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Thelma (Joachim Trier)

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    Es gibt 17 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Gambit.

      Thelma (Joachim Trier)

      Bewertung für "Thelma" 4
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      Thelma

      Regie: Joachim Trier (Oslo, 31. August)
      Drehbuch: Joachim Trier, Eskil Vogt
      Darsteller: Eili Harboe, Okay Kaya, Ellen Dorrit Petersen
      Genre: Drama, Sci-Fi, Thriller
      Laufzeit: 116 Min
      Kinostart: 22.03.2018
      IMDB: Klick
      Metacritic: Klick
      Inhalt:
      Übernatürlicher Thriller in der sich eine junge Frau verliebt und ihre Superkräfte entdeckt.




      Joachim Trier, vom Mainstream noch weitesgehend ignoriert, gehört zu meinen aktuellen Lieblingsregisseuren. Kann jedem nur dringendst Oslo, 31. August ans Herz legen, gehört zu den besten Filmen der letzten Jahre.
      Jessica, Only Child, Illinois, Chicago
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „-Makaveli-“ ()

      Die Inhalt liest sich so spannend wie die letzte Wasserstandsmeldung. :sleeping:

      Neuer (naja mehr oder weniger) Trailer. Dieses Mal auch mit englischen UT.
      Jessica, Only Child, Illinois, Chicago
      Finde den Film auch interessant, nur wird der leider nirgendwo in meiner Nähe laufen. Aber auf Blu-ray werde ich mir den definitiv ansehen.
      Die Kritiken sprechen in der Tat von einem gelungenen Film.
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      Die Norwegerin Thelma (Eili Harboe) studiert Biologie an der Universität in Oslo. Ihrem neuen sozialen Umfeld begegnet die konservativ und streng christlich erzogene junge Frau schüchtern und introvertiert. Am liebsten hält sie sich alleine in der eigenen Wohnung auf, wo jeden Abend Kontrollanrufe der überfürsorglichen Eltern erfolgen. Die Dinge ändern sich, als Thelma Anja (Kaya Wilkins) kennenlernt, sich mit ihr anfreundet und ihr allmählich näher kommt. Allerdings leidet die Biologie-Studentin immer wieder unter Anfällen, die mit beunruhigenden und übernatürlichen Erscheinungen einhergehen.

      Filme mit Protagonisten, die mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet sind, beschränken sich in der breiten Wahrnehmung zumeist auf zwei Comicfilm-Ketten: Marvel und DC. Ähnlich wie die Fastfood-Konzerne McDonald's und Burger King liefern die beiden Comic-Riesen Jahr für Jahr mehr oder weniger die gleiche Soße ab. Und ähnlich wie bei den Burger-Konzernen ist auch bei Marvel und DC einer der beiden erfolgreicher als der andere. Angesichts dieser lautstarken Giganten kommen die wenigen kleinen Filme, die sich ebenfalls dem Thema der übernatürlichen Fähigkeiten widmen, notgedrungen sehr leise daher. Ich denke jetzt beispielsweise an "Midnight Special" aus dem Jahr 2016. Ebenso leise – doch meiner Meinung nach ein Stückchen stärker – hat sich nun "Thelma" in mein Heimkino geschlichen.

      Zunächst bietet der Film in Sachen Story nichts Neues oder großartig Interessantes: Schüchternes Mädchen vom Land, streng religiös und konservativ erzogen, trifft in der großen Stadt auf moderne Jugendliche, die sich in Form von Partys, Alkohol und Drogen Zwängen der anderen Art hingeben. Nach und nach verlässt Thelma dabei ihr bisheriges Schema und testet die Grenzen neu aus – wobei die Freundschaft zu Anja durchaus als Katalysator zu sehen ist. Die Schauspieler machen dabei ihre Sache sehr gut, besonders die Präsenz von Hauptdarstellerin Eili Harbour ist hervorzuheben. Und trotzdem ist der Film bis hierhin nicht sonderlich aufregend. Ehrlich gesagt hat mich die plakative Ausgangslage sogar ein wenig gestört, denn anscheinend sehen sich die meisten Filmemacher nicht in der Lage, die Christen in ihren Geschichten anders als fanatisch oder weltfremd darzustellen. Aber ich sollte von "Thelma" noch überrascht werden – und zwar in vielerlei Hinsicht.

      Relativ früh mischen sich in das Drama Elemente von Thriller, Mystery und Horror. Dies wird spätestens dann deutlich, wenn Thelma in der Universitätsbibliothek ihren ersten Anfall hat, im Zuge dessen mehrere Vögel an die Fensterscheiben schlagen. Hitchcock lässt grüßen. Die junge Frau fühlt sich nun nicht nur aufgrund ihres sozialen Hintergrunds als Außenseiterin. Sie scheint darüberhinaus gewisse Fähigkeiten zu haben, die sie zu etwas Besonderem machen, ob sie das nun will oder nicht. Die übernatürlichen Elemente nehmen nach und nach zu und erzeugen – unterstützt vom Soundtrack und einer hervorragenden Kameraführung – einen fast schon hypnotischen Sog. Der Film hält die Spannung quasi über seine gesamte Laufzeit, auch wenn das Tempo hinten raus ein wenig nachlässt. Hier erfolgen allerdings Wendungen und Auflösungen, die Thelmas Emanzipation auf eine andere Ebene hieven und vieles in einem neuen Licht erscheinen lassen – unter anderem die allzu streng-religiösen Eltern, was für mich persönlich ein angenehmer Kniff war. Gekrönt wird das Ganze von ein paar wirklich harten Szenen, die einem stark unter die Haut gehen. Und zwar ganz ohne Blut und Gore.

