Mal kam ich mir vor, als würde man mich gerade versuchen zu foltern. Die gingen ja teilweise zehn Minuten und im Endeffekt wurden Dinge geklärt, die man in einer Minute abfrühstücken könnte. Meiner Meinung nach lag hier das Problem, dass man alles, aber wirklich alles auf dem Silbertablett serviert, aber es so geschildert wird, als würde man es gerade einem Kleinkind erklären. Dazu werden immer die offensichtlichen Dinge angesprochen und auch fast jedes Mal, bevor es auf eine Mission geht, oder zum nächsten Boss, oder wenn eine Entscheidung gefällt wird. Muss jeder Charakter seinen Senf dazu geben. Das geht dann Reih um, bis dann jeder so was gesagt hat wie "We beat him!" "We will make him pay!" usw. und wenn man Glück hat, dann ist die Szene beendet und wenn man Pech hat, wird nochmal was anderes angesprochen und dann darf wieder jeder was dazu sagen.
      Hinzu kam, dass das komplette Spiel auf Englisch war. Englisch kann ich zwar nicht fließend sprechen, aber ich muss sagen, dass was ich verstehen kann, hat gereicht um die Handlung zu verfolgen und die Haltungen der einzelnen Figuren zu begreifen. Trotzdem empfinde ich es als sehr viel anstrengender wenn es auf Englisch ist als auf Deutsch, weil ich halt doch viel umdenken muss. Dafür kann das Spiel aber natürlich nichts.

      Aber, auch wenn das jetzt negativ klang, ich würde keine 100 Stunden + spielen, wenn mir das Teil keinen Spaß gemacht hätte. Zwar kommt sehr schnell eine gewisse Routine rein und so viel Abwechslung war trotz verschiedenster Möglichkeiten dann doch nicht geboten (ich weiß, es widerspricht sich etwas), aber trotzdem bin ich immer wieder gerne in die Welt eingedrungen, hab mit den Figuren interagiert, meinen Alltag geplant, Prüfungen geschrieben, mich hochgelevelt und natürlich auch gekämpft.
      Das lag in erster Linie daran, dass die Charaktere einfach richtig gut ausgearbeitet wurden, sie liebevoll, herzlich und sympathisch waren und ich mich auch wirklich bemühte, zu ihnen eine gute Beziehung aufzubauen (außer zu Mishima, den mochte ich nicht wirklich). Hab mich jedes mal gefreut, wenn in der Nacht das Telefon geklingelt hat und mich jemand fragte ob ich am nächsten Tag mit ins Kino möchte.
      Dazu gefiel mir der Humor auch sehr gut. Meistens eher kindlich naiv, etwas platt und mit Slapstick untermauert, aber sehr passend zur Aufmachung und das obwohl die Geschichte an sich, dann doch recht Erwachsen war. Also nichts für Kinder, da doch ganz schön harter Tobak dabei war, den ich hier gar nicht so erwartet hätte.
      Und natürlich war da noch der Style. Den fand ich wirklich grandios. Im Spiel werden die Teenager gerne mal als Punks bezeichnet, obwohl ich finde, dass das nicht wirklich zutrifft. Eher eine dandyhafte Mischung aus verschiedenen Modestilen mit einem Schwerpunkt auf schwarzem Leder, wobei hier auch jede Figur seinen ganz eigenen Stil mit sich bringt.
      Immer wieder wurden abgefahrene Hintergründe gezeigt, mal nur schwarze Silhouetten, mal sah es so aus, als hätte jemand das Bild aufgerissen und all das wird präsentiert wie in einem "Film Noir", auch wenn hier kein schwarz-weiß, sondern ein kraftvoller schwarz-rot Ton verwendet wird.
      Gar nicht so einfach zu beschreiben, es sah einfach absolut cool aus. Daumen hoch dafür.

      Den Daumen gibt´s dann auch gleich für die Musik dazu. Die war auch ganz stark, auch wenn es über die gesamte Laufzeit gesehen, dann doch etwas mehr Abwechslung hätte sein dürfen. Ich glaub es waren gefühlt nur eine handvoll Songs auf die man immer wieder zurückgegriffen hat.
      Aber das ging in Ordnung. Es hat jedes Mal aufs Neue gebockt, wenn man die Calling Card verschickt hat, man wieder in den Palast eingedrungen ist und dann dieses geile Lied gespielt wurde, sodass man sich voller Vorfreude in den Kampf gestürzt hat.

      Persona 5 war wirklich ein Spiel, wie ich es so nie gespielt hat und auch wenn es mich wirklich angestrengt hat, meinen Nerven dann doch einiges abverlangte, bereue ich es auf keinen Fall. Das Ende habe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen und irgendwie ist es schade, dass ich diese Geschichte nun erzählt wurde. Klar, ich könnte wieder von vorne anfangen, aber ich denke nicht, dass ich das jemals wieder tun würde. Auch wüsste ich nicht, ob ich bei einem möglichen Persona 6 zuschlagen würde. Vermutlich ja, aber ob ich dann auch gleich damit starte?
      Gegen die lange Laufzeit, die langen Dialoge, die langen Kämpfe, dass teils unglückliches Leveldesign stehen eine fantastische Welt, ein grandioser Style, wunderbare Charaktere (Futaba würde ich sofort heiraten (wenn sie etwas älter wäre)), eine gute, vielschichtige Geschichte, ein herrlicher Humor und eine Menge Spaß. Das Teil hat wirklich unterhalten und ich hatte eine sehr schöne Zeit mit dem Spiel.

      8,5 von 10 Punkten

      Ps. Für alle die es interessiert, ich habe gelesen, dass das Spiel "Cathrine" als Neuauflage für die PS4 erscheint. Das erwähne ich deswegen hier, weil die Figur des Jokers dort wohl als DLC erscheint. Nur eine kleine Randnotiz.
      Außerdem wollte ich fragen, ob das jemand kennt und ob es sich lohnt. Habe ich damals für die PS3 verpasst.

      Pps. Ich rate jedem, sich einen Ausgleich für das Spiel bereit zu legen. Nach einer Persona Session hab ich z.B. fast immer eine Overwatch Session gebraucht, damit ich spielerisch auch tatsächlich etwas gefordert wurde. Nur so als kleiner Tipp ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Hockenberry“ ()