Thelma (Joachim Trier)

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    Es gibt 11 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von TheKillingJoke.

      Thelma (Joachim Trier)

      Bewertung für "Thelma" 1
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      Thelma

      Regie: Joachim Trier (Oslo, 31. August)
      Drehbuch: Joachim Trier, Eskil Vogt
      Darsteller: Eili Harboe, Okay Kaya, Ellen Dorrit Petersen
      Genre: Drama, Sci-Fi, Thriller
      Laufzeit: 116 Min
      Kinostart: 22.03.2018
      IMDB: Klick
      Metacritic: Klick
      Inhalt:
      Übernatürlicher Thriller in der sich eine junge Frau verliebt und ihre Superkräfte entdeckt.




      Joachim Trier, vom Mainstream noch weitesgehend ignoriert, gehört zu meinen aktuellen Lieblingsregisseuren. Kann jedem nur dringendst Oslo, 31. August ans Herz legen, gehört zu den besten Filmen der letzten Jahre.


      "No form of art goes beyond ordinary consciousness as film does,
      straight to our emotions, deep into the twilight room of the soul.
      "
      Ingmar Bergman
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „-Makaveli-“ ()

      In Hochwasser-Phasen kann so ein Wasserstand durchaus spannend sein.

      Das "Superkraft"-Thema, in einem scheinbar stilvollen Indie-Drama-Gewand, von einem aufstrebenden Regisseur, erscheint mir persönlich jedenfalls reizvoller als der 34819849042304. Marvel-Streifen.

      Mein Filmtagebuch & Mein Serienarchiv



      Pokemon - The Curse of Kanto
      Directed by David Lynch
      Neuer (naja mehr oder weniger) Trailer. Dieses Mal auch mit englischen UT.


      "No form of art goes beyond ordinary consciousness as film does,
      straight to our emotions, deep into the twilight room of the soul.
      "
      Ingmar Bergman
      Deutscher Trailer.



      „Wonder Woman 2“

      1. November 2019

      Finde den Film auch interessant, nur wird der leider nirgendwo in meiner Nähe laufen. Aber auf Blu-ray werde ich mir den definitiv ansehen.
      Die Kritiken sprechen in der Tat von einem gelungenen Film.


      LETTERBOXD

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      dieKritik
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      Die Norwegerin Thelma (Eili Harboe) studiert Biologie an der Universität in Oslo. Ihrem neuen sozialen Umfeld begegnet die konservativ und streng christlich erzogene junge Frau schüchtern und introvertiert. Am liebsten hält sie sich alleine in der eigenen Wohnung auf, wo jeden Abend Kontrollanrufe der überfürsorglichen Eltern erfolgen. Die Dinge ändern sich, als Thelma Anja (Kaya Wilkins) kennenlernt, sich mit ihr anfreundet und ihr allmählich näher kommt. Allerdings leidet die Biologie-Studentin immer wieder unter Anfällen, die mit beunruhigenden und übernatürlichen Erscheinungen einhergehen.

      Filme mit Protagonisten, die mit übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet sind, beschränken sich in der breiten Wahrnehmung zumeist auf zwei Comicfilm-Ketten: Marvel und DC. Ähnlich wie die Fastfood-Konzerne McDonald's und Burger King liefern die beiden Comic-Riesen Jahr für Jahr mehr oder weniger die gleiche Soße ab. Und ähnlich wie bei den Burger-Konzernen ist auch bei Marvel und DC einer der beiden erfolgreicher als der andere. Angesichts dieser lautstarken Giganten kommen die wenigen kleinen Filme, die sich ebenfalls dem Thema der übernatürlichen Fähigkeiten widmen, notgedrungen sehr leise daher. Ich denke jetzt beispielsweise an "Midnight Special" aus dem Jahr 2016. Ebenso leise – doch meiner Meinung nach ein Stückchen stärker – hat sich nun "Thelma" in mein Heimkino geschlichen.

      Zunächst bietet der Film in Sachen Story nichts Neues oder großartig Interessantes: Schüchternes Mädchen vom Land, streng religiös und konservativ erzogen, trifft in der großen Stadt auf moderne Jugendliche, die sich in Form von Partys, Alkohol und Drogen Zwängen der anderen Art hingeben. Nach und nach verlässt Thelma dabei ihr bisheriges Schema und testet die Grenzen neu aus – wobei die Freundschaft zu Anja durchaus als Katalysator zu sehen ist. Die Schauspieler machen dabei ihre Sache sehr gut, besonders die Präsenz von Hauptdarstellerin Eili Harbour ist hervorzuheben. Und trotzdem ist der Film bis hierhin nicht sonderlich aufregend. Ehrlich gesagt hat mich die plakative Ausgangslage sogar ein wenig gestört, denn anscheinend sehen sich die meisten Filmemacher nicht in der Lage, die Christen in ihren Geschichten anders als fanatisch oder weltfremd darzustellen. Aber ich sollte von "Thelma" noch überrascht werden – und zwar in vielerlei Hinsicht.

      Relativ früh mischen sich in das Drama Elemente von Thriller, Mystery und Horror. Dies wird spätestens dann deutlich, wenn Thelma in der Universitätsbibliothek ihren ersten Anfall hat, im Zuge dessen mehrere Vögel an die Fensterscheiben schlagen. Hitchcock lässt grüßen. Die junge Frau fühlt sich nun nicht nur aufgrund ihres sozialen Hintergrunds als Außenseiterin. Sie scheint darüberhinaus gewisse Fähigkeiten zu haben, die sie zu etwas Besonderem machen, ob sie das nun will oder nicht. Die übernatürlichen Elemente nehmen nach und nach zu und erzeugen – unterstützt vom Soundtrack und einer hervorragenden Kameraführung – einen fast schon hypnotischen Sog. Der Film hält die Spannung quasi über seine gesamte Laufzeit, auch wenn das Tempo hinten raus ein wenig nachlässt. Hier erfolgen allerdings Wendungen und Auflösungen, die Thelmas Emanzipation auf eine andere Ebene hieven und vieles in einem neuen Licht erscheinen lassen – unter anderem die allzu streng-religiösen Eltern, was für mich persönlich ein angenehmer Kniff war. Gekrönt wird das Ganze von ein paar wirklich harten Szenen, die einem stark unter die Haut gehen. Und zwar ganz ohne Blut und Gore.

      Das Ende hat durchaus einen offenen Charakter und lädt zu der ein oder anderen Spekulation ein. Aber mehr in die Details soll es an dieser Stelle nicht gehen, denn ich möchte für "Thelma" eine klare Empfehlung aussprechen. Für diese ruhige, aber doch recht intensive und wunderschön gemachte Filmperle gibt es stolze 8 von 10 Popcornguys!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „TheKillingJoke“ ()