A Star Is Born (Bradley Cooper)

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    Es gibt 22 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Hockenberry.

      Hat für mich leider nicht so gut funktioniert...

      Bradley Coopers Regiedebut "A Star Is Born" ist momentan in aller Munde und wird als heißer Favorit für die bevorstehende Award-Season gehandelt. Mich allerdings konnte er nicht überzeugen. Er beginnt relativ verheißungsvoll und kann insbesondere während der atmosphärischen Konzertaufnahmen überzeugen. Cooper ist nicht nur ein guter Schauspieler, sondern auch ein passabler Sänger – hierbei muss jedoch erwähnt werden, dass die Musikrichtung seines Charakters grob meinem Musikgeschmack entspricht. Sein Gegenpart ist Lady Gaga. Die Frau ist mir persönlich zu schrill und mit ihrem Musikstil löst sie bei mir eher weniger aus, obgleich ich trotzdem zugeben muss, dass sie objektiv betrachtet eine starke Stimme hat. Ohne allzu viel Schminke sieht sie sogar sehr hübsch aus. Als Schauspielerin liefert sie solide ab, wobei ihr das Drehbuch auch keine subtilen Entwicklungen abverlangt. Der Film ist stattdessen relativ ruckartig und obwohl die Chemie zwischen Cooper und Gaga stimmt, kam bei mir nicht sonderlich viel an. Langweilig und ohne viel Biss plätschert die Handlung dahin, aus den Konflikten wird zu wenig gemacht. Recht schnell kommt einem "A Star Is Born" viel zu lange vor und man muss sich bis zum Ende durchkämpfen. Hier passiert zwar etwas, was einen mitnehmen müsste, aber emotional wurde für mich einfach zu wenig Vorarbeit geleistet. Es würde mich nicht überraschen wenn der Film bei den nächsten Oscars eine große Rolle spielt, aber Preise kann ich ihm nicht so wirklich gönnen. 6 von 10 Popcornguys!
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      Bradley Cooper's Debüt zeigt Gefühl und Charme, vermag es aber nicht die großen emotionalen Pointen zu setzen, die die Story abheben lässt. Dabei wird man im ersten Akt gleich mit Stadionrock und großen Folk/Country/Southern Rock/Americana Balladen beworfen, die ohne großen Zweifel ihre Nominierungen bei den großen Award-Shows abholen werden. Anders als bei "Venom" stimmt die Chemie zwischen Cooper und Gaga. Zweitgenannte wirkt über weite Strecken natürlich und zuckersüß, eine Viola Davis ist sie natürlich nicht. Ihre Gesangskünste sind erwartungsgemäß über alle Zweifel erhaben. Mir ist nicht nur einmal die Gänsehaut über den Rücken gelaufen. Cooper's Charakter bedient sich hauptsächlich eines kaputten Stereotypen ohne Tiefgang. Keineswegs schlecht gespielt, vor allem hätte ich mir mehr Szenen mit Jackson's Bruder, gespielt von Sam Elliot, gewünscht. Hier wurde massig Konfliktpotenzial liegen gelassen.

      Gegen Ende bedient sich der Film beliebigen Klischees, der Schlusspunkt ruft Kitsch in mir hervor. Statt Drama entwickelt sich der Schlussakt zu einer kleinen Gaga-Show, schlussendlich spielt sie eine Karikatur ihres realen Künstler-Egos. Insgesamt dürfte dem erfahrenen Kinogänger der Ausgang der Geschichte ab dem zweiten Drittel klar sein. Stilistisch erinnert A Star is Born an David O. Russel, kein Wunder, da Cooper ja nicht nur einen Film mit ihm drehen durfte. Matthew Libatique, seines Zeichens Kameramann ( der war auch bei Venom - Sachen gibts ), klebt permanent nahe an den Darstellern, denen er selbst bei großen Musikeinlagen selten von der Seite weicht. Das schafft einerseits ein intimes und intensives Erlebnis, andererseits beobachtet der Zuseher selten weiter als aus der zweiten Reihe.

      Abschließend ein überdurchschnittliches Vergnügen, das nur an seiner dünnen Erzählung und oberflächlichen Charakteren scheitert.

      7 / 10

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Akuma“ ()

      A Star is Born

      Gestern Abend relativ spät noch im Kino gesehen und insgesamt empfand ich den Film als durchaus gelungen. Ich hatte meine Freude an diesem Werk, konnte auch insgesamt ganz gut mitfiebern, aber der ganz große Wurf ist es auch meiner Ansicht nach nicht geworden. Und als Oscar Kandidat sehe ich ihn auch nicht. Für den besten Filmsong, dass würde klar gehen, aber ansonsten habe ich in keiner Kategorie eine Leistung gesehen, die das rechtfertigen würde.

