Meine Stunde Null

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      Meine Stunde Null


      Meine Stunde Null





      Regie:
      Joachim Hasler
      Drehbuch: Joachim Hasler / Jurek Becker / Karl Krug
      Produktion: Walter Ehle
      Musik: Roman Lendenjow
      Kamera: Joachim Hasler / Rudolf Schrade
      Schnitt: Barbara Simon


      Inhalt:

      Russland 1943: Der deutsche Soldat Kurt Hartung gerät in russische Gefangenschaft. Da er kein Sympathisant Hitlers ist und dem Krieg im Osten eher zwiespältig gegenübersteht, unterbreitet das russische Oberkommando ihm die Option als verdeckter Spion mit Hilfe zweier russischer Gefolgsleute einen hochrangigen deutschen Offizier zu entführen, um so unter Umständen an geheime Informationen heranzukommen. Nach einigem zögern stimmt er der waghalsigen Unternehmung zu...


      Besetzung:


      Manfred Krug
      Anatoli Kusnezow
      Kurt Jung-Alsen
      Lew Prygunow
      Harry Hindemith
      Horst Schön
      Alfred Müller


      Produktionsland:
      DDR
      Veröffentlichungsdatum: 28.04.1970
      Laufzeit: 92 Min.


      Wissenswertes:

      - Trotz einiger negativer Kritiken entwickelte sich der Film zu einem beachtlichen Publikumserfolg und festigte somit zugleich auch Manfred Krugs Status als überaus gefragter Schauspieler innerhalb der DDR.
      - Regisseur Kurt Jung-Alsen ist hier zur Abwechslung einmal als Darsteller zu sehen.
      - Einer der ersten Filme, welcher sich sowohl mittels Ernsthaftigkeit, aber auch mit ganz wenigen humoristischen Einlagen dem Thema der deutsch/russischen Annäherung, die vereinzelt bereits während des zweiten Weltkriegs begann, widmet.


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      Ein interessanter und doch recht ungewöhnlicher deutscher Film. Neben großen Kriegsereignissen die auch international Aufsehen erregten und in Deutschland filmisch Verarbeitung fanden, wie Stalingrad oder die Versenkung der Gustloff, waren und sind es oftmals die kleinen, nur auf wenige Personen begrenzten Geschehnisse, die beim Zuschauer einen ebenso großen Eindruck hinterlassen und die für betreffende Akteure aus damaliger Zeit nicht minder wegweisend waren. Eine dieser "kleinen" und im Krieg selbstverständlich untergegangenen Geschichten erzählt der folgende Film, welcher sich ( mit ein paar Ausschmückungen ) an den Erinnerungen von Karl Krug orientiert.

      An wenigen Stellen mit einer gewissen Sorglosigkeit inszeniert, die 1-2 komödiantische Szenen hervorruft ( bei denen mir aber das Lachen im Hals stecken blieb, da ich zwar weiß, dass dies in den Momenten bewusst übertrieben dargestellt wurde (
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      ​​​​​​​Stichwort: Bombenentschärfung
      ), ich den Gedanken, dass sowas jedoch vielleicht tatsächlich vorgekommen sein mag, nicht komplett verdrängen konnte ) ist der übrige Film definitiv ernster, aber gleichzeitig nie so dramatisch und schwer anzuschauen wie beispielsweise Schindlers Liste oder Komm und sieh - man hält gekonnt die Waage. Darstellerisch bewegt man sich auf einem soliden und guten Niveau. Vor allem Manfred Krug hat mir in der Hauptrolle als grübelnder und unentschlossener Soldat sehr gut gefallen. Die übrigen Darsteller machen ihre Sache ebenfalls toll. Musikalisch gibt es nichts negatives zu berichten. Sie ist begleitend zum Film vorhanden, doch hervorstechen ( ob positiv oder negativ ) tut sie zu keinem Zeitpunkt. Einen ungemein großen Anteil zur Authentizität tragen die Szenen bei in denen russische Soldaten sich in Anwesenheit Krugs in ihrer Landessprache unterhalten und dies nicht per Untertitel übersetzt wurde. Wenn man russisch kann ist das kein Problem, wenn aber nicht, dann kann man nur erraten was dort gesprochen wird und tappt größtenteils im dunkeln - wie die Titelfigur des Films, welche in russische Gefangenschaft gerät.


      Klare Empfehlung für Leute die den Film noch nicht kennen.


      7,5/10