Schwarze Messe auf blutrotem Altar (Tigon, 1968)

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      Schwarze Messe auf blutrotem Altar (Tigon, 1968)

      Schwarze Messe auf blutrotem Altar





      Produktion: UK 1968
      Original: Curse of the Crimson Altar
      Genre: Horror
      Laufzeit: ca. 87 Minuten (BD)
      Freigabe FSK: ungeprüft

      Kinostart UK: 24. November 1968
      Kinostart USA: 15. April 1970
      Kinostart GER: 15. August 1969

      Regie: Vernon Sewell

      Drehbuch: Mervyn Haisman, Henry Lincoln; Jerry Sohl (Story)
      Studios: Tigon British Film Productions, American International Pictures (AIP)
      Produzenten: Tony Tenser, Gerry Levy, Louis M. Heyward
      Cast: Boris Karloff, Christopher Lee, Barbara Steele, Michael Gough, Mark Eden u.a.

      Auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder verschlägt es Robert Manning in den verwunschenen Ort Greymarsh, wo er in einem alten Schloss von Mr. Morley und dessen Nichte Eve empfangen wird. In den folgenden Nächten plagen ihn düstere Albträume, und er wird Zeuge dekadenter Riten, die zum Gedenken an die Hexe Lavinia vollzogen werden, welche im Jahre 1652 lebendig verbrannt wurde. Mit Hilfe von Professor Marsh, einem Experten des Okkulten, findet Robert heraus, dass einer seiner Vorfahren der Inquisitor bei der Hinrichtung Lavinias war. Schlimmer noch, er muss feststellen, dass ihr rachebeseelter Geist aus dem Reich der Toten zurückgekehrt ist.





      >> imdb.com <<


      Old-School-Trailer:





      Wicked-Vision brachte die Blu-ray!

      VÖ: 09. Juni 2017

      3 Mediabooks (Cover A, B & C)!


      Bonus:
      # Audiokommentar von Barbara Steele und David Del Valle
      # Audiokommentar von Daniel Perée, Ingo Strecker und Jörg Kopetz
      # Dokumentation: „Creating the Curse of the Crimson Altar" – Extended Cut
      # deutsche Nostalgiefassung (nur auf der Bonus-DVD)
      # Interview mit Sir Christopher Lee
      # Audio-Interview mit Sir Christopher Lee
      # Super-8-Fassung #1
      # Super-8-Fassung #2
      # deutscher Kinovorspann
      # alternativer Vorspann
      # Bildergalerien
      # seltenes Werbematerial
      Radio-Spots
      # deutscher Kinotrailer
      # Originaltrailer #1
      # Originaltrailer #2
      # 24-seitiges Booklet von Dr. Rolf Giesen und Uwe Sommerlad






      Meine bescheidene Betrachtung:

      Ein Horrorfilm aus dem Hause Tigon, der Konkurrenzfirma von Hammer und Amicus, den anderen beiden prominenten britischen Genre-Studios. Hammer bringt man sofort mit Dracula, Frankenstein, der Mumie, dem Werwolf u.a. in Verbindung; Amicus mit ihren Anthologie-Filmen in denen Killerhände, blutrünstige Kletterpflanzen und hinterlistige Wunschobjekte die Runde machen. Bei Tigon denkt man eher an naturalistischem Horror. Der legendäre Vincent Price-Klassiker "Der Hexenjäger" (1968) beispielsweise. (Grausame) Hexenverfolgungen in den Jahren des Englischen Bürgerkriegs. Das ist schon historisch stärker belegt als in Umhang gekleidete Vampir-Adelige. Dieser Film sollte auch eine ganze Reihe von Hexen-Filmen auslösen. Auch Tigon legten nach, 1971, mit "In den Krallen des Hexenjägers". Hier geht's eher um Folk-Horror, schwarze Rituale in den umliegenden Wäldern. Im Original heißt dieser Film übrigens "The Blood on Satan's Claw". Reißerisch und ganz nach dem Geschmack von Tigon-Boss und "Show-man" Tony Tenser.

      Und zwischen den beiden genannten Produktionen liegt jetzt dieser Film. Bei uns auch als "Die Hexe des Grafen Dracula" bekannt. Mit dem Titel wollten die Deutschen gleich doppelt abkassieren (ihrerzeit durch die erfolgreiche Hexen- und Dracula-Welle). Da passt der alternative deutsche Titel "Schwarze Messe auf blutrotem Altar" schon besser oder noch treffender ausgedrückt wie die Faust aufs Auge. Darum lautet auch so der Thread-Titel.

      Der Film basiert sehr lose auf H.P. Lovecrafts Erzählung "Träume im Hexenhaus" ("The Dreams in the Witch House") aus den 30ern. Der US-Partner AIP bot ein darauf basierendes Drehbuch Tenser an. Der willigte ein, immerhin ein starker Partner für Tigon, war aber nicht begeistert von der Geschichte. Beim überarbeiteten Drehbuch bliebt nicht mehr viel von Lovecraft übrig. Die Alpträume des Protagonisten sowie die Hexe sind noch zu erkennen. Jedoch wird aus der hässlichen, widerlichen Lovecraft-Hexe hier eine in türkis getränkte Barbara Steele. Und die ist auch noch in der Farbe hübsch anzuschauen. Lovecraft-Adaptions-Meister Stuart Gordon ("Re-Animator", "Dagon") sollte diese Story dann viele Jahre später im Zuge der "Masters of Horror"-Reihe sehr gut umsetzen.

      Für die Hauptrollen konnte Man Christopher Lee und Boris Karloff gewinnen. Karloff war damals bereits "dem Ende nah". Aber Produzenten interessiert die Gesundheit von Akteuren doch relativ wenig, wenn man mit ihnen noch Geld machen kann, oder?! Gedreht wurde im Grim's Dyke, einem großen Anwesen in Harrow Weald bei London mit See. Low Budget! Also wurde nicht geheizt, Karloff (im hohen Alter und im Rollstuhl!) bekam eine Decke, angeblich nass, musste wegen einer Lungenentzündung sogar ins Krankenhaus. Monate später starb die Horror-Ikone an einer Lungenentzündung. Dem Film die Schuld zu geben ist ungerecht, beigetragen zu seinem Ableben hat er aber definitiv. Es sollte der letzte seiner Filme sein der zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde. Danach kamen noch nicht relevante mexikanische B-Movies nach. In voller Euphorie die beiden Stars zu haben holte man auch noch Barbara Steele ("Die Stunde, wenn Dracula kommt") und Michael Gough ("Dracula" 58) dazu. Peter Cushing war auch noch im Gespräch. Ja, dann hätten wir von einem All-Star-Film sprechen können.

      Tigon schuf mit "Curse of the Crimson Altar" einen weiteren historisch-verankerten Gothic-Thriller, der den Konkurrenten Hammer und Amicus zeigen sollte, dass sie mehr als nur eine Alternative auf dem Horror-Markt sind. Atmosphärisch grandios in Szene gesetzt, mit Schauspielern die man stets gerne sieht und einem reichlich hektischen Finale.

      "Ich liebe Hammer, vergöttere Amicus und mag Tigon als faszinierendes Alternativ-Horror-Universum!"

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