What Remains of Edith Finch

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    Es gibt 5 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von freido.

      What Remains of Edith Finch


      Genre: Abenteuer, Indie
      Entwickler: Giant Sparrow
      Publisher: Annapurna Interactive
      Veröffentlichung: 25. Apr. 2017
      Plattform: PlayStation 4, Windows

      Inhalt:
      What Remains of Edith Finch ist eine Sammlung mysteriöser Erzählungen über eine Familie im Bundesstaat Washington.

      Du spielst Edith und erkundest das gigantische Haus der Finches auf Suche nach Hinweisen, die dir die Vergangenheit deiner Familie offenbaren und die Frage beantworten, warum du die einzige noch lebende Finch bist. Mit jeder Story, die du enthüllst, erlebst du das Leben eines weiteren Familienmitgliedes am Tage seines Todes und damit Geschichten aus ferner Vergangenheit bis in die Gegenwart.

      Gameplay und Handlung der Geschichten sind so unterschiedlich wie die Finches selbst. Was sie jedoch alle gemeinsam haben, ist die Ich-Perspektive und die Art und Weise, wie sie enden … mit dem Tod des jeweiligen Familienmitglieds.

      Letztlich ist es ein Spiel, das uns die Demut und das Erstaunen über die unermessliche und unbegreifliche Welt um uns herum erfahren lässt. Entwickelt von Giant Sparrow, dem Team hinter dem Ego-Malspiel The Unfinished Swan (Der unvollendete Schwan).





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      Endlich konnte ich mich letzten Freitag auf die Reise von Edith Finchs Vergangenheit begehen und da mich das Spiel auch Tage später einfach nicht loszulassen scheint, musste ich hierfür einen eigenen Thread eröffnen um mein Empfinden für dieses kleine, intime Werk zum Ausdruck bringen zu können. Gleichzeitig erhoffe ich mir mit dem Thread aber die Verbreitung des Titels unter den Indie-Liebhabern hier im Forum sowie die Aufforderung es ebenfalls bald selbst anzugehen. Denn was Giant Sparrow hier über die letzten vier Jahre geschaffen hat ist in fast jeder Hinsicht bemerkenswert, außergewöhnlich und eine verdammt schwere Kost.... sofern man in der Lage ist sich auf die Geschichte mit all ihren behandelnden Schicksalsschlägen und auch das Spielprinzip einzulassen. Ja, es ist eine Art Walking Simulation im Stile von Gone Home oder Everybodys Gone To The Rapture. Man wird auch hier nicht mit Rätseln oder forderndem Gameplay konfrontiert, sondern deckt mit jedem "Walking Level" die Hintergründe der Geschichte auf ... und trotzdem hebt es sich enorm von den genannten Spielen ab, da das Storytelling mit seinen originellen und kreativen Gameplay-Ideen super harmoniert und für Abwechslung sorgt (an dieser Stelle sei nicht mehr verraten, man muss es selbst erleben. Notfalls schaut euch die Trailer oben an, dann erkennt ihr schnell was gemeint ist).

      Aber auch selten hat mich eine Geschichte so zum Nachdenken angeregt wie die der Finches. Teilweise makabere, teilweise bitterböse und traurige aber stets unheimlich fesselnde Momente über den Tod und den Verlust der Liebenden, so dass man sich währenddessen selbst permanent Fragen zu eigenen familiären Vergangenheiten und Hintergründen stellt. Auch visuell ist das Spiel ein echtes Brett, welches mit unvergesslichen Bildern versehen ist und auch von Jeff Russo (bekannt für die Musik zu den Serien "Legion" oder HBOs "The Night Of") passend mit atmosphärischer Musik untermalt wurde.