      Der Film bedient sich viel zu vielen Klischee´s, bastelt sich seine eigene Geschichte aus Teilen anderer Werke zusammen und dadurch hat man auch das Gefühl, dass man alles schon mal irgendwo gesehen hat. Nur leider schafft man es nicht, altbekanntes besonders gut oder aufregend zu präsentieren.
      Musikfilme sind in der Regel immer gut (zumindest fällt mir kein schlechter Film dazu ein) und zwar stellt für mich A Star is Born auch keine Ausnahme dar, aber andererseits ließ der Film dann doch über die meiste Zeit seine Daseinsberechtigung vermissen. Erzählerisch bietet der Film nichts, was ihn besonders machen würde oder wodurch er sich richtig abheben könnte und auch was die Inszenierung betrifft, hat er dazu noch und zu allem Überfluss mit dem ein oder anderen Stolperstein zu kämpfen.
      Manche Abschnitte in bestimmten Szenen schienen nicht richtig zu passen und willkürlich eingefügt worden zu seinen. Das selbe gilt für diverse Dialoge und vor allem haben sich dann auch ein paar Einzeiler eingeschlichen, die dann die Grenze hart überschritten und deshalb vieles nicht stimmig war und sich einfach unrund anfühlte.
      Hier und da hatte ich das Gefühl, dass der Schnitt keine gute Arbeit geleistet hat, worunter auch das Schauspiel zu leiden hatte. Manche Momente wurden viel zu schnell zu emotional und genauso schnell verpuffte dann auch wieder die Dramatik. Während man in manchen Szenen zu lange blieb, denen eine Kürzung besser gestanden hätte.
      Man hat den falschen Momenten zu viel Beachtung geschenkt, während die Richtigen zu schnell abgefrühstückt wurden. Hier fehlte meines Erachtens schlicht und ergreifend das Feingefühl.

      Womit der Film aber wirklich punkten konnte und ja, in diesen Szenen erkannte ich sogar etwas Oscar Material, waren die Momente, wenn die Musik einsetzte. Diese flachte zwar im Verlauf der Geschichte etwas ab (lag vielleicht auch daran, dass mir die Musik, die in der ersten Hälfte gespielt wurde einfach besser gefiel), aber die Szene, in der Lady Gaga zum ersten Mal die ganz große Bühne betritt, war grandios. Das fand ich fantastisch inszeniert und hat bei mir auch ordentlich für Gänsehaut gesorgt. Und es hilft natürlich auch, dass Lady Gaga eine wirklich tolle Sängerin ist und über eine richtig gute Stimme verfügt (auch wenn ich mit ihrer Musik aus dem wirklichen Leben nicht so viel anfangen kann).
      Dazu gefiel mir auch die Chemie zwischen Cooper und ihr ganz gut. Es reicht bei weitem nicht an Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon aus Walk the Line heran (war auch das deutlich bessere Schauspiel-Duo), aber trotzdem nahm ich ihnen ihr Verhältnis zueinander jederzeit ab, auch wenn es vielleicht etwas zu schnell ging und zu glatt lief.
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      Hab ich das richtig gesehen, dass Cooper ihr bei ihrem ersten Abend den Ring vom Finger gelutscht/gesaugt hat? Das fand ich schon ziemlich weit nach so einer kurzen Zeit. Noch besser war nur Lady Gaga´s Reaktion darauf: "Du bist ein wahrer Gentlemen." :rotfl:


      In den ersten paar Minuten dachte ich noch, dass Lady Gaga ihre Rolle in Höchstgeschwindigkeit gegen die Wand fährt. Zu Anfang hat sie mir etwas überspielt und vor allem ihre Mimiken haben sich einfach nicht natürlich angefühlt. Umso überraschter war ich dann, dass sie sich doch ordentlich gefangen hat und ihre Rolle souverän zu Ende gespielt hat. Wieder keine oscarreife Leistung, aber in meinen Augen trotzdem gut und für das, dass sie eigentlich keine Schauspielerin ist, sogar ein richtiger Pluspunkt in diesem Film.
      Bradley Cooper´s Leisung empfand ich ehrlich gesagt nur als durchschnittlich. Seine Figur war schon irgendwie sympathisch und auch seine raue Stimme beim Gesang gefiel mir gut, aber als einen Musiker, der mit seinen Dämonen zu kämpfen hatte, sah ich ihn nicht wirklich.
      Überhaupt nicht gut, und ich bin fest davon überzeugt, dass es an dem misslungenen Schnitt lag, fand ich Sam Elliott. Ich sehe ihn sehr gerne und auch hier ist er über weite Strecken einfach ein cooler Typ, aber sobald seine Rolle in dramatische Gefilde abtriftete, versagte er meines Erachtens auf ganzer Linie. Und ich schätze, dass lag einfach daran, dass man den nötigen Kontext entweder rausgeschnitten, oder gar nicht erst reingeschrieben hat. Diese Momente waren einfach zu sprunghaft und abgehackt.

      A Star is Born war insgesamt schon ein angenehmer Film, den man gut anschauen kann und zwar bereue ich den Gang ins Kino nicht, aber ich merke, je länger ich über ihn schreibe, desto weniger gefällt er mir. Er wird deswegen nicht schlecht, aber die kurzen, richtig guten Momente werden durch das Aufzählen der Nachteile immer etwas kleiner.
      Viel Licht, aber auch viel Schatten. Man konzentrierte sich zu sehr auf die musikalische Gesichte von Lady Gaga´s Figur und verpasste es dann dadurch, dem Rest eine besondere Note zu verpassen. Bei der Geschichte selbst hätte man deutlich kreativer sein müssen und gewisse Dialoge und Szenen hätten durchaus etwas mehr Feinschliff vertragen können.
      Und dazu hat mir das Ende überhaupt nicht gefallen.
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      Problem war, dass vorher die Dramatik einfach nicht gut rüber gebracht wurde und es sich deshalb als ziemlich aufgesetzt anfühlt. Zumindest für mich und so passt es in meinen Augen nicht zum Rest des Films. Aber das dies ein Minuspunkt ist, sehe ich als reiner Folgefehler an.

      Dagegen steht eine überraschend gute Lady Gaga (hätte vorher auch nicht während des Films gedacht, dass sie für mich mittlerweile das eigentliche Highlight des Films darstellt), gute Musik, ein richtig grandios inszenierter musikalischer Auftritt und die gute Chemie der Hauptfiguren.
      Alles in allem ein solider bis guter Film.

      7 von 10 Punkten