A Star Is Born (Bradley Cooper)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Es gibt 21 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Akuma.

      Hat für mich leider nicht so gut funktioniert...

      Bradley Coopers Regiedebut "A Star Is Born" ist momentan in aller Munde und wird als heißer Favorit für die bevorstehende Award-Season gehandelt. Mich allerdings konnte er nicht überzeugen. Er beginnt relativ verheißungsvoll und kann insbesondere während der atmosphärischen Konzertaufnahmen überzeugen. Cooper ist nicht nur ein guter Schauspieler, sondern auch ein passabler Sänger – hierbei muss jedoch erwähnt werden, dass die Musikrichtung seines Charakters grob meinem Musikgeschmack entspricht. Sein Gegenpart ist Lady Gaga. Die Frau ist mir persönlich zu schrill und mit ihrem Musikstil löst sie bei mir eher weniger aus, obgleich ich trotzdem zugeben muss, dass sie objektiv betrachtet eine starke Stimme hat. Ohne allzu viel Schminke sieht sie sogar sehr hübsch aus. Als Schauspielerin liefert sie solide ab, wobei ihr das Drehbuch auch keine subtilen Entwicklungen abverlangt. Der Film ist stattdessen relativ ruckartig und obwohl die Chemie zwischen Cooper und Gaga stimmt, kam bei mir nicht sonderlich viel an. Langweilig und ohne viel Biss plätschert die Handlung dahin, aus den Konflikten wird zu wenig gemacht. Recht schnell kommt einem "A Star Is Born" viel zu lange vor und man muss sich bis zum Ende durchkämpfen. Hier passiert zwar etwas, was einen mitnehmen müsste, aber emotional wurde für mich einfach zu wenig Vorarbeit geleistet. Es würde mich nicht überraschen wenn der Film bei den nächsten Oscars eine große Rolle spielt, aber Preise kann ich ihm nicht so wirklich gönnen. 6 von 10 Popcornguys!
      ANZEIGE
      Bradley Cooper's Debüt zeigt Gefühl und Charme, vermag es aber nicht die großen emotionalen Pointen zu setzen, die die Story abheben lässt. Dabei wird man im ersten Akt gleich mit Stadionrock und großen Folk/Country/Southern Rock/Americana Balladen beworfen, die ohne großen Zweifel ihre Nominierungen bei den großen Award-Shows abholen werden. Anders als bei "Venom" stimmt die Chemie zwischen Cooper und Gaga. Zweitgenannte wirkt über weite Strecken natürlich und zuckersüß, eine Viola Davis ist sie natürlich nicht. Ihre Gesangskünste sind erwartungsgemäß über alle Zweifel erhaben. Mir ist nicht nur einmal die Gänsehaut über den Rücken gelaufen. Cooper's Charakter bedient sich hauptsächlich eines kaputten Stereotypen ohne Tiefgang. Keineswegs schlecht gespielt, vor allem hätte ich mir mehr Szenen mit Jackson's Bruder, gespielt von Sam Elliot, gewünscht. Hier wurde massig Konfliktpotenzial liegen gelassen.

      Gegen Ende bedient sich der Film beliebigen Klischees, der Schlusspunkt ruft Kitsch in mir hervor. Statt Drama entwickelt sich der Schlussakt zu einer kleinen Gaga-Show, schlussendlich spielt sie eine Karikatur ihres realen Künstler-Egos. Insgesamt dürfte dem erfahrenen Kinogänger der Ausgang der Geschichte ab dem zweiten Drittel klar sein. Stilistisch erinnert A Star is Born an David O. Russel, kein Wunder, da Cooper ja nicht nur einen Film mit ihm drehen durfte. Matthew Libatique, seines Zeichens Kameramann ( der war auch bei Venom - Sachen gibts ), klebt permanent nahe an den Darstellern, denen er selbst bei großen Musikeinlagen selten von der Seite weicht. Das schafft einerseits ein intimes und intensives Erlebnis, andererseits beobachtet der Zuseher selten weiter als aus der zweiten Reihe.

      Abschließend ein überdurchschnittliches Vergnügen, das nur an seiner dünnen Erzählung und oberflächlichen Charakteren scheitert.

      7 / 10

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Akuma“ ()