      Ein beeindruckendes und mitreißendes (kurzes) Erlebnis, welches hoffentlich auch von euch als Solches erkannt wird ... teilt mir eure Meinungen mit :-)

      9,5 von 10 Haien
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :halbstern:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „TLCsick“ ()

      Das Game schlummert bereits ungespielt in meiner digitalten Playstation-Bibliothek. :) Hatte anfänglich leichte Bedenken. Bin zwar großer Fan von guten Indie-Games, aber nachdem mir Gone Home und Everybodys Gone To The Rapture trotz gewisser Stärken nen Tick zu träge waren, war ich für diesen Spieltyp nicht sofort wieder Feuer und Flamme. Aber die positiven Wertungen haben mich dann doch zum Kauf bewegt, was du hiermit nochmal unterstreichst.

      Wird bestimmt noch im Laufe des Jahres gezockt. :thumbup:
      Hatte heute ENDLICH Zeit dieses tolle Game nachzuholen. Mein Vorredner hat schon vieles angesprochen. Und ich geh mit. Wirklich schwere Kost, sehr melancholisch, intim und poetisch verpackt. Atmosphärische Stimmungen sowie abstrakte wie kreative Abhandlungen über das Leben, den Tod, Familie und letzendlich den Umgang mit der Vergangenheit - zahlreiche Denkanstöße dabei inklusive. Zwar war jedes Kapitel spielenswert, doch (Stichwörter:) Badewanne und Fischfabrik haben mich schon sehr mitgenommen. Uff. Das berührende Ende setzt dem ganzen dann schließlich noch das I-Tüpfelchen auf. Bravo.

      GoGo Indie-Freunde. Muss.
      What Remains of Edith Finch

      Jupp, ebenfalls vorgestern beendet und kann mich den leider noch äußerst wenigen Vorrednern nur anschließen. Ein tolles Spiel oder besser gesagt Erlebnis was man hier serviert bekommt und einen wirklich herunterziehen kann, aber auf der anderen Seite als eine Motivationsstütze dient, wenn man denn gewillt ist, es so zu interpretieren und vielleicht auch dafür sorgt, das eigene Dasein oder das Dasein allgemein, als etwas wertvolles anzusehen. Was es schließlich auch ist.

      Natürlich wird man in diesem Spiel mit sehr viel Tragik konfrontiert und man ergründet praktisch die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen hinweg, die wohl heftiger nicht sein kann. Auch ich musste z.B. bei der Badewannen-Passage und vor allem in der Fischfabrik heftig schlucken.
      Gerade letzteres war so phänomenal inszeniert, das das noch sehr lange nachhallte und ich auch jetzt noch sehr betrübt bin, wenn ich daran denke. Vermutlich konnte ich mich auch einfach mit der Figur des Lewis am besten identifizieren, da ich auch meinen Kopf gern in den Wolken habe, auch wenn es bei weitem nicht so schlimm ist, wie bei ihm. Also keine Sorgen um mich machen.
      Aber auch die anderen Geschichten waren nicht zu verachten und so hat z.B. auch Barbara als ehemaliger Kinderstar, einen denkwürdigen Auftritt. Sehr faszinierend gestaltet.
      Eigentlich kann man so ziemlich jeden Moment erwähnen, aber ich will ja auch nicht zu viele Stichworte geben um damit zu spoilern. Wäre zwar nur Geringfügig, aber es ist denke ich wirklich am Besten, wenn man so wenig wie möglich davon weiß.

      Auch wenn das ganze Geschehen von Melancholie durchtränkt war, hatte ich trotzdem meinen Spaß an dem Spiel, was vor allem an dem Haus selber lag, das man erkundete und spiegelte sich auch wunderbar in der gesamten Lebensgeschichte der Familie Finch wieder. Denn schließlich war das Gebäude, das sehr hoch gebaucht war, extrem unsicher und man hätte meinen können, das man beim Bau, recht sorglos mit allem umgegangen sei und man auch nur äußerst kurzfristig gedacht hat. Anders gesagt, für Kinder z.B. war es in keinster Weise geeignet.
      Trotzdem oder gerade deshalb hatte ich viel Spaß beim erkunden und ich hatte mir auch äußerst viel Zeit gelassen, mir alles anzusehen. Selbst die Buchrücken hatte ich mir etwas näher angeschaut und wenn es eines in diesem Haus gab, dann waren es Bücher.
      Und sämtliche Zimmer hatten ihren eigenen Charme und sahen vor allem bei den Kindern so aus, als wären diese direkt aus ihrem Kopf entsprungen. Hier wurde deutlich, das ein großer Zusammenhalt in der Familie herrschen musste, auch wenn dadurch ebenfalls klar gemacht wurde, das Familie Finch, in ihrer eigenen kleinen Welt lebte. In ihrem eigenen kleinen Traum, der sehr leicht zerplatzen konnte. Nichtsdestotrotz hat mein inneres Kind immer wieder jubiliert, wenn ich die Zimmer genauer untersucht hatte.
      Ich selbst würde zwar nicht in so einem Haus leben wollen, zumindest nicht auf Dauer, aber so ein mehrwöchiger Urlaub wäre schon nicht verkehrt.

