Alias Grace [Netflix]

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      Alias Grace [Netflix]

      Die Serie Alias Grace basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt die Geschichte von Grace Marks (Sarah Gadon), die aus Irland nach Kanada emigriert. In Kanada wird die mittellose Grace als Magd tätig. Im Jahr 1843 wird sie zusammen mit dem Stallburschen James McDermott (Kerr Logan) an den Morden an dem Landwirt Thomas Kinnear (Paul Gross) – und dessen Haushälterin Nancy Montgomery (Anna Paquin) beschuldigt und für eine lebenslange Haftstrafe verurteilt.

      Die sechsteilige Miniserie Alias Grace ist seit Anfang November 2017 zum Streamen auf Netflix verfügbar und basiert auf dem preisgekrönten Roman von Margaret Atwood (The Handmaid's Tale). Sarah Polley (Take This Waltz) war für die Drehbücher der sechs Folgen verantwortlich. Die Regie führt Mary Harron (American Psycho, I Shot Andy Warhol).

      Als Schauspieler sind Sarah Gadon, Anna Paquin, Edward Holcroft, Rebecca Liddiard, Zachary Levi, Kerr Logan, David Cronenberg und Paul Gross zu sehen.



      LETTERBOXD

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      dieKritik
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      Ich habe die Serie vor ein paar Tagen gesehen und fand sie sehr gelungen. Die ersten beiden Folgen ziehen sich ein wenig, aber sobald man in der Serie drin ist, baut sie eine sehr dichte Atmosphäre auf. Drehbuchautorin Polley und Regisseurin Haron erzählen eine sehr interessante Geschichte, die auch vor aktuellen Gesellschaftlichen Themen nicht zurückschreckt. Ganz ohne Effekthascherei und ganz ruhig laufen die 6 Episoden ab. Alias Grace ist eine sehr gelungene Charakterstudie einer jungen Frau, die des Mordes beschuldigt wird. Sarah Gadon spielt Grace Marks grandios und stellt alle anderen Schauspieler in den Schatten. Besonders die zweite Hälfte ist sehr intensiv und spannend.
      Ich kann die Serie auf jeden Fall weiterempfehlen, sie ist definitiv einen Blick wert.


      LETTERBOXD

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      dieKritik
      Fand die Mini-Serie echt in Ordnung. Die ganz große Empfehlung verkneif ich mir, aber ich bereue die Sichtung auf keinen Fall. Hier und da war mir Alias Grace etwas zu klassisch und routiniert. Symbolisch und gemessen an der Bildsprache hier und da etwas zu abgedroschen, aber daran scheitert das Werk bestimmt nicht. Sicher, die Stimmung und die Figuren müssen bis zu einem gewissen Grad bieder und trist gezeichnet werden, um genau dieses System demontieren zu können, jedoch zeigen Serien mit vergleichbaren Settings wie Handmaids Tale oder aber The Crown, wie man in solche Strukturen dennoch eine hohe bzw. höhere Intensität einbettet. Da hinkt Alias Grace eindeutig hinterher und wirkt etwas angestaubt. Aufgrund gewisser Pacing-Probleme im ersten Drittel war ich zwischenzeitlich sogar am Hadern, ob ich überhaupt weiterschauen soll, doch zumindest war ich am Ende froh, dann doch drangeblieben zu sein.

      Ein wenig sieht es im Laufe nach künstlicher Spannungserzeugung aus, jedoch belohnt dann die finale Pointe, die man zwar riechen konnte, aber dennoch ganz gelungen und rund ist. Ansonsten geht die etwas bescheidenere Mini-Serie womöglich etwas unter, da es aktuell halt sehr viele Shows gibt, die den Fokus auf das Thema Feminismus legen. Und da gab es zuletzt mit Handmaids Tale oder aber Sharp Objects eben Produktionen, die viel kreativer und spannender über derartige Aspekte verhandelt haben. Schauspiel, Inszenierung, Musik - alles solide und passend, aber ohne entscheidende Akzente. Man macht mit Alias Grace gewiss nichts falsch, aber die ganz große Klasse verpasst man wiederum auch nicht.