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Vice - Der zweite Mann (Christian Bale, Amy Adams, Steve Carell)

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    Es gibt 46 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von TheKillingJoke.

      Deutscher Trailer.



      „Wonder Woman 2“

      5. Juni 2020


      Deutsche Spots:





      Der Bale mal wieder. Bin mal gespannt, wann sein Körper schlapp und das alles nicht mehr mitmacht. Aber davon ab, finde ich Vice ziemlich gelungen. Anfangs zwar ziemlich zäh und langatmig, nimmt der Film später doch gut Tempo auf und weiß mit seinem verschrobenen Stil die Machenschaften und den absoluten Irrsinn im Machtspiel Washingtons auf die Leinwand zu bringen. Je mehr von den satten 132 Minuten um sind, umso öfter fasst man sich an den Kopf, weil das alles mit der Zeit immer abstruser und bekloppter wird - und doch auch so extrem vorstellbar. Mit Christian Bale haben sie hier auf jeden Fall die ideale Besetzung gefunden, sehr schön, wie er (im stillen) über die Leinwand wütet und alles und jeden für seinen Machtaufstieg missbraucht.

      Der Stil des Films ist sicher gewöhnungsbedürftig und zuweilen etwas zu sehr auf die Nase bindend und verurteilend. Insgesamt jedoch ein guter Film, welcher einen guten Einblick in das völlig wahnsinnig gewordene Washington gibt. Und das vor der Zeit des orangenen Utans.



      7/10
      :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern: :stern2: :stern2: :stern2:
      Hier ist aber wenig los, dafür dass das der neue McKay ist.
      Ich bin leider ein wenig enttäuscht.
      Christian Bale, Amy Adams und Steve Carell spielen brilliant. Ich habe den Film zwar auf Deutsch gesehen, aber die Leistung fiel auch hier schon positiv auf. Sam Rockwell hat nicht viel Screentime. Da kann ich die Oscarnominierung nicht nachvollziehen.
      Den Film selber fand ich leider ziemlich zäh und nüchtern erzählt. Er zog sich ziemlich, wollte aber auch sehr viel erzählen. The Big Short war da kurzweiliger.
      Hervorzuheben sind wie ich finde aber wieder die erfrischeden Ideen, mit denen McKay Metaphern sinnbildlich in Szene setzt. In Big Short gab es zum Beispiel die Szene mit Margot Robbie in der Badewanne, hier fällt mir die Speisekartenszene ein oder wie Cheney Bush im Oval Office abstruse Ideen aufschwatzt. Ohne solche Kniffe (der Fake Abspann und die Mid Credit Szene auch noch genannt) wäre der Film aber schon fast langweilig geworden.

      Etwas enttäuscht gebe ich aber dennoch

      7/10 Spritzgebäckteilchen
      Vice

      Letzten Dienstag gesehen und empfand ihn im Grunde genauso wie meine beiden Vorredner. Im Prinzip nicht schlecht und auch die bereits erwähnten Kleinigkeiten wie die Speisekarte oder den Fake Abspann mochte ich an und für sich, haben aber nicht gereicht, um über die Schwächen der Erzählung hinwegzutäuschen.
      Kino war im übrigen sehr schwach besucht. Hauptsächlich waren es ältere Semester, muss aber auch dazu sagen, dass ich bereits die 17 Uhr Vorstellung besucht hatte und wie schon gesagt, es war ein Werktag.

      Muss gestehen, dass ich mich im Vorfeld nicht groß mit dem Film auseinander gesetzt habe und ich dementsprechend gar nicht so recht wusste, was da nun auf mich zukommt. Dick Cheney schon öfters gehört, das schon, aber was für eine Funktion der nun genau in der Regierung hatte, wusste ich nicht. Medial standen da eher andere Gesichter im Vordergrund. Aber dieser Umstand passte dann wiederum zu dem Film und ganz besonders zu der Figur.
      Nichtsdestotrotz war die Geschichte und der Verlauf im Grunde höchst interessant und auch der Irrsinn der sich im weißen Haus und auch sonst in der Politik und gerade unter den Politikern abspielt, war schon faszinierend und erschreckend zugleich. Und das schlimmste daran, man kauft es dem Film auch ab. Immer wieder wurde der Zuschauer mit Situationen konfrontiert die mit gesundem Menschenverstand rein gar nichts mehr zu tun hatten, aber ich glaube sofort, dass es genauso läuft. Heute mehr denn je.
      (Generell bin ich ja eh der Ansicht, die Haupttätigkeiten der Politiker zielen in erster Linie darauf ab die eigene Position zu verbessern oder zu sichern. Die bürgerlichen Interessen scheinen da eher eine untergeordnete Rolle zu spielen.)

      Was etwas paradox war, war meiner Meinung nach die Inszenierung. Auf der einen Seite versucht man den Film immer mal wieder mit diesen kleinen Spielereien (Stichwort: Speisekarte u. Fake-Abspann) aufzulockern und die Theorie dahinter finde ich auch nicht schlecht, aber dennoch schafft man es nicht, dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit zu verleihen. Die Dialoge sind auch nicht verkehrt (nicht Oscarreif, aber in Ordnung), aber trotzdem zieht es sich auch da dann und wann gewaltig. Die Schauspieler sind sehr gut, aber konnten mich trotz ihrer Spielfreude nie ganz mitreißen oder in den Bann ziehen.
      Dazu empfand ich die ganzen Szenenwechsel und auch die nonlineare Erzählweise, die ich im Grunde auch sehr mag, etwas too much. Ich wurde regelrecht erschlagen mit Reizen und das kombiniert mit politischen Inhalten auf die nur bedingt eingegangen werden, wurde mir das zeitweise doch arg anstrengend. Ich denke es hilft schon enorm, wenn man sich in der Materie halbwegs auskennt.
      Ich hab es zwar auch schon mit meinem mageren Halbwissen verstanden, aber ich denke er wäre dann vielleicht etwas zugänglicher.

      Schauspieler hatte ich kurz angesprochen. Waren alle gut und Bale der alte Gestaltwandler liefert zwar wieder, kommt aber in meinen Augen bei weitem nicht an seine Leistung in Feinde heran, wo er mich schlichtweg umgehauen hatte.
      Amy Adams mochte ich auch, gerade wenn es um den Umgang mit ihren (erwachsenen) Töchtern ging. Sam Rockwell gibt den George W. Bush in etwa so, wie man sich ihn insgeheim auch vorstellt (vielleicht etwas zu sympathisch?) und auch Steve Carell macht seine Sache gut, aber lange nicht so gut wie in The Big Short, in dem er meiner Ansicht nach sogar Bale locker an die Wand gespielt hat.
      Also auch hier wieder, alles gut, teilweise sehr gut, aber nichts was mich jetzt weggeblasen hätte.
      Aber passt auf alle Fälle. Kein Kritikpunkt.

      Joa, insgesamt ging Vice schon klar, lässt leider eine Menge Potential liegen und auch kein Film den man im Kino gesehen haben muss. Vielleicht so ein typischer Film für einen regnerischen Sonntag Nachmittag auf der Couch.
      War alles auf einem soliden Niveau, waren jetzt keine gravierenden Fehler dabei, aber auch zu wenige Lichtpunkte. Dazu wirkte er für meine Begriffe etwas unausgewogen und auch der Humor wollte bei mir nicht so recht zünden. Das Gefühl eine waschechte Satire zu sehen kam bei mir nie auf.
      Für einmal anschauen ist der gut, aber öfters muss nicht sein.

      6,5 von 10 Punkte

      "Vice" erzählt die Geschichte des US-Politikers Dick Cheney (Christian Bale), der von einem Taugenichts mit Alkoholproblem zum Vizepräsidenten aufsteigt und über viele Jahre hinweg maßgeblich die Weltpolitik vom Weißen Haus aus beeinflusst. Angespornt wird er dabei von Ehefrau Lynne (Amy Adams), während ihm Republikaner wie Donald Rumsfeld (Steve Carell) und George W. Bush (Sam Rockwell) als Inspiration, beziehungsweise nützliche Marionetten dienen. Cheney baut als schweigsamer Mann der zweiten Reihe unaufgeregt und heimlich seine Macht weiter aus und koordiniert US-Interventionen in Afghanistan und im Irak, die bis heute dortige Krisenherde bestimmen.

      Das Kinojahr 2019 hat mich bisher relativ enttäuscht. Eine kurze Rekapitulation fällt daher ernüchternd aus: "Capernaum" – geht an die Nieren, verlässt sich aber zu sehr darauf, sich im Elend zu suhlen. "Maria Stuart, Königin von Schottland" – die meiner Meinung nach fragwürdige Aussage, dass mit Frauen in Machtpositionen alles besser wäre, in hübsch-historischem Gewand. "Glass" – die Zusammenführung von "Unbreakable" und "Split", die nicht so wirklich aufgehen mag. "Creed II" – eine ordentliche Fortsetzung, die dem Vorgänger aber nicht das Schweißtuch reichen kann. "The Favourite" – der neue Film des großartigen Yorgos Lanthimos, der bei mir aber trotzdem nicht so richtig zünden wollte. "The Mule" – ein solides Drama von und mit Clint Eastwood, das man in Form von "Gran Torino" aber schon besser gesehen hat. "Green Book" – nett und wegen der Schauspieler sehenswert, aber ein wenig zu oberflächlich und nicht nachhaltig genug. Und schließlich "Drachenzähmen leicht gemacht 3", der als Trilogie-Abschluss zwar gelungen ist, aber meiner Meinung nach nicht die gleiche Qualität wie die beiden vorherigen Teile hat.

      "Vice" ist der erste Spielfilm 2019, der sich aus meiner Sicht die Bewertung "gut" verdient hat. Im Vorfeld war das für mich aber keineswegs klar. Für Drehbuch und Regie zeigt sich Adam McKay verantwortlich, der vor ein paar Jahren mit seinem Finanzkrise-Streifen "The Big Short" auf sich aufmerksam machte. Der wurde ja von vielen sehr gefeiert. Mir persönlich hat er weniger gefallen. Denn obwohl einem da Margot Robbie aus einer Badewanne heraus krumme Bankgeschäfte erklärt, habe ich nicht wirklich mehr von der Materie verstanden. Und da ich das Gefühl hatte, dass man bei diesem Thema eigentlich mehr kapieren sollte, hat sich bei "The Big Short" irgendwann ein gewisser Frust eingestellt, der dem an und für sich innovativ gestalteten Film einige Punkte gekostet hat.

      Bei "Vice" habe ich nun das Gefühl, mehr verstanden zu haben, was angenehm ist. Adam McKays innovative Einfälle springen einem auch bei diesem Werk ins Auge. Da werden einem politische Winkelzüge in Form einer Speisekarte vorgetragen, zwei Charaktere verfallen auf einmal in einen Shakespeare-Monolog oder mitten im Film wird einem ein Abspann präsentiert. Diese filmischen Kniffe bewegen sich hier und da hart der Grenze zu einem "Schaut mal her, was für ein geiler Regisseur ich bin", aber mich haben sie eigentlich immer amüsiert und an der Stange gehalten – was hier und da auch nötig ist, denn gerade in der ersten Hälfte zieht sich die Handlung gelegentlich. Kaschiert wird das – neben der besagten filmischen Kniffe – vom großartigen Schauspiel aller Beteiligten. Natürlich muss vor allem Christian Bale genannt werden, der komplett in der Rolle des Dick Cheney aufgeht. Einerseits mag das an Maske und Fatsuit liegen, doch auf der anderen Seite wird man nicht bestreiten können, dass Bale einfach ein genialer Schauspieler ist. Neben ihm fällt vor allem Sam Rockwell auf, der wie die Faust auf Auge zum Cowboy-Präsidenten George W. Bush passt (wobei ich sagen muss, dass seine Darstellung nicht so überzogen ist, wie man das vielleicht befürchten könnte). Loben möchte ich aber fast noch mehr Steve Carell, der in der Rolle des Donald Rumsfeld kaum wiederzuerkennen ist.

      In der zweiten Hälfte des Films dreht sich die Handlung verstärkt um die Anschläge von 9/11 und die daraus resultierenden Kriege in Afghanistan und im Irak. Hier nimmt die Handlung an Fahrt auf und widmet sich Zeitabschnitten, die mich persönlich auch ziemlich interessieren. Eine wertende Haltung von Seiten der Filmschaffenden wird spätestens hier offensichtlich. Man könnte "Vice" als einen Film mit ziemlich liberaler Gesinnung einstufen, allerdings gesteht er hier und da Cheney auch positive Charakterzüge zu. Beispielsweise wird gezeigt, wie der an und für sich machthungrige Politiker auf eine Präsidentschaftskandidatur verzichtet, um seine homosexuelle Tochter zu schützen. Diese Szenen empfand ich als positiv, wobei "Vice" deswegen noch kein wirklich differenzierter Film ist. Auf eine kritische Spielfilm-Auseinandersetzung mit Demokraten wie Barack Obama sollte man sich aber eh nicht einstellen. Wer hier etwas Neues erfahren möchte, dem sei Michael Moores Doku "Fahrenheit 11/9" ans Herz gelegt.

      "Vice" erhält von mir knappe 8 von 10 Popcornguys!