      Die Geschichte selbst läd auch sehr viel zum interpretieren ein, vieles wird nicht genau beleuchtet, manch tragisches Ereignis wird nicht zu 100 Prozent aufgelöst, aber das ist auch völlig in Ordnung und vermutlich auch besser. Es hätte nicht gepasst, wenn man alles auf dem Silbertablett serviert bekommt.
      Und ich finde, das ist auch eine Geschichte, bei der man über sich selbst etwas erfahren kann, da manche Stellen wirklich unglaublich sind und man selbst entscheiden kann, ob man nun dem glauben schenkt, oder ob man sich eher für den "realistischen" Weg entscheidet, der dafür aber umso tragischer ist. Das hat mich dann auch irgendwie an "Pan´s Labyrinth" erinnert.

      Wie oben schon erwähnt, kann man bei der ganzen Tragik auch etwas positives herausziehen. Zwar wird einem vor Augen geführt, das das Leben sehr zerbrechlich ist und sehr schnell und auf schmerzvolle Art und Weise zu Ende sein kann, aber andererseits spornt das vielleicht noch etwas mehr an, die kurze Zeit die man hier verbringen darf, sinnvoll zu nutzen und nicht leichtfertig mit so vielen Dingen umzugehen.
      Eigentlich sollte das ja klar sein, aber wenn man immer wieder hört, wie wenig Bedeutung das für den ein oder anderen zu haben scheint, wäre so eine Erinnerung doch hin und wieder mehr als angebracht.
      Wie gesagt, ein tolles Erlebnis, was mir mit Sicherheit noch einige Zeit im Gedächtnis bleibt.

      9,5 von 10 Punkten

      Walking-Simulatoren sind bei mir immer so eine Sache. Entweder es macht Klick (Firewatch, SOMA) oder ich werde damit absolut nicht warm (Gone Home) und breche dann auch mal ein Spiel ab (Everybody's Gone to the Rapture). What Remains of Edith Finch kann ich aber glücklicherweise in die erste Kategorie packen.

      Äußerst kreativ und mit dichter sowie melancholischer Atmosphäre erzählt dieses Spiel eine interessante und traurige/tragische Geschichte, lässt dabei aber Raum für Interpretationen. Ich bin einfach anfällig für Storytelling dieser Art. Gebt mir eine Geschichte im Stil von Edith Finch, einen Off-Erzähler und legt nen schönen Piano-Score oder ähnlich deprimierende Musik drüber und meine Objektivität ist dahin ^^
      Die Spielzeit ist kurz, weil die Story recht geradlinig erzählt wird und es nicht so viel zu erforschen gibt wie in anderen Spielen dieser Art, aber mir ist es so manchmal lieber. Die Story schreitet dadurch durchgehend voran und das kommt den Spielfluss zugute. Letztendlich kann man sich aber frei bewegen und es gibt durchaus aktivierbare Kommentare und Bilder an der Wand, die man sich ansehen kann. Da wurde mit viel Liebe zum Detail designed.

      Aus technischer Sicht war es auf der normalen PS4 zwar kein Meisterwerk (Framerate Drops, nachladende Texturen...), aber das hat das Spielerlebnis nicht negativ beeinflusst.

      8/10