      Das Ende hat durchaus einen offenen Charakter und lädt zu der ein oder anderen Spekulation ein. Aber mehr in die Details soll es an dieser Stelle nicht gehen, denn ich möchte für "Thelma" eine klare Empfehlung aussprechen. Für diese ruhige, aber doch recht intensive und wunderschön gemachte Filmperle gibt es stolze 8 von 10 Popcornguys!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „TheKillingJoke“ ()

      Richtig starkes Mystery-Drama über Entkopplung, Abnabelung und gleichzeitig auch Verlustangst und Einengung. Gewürzt mit einem überaus starken und dennoch subtilen Mystery-Part, welcher dem Ganzen die Krone aufsetzt. Die Frage nach die 'Wie?' ist hier gar nicht so interessant und wird auch Gott sei Dank nicht in den Vordergrund gestellt. Viel mehr das tiefste Innere einer verstörten und äußerst einsamen Seele ist hier das Thema und wird mit so viel Feingefühl und dem nötigen Etwas erzählt, dass selbst anfänglich befremdliche Szenen und Eigenschaften später in einem ganz anderen Licht erstrahlen.

      Ein wahrlich großartiges Werk und mit Eili Harboe exzellent besetzt. Sie verleiht ihrer Figur Leben und macht so manche Szene wirklich unangenehm anzuschauen, sobald man einmal mit Thelma eine Verbindung aufgebaut hat. Absolutes Pflichtprogramm für jeden Filmfreund. Eine höhere Wertung ist bei einer Zweitsichtung mehr als wahrscheinlich, ganz großes Kino!



      8/10
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: <3
      Mein Filmtagebuch



      „I think storytelling is all about children. We human beings love to hear stories being told - and it first happens when you're a kid.“
      - David Chase

      Ich hab den Film auch vor einiger Zeit gesehen und kann mich den Lobeshymnen nur so mittel anschließen. Ich gestehe: Es war einer dieser Filme, wo ich nach ein paar Minuten geahnt habe wohin der Hase läuft und der Film tritt dem auch nicht unbedingt mit Wendungen entgegen. Die Kamera ist enorm gut gemacht, auch Setdesign und Kostüme gefallen mir sehr sehr gut. Ein Superheldenfilm trifft europäisches Arthouse mit kleinen Horror-Anleihen. Unterm Strich eine Erfahrung mit von Triers Stilwille, die jedoch Spannung oder auch Wendung missen lässt.

      "You're fighting a war you've already lost."
      "Well, I'm known for that."
      Eine Auseinandersetzung mit "übernatürlichen Kräften", die auch mal meinen Geschmack immens getroffen hat. Bereits nach dem ersten Akt herrscht hier mehr Tiefe als beim ganzen MCU zusammengerechnet. Eine spannend-tragische Verhandlung über Autonomie und Emanzipation, dank feinfühligem Schauspiel und einer souveränen Kameraführung. Sehr angenehm für mich, diese Thematik auf diese Weise zu erleben - so überhaupt nicht reißerisch und auf den Unterhaltungseffekt reduzierend, sondern wohlüberlegt, schleichend und subtil. Trotz aller Entschleunigung schüttelt das Werke mit dem nötigen Selbstverständnis eine inhaltliche Tiefe aus dem Ärmel, die mir sehr imponiert hat und lässt Momente bedächtiger wie extremer Natur nahezu übergangslos über die Leinwand flimmern. Das Euro-Arthouse liefert, Bitches.

      Da hat der Clan von Lars wohl noch nen guten Mann am Start.






      Sehr gelungener Genre-Film, der gekonnt mit seinen Mystery-Elementen und der Superkraft Thematik umgeht und sie perfekt in seine fast meditative und durchgehend spannende Handlung einbettet.
      Joachim Trier erzählt seinen Film glücklicherweise über die sehr stimmigen und schön anzusehenden Bilder. Der Regisseur verzichtet dabei das Geschehen groß und breit zu erklären und lässt dem Zuschauer viel Interpretationsspielraum. Thelma ist von Anfang bis zum Ende faszinierender Film, der viele interessante Themen wie fundamentalistisch religiöse Erziehung oder Selbsterfüllung behandelt.
      Die wundervolle Eili Harboe zeigt in Thelma eine sehr starke Performance. Sie bringt diese unterschwellige Dunkelheit, die tief im inneren der zarten und fast schon unschuldigen Oberfläche ihrer Figur liegt hervorragend rüber.

      Thelma ist ein toller Film, der abseits des 08/15 Mainstream überzeugen kann und sehr sehenswert ist.

      8/10