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The House That Jack Built (Lars von Trier)

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    Es gibt 24 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Black.

      Ganz großes Kino. Von Trier wird in meinen Augen immer stärker. Mein neuer Favorit von ihm - neben Nymphomaniac. Hier erleben wir keine Morde und Gewalttaten des reinen Schocks, Ekels und Effekts wegen (gut, vielleicht zu gewissen Anteilen ^^) - sondern dem Zuschauer wird dabei detailliert diese gestörte und hochkomplexe Persönlichkeit des Jacks dargelegt. (Genauso wenig wollte Nymphomaniac nur schockieren. Da wird viel verkannt. Ein Sucht-Drama erster Güte.) Verzahnt werden diese Schilderungen mit religiösen, philosophischen, ästhetischen, kunsttheoretischen und psychologischen Fragestellungen. In dem Film steckt so unglaublich viel und wenn ich mir die Interviews von Von Trier zu dem Film so anhöre, ist The House that Jack built wohl viel komplexer geworden als sein Macher selbst.

      Wieder gefielen mir diese kleinen - ich nenne sie mal: Lehrvideos - die fand ich schon bei Nymphomaniac sehr ansprechend. Der Epilog kam dann in seiner Inszenierung zwar überraschend für mich - wirkt für mich letztendlich auch einen Tag nach meiner Sichtung wie ein Fremdkörper - doch rein inhaltlich äußerst synergetisch. Ein Film, der mich so richtig bannen konnte und zeitgleich aufforderte, ihn zu Sezieren.

      Beispiel Incident 1:

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      Uma Thurman als Sinnbild für die Gesellschaft. Wir malen uns gerne Horror- und Gewaltszenarien aus, tratschen, tuscheln und spekulieren, um den gewissen Nervenkitzel zu spüren. Die Sensation. Doch zum Opfer fallen wollen wir dem freilich nicht. Thurmans Figur bekommt jedoch dann exakt das. Eine Art der selbsterfüllenden Prophezeiung. Diese Antwort könnte ihr niemand besser geben, als ein Psychopath, der sich seiner Psychopathie durchaus bewusst ist. Hoch interessant.


      Was die Gewalt angeht:

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      Ich hab´s eigentlich ganz gut ertragen. Doch bei dem Anblick des präparierten Grumpys - puh...


      Wie ich das Ende deute? Ich bin mir noch nicht so sicher.

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      Was wir erfahren, ist, dass Jack unterbewusst wohl immer gefunden werden wollte (Feld, Blutspur der Leiche auf der Straße). In ihm schlummerte womöglich schon immer eine menschliche Moral. Zwar konnte er seine Zwänge nicht unterdrücken, doch evtl. wusste er, dass er in die Hölle muss für seine Taten. Musste er DIESES Haus aus Leichen bauen, um das "Material" erfassen zu können? Um sich dem Graus seiner Taten komplett bewusst zu werden? Und erst dann konnte er den Weg in die Hölle gehen?


      Fazit: Geiler Scheiß vom Dänen.






      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Bavarian“ ()

      Seit heute gibt es von Triers Schocker bei Amazon Prime aber leider wohl nur in der gekürzten US-Fassung, denn auf Prime hat der Film lediglich eine Laufzeit von 2:33 Stunden, die ungekürzte Fassung geht aber 2:35 Stunden.

      Lt dem entsprechenden Schnittbericht fehlen fast alle Gewaltspitzen aus dem 3. Vorfall, sowie die krasseste Einstellung aus dem 4. Vorfall; da ich die ungekürzte Fassung im Kino gesehen habe, werde ich mir wohl den Stream schenken

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Black“